TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Yeedi Vac Max
Pro und Contra
  • sehr gute Reinigungsleistung
  • gute Navigation ohne Laser
  • optionale Absaugstation
  • App friert regelmäßig ein
  • 4.5

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Universelle USB-C Docking Stationen ab 30 Euro: Bequem Monitore & Co anschließen

Überflüssig oder genial: Kuriose China-Gadgets unter 30 Euro

Wann die Apple Watch 7 günstiger wird und was die Alternativen ab 180 Euro taugen

Monitore ab 129 Euro: Darum sollte jeder Monitor USB-C haben

Der Yedii Vac Max sieht aus wie sein Vorgänger, bietet aber unter der Haube etwas mehr. Neu ist vor allem die automatische Absaugstation, die ihn noch unabhängiger von menschlicher Aufsicht macht.

In Europa war der Yeedi 2 Hybrid (Testbericht) das Erstlingswerk des bis dato hierzulande unbekannten Herstellers – und überzeugte prompt, obwohl das Modell ohne Lasernavigation klarkommen muss. Jetzt hat das Unternehmen den Nachfolger auf den Markt gebracht, den Yeedi Vac Max. Der wirkt auf den ersten Blick wie der Vorgänger, neu scheint nur die Absaugstation zu sein, die optional dazu- oder um Bundle gekauft werden kann. Tatsächlich gibt es aber noch mehr Unterschiede und in einigen Bereichen hat der Hersteller genau an den richtigen Stellen nachgebessert.

Weiß, rund, große Kamera im vorderen Bereich, Deckel zum Hochklappen im hinteren Bereich und insgesamt nicht einmal 8 Zentimeter hoch – was wie der Vorgänger Yedi 2 Hybrid (Testbericht) klingt, beschreibt genauso den neuen Yeedi Vac Max. Denn bis auf wenige Details ähneln sich die Roboter wie eineiige Zwillinge. Optischer Hauptunterschied: Der Vorgänger hatte zwei Seitenbürsten, der Vac Max nur noch eine vorne rechts. Der Rest ist gleich: Unter dem Deckel befindet sich der Staubbehälter, der Power-Schalter (hat längst nicht mehr jeder Roboter) und der Reset-Knopf. Das Gerät wirkt ausreichend robust und hochwertig.

Neu ist die Absaugstation. Im Vergleich zur Konkurrenz ist sie zwar ähnlich hoch, allerdings deutlich schmaler. Außerdem besteht sie aus drei Teilen, was den Transport, etwa für den Versand, erleichtert: breite Bodenplatte, davor optional angebrachter Feuchtigkeitsschutz und der eigentliche Absaugteil. Alles wird ganz einfach zusammengesteckt und wirkt ausreichend stabil. Schick ist die Station auch noch. In passend zum Roboter weiß gefertigtem Kunststoff wirkt sie zusammen mit den vergleichsweise zierlichen Ausmaßen beinahe luftig, auf jeden Fall aber ausreichend schick, um nicht als Störfaktor in der Wohnung empfunden zu werden. Kabelmanagement gibt es ebenfalls, daher lässt sich überschüssiges Stromkabel recht einfach auf der Rückseite der Station aufwickeln.

Die Einrichtung des Yeedi Vac Max ist ein Kinderspiel. In der Yeedi-App nach Erstellung des kostenlosen Accounts auf das Plus-Zeichen zum Hinzufügen eines neuen Gerätes klicken und dann einfach den Anweisungen der App folgen. Die enthalten Schritte wie das Einschalten, Reset-Knopf drücken, QR-Code auf dem Display des Smartphones vor die Kamera des Roboters halten – fertig. Dass andere Hersteller daraus heute immer noch eine Wissenschaft machen, ist im Jahr 2021 eigentlich ein Unding.

Die App selbst ist weitestgehend ebenfalls unkompliziert. Auf der Startseite gibt es Schnellzugriffe, etwa, wenn es einfach nur eine Komplettreinigung sein soll. Ansonsten muss man eine Menüebene tiefer vordringen. Dort findet man (nach der ersten Reinigung) die Kartenansicht der Reinigungsfläche samt Raumunterteilung, kann virtuelle Grenzen oder No-Go-Areas einrichten und einiges mehr, das man bereits von der Konkurrenz kennt. Erstmals gehört dazu auch eine automatische Anhebung der Saugkraft auf Teppichboden, die im Test sehr schnell reagierte. Eigentlich sollte man für Eingriffe in die Karte drei volle Reinigungsdurchgänge abwarten, in denen der Roboter sie weiter verfeinert, aber auch nach dem ersten Durchgang ist sie schon erstaunlich gut – für ein Modell ohne Lasernavigation. Im Detail liegt Laser immer noch vorn. Denn während dort jedes Hindernis Pixel-genau auf dem Smartphone-Display verzeichnet wird, verwendet das Yeedi-Modell größere Quadrate für die grafische Darstellung.

Größter Störfaktor bei der App: Sie fror im Test immer wieder ein, sodass eine Live-Verfolgung des Reinigungsfortschritts quasi unmöglich ist. Das ist uns auch schon bei der Yeedi Mop Station (Testbericht) aufgefallen.

Das merkt man im direkten Vergleich auch bei der Navigation, die insgesamt zwar gut und souverän wirkt, bei näherer Betrachtung aber nicht ganz an Laser-Navigation herankommt. So kommt der Roboter etwa bisweilen von seinen ansonsten geraden Bahnen ab, wenn ein Rad auf Teppich und das andere auf Hartboden gerät. Dann benötigt der Sauger einige Sekunden, um wieder auf seine eigentliche Bahn zurückzufinden. Außerdem fährt der Yeedi Vac Max nicht wie Laser-navigierte Modelle erst einmal die Ränder eines Raumes ab, sondern sofort Bahnen. Im Laufe der Reinigung wirkt der Roboter dann immer etwas weniger so, als wenn er tatsächlich wüsste, wo genau er sich gerade befindet. Außerdem verpasst der Sauger so die Chance einer einheitlichen Randreinigung. Unterm Strich zählt aber das Gesamtergebnis und das ist auch beim Punkt Navigation gut. Festgefahren hat sich der Sauger nämlich selbst bei schwieriger Umgebung im Test nicht – das kann man längst nicht von allen Saugern in unseren Tests sagen. Überraschend möbelschonend ist er auch, Auffahren geschieht normalerweise höchstens mit reduzierter Geschwindigkeit, häufig auch gar nicht.

Eine Sache ist uns aber sehr negativ aufgefallen: Beim ersten Versuch war der Akku des Saugers nicht voll geladen, entsprechend war ein voller Reinigungsvorgang nicht ohne Unterbrechung machbar. Statt eines direkten Wegs zur Ladestation hangelte sich der Sauger stattdessen mühsam immer an Wänden entlang gegen den Uhrzeigersinn bis in die Nähe der Ladeststation – um sich dort wieder orientierungslos zu entfernen. Wir unterbanden das kurzerhand, indem wir den Roboter kurzerhand wieder in die Absaugstation brachten. Dort erfolgte eine Absaugung und anschließend wurde die bis dato bekannte Karte berechnet. Die Probleme dürften letztlich aus einer Falschnutzung, nämlich Saugen ohne vollen Akku in Kombination mit (noch) fehlender Karte, entstanden sein und wiederholten sich später nicht.

Bei der Saugleistung gibt es in erster Linie positives zu berichten. Wo schon der Vorgänger Yeedi 2 Hybrid (Testbericht) sehr gut abschnitt, punktet auch der Yeedi Vac Max. Seine Saugkraft soll von 2500 Pascal auf 3000 Pascal gestiegen sein. Im Test-Parcours konnte der Sauger von 20 Gramm Vogelsand und 30 Gramm Sittichfutter gute 16 Gramm Sand und 26 Gramm Futter aufnehmen, das ist ein sehr gutes Ergebnis. Zum Vergleich: Der Vorgänger schaffte 15 und 25 Gramm. Anschließend lässt sich der Schmutz leicht und zielgerichtet entleeren. Störende Nasen oder Überhänge im Behälter, die Schmutz zurückhalten könnten, gibt es nicht. Normalerweise wird man damit aber ohnehin nicht in Berührung kommen, zumindest nicht, wenn man die autonome Absaugstation besitzt. Denn die sorgt dafür, dass aus dem regelmäßigen Entleeren des Staubbehälters des Roboters ein monatliches Entleeren wird – in Abhängigkeit des Verschmutzungsgrades des Reinigungsbereichs natürlich.

Wenn der Roboter in die Station zum Laden fährt, erfolgt automatisch die Absaugung. Die dauert einige Sekunden und ist im Vergleich zu manch Konkurrenzprodukt erträglich leise. Dennoch saugt die Station den Schmutz restlos aus dem Behälter des Bots. Der landet in einem Beutel, der unter der Abdeckung oben an der Station erreicht werden kann. Einer war bei unserem Testmodell eingelegt, einer lag zusätzlich bei. Der Akku des Saugers reicht übrigens gut für rund 140 Quadratmeter abzüglich Möbel und sonstige, für den Sauger nicht zugängliche Stellen. Größer geht’s auch, dann braucht der Yeedi Vac Max lediglich eine Ladepause.

Wischen kann der Saugroboter übrigens ebenfalls, allerdings ist diese Funktionalität wie bei den meisten Hybrid-Modellen eher rudimentär ausgeprägt. So lässt sich zwar die Wassermenge bestimmen, die in das beiliegende Wischtuch abgegeben werden soll, allerdings zieht der Sauger selbiges anschließend stumpf durch den kompletten Reinigungsbereich. Porentief rein geht anders.

Yeedi verlangt für den Sauger aktuell knapp 350 Euro, das sind 50 Euro weniger als für den sehr ähnlichen Yeedi 2 Hybrid. Mit der Absaugstation zusammen fallen 500 Euro an, dieses Angebot ist aber kaum zu bekommen. Der Yeedi 2 Hybrid ist nicht zu der Absaugstation kompatibel.

Gute Navigation, sehr gute Saugleistung, schickes Design und eine Absaugstation: Das alles macht den Yeedi Vac Max zu einem ziemlich guten Saugroboter. Wer einen Yeedi 2 Hybrid (Testbericht) besitzt, muss sicherlich nicht upgraden – es sei denn, er will unbedingt die Absaugstation. Wer hingegen einen alten Saugroboter ersetzen will, macht mit dem Yeedi Vac Max nichts falsch.

Dennoch gibt es günstigere Modelle. Da wäre etwa unser Preis-Leistungs-Sieger Xiaomi Dreame D9 (Testbericht) oder der Lenovo T1 Pro (Testbericht) mit Absaugstation. Besser navigieren, saugen und wischen kann der Roborock S7 (Testbericht), vor allem ist hier auch die App besser. Das kostet dann aber auch entsprechend, besonders mit Absaugstation.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.