Zaco V6 im Test: Günstiger Wisch- und Saugroboter für Allergiker

Zaco V6
Pro und Contra
  • Staubbeutel statt Staubbehälter möglich
  • viel Lieferumfang
  • nur Gyro-Navigation
  • Saugleistung mittelmäßig
  • 4.0

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Zaco preist den günstigen Saugroboter V6 als „einen für alle Felle“ an – obwohl er ohne Hauptbürste kommt. Dafür kann er auf Wunsch einen Staubbeutel statt des mitgelieferten Behälters verwenden. Wirklich die perfekte Lösung für Haustierbesitzer und Allergiker?

Saugroboter sind klasse, sie erleichtern die Hausarbeit bei richtiger Verwendung enorm. Aber sie sind meist ziemlich teuer und als Allergiker und/oder Haustierbesitzer sind sie bisweilen unzureichend. Genau hier will das deutsche Unternehmen Robovox mit dem Zaco V6 ansetzen. Der Hersteller verpasst dem Modell die Möglichkeit, wahlweise den typischen Schmutzbehälter oder einen Staubbeutel einzusetzen. Letzteres dürfte vor allem Allergikern zugutekommen. Außerdem verspricht das Unternehmen, dass der Sauger gerade wegen der fehlenden Hauptbürste besonders gut geeignet sein soll für Tierhaare – auch auf Teppich. Die Argumentation: Ohne herkömmliche Hauptbürste mit den typischen Borsten können daran auch keine Tierhaare hängen bleiben. Diese Argumentation ist einerseits nicht von der Hand zu weisen, andererseits nicht wirklich schlüssig – wir wollten daher im Test wissen, wie sich der günstige Sauger im Alltag schlägt.

Ganz schick ist er, der Zaco V6, denn er ist zierlich und mangels Laserturm sehr flach (unter 8 Zentimeter hoch). Obendrein wirkt die Oberseite mit der Optik von gebürstetem Aluminium recht hübsch, auch wenn tatsächlich nur Kunststoff zum Einsatz kommt. Die Farbgebung in Passion Rose, also dezentem Rosa, ist zudem eher selten bei Haushaltsgeräten, sammelt in unseren Augen aber Pluspunkte. Es muss eben nicht immer Schwarz oder Weiß sein. Zum einfachen, schnörkellosen Design passt das berührungsempfindliche Sensorfeld anstelle eines mechanischen Bedienknopfes vorn auf der Oberseite, der Teil dahinter lässt sich wie bei den meisten Modellen aufklappen. Darunter verbirgt sich der ab Werk eingesetzte Schmutzbehälter mit ordentlichen 600 ml, außerdem ein Schiebeschalter zum Ein- und Ausschalten sowie Reinigungswerkzeug.

Zwei Seitenbürsten sollen in Betrieb Schmutz aus Ecken und von Rändern unter den Sauger schieben. Dort fehlt wie bereits angedeutet die typische Hauptbürste, stattdessen ragen seitlich und hinter der Saugöffnung Gummilippen bis zum Boden, um keinen Schmutz übrigzulassen. Drei Absturzsensoren sollen genau das verhindern: Abstürze von Treppen oder anderen Vorsprüngen.

Beim Lieferumfang punktet der Zaco V6. Während gerade teure Saugroboter immer weniger Ausstattung mitbringen, packt der Hersteller mit Sitz in Gelsenkirchen zusätzlich zu Roboter und Ladestation (ohne Kabelmanagement) zwei Saugbeutel, zwei zusätzliche Seitenbürsten, einen Ersatzfilter, eine Fernbedienung, ein zusätzliches Wischtuch und einen „Invisible Wall Sensor“ in den Lieferkarton. Ein mehrsprachiges, recht dickes Handbuch in Papierform gibt es ebenfalls.

Ja, es gibt eine App. Die Verbindung damit funktionierte schnell und problemlos, dafür muss man nur den Anweisungen auf dem Smartphone-Display folgen und einmal manuell das richtige WLAN-Netzwerk des Saugers anwählen. Anschließend gibt es hier aber nur rudimentäre Informationen und Angaben zum Roboter. Da der nicht über Laser-Navigation verfügt, sieht man auf dem Bildschirm keine Karte der Reinigungsfläche, sondern nur gähnende Schwärze. Eine Karte wird zwar beim Saugvorgang immer wieder neu erstellt, fällt aber sehr rudimentär aus. Sie setzt sich aus kleinen Quadraten Stück für Stück zusammen, die vermutlich Ausschnitte von etwa 10x10 oder 20x20 Zentimeter darstellen sollen. Das erinnert eher an Pixel-Art, als eine typische Karte, wie sie Laser-Saugroboter erstellen.

Als Direktzugriffe gibt es die Befehle für Aufladen (zurück zur Ladestation), Start/Stopp und eine virtuelle Fernbedienung. Am oberen Rand wird die Reinigungsdauer und -fläche angezeigt, ein einfaches Symbol zeigt grob die verbleibende Akkuleistung an. Über das Hamburger-Menü (drei waagerechte Striche) oben rechts lassen sich außerdem Reinigungspläne einrichten, findet ein Reinigungsprotokoll und sieht den Wartungsstand des Roboters. Zudem darf der Nutzer hier die Saugleistung per Schieberegler in Prozent einstellen und die Wasserzufuhr beim Wischen in drei Stufen regeln. Das war es im Wesentlichen. Da der Roboter nicht sprechen, sondern nur wie ein Gameboy piepsen kann, entfallen selbst Spracheinstellungen. Die Einbindung in Amazons Alexa und Google Assistant erfolgt über die Apps der beiden Anbieter.

Zwischen einfacher „Anstups-Navigation“ als unterster Orientierungsart für Saugroboter und gehobener Kamera- und vor allem Laser-Navigation liegt die Navigation per Gyro. Der Roboter erkennt dabei in erster Linie anhand von Raddrehungen und zurückgelegter Strecke seine Position, während Nahbereichssensoren dafür sorgen, dass er den ungefähren Standort von Hindernissen herausfindet. Was ungenau klingt, ist es auch. Gerade in freien Räumen mit einfachem Grundriss reicht das grundsätzlich aus, in einer mehr oder weniger voll gestellten Wohnung mit zahlreichen Räumen und verwinkelten Arealen kommt diese Art der Navigation aber schnell an ihre Grenzen. Der Zaco V6 ist da keine Ausnahme.

Dabei ist die generelle Navigation ordentlich. Bei Kontakt mit Möbelstücken setzt der Roboter zurück und probiert einen anderen Weg. Zu ruppig ist der Roboter dabei nicht, er fährt insgesamt eher gemächlich und daher mit niedriger Geschwindigkeit vor Hindernisse. Gerade bei vielen Störfaktoren wirkt der einfache Roboter aber schnell etwas konfus und orientierungslos. Bei freier Strecke fährt er hingegen gerade Bahnen. Leichte Schwierigkeiten hatte er bei Teppichen. Ränder mit viel mehr als 1,5 Zentimeter Höhe wollte er nicht zuverlässig überfahren, sondern prallte mit dem Frontbumper dagegen und drehte ab. Mit befestigtem Wischtuch ist das durchaus von Vorteil.

Die reine Saugleistung gibt Zaco mit 2000 Pa an. Abgesehen davon, dass die Pascal-Angabe wenig aussagekräftig ist, sind 2000 Pa bei aktuellen Saugern auch nicht übermäßig viel. Dass der Hersteller dann auch noch von der Saugleitung auf Teppich überzeugt zu sein scheint, wundert uns dann doch. Tatsächlich erreichte er auf Hartboden ein ausreichendes Saugergebnis, allerdings sollte selbst dafür die Saugleistung manuell in der App angehoben werden. Eine automatische Anhebung auf Teppich gibt es nicht. Erhöht der Nutzer die Saugkraft, wird aus dem knapp unter 60 Dezibel leisen Sauger schnell ein deutlich hörbares Modell, das bei uns bis zu 71 Dezibel im Test erreichte. Das will man nicht dauerhaft hören, wobei der Akku dem in jedem Fall nach überschaubarer Zeit ein Ende bereitet. Von den versprochenen 90 Minuten Saugdauer erreicht er dann weniger als 30 Minuten – diese Reduzierung bei stärkerer Saugleistung ist normal, Nutzer sollten das aber im Hinterkopf haben.

Auf Teppich überzeugte der Zaco V6 in unserem Testparcours nicht. Zwar saugte er von 30 Gramm Sittichfutter und 20 Gramm feinem Vogelsand immerhin 20 und 8 Gramm auf, den Großteil davon aber auf Hartboden und sehr niedrigflorigem Teppich. Der Rest blieb in mittelfloriger Auslegeware weitestgehend unangetastet – kein Wunder ohne Hauptbürste. Zum Vergleich: Ein deutlich teurerer Spitzen-Saugroboter wie der Roborock S7+ (Testbericht) saugte unter gleichen Bedingungen 27 und 13 Gramm auf, der Nachfolger Roborock S7 MaxV (Testbericht) sogar 29 und 15 Gramm. Eine Hauptbürste ist einfach nicht zu ersetzen. Die Argumentation des Herstellers, Tierhaare würden an Borstenbürsten hängen bleiben, ist zwar richtig, auch hier zeigt aber Roborock, wie man die Reinigungsleistung ohne Hängenbleiben und anschließende manuelle Reinigung besser hinbekommt: mit Hauptbürsten aus Gummi.

Es wurde bereits angedeutet: Die Akkuleistung ist wie auch die Gyroskop-Navigation ebenfalls eher für kleinere, einfache Flächen ausgelegt. Denn je schwieriger die Umgebung, desto länger verweilt der Saugroboter im gleichen Bereich, desto länger benötigt er für die komplette Reinigung. In unserem Test schaffte der Zaco V6 etwa mit einer Akkuleistung nur rund 60 Quadratmeter, weil er des Öfteren recht wirr umhernavigierte und Bereiche doppelt befuhr. Das passiert bei Laser-Navigation nicht.

Immerhin reinigt der Sauger nach erfolgreichem Ladevorgang an zuletzt gereinigter Position weiter – sofern er die Ladestation findet. Das dauerte im Test meist recht lang und klappte nicht immer. Grund dafür dürfte ebenfalls die unsichere Navigation sein: Bleibt der Sauger zwischendurch irgendwo hängen und die Räder drehen ohne Fortbewegung durch, weiß der Bot einfach nicht mehr zuverlässig, wo er gerade ist. Dann irrt er auf der Suche nach der Station recht hilflos umher, bis er mehr oder weniger durch Zufall in die Nähe kommt, und von ihr sicher per Signal zum Andocken geleitet werden kann. Das ist ein generelles Problem bei dieser Art der Orientierung und liegt nicht allein am Zaco V6.

Drei Anmerkungen: Der „Invisible Wall Sensor“ ist (Achtung Scherz) keinesfalls – wie man fälschlich vermuten könnte – unsichtbar, sondern er baut eine unsichtbare „Wand“ auf, die der Sauger nicht passiert. Was Laser-basierte Roboter einfach per Fingerwisch in der App akzeptieren, verlangt vom Nutzer des V6 das Aufstellen des kleinen schwarzen Kastens, für den die passenden Batterien wie für die praktische Fernbedienung im Lieferumfang enthalten sind. Die unsichtbare Wand ist maximal 2,5 Meter lang. Außerdem kann der Zaco V6 rudimentär wischen. Für Allergiker ist das durchaus sinnvoll, eine echte Reinigungsfunktion sollte man von diesem Staubwischen aber nicht erwarten. Die bei Zaco generelle Garantie von 3 Jahren konnte bis Mitte April bei Direktkauf beim Hersteller kostenlos auf 5 Jahre erweitert werden, obendrein gibt es dann 8 statt 2 Staubbeutel dazu.

Der Zaco kostet knapp 230 Euro in der UVP, eine andere Farbe als das Rosengold gibt es nicht.

Für 230 Euro macht man bei persönlichem Anwendungsfall eigentlich nichts falsch mit dem Zaco V6, sofern man nicht zu viel erwartet. Denn er ermöglicht als einer von ganz wenigen Saugrobotern, den Schmutz gleich in einen Beutel zu saugen. Das ist zusammen mit der einfachen Wischfunktion für Allergiker ein Segen. Zu groß oder verwinkelt sollte die eigene Wohnung aber auch dann nicht sein und am besten vorwiegend Hartboden aufweisen.

Alle anderen sollten bei Interesse warten, bis das Modell mindestens 50 Euro günstiger geworden ist. Denn für ebenfalls 230 Euro bekommt man den wesentlich besseren Dreame D9 (Testbericht) mit Laser, der den V6 sowohl bei Navigation als auch bei der schieren Reinigungsleistung deutlich abhängt. Hinzu kommt die wesentlich komfortablere Steuerung mittels der viel umfangreicheren App – da kann man niemandem (außer eben Allergikern) den V6 ruhigen Gewissens empfehlen, auch wenn der nicht grundsätzlich ein schlechter Saugroboter ist.

Weitere einwandfreie Modell haben wir in unserer Top 10 der besten Saugroboter zusammengefasst. Generelle Hilfestellung beim Kauf des richtigen Saugroboters geben wir in unserem Artikel 7 Tipps für den richtigen Kauf.

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