YotaPhone im Kurz-Test: Dual-Screen-Phone mit Android

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Der russische Hersteller Yota hat am 4. Dezember 2013 sein erstes Smartphone, das YotaPhone , vorgestellt. Es handelt sich dabei um ein Mobiltelefon mit zwei Displays. Neben einem "normalen", 4,3 Zoll großen LC-Display ist im YotaPhone auf der Rückseite eine E-Ink-Anzeige verbaut. Diese lässt sich mit verschiedenen, meist statischen Inhalten bestücken, die sich bei Bedarf automatisch aktualisieren. Der Vorteil eines E-Ink- bzw. E-Paper-Displays ist der geringe Energiebedarf. Denn ein solcher Bildschirm verbraucht immer nur dann Storm, wenn sich der Inhalt ändert. Das reine Anzeigen des Bildes braucht hingegen keinen Strom.

Wir haben uns das YotaPhone bereits ansehen und einen ersten Eindruck gewinnen können.

Das Smartphone besteht hauptsächlich aus Polycarbonat und ist derzeit nur in Schwarz erhältlich. Der Hersteller möchte aber auch in absehbarer Zeit eine weiße Version auf den Markt bringen. Der Kunststoff fühlt sich wertig an.

Die Front ist fast vollständig von einer Glasscheibe bedeckt. Yota Devices verbaut Gorilla Glass 3, was als vergleichsweise bruch- und kratzfest gilt. Die Rückseite mit dem E-Ink-Bildschirm ist leicht gebogen und ebenfalls vollständig von Gorilla Glass 3 abgedeckt. Während die komplette Vorderseite berührungsempfindlich ist, hat die Rückseite nur unterhalb der E-Paper-Anzeige einen Touch-Bereich, der für die Navigation des Geräts zuständig ist. Die sonst für Android-Devices üblichen Tasten für Zurück, Home und Task-Switcher fehlen beim YotaPhone – sie werden durch Wischbewegungen ersetzt. In unseren ersten Tests stellte sich dies als durchaus gewöhnungsbedürftig heraus.

Im direkten Vergleich, beispielsweise mit dem HTC One , wirkt das YotaPhone fast ein bisschen alt. Dafür ist der dicke Rahmen rund um das Display verantwortlich. Während das One mit seinen 4,7 Zoll einen deutlich größeren Screen als das YotaPhone hat, sind die Gehäuse beinahe gleich groß.

Um eines vorweg zu nehmen: Passend zum Preis von 499 Euro siedelt sich die Hardware des YotaPhone in der gehobenen Mittelklasse an. Das gilt auch für die Anzeige. Sie misst 4,3 Zoll in der Diagonalen und löst 1280 × 720 Pixel auf. Selbst wenn das YotaPhone damit auf dem Papier nicht an die Top-Smartphones herankommt, sieht die Darstellung scharf aus. Die Farben wirkten in unserem ersten Hands-On allerdings nicht so knackig.

Im Gegensatz zum LC-Display der Vorderseite zeigt das EPD (Electronic Paper Display) keine Farbe an, sondern nur 16 Graustufen. Die Auflösung beträgt 640 × 360 Pixel. Kontrastreiche Bilder mit vielen harten Kanten sehen auf dem Schwarz-Weiß-Display durchaus gut aus, bei Motiven mit vielen weichen Farbverläufen leidet die Darstellung jedoch.

Die Steuerung des YotaPhones ist gewöhnungsbedürftig. Das soll nicht heißen, sie wäre schlecht – vielmehr muss man sich umgewöhnen. Yota hat bei seinem ersten Smartphone nämlich auf die bekannten (und bewährten) Tasten für Zurück , Home und Menü respektive Task Switcher verzichtet. Stattdessen wischt der Nutzer im berührungsempfindlichen Bereich unterhalb des Displays für Home von links nach rechts, für Zurück von rechts nach links. Ein doppelter Fingertipp auf die Fläche öffnet den Task-Switcher. Hält man dagegen einen Finger auf dem Bereich, öffnet sich Google Now.

Die Steuerung der Rückseite funktioniert ähnlich, nur dass hier ausschließlich der Bereich unterhalb der Anzeige berührungsempfindlich ist. Ein Wisch von links nach rechts dient zum Entsperren beziehungsweise bewegt den Cursor um eine Position nach unten. In umgekehrter Wischrichtung geht es entsprechend nach oben.

Leider funktioniert die Steuerung auf der Rückseite des Smartphones nur so lala. Es passiert nicht selten, dass Wisch-Befehle komplett ungehört bleiben. Manchmal springt der Cursor dagegen gleich zwei Positionen nach vorne. Das nervt – und zwar nicht zu knapp. Wir gehen aber davon aus, dass sich dieses Problem mit ein wenig Übung beheben lässt. Oder mit einem Software-Update, das die Empfindlichkeit anpasst.

Als Betriebssystem kommt Android 4.2.2 Jelly Bean zum Einsatz. Die aktuelle Android-Version liegt bereits bei 4.4, was das OS irgendwie etwas alt aussehen lässt. Faktisch bedeutet das zwar kaum Abstriche bei den Funktionen. Trotzdem sollte man sich vor dem Kauf bewusst machen, dass auf dem YotaPhone nicht gerade immer die aktuellsten Android-Versionen erwarten darf. Schließlich hat Yota eine Menge an Android gearbeitet und angepasst – und das kostet Zeit bei den Updates.

Die getroffenen Anpassungen sind selbstverständlich vor allem für das E-Paper-Display wichtig. Ziel des zweiten Bildschirms ist es, wichtige Informationen möglichst stromsparend und gleichzeitig permanent zur Verfügung zu stellen. Zum Befüllen des EPD mit individuellen Inhalten bietet Yota aktuell sechs Applikationen an. Für Menschen, die etwas lernen möchten, gibt es eine App, die an die guten, alten Karteikarten erinnert. Alternativ gibt es aber auch die Möglichkeit, ein schickes Hintergrundbild und verschiedene Widgets wie Uhr, Wetter oder Nachrichten einzurichten. Oder aber auch einfach den Kalender mit den anstehenden Terminen. Social-Media- und RSS-Fans bekommen auf dem Bildschirm Facebook- oder Twitter-Status-Updates sowie die Neuigkeiten aus ihren RSS-Feed präsentiert. Sobald Neuigkeiten vorhanden sind, aktualisiert sich die Anzeige automatisch. Dabei benötigt das Telefon für die Anzeige nur einmal beim Wechseln des Inhalts Energie.

Und für alles andere, für das die App noch fehlt: Wischt man mit zwei Fingern von ganz oben nach ganz unten, fängt das YotaPhone einen Screenshot ein und zeigt diesen dann auf der Rückseite des Telefons an – das ist beispielsweise praktisch für Bordkarten, Busfahrpläne, Wegbeschreibungen oder Kochrezepte.

Der Mittelklasse-Eindruck verstärkt sich beim Blick auf die Innereien. Als Prozessor ist ein 1,7-GHz-Dual-Core-Prozessor von Qualcomm verbaut. Außerdem gibt es 2 GByte RAM und einen 32 GByte großen Flash-Speicher. Ein microSD-Slot ist nicht an Bord des 146 Gramm schweren Smartphones.

Außerdem hat der Hersteller eine 1-Megapixel-Frontkamera sowie eine 12-Megapixel-Hauptkamera verbaut. Kommuniziert wird wahlweise via LTE, WLAN nach 802.11 a, b, g und n sowie Bluetooth 4.0. Die genauen Frequenzen findet Ihr auch im Datenblatt.

Die Batterie des Geräts könnte eventuell eine Schwachstelle des YotaPhones sein. Sie ist nur 1800 mAh stark und damit nicht gerade übermotorisiert. Da die Anzeige des E-Ink-Displays aber nur wenig Strom frisst und man wichtige beziehungsweise oft verwendete Applikationen dorthin auslagern kann, könnte sich unsere Sorge eventuell als unbegründet herausstellen.

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Betrachtete man alleine die Hardware, dann wäre das YotaPhone im besten Falle ein Mittelklasse-Handy. Mit seinem E-Ink-Screen ist der Bolide aber Smartphone, E-Book- und RSS-Reader in einem – und damit eine neue Geräteklasse. Damit ist der russischen Hardware-Schmiede das gelungen, wonach andere Hersteller gerade krampfhaft suchen: Gute Ideen – und eine durchdachte Umsetzung. Und das zu einem durchaus wettbewerbsfähigen Preis von 499 Euro.

Nun haben wir das YotaPhone noch nicht im täglichen Leben einsetzen können, und uns bleibt soweit nur die Mutmaßung, wie praktisch das Gerät im Alltag sein könnte. Wenn man aber bereits ein E-Ink-Display, etwa das Kindle von Amazon, im täglichen Gebrauch hatte, weiß man um die vielen Vorzüge des elektronischen Papiers. Es ist nicht nur extrem stromsparend, sondern Texte lassen sich im Freien und in der Sonne auch sehr viel besser lesen. Die Kombination aus Telefon, E-Paper-Display und den vielen Möglichkeiten der Individualisierung überzeugen.

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