Nubia RedMagic 6s Pro im Test: Gaming-Smartphone mit Top-Leistung

ZTE Nubia Redmagic 6s pro
Pro und Contra
  • starke Rechenleistung
  • gutes Display
  • aktive Kühlung
  • hohe Bildwiederholungsrate
  • keine Speichererweiterung
  • durchschnittliche Kamera
  • keine IP-Zertifizierung
  • veraltetes Sicherheitsupdate
  • 4.0

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Das ZTE Nubia Redmagic 6s Pro präsentiert sich hinsichtlich seines markanten Aussehens und seiner spannenden Gaming-Features wie der aktiven Kühlung, dem leistungsfähigen Prozessor und einem 165-Hertz-Display als Top-Gerät für jeden Gaming-Fan – aber wird es dem Anspruch gerecht?

ZTE liefert mit dem Nubia Redmagic S6s Pro ein Smartphone, das vorwiegend mobile Gamer ansprechen soll. Keine schlechte Idee, schließlich ist das eine lukrative Nische, in dem etwa das Asus ROG Phone 5 (Testbericht) unterwegs ist. Allerdings reicht es nicht nur, ein schickes Äußeres mit etwas Software zu verpacken – Gaming-Smartphones (Themenwelt) müssen es inzwischen auch unter der Haube haben.

Das Nubia Redmagic 6s Pro wiegt bei einer Größe von 170 x 77 mm 220 g und ist damit ein ordentlicher Brocken. Allerdings liegt es gut in der Hand und das Gewicht ist gut verteilt – man sollte sich also im Alltag schnell daran gewöhnen. Die Verarbeitung hinterlässt einen positiven Eindruck, weder ungleiche Spaltmaße noch scharfe Kanten sind auszumachen.

Der Lautstärkeregler wurde von ZTE an der linken Seite untergebracht. Ebenfalls auf der linken Seite befindet sich ein geriffelter Schieberegler, mit dem sich der hauseigene Gamespace-Hub aktivieren lässt. Auf der rechten Seite ist der Power-Schalter sowie zwei Touch-Schultertasten, die sich zusammen mit dem berührungsempfindlichen Schalter auf der Rückseite je nach Verwendung frei belegen lassen. Sowohl der Lautstärkeregler als auch der Powerschalter besitzen einen guten Druckpunkt sowie optimalen Tastenhub. Die Klickgeräusche sind zwar etwas laut, fallen jedoch nicht wirklich ins Gewicht. Beidseitig befinden sich die Öffnungen für den eingebauten Kühler.

Auf der Rückseite ist das Kameramodul integriert. Dieses steht gerade einmal einen Millimeter heraus, allerdings wackelt das Smartphone dennoch, wenn es auf der Rückseite liegt. Fingerabdrücke sind auf der Vorder- und Rückseite leicht zu erkennen, dies liegt jedoch noch vollkommen im Rahmen.

Als Highlight des Nubia Redmagic 6s Pro stellt ZTE die durchsichtige Rückseite heraus, die Einblicke in das Innenleben in Kombination mit LED-Lampen geben soll. Dies ist jedoch nur bei der teuersten „Ghost“-Variante der Fall. Das uns vorliegende „Cyborg“-Modell ist die günstigste Version und bietet eine undurchsichtige Rückseite mit Gorilla Glas. Das ist zwar kein Beinbruch, aber zunächst ist man doch etwas verwundert, da konsequent mit der durchsichtigen Ghost-Version von ZTE geworben wird. Die Frontkamera ist am oberen Rand des Displays angebracht, dadurch ist der Rahmen etwas dicker, da ZTE auf eine Notch verzichtet hat.

Ausgestattet ist das Nubia Redmagic 6s Pro mit einem 6,8 Zoll großen AMOLED-Full-HD-Screen. Bei einer Auflösung von 2400 x 1080 Pixel ergibt das eine Pixeldichte von 387 ppi (Pixel pro Zoll). Die Pixeldichte liegt im Durchschnitt, zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S20 FE (Testbericht) kostet aktuell 484 Euro und leistet 418 ppi. Ein spannendes Feature ist die hohe Bildwiederholungsrate. Hier hat man die Auswahl zwischen energiesparenden 60 Hertz, 90 Hertz als Kompromiss, einer hohen Bilderwiederholungsrate von 120 Hertz sowie 165 Hertz für E-Sport-Anwendungen, die allerdings entsprechend zulasten des Akkus gehen.

Üblich sind in dem Preissegment in der Regel 144 Hertz, die das Nubia Redmagic 6s Pro damit übersteigt. Um den Gaming-Aspekt noch zu unterstreichen, besitzt das Display zudem eine Multi-Touch-Rate von 720 Hertz, gerade bei schnellen Spielen, wo es auf jede Millisekunde ankommen kann, ist das ein tolles Feature. Das Premium-Handy Sony Xperia 1 III (Testbericht) besitzt zum Vergleich 240 Hertz. Hinsichtlich der Farben, des Kontrasts und dem Blickwinkel gibt es nichts zu beanstanden. Auch mit der HDR-Funktion erstrahlen die Bildinhalte kraftvoll und auf natürliche Weise. Der Kontrast ist gestochen scharf und auch die Blickwinkelstabilität lässt keine Wünsche übrig.

Die Hauptkamera des ZTE Nubia Redmagic 6s Pro besitzt 64 Megapixel und eine f/1.79-Blende. Zusätzlich ist im Modul noch ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv mit 8 Megapixel und einer f/2.2-Blende angebracht. Für Makro-Aufnahmen dient das Objektiv mit 2 Megapixel und f/2.4-Blende. Erfahrungsgemäß sind 2 Megapixel für ein Makro-Objektiv doch recht wenig und eher Makulatur. Die Pixelanzahl der Frontkamera mit f/2.0-Blende liegt bei 8 Megapixel.

Im Praxistest stellt sich heraus, dass der Fokus nicht auf der Kamera liegt. Die Farben der Motive wirken etwas kraftlos und machen einen blassen sowie leblosen Eindruck. Prinzipiell ist das noch im Rahmen, aber für die Preisklasse wäre doch mehr zu erwarten gewesen. Auch die aufgenommenen Bilder im Makro-Modus zeugen nicht gerade von Schärfe, sind für den alltäglichen Einsatz jedoch akzeptabel, solange man die Ansprüche nicht zu hochstellt. Bilder mit Ultra-Weitwinkel gehen in Ordnung, oftmals franst das aufgenommene Motiv an den Rändern aus, dies ist hier jedoch nicht der Fall.

Die Selfie-Kamera ist ebenfalls eher Durchschnitt, professionelle Influencer werden auf Dauer wohl nicht glücklich damit, aber für den kurzen Schnappschuss mit Freunden ist nichts auszusetzen. Der Nachtmodus hingegen überzeugt, die dargestellten Motive sind hinsichtlich ihrer Konturen und dem Detailgrad gut zu erkennen.

Für Videos hat man die Wahl von HD-Aufnahmen von 720p bis hin zu Ultra HD 4K. Sowohl Ultra HD 4K als auch Full HD mit 1080p lassen sich mit 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Allerdings fehlt eine optische Bildstabilisierung, der Ausgleich per Software lässt etwas zu Wünschen übrigen – die aufgenommenen Videos sehen doch sehr verwackelt aus, wenn man nicht gerade ein Stativ benutzt.

Der Fokus des ZTE Nubia Redmagic 6s Pro liegt definitiv nicht auf der Kamera. Gleichwohl verrichtet es seinen Dienst und besitzt alle gängigen Features, für ein rundum ausgestattetes Smartphone im Bereich der Premiumklasse. Aufgrund dessen liegt die Qualität dem aufgerufenen Preis entsprechend im Mittelmaß.

Das ZTE Nubia Redmagic 6s Pro ist mit einem Qualcomm Snapdragon 888+ ausgestattet, dessen acht Kerne eine Taktfrequenz von bis zu 3 GHz erreichen. Die Plusvariante des 888 gehört aktuell mit zu den leistungsstärksten Prozessoren und hat einiges an Power unter der Haube. Auch die 12 Gigabyte RAM können sich sehen lassen, hier greift ZTE auf den leistungsstarken LPDDR5-Speicher zurück. Die Rechenleistung macht sich gerade im Alltag besonders bemerkbar. Ladezeiten und Latenzen sind kaum vorhanden, das ist gerade für den aufgerufenen Preis ein schlagkräftiges Verkaufsargument. Das Sony Xperia 1 III (Testbericht) kostet nahezu doppelt so viel und liegt hinsichtlich Rechenleistung im selben Spektrum.

Im Performance-Test Work 3.0 von PCmark erreicht das Nubia Redmagic 6s Pro einen fabelhaften Wert von 13167 Punkten, im Storage-Score sind es 24422 Punkte - das kann sich wirklich sehen lassen. Beim Benchmark Wild Life von 3Dmark glänzt das Smartphone mit einem beeindruckenden Wert von 5906 Punkten bei einer durchschnittlichen Framerate von 35,40 Bildern pro Sekunde. Das Gaming-Versprechen von ZTE wird mit der Leistung also definitiv erfüllt. Damit das Smartphone auch bei anspruchsvollen Apps und Spiele gleichermaßen einen „kühlen Kopf“ bewahrt, ist ein Kühlungssystem inklusive High-Speed-Belüftung mit dem wohlklingenden Namen ICE 7.0 Multi-Dimensional Cooling System eingebaut. Dieser ist zwar bei anspruchsvollen Anwendungen nicht gerade leise, aber verrichtet problemlos seinen Dienst.

Hinsichtlich Speicher ist die zum Test vorliegende Basisversion des Nubia Redmagic 6s mit 128 Gigabyte gut ausgestattet, allerdings lässt sich dieser nicht per microSD-Karte erweitern, was als Manko gewertet werden kann. Positiv hingegen sind der vorhandene Klinkeneingang für kabelgebundene Kopfhörer sowie der Dual-Stereo-Speaker, der maximaler Lautstärke kaum Klirren aufweist. Als Betriebssystem greifen ZTE auf Android 11 zurück. Als User-Interface kommt das hauseigene Redmagic OS 4.5 zum Einsatz. Der Gaming-Look ist zwar gewöhnungsbedürftig und gefällt sicherlich nicht jedem, unterstreicht aber das Selbstverständnis des Smartphones hinsichtlich der Gaming-Kultur – ein klares Statement.

Als Besonderheit sei sowohl der bereits angesprochene Gamespace Hub zu erwähnen, der per dediziertem Schalter direkt aktiviert werden kann und eine Schnellauswahl inklusive viele Einstellungsmöglichkeiten zu den installierten Gaming-Apps gibt. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass kaum Bloatware vorhanden ist. Mit Kommunikationsfeatures wie Wifi 6E, 5G und Bluetooth 5.1 ist das Smartphone auch für die Zukunft gerüstet. Im Lieferumfang ist auch eine Hülle enthalten. Enttäuschend hingegen ist die fehlende IP-Zertifizierung und das veraltete Sicherheitsupdate vom 5. Juni 2021 – hier sollte beim Update schleunigst nachgebessert werden.

Auf dem Papier überzeugt das Nubia Redmagic 6s Pro mit einer Akkuleistung von 5050 mAh. Im PCmark Battery Test schafft es bei einer Dauerbelastung gerade einmal etwas mehr als zehn Stunden. Das ist auf den ersten Blick zwar enttäuschend, lässt sich jedoch auch auf die aktive Lüftung zurückführen, die den ganzen Benchmark über tätig ist und entsprechend Energiekapazitäten für sich beansprucht.

Die hauseigene Konkurrenz, das ZTE Blade V30 Vita (Testbericht) kommt mit 5000 mAh auf über 14 Stunden. Im Lieferumfang ist ein 30-Watt-Netzteil für Fast-Charging enthalten. Leider hat sich ZTE hier nicht mit Ruhm bekleckert, da das zum einen mit insgesamt 66 Watt geladen werden kann, das mitgelieferte Netzteil jedoch nur eine Leistung von 30 Watt schafft. Zudem ist der Stromanschluss nur für den amerikanischen Markt ausgelegt, ein Adapter für europäische Steckdosen ist nicht enthalten – Schade!

Das vorliegende Testmodell ist das Basis-Modell mit 12 Gigabyte RAM und dem undurchsichtigen Cyborg-Finish für 589 Euro. Die nächst größere Version liegt bei 689 Euro und besitzt 16 GByte RAM sowie 256 GByte Speicher. Die Premium-Ausführung besitzt eine durchsichtige Ghost-Rückseite mit eingebauten LEDs sowie 16 GByte RAM und 256 GByte Speicher.

Aktuell gibt es nur zwei Möglichkeiten, das Redmagic 6S Pro zu kaufen: ZTE bietet es über die europäische Redmagic-Seite an, die Variante mit 128 GByte Speicher und 12 GByte RAM kostet dort 599 Euro. Bei Amazon bezahlt man dafür 100 Euro mehr. Wer die transparente Variante mit 256 GByte Speicher und 16 GByte RAM möchte, der muss aktuell 869 Euro hinlegen.

Das Nubia Redmagic 6s Pro von ZTE hält, was es verspricht – es ist ein Smartphone, das hinsichtlich Gaming-Features wie der starken Rechenleistung, zusätzlichen Schultertasten und der hohen Bildwiederholungs- und Abtastrate im Gaming-Bereich kaum Wünsche offenlässt.

Für die alltägliche Nutzung hinsichtlich der durchschnittlichen Kamera, der fehlenden Speichererweiterung und auch der nicht vorhanden IP-Zertifizierung bieten sich jedoch für den aufgerufenen Preis „klassische Smartphones“ wie das Honor 50 (Testbericht) oder das Oppo Find X3 Neo (Testbericht) eher an. Für alle Gaming-Enthusiasten ist das Nubia Redmagic 6s Pro jedoch eine Investition wert.

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