Yeedi Vac 2 Pro im Test: Saugroboter mit guter Wischfunktion und Objekterkennung

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Pro und Contra
  • tolle Wischfunktion
  • 3D-Objekterkennung
  • gute Reinigungsleistung
  • Kameranavigation kommt nicht an Laser-Genauigkeit ran
  • 4.0

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Yeedi baut günstige sowie gute Saug- und Wischroboter. Jetzt kommt mit dem neuen Vac 2 Pro sogar 3D-Objekterkennung dazu – für unter 500 Euro. Wir haben im Test überprüft, ob es einen Haken gibt.

Update: Mittlerweile wurde das Problem mit der Navigation und daraus resultierend auch mit der Akkulaufzeit gelöst. Wir haben die entsprechenden Punkte im Test angepasst und auch die Wertung angehoben.

Der asiatische Hersteller Yeedi bringt seit Monaten immer wieder gute und überraschend günstige Saugroboter auf den Markt. Dazu gehört sogar ein dedizierten Wischroboter mit Selbstreinigungsfunktion, die Mop Station (Testbericht). Größtes Manko war in der Vergangenheit die Navigation per Kamera statt Laser. Die war zwar für eine Kameranavigation noch ordentlich, aber weit unzulänglicher, als per Laser. Das könnte sich mit dem Yeedi Vac 2 Pro ändern, denn hier kombiniert der Hersteller die typische Kamera oben mit einer weiteren Kamera samt Kreuzlaser vorn zur Objekterkennung. Die könnte der Roboter ja auch zur besseren Orientierung nutzen – oder?

Beim Design gibt es kaum Unterschiede zu den anderen Yeedi-Modellen – so geht Corporate Identity. Der Hersteller setzt weiterhin auf ein rundes Design in Weiß mit einer Seitenbürste vorne rechts. Ober prangt die bereits erwähnte Kamera für die grundsätzliche Navigation, daneben der einzige Bedienknopf. Der erfüllt mehrere Funktionen in Abhängigkeit von der Druckdauer. Ein kurzer Druck etwa startet und beendet die Reinigung, ein langer sorgt für die Rückfahrt zur Ladestation. Die Oberseite lässt sich wieder aufklappen, darunter befinden sich der Staubbehälter aus Kunststoff, der mechanische Ein/Aus-Knopf und ein Reinigungswerkzeug.

Unten installiert Yeedi wie gewohnt eine schwimmend gelagerte Hauptbürste, sie besteht aus Gummilippen und Borstenreihen. Damit ist der Vac 2 pro für Tierhaare prädestiniert, allerdings müssen Nutzer diese regelmäßig von den Borsten entfernen. Sensoren sorgen dafür, dass der Saugroboter nicht an Treppen abstürzt und Teppich erkennt. An den Seiten befinden sich Nahbereichssensoren. Neu ist die Frontgestaltung. Hier gibt es jetzt keinen durchgehenden schwarzen „Visor“ wie etwa noch beim Yeedi 2 Hybrid (Testbericht), sondern nur ein kleines, mittig platziertes schwarzes Fenster. Dahinter verbirgt sich die Elektronik für die Objekterkennung inklusiver zweier nach vorn gerichteter, sich kreuzender Laser. Das Gesamterscheinungsbild des Yeedi Vac 2 Pro kommt vielleicht nicht ganz an das einiger Konkurrenten heran, insgesamt wirkt der Sauger aber ausreichend hochwertig.

Der Sauger kommt in einem erstaunlich flachen Karton zum Kunden. Darin befinden sich die typischen Utensilien wie Ladestation, Seitenbürste und etwas Papier für Garantieabwicklung sowie ein kleines Handbuch. Außerdem packt Yeedi den speziellen Wassertank samt oszillierendem Wischtuch in den Karton. Ersatz für Verbrauchsmaterial gibt es nicht. Wer die Absaugstation dazuordert, bekommt einen separaten Karton. Darin befindet sich die Station in drei Teilen und mit Kabelmanagement sowie zusätzlich zum bereits eingelegten Staubbeutel ein Ersatzexemplar. Die Absaugstation muss vor Inbetriebnahme mit drei Schrauben zusammengesetzt werden, der Vorgang ist selbsterklärend. Die Konkurrenz ist hier teilweise einen Schritt voraus. Dort werden die Schrauben im losen Zustand dennoch fest an den Bauteilen gehalten und das mitgelieferte Werkzeug lässt sich im Fuß der Absaugstation aufbewahren. Bei Yeedi finden sich die selbstsichernden Schräubchen zusammen mit einem kleinen Schraubendreher lose in einem Extrabeutelchen.

Die Einrichtung in die App von Yeedi klappt wie immer schnell und einfach, Probleme kann höchstens das Einlesen eines QR-Codes über die obere Roboter-Kamera bereiten. Bei uns hat dieser Vorgang etliche Versuche gedauert, irgendwann funktionierte es dann aber doch. Die App selbst ist selbsterklärend, sie bietet eine ähnliche Funktionalität wie andere Apps namhafter Hersteller. Für Optionen muss der untere Bereich nach oben gezogen werden. Dort können Einstellungen wie Saugkraft, zeitgesteuerte Reinigungen, die Landessprache und Lautstärke für Sprachmeldungen sowie eine Reinigungsreihenfolge der Räume festgelegt werden. Weitere Features sind das Anheben der Saugleitung auf Teppich, eine automatische Raumerkennung und einiges mehr. Das Bestimmen virtueller Grenzlinien ist hingegen nicht möglich, wohl aber von NoGo-Bereichen. Auch eine Anpassung von automatischen Räumen haben wir vermisst. Stattdessen dürfen Räume benannt und Symbolen versehen werden, außerdem darf eine Reinigungsreihenfolge benannt werden. Die Live-Verfolgung des Saugers klappt in der App immer noch nicht richtig – um den aktuellen Standort sehen zu können, hilft es oft, einen Schritt zurück in die Roboter-Übersicht zu gehen und den entsprechenden Bot neu auszuwählen. Das war schon bei den Vorgängern so und ist nach wie vor unschön.

Die Navigation per Kamera kommt an die Genauigkeit per Lidar/Laser nach wie vor nicht heran. Zwar tastet sich der Yeedi Vac 2 Pro im Nahbereich recht ausdauernd durch Engstellen und Hindernisse, im Test fuhr sich das Gerät zwischen den Beinen von Schwingstühlen fest – zwar kam der Bot hinein, aber nicht mehr von allein heraus. Typisch: Bei wenig Licht sinkt die Orientierungsleistung weiter bis hin zur kompletten Kapitulation – nicht ohne Grund gibt der Hersteller in der App den Hinweis vor der ersten Reinigung, dass man bei Dunkelheit das Licht anschalten möge. Smart geht anders. Generell wirkt die Navigation im Nahbereich weit weniger selbstbewusst als bei anderen Herstellern. Da braucht der Sauger für die Umrundung eines Hindernisses meist deutlich länger, weil er sich immer wieder in kleinen Drehungen verliert – das überzeugt nicht wirklich. Ein Vorteil zu anderen Modellen des Herstellers ohne Objekterkennung sieht man hier nicht, im Gegenteil. Denn diese vielen kleinen Drehungen könnten genau von dieser 3D-Erkennung herrühren, auch andere Saugroboter mit diesem Feature verlieren dadurch an Reinigungsgeschwindigkeit.

Die Erkennung von Hindernissen insgesamt funktioniert ähnlich gut wie bei der Konkurrenz – oder je nach Sichtweise ähnlich schlecht. Denn verlassen sollte man sich auf sie nicht. Sie erkennt zwar in den meisten Fällen Schuhe, Spielzeug oder andere Gegenstände im Weg, bisweilen werden sie bei einer Drehung aber doch wenigstens mit der Seitenbürste, oft jedoch mit dem Korpus des Saugers tuschiert. Einen Vorteil bringen die beiden zusätzlichen vorderen Laser aber dennoch: Der Yeedi Vac 2 Pro stoppt nun wesentlich zuverlässiger vor Wänden und Möbelstücken, statt gegen sie zu brettern. Nur niedrige kleine Störfaktoren wie etwa die Rollen eines Schreibtischstuhls werden trotzdem gern übersehen, wenn der Bot nicht genau mittig auf sie zufährt. Insgesamt überzeugt die Navigation im Alltagstest nicht. Neben den beschriebenen Auffälligkeiten hält sich der Sauger viel zu lang mehrfach an gleichen Stellen auf. Das kostet unnötig Strom und verkürzt die Laufzeit. Beispiel gefällig? An einem Schreibtischstuhl kann sich der Sauger auch mal gut und gerne zwei Minuten und deutlich mehr abarbeiten und beim irgendwann eher konfusen Zurücksetzen verschiebt er ihn dabei auch schon mal etwas. Noch schlimmer: Im Test schaffte es der Roboter nicht ein einziges Mal*, selbstständig zur Lade- und Absaugstation zurückzufinden. Offensichtlich hat Yeedi hier noch viel Arbeit vor sich - oder uns ein defektes Testgerät zugesandt.

Update: Zwar war das bislang bei anderen Saugrobotern nicht nötig, das Umsetzen der Absaug/Ladestation sorgte allerdings beim Vac 2 Pro dafür, dass eine Karte der Umgebung erfasst und die Navigationsleitung deutlich verbessert werden konnte. Dadurch entfallen jetzt die geschilderten Aufhänger an Schwingstühlen und auch an Bürostühlen hält sich der Sauger nun wesentlich kürzer auf. Ganz perfekt ist die Navigation noch nicht, denn es kommt vor, dass der Bot einen Bereich eines Raumes verlässt und an einen anderen wechselt, um später den ersten Bereich zu beenden. So ist die Navigation aber absolut brauchbar.

Die Reinigung hingegen hinterließ bei uns im Test einen guten Eindruck. In unserem Testparcours saugte der Roboter 15 von 20 Gramm Vogelsand sowie 28 von 30 Gramm Sittichfutter auf. Das ist ein guter Wert, der die vom Hersteller angegebenen 3000 Pascal glaubhaft erscheinen lässt.

Kommen wir zur Wischfunktion. Normalerweise stand hier bei bisherigen Yeedi-Modellen mit Ausnahme der Mop Station (Testbericht) sinngemäß immer so etwas wie „ein unter sich hergezogenes Wischtuch ist bestenfalls Staubwischen, darauf gehen wir nicht näher ein“. Beim neuen Yeedi Va 2 Pro ist das anders. Sein auf Wunsch hinten in den Roboter einklippbarer Wassertank samt Wischtuch versetzt das Tuch bei Nutzung nicht nur in Vibration wie etwa bei Roborock S7+ (Testbericht) oder Roborock S7 MaxV Ultra (Testbericht), sondern zusätzlich in Oszillation. Durch diese Kreisbewegung des ganzen Tuchs simuliert der Bot eine Art Wisch- und Scheuerbewegung, die im Test überzeugte.

Die Wischleistung ist mindestens gleichzusetzen mit den beiden oben genannten Roborock-Modellen, vielleicht ist sie sogar noch einen Tick besser. Hier werden wir ggf. noch einmal Informationen nachreichen. Streifen oder sonstige Schlieren gab es zumindest im Test nicht, das kommt bei einfachen „Tuchziehern“ hingegen immer wieder vor. Größter Nachteil: Gleichzeitiges Saugen sowie Wischen ist nur unter Ausklammerung von Teppich möglich. Sobald der Tank eingesteckt ist, befährt der Sauger diesen nicht mehr. Das machen die bereits erwähnten Roborock-S7-Modelle mit ihren anhebbaren Wischtüchern weit besser. Das neuere Modell reinigt zudem zwischendurch das Wischtuch – das ist aktuell noch eine Seltenheit bei Saugrobotern. Eine Alternative ist da bislang in Deutschland nur der Ecovacs Deebot X1 Omni (Testbericht).

Das Entleeren des Schmutzbehälters geschieht entweder manuell per Hand, was einfach und sauber gelingt, oder mit der Absaugstation. Die erledigte ihre Aufgabe vergleichsweise leise (aber immer noch wesentlich lauter als der Sauger selbst) und schnell, die Absaugleistung war im Test gut. Wie bei der Konkurrenz können dicke Haarknäuel allerdings die Absaugkanäle verstopfen, was Eingreifen durch den Besitzer nach sich zieht. Dafür muss die Reinigungsfläche aber über Gebühr unsauber sein, im Alltag kommt so etwas normalerweise nicht vor.

Beim Akku schießt sich der Roboter selbst ins imaginäre mechanische Knie. Denn eigentlich ist die reine Akkuleistung ausreichend – wenn der Roboter nicht so viel Zeit und somit Akkuleistung vertändeln würde. So reichte im Testalltag eine Akkuladung gerade einmal realistisch für rund 70 Quadratmeter – das ist wenig. Immerhin setzt der Saugroboter nach dem Laden seine Arbeit wieder am letzten Standort fort.

Update: Durch die inzwischen deutlich bessere Navigation schafft der Bot nun problemlos etwa 140 Quadratmeter (abzüglich Möbel) in einem Schwung und hat noch Kapazität für mehr.

Die UVP des Yeedi Vac 2 Pro liegt bei 450 Euro, die Absaugstation kostet 200 Euro.

Der neue Yeedi Vac 2 Pro ist ein guter Sauger. Er ist ausreichend hochwertig, kommt auf Wunsch für einen vertretbaren Aufpreis mit Absaugstation, beherrscht 3D-Objekterkennung, saugt gut und wischt fast noch besser. Die Navigation sehen wir nach dem Update höchstens als neutralen Punkt - an Laser-Navigation kommt die Orientierung per Kamera nicht heran, aber bei ausreichendem Licht ist sie durchaus brauchbar. Die anfängliche Kauf-Warnung in einer ersten Live-Version des Artikels nehmen wir daher gern zurück.

Wer auf die überdurchschnittliche Wischfunktion des Yeedi-Modells wenig wert legt, sollte alternativ einen Blick in unsere Top 10 der besten Saugroboter werfen.

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