Zigma Spark 980 im Test: Saugroboter mit Laser für 310 Euro

Zigma Spark 980
Pro und Contra
  • sehr gute Navigation
  • niedriger Preis
  • Saugleistung mittelmäßig
  • keine automatische Saugkraftanhebung
  • 4.0

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Der Zigma Spark 980 soll viel Technik für wenig Geld liefern – ob er das tatsächlich kann, haben wir im Test überprüft.

Zahllose Saugroboter gibt es auf dem Markt und gefühlt kommen fast täglich neue Hersteller hinzu. Meist sind die aus China und hierzulande völlig unbekannt. So ist das auch bei Zigma. Der Anbieter trat in Deutschland bislang nicht in Erscheinung, hat aber vor einiger Zeit mit dem Spark 980 einen typischen Saugroboter mit Laser-Navigation und Wischfunktion auf den Markt gebracht. Ob das der Initialfunken ist, der das Geschäft von Zigma anheizt?

Schwarz und rund ist er – der Zigma Spark 980. Der Laserturm oben auf dem Gerät ist mittig leicht nach vorn versetzt, davor befinden sich zwei runde Hardware-Buttons für Start/Stopp und Rückkehr zur Ladestation. Sie sind farbig beleuchtet und stellen daher gleichzeitig eine Art Status-LED dar. Die Oberseite des Roboters besteht aus Glas, das wirkt hochwertig. Der Rest ist wie bei der Konkurrenz Kunststoff, insgesamt sieht der Roboter ausreichend wertig, wenn auch etwas sehr zurückhaltend, aus. Erwähnenswert sind die Seitenbürsten links und rechts, die meisten Hersteller verwenden nur eine einzelne Seitenbürste rechts.

Wegen der Glasplatte als Oberseite wird der Staubbehälter hinten aus dem Korpus des Bots entnommen und wieder eingesetzt. Soll der Spark 980 wischen, wird der Staubbehälter gegen einen Tank mit kleinerem Staubbehälter und Wischtuchaufnahme ersetzt. Seitlich hinten installiert Zigma einen mechanischen Ein-/Ausknopf. Ebenfalls außergewöhnlich: Mit rund 2,8 KG ist der Saugroboter erstaunlich leicht. Viel mehr gibt es zum Zigma-Modell nicht zu sagen – der Hersteller erfindet das Rad nicht neu, sondern setzt auf Bewährtes.

Der Karton kommt gut gesichert beim Kunden an. Darin befinden sich abgesehen vom Roboter eine kleine Ladestation ohne Kabelmanagement, außerdem zwei Ersatz-Seitenbürsten, Netzteil mit dünnem und daher gut aufrollbarem Kabel, Ersatzfilter für den Staubbehälter, mehrsprachiges Handbuch, Reinigungswerkzeug sowie Schnellstartanleitungen. Größter Unterschied zu vielen anderen Geräten am Markt: Der Spark 980 lässt sich auf Wunsch auch mittels der beigelegten Fernbedienung befehligen. Die dafür benötigten Batterien muss man dazukaufen.

Zum Start sollten Nutzer die Zigma-App aus Play- oder App Store herunterladen. Ein neues Konto ist schnell erstellt, zur Bestätigung sendet der Hersteller einen Bestätigungscode an die genannte Mail-Adresse, der in der App eingegeben werden muss. Anschließend kann es losgehen. Am einfachsten klappt das Einbinden des Roboters in die App nach dem Klick auf das kleine Plus-Symbol oben rechts, indem man mit der Kamera des Smartphones den QR-Code seitlich hinten auf dem Roboter einscannt. Nach dem in der App beschriebenen Initialisieren des WLAN-Suchvorgangs ist der Einbinde-Vorgang nach wenigen Augenblicken erledigt - einfacher geht es kaum.

Die App ist weitestgehend selbsterklärend. Eine kleine Überraschung erwartet den Nutzer allerdings schon auf der Startseite, auf der eingebundene Geräte und das Wetter der Gegend zu sehen ist. Das erinnert stark an Apps wie Tuya fürs Smart Home (Ratgeber) und als ob Zigma davon ausgeht, dass da in Zukunft noch einiges mehr kommt. Darauf weist auch der Reiter „Automatisierung“ am unteren Display-Rand hin. Hier lassen sich tatsächlich Automatisierungen einrichten. Mangels anderer verbundener Geräte klappte das im Test zwar nur mit dem Roboter selbst, aber hier gibt es tatsächlich Funktionen, die über die eines einfachen Zeitplans hinausgehen. So darf der Nutzer nicht nur ein Reinigungsintervall einstellen, sondern die Saugleistung anpassen und den Roboter zu bestimmten Zeiten abschalten oder zurück zur Ladestation schicken. Die teilweise etwas holprige Übersetzung ins Deutsche passt ebenfalls zum Vergleich mit der Tuya-App.

Ansonsten gibt es die typischen Einstellmöglichkeiten von der Stimme, mit der der durchaus mittteilsame Roboter kommuniziert, über das Einbinden von Sprachassistenten wie Amazon Alexa bis hin zu Saugleistung und Wassermenge beim Wischen. Nogo-Zonen und virtuelle Grenzen sind natürlich ebenfalls dabei. Was fehlt, ist eine automatische Saugkraftanhebung auf Teppich, der Nutzer kann die Saugleistung nur per Schieberegler manuell anpassen. Dafür gibt es eine andere lustige Spielerei: Jedes der diversen Sprachkommandos, die der Roboter beim Starten, bei niedrigem Akku oder einem andern der insgesamt 55 (!) mit Sprachbenachrichtigungen versehenen Events von sich gibt, darf der Nutzer selbst einsprechen. Wer sich also immer schon mal bei jeder Aufgabenstellung von seinem elektronischen Putzteufel anpöbeln lassen wollte, hat dazu mit dem Spark 980 die Möglichkeit…

Übrigens startet die App beim ersten Mal mit dem Hinweis auf 24 Monate Garantie und 30 Tage Rückgaberecht. Außerdem weist der Hersteller auf seinen Support per App hin, der nach Aussage vieler Nutzer freundlich und kompetent sein soll. Die schicke schwarze Fernbedienung der jüngeren Spark-Modelle erinnert bei Form, Farbe und Qualitätsanmutung mit ihren gummierten Tasten an die Steuerung eines Fire-TV-Sticks. Über sie lassen sich die wichtigsten Funktionen wie Start/Stopp, Rückkehr zur Ladestation, Einstellung der Saugleistung und sogar die manuelle Steuerung wie bei einem ferngesteuerten RC-Spielzeug (im Gegensatz zur App!) auch ohne Verbindung zum Smartphone nutzen.

An der Navigation gibt es nichts auszusetzen. Der Roboter zeigte sich im Test als ziemlich sanftmütig im Umgang mit Möbeln, rüpelhaftes Rempeln wie bei manchem Konkurrenten, wenn der Sauger sich mal in eine etwas engere Lage manövriert hat, gab es beim Spark 980 nicht. Dabei erreichte er trotzdem jede Ecke der Testwohnung und zog stoisch seine Bahnen. Er wirkt während der Arbeit stets besonnen und alles andere als hektisch. Ein großes Problem hat der Spark 980 allerdings: Er erkennt schwarzen Teppich als Abgrund. Bedeutet: Er befährt schwarze Quadrate zwar, aber fährt sich darauf fest. Leider ist das ein typisches Problem günstiger Saugroboter.

Mangels Teppicherkennung und entsprechender selbständiger Anhebung der Saugleistung bleibt der Zigma-Sauger gleichmäßig ruhig. Und mit ruhig meinen wir tatsächlich leise. Gerade einmal 60 Dezibel haben wir in der Voreinstellung (etwa 40 Prozent) der Saugleistung gemessen, das ist enorm leise. Selbst bei maximaler Saugkraft blieb die Anzeige unseres Messgerätes bei knapp unter 62 Dezibel stehen, damit gehört der Spark 980 zu den leisesten Saugern unserer bisherigen Tests. Haupt-„Lärm“quelle ist dabei nicht einmal wirklich der typische Saugmotor. Wären die Motoren für die Bewegung leiser, wäre der Zigma-Sauger wohl noch weniger zu hören.

So leise wie der Saugmotor ist, wundert es nicht, dass die angegebene Saugleistung nur bei 2500 pa liegt. Wichtiger als dieser nicht genormte Wert ist allerdings die tatsächliche Reinigungsleistung. Die kann dann letztendlich auch nicht mit teureren Modellen mithalten, ohne aber ganz aus dem Rahmen zu fallen. In unserem Testparcours fand der Roboter von 30 Gramm Vogelfutter und 20 Gramm feinem Vogelsand 23 Gramm und 14 Gramm wieder. Hauptproblem scheint dabei wegen der vergleichsweise geringen Saugleistung Teppichboden zu machen. Während Haare wegen der Hauptbürste aus gedrehten Gummilamellen und Borstenreihen darauf noch erstaunlich gut aufgenommen werden (sie sammeln sich dabei wie immer bei solchen Bürsten an den Borsten, die daher regelmäßig manuell gereinigt werden müssen), fehlt einfach die Kraft, Schmutz aus der Tiefe eines Teppichbodens aufzusaugen. Auf Hartboden gibt es solche Probleme nicht.

Hier kommt auch die Wischfunktion zum Einsatz, auf die wir aber wegen ihrer Einfachheit nur kurz eingehen. Highlight sind die Möglichkeit, die Wassermenge in der App bestimmen zu können und die Y-Funktion. Dabei fährt der Roboter immer nach rechts oder links vor, setzt zurück und setzt die gleiche Bewegung in die andere Richtung fort. So entsteht eine leichte Schrubb-Bewegung – letztendlich ist das aber nur Staubwischen ohne echte Fleckenentfernung.

Der Schmutzbehälter verfügt über einen Staubfilter und eine Rückhalteklappe, damit Schmutz nicht beim Transport zum Mülleimer herausfällt. Der Behälter hat ein Volumen von 0,6 Liter und muss mit etwas Kraft geöffnet werden. Beim Entleeren sind zwar einige Kunststoffnasen im Weg, aber insgesamt klappt das zielgerichtet und einfach.

Der Akku machte im Test keinen überzeugenden Eindruck. Gefühlt gilt hier die Regelung bei etwa 40 Prozent Saugleistung: 1qm -> 1 min -> 1%. Da der Roboter schon bei knapp über 20 Prozent die Arbeit einstellt und zur Ladestation zurückfährt, schafft der Sauger also in einem Arbeitsgang weniger als 80 Quadratmeter. Auch wenn der Bot die Arbeit nach dem Laden an der letzten Stelle wieder fortsetzt, würden wir ihn eher für mittelgroße Wohnungen empfehlen - denn der Ladevorgang dauert etliche Stunden.

Der Zigma Spark 980 wird zum Testzeitpunkt für knapp über 310 Euro angeboten, er ist ausschließlich in Schwarz zu bekommen.

Der Zigma Spark 980 ist schon etwas länger auf dem Markt. Wer sich Kommentare von Nutzern im Laufe der Zeit anschaut, stellt fest, dass es sich bei dem Bot um ein typisches Bannanenprodukt handelt: reift beim Kunden. Tatsächlich wurden viele der anfänglichen Fehler und Unzulänglichkeiten durch Firmware-Updates beseitigt, sodass jetzt ein gutes Produkt für vergleichsweise wenig Geld zum Käufer kommt. Klar: Das Design könnte etwas frischer sein, die App ist nicht perfekt übersetzt und die Saugleistung eher Mittelmaß. Dafür punktet das Modell mit sehr guter Navigation, vielen Funktionen und eben dem niedrigen Preis.

Falsch macht man daher mit dem Spark 980 nichts. Aber reicht das für einen gelungenen Markteinstieg? Jein – ein Dreame D9 (Testbericht) ist nach wie vor mindestens genauso gut und fast 100 Euro billiger und es gibt für um 300 Euro einfach viel zu viel Konkurrenz. Wer nach einem guten Saugroboter sucht, sollte sich unbedingt unsere Top 10 der besten Saugroboter anschauen.

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