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Yeedi 2 Hybrid

Bild:TechStage.de

Pro und Contra
  • Gute Navigation auch ohne Laser
  • Sehr gute Reinigungsleistung (saugen)
  • Im Angebot sehr günstig, tolles PL-Verhältnis
  • Fehlende Details wie Teppicherkennung
Rating:
  • 4.0
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Der chinesische Saugroboter Yeedi 2 Hybrid kommt mit Technik von Ecovacs, ist aber günstiger. Er bietet Kartendarstellung in der App und tolle Reinigungsleistung - ganz ohne Laser.

Und noch ein chinesischer Hersteller, der mit günstiger Technik den deutschen Markt an Saugrobotern erobern will: Yeedi. Darüber spricht zwar offiziell niemand gern, einige Bauteile des neuen Yeedi 2 Hybrid und auch die App erinnern aber durchaus an das deutsche Vorbild von Ecovacs. Deutsches Know-How und asiatische Preise – das klingt nach Win-Win für den Käufer - stimmt das auch?

Das könnte zumindest schwierig werden, denn Modelle wie der Xiaomi Dreame D9 (Testbericht), Lenovo T1 Pro (Testbericht) mit Absaugstation oder der Roborock S7 Pro (Testbericht) haben einiges zu bieten, mit dem der junge Padawan nicht punkten kann.

So richtig falsch macht es kein moderner Saugroboter beim Thema Design. Der Yeedi 2 Hybrid ist wie der Großteil der Konkurrenzmodelle rund und fällt auch farblich nicht aus der Reihe. Während die meisten Wettbewerber ihre Modelle weiß oder schwarz designen, nimmt Yeedi einfach beides: Der Sauger ist oben weiß und unten sowie vorne schwarz. Wer den typischen Laser-Turm sucht, wird nicht fündig. Stattdessen sieht man eine nach oben gerichtete Kamera, mit deren Hilfe sich der Staubsaugroboter zu orientieren versucht. Vorteil: Mit nicht einmal 8 Zentimeter Bauhöhe ist der Sauger sehr flach und dürfte unter die meisten Möbel kommen. Der Großteil an Laser-navigierten Saugrobotern ist rund 2 Zentimeter höher.

Ansonsten gibt es wenig Erwähnenswertes. Das Gehäuse des Gerätes besteht aus mattem Kunststoff, der Bumper aus glänzendem. Das ist anfällig für Kratzer und sieht bei regelmäßigem Gebrauch schnell nicht mehr übermäßig schick aus. Ansonsten hält sich Yeedi beim 2 Hybrid dezent zurück: Statt der sonst typischen drei Tasten auf der Oberseite installiert der Hersteller nur eine: An und aus. Auch bei der Anzahl der Seitenbürsten geht Yeedi einen anderen Weg als viele Mitbewerber und installiert gleich zwei davon. Bei der Ladestation, die durchaus ebenfalls an Modelle des deutschen Kooperationspartners erinnert, macht Yeedi hingegen alles richtig: Sie ist zwar größer als etwa bei Roborock, bietet dafür aber auch Kabelmanagement. Beim Lieferumfang sieht das aber anders aus, hier orientiert sich das Unternehmen offenbar am spartanisch ausgestatteten Roborock S7 (Testbericht). Entsprechend findet man keinerlei Zubehör im Lieferkarton – bis auf einige Einmal-Wischtücher. Genau darauf hätte der Hersteller aus ökologischer Sicht allerdings am ehesten verzichten sollen.

Die Navigation erfolgt beim Yeedi 2 Hybrid nicht per Laser, sondern über die eingebaute Kamera. Diese Navigationsart hat uns zuletzt beim Trifo Max Pet (Testbericht) alles andere als überzeugt, letztendlich erschien sie uns dort kaum besser als eine einfache Gyroskop-Navigation. Tatsächlich schlägt sich der Hybrid-Sauger von Yeedi hier aber deutlich besser und das Resultat, also die Karte in der App, sieht wesentlich realistischer als bei Trifo aus. Dazu bedient sich Yeedi eines kleinen Tricks, den auch Ecovacs verwendet. So unterscheidet der Saugroboter zwischen den Raumdaten, die er sich anhand der Übergänge von Wänden zu Decke zusammenreimt mit dem Weg, den er tatsächlich gefahren ist. Als Resultat sieht der Nutzer blau gezeichnete Räume mit geraden Wänden und weiße Bereiche, die der Bot tatsächlich anfahren konnte. Dadurch wirken die Karten viel realitätsgetreuer als etwa bei Trifo, wo sie eher an moderne Kunst erinnerten und wenig mit der tatsächlichen Raumaufteilung zu tun hatten. Auch die tatsächlich gereinigte Fläche, also der Wohnbereich abzüglich unbefahrbarer Bereiche, die etwa durch Möbel zugestellt sind, passt hier viel besser.

Der Detailgrad der aufgezeichneten Umgebungskarte verbessert sich im Laufe der Zeit noch etwas. Tatsächlich soll der Roboter drei Mal eine vollständige Reinigung absolvieren, bis er die optimale Karte gefunden hat – einer der Nachteile der Kamera-Navigation. Außerdem nimmt die Navigationsgeschwindigkeit bei schlechtem Licht oder gar Dunkelheit ab und der Roboter kann die Reinigung dann sogar ganz abbrechen. Tatsächlich reichte unserem Testgerät aber auch schon ein Durchgang, um eine ordentliche Karte samt automatischer Raumaufteilung parat zu haben – gut so! Entsprechend ließen sich schon virtuelle Grenzen einrichten, allerdings nur, wenn man damit die automatische Kartenentwicklung durch zwei weitere Durchgänge abbricht. Hier ist Laser-Navigation klar im Vorteil. Auch eine Beschriftung der erkannten Räume ist eigentlich erst später möglich, entsprechend auch die Angabe einer Reinigungsreihenfolge.

Die etwas rudimentäreren Kartendetails machen sich auch bei der Navigation des Saugers bemerkbar. Große Gegenstände wie Schränke, Türen oder Wände erkennt der Sauger dank der Kamera problemlos und stoppt davor ab, ohne sie zu berühren. Gegenstände, die niedriger als Kniehöhe sind, hingegen nicht. Dort rumpelt der Yeedi 2 Hybrid dann munter mit Vollgas vor, ordentliche Nahbereichssensoren scheint er vorne nicht zu haben. So kam es im Test mehrfach vor, dass der Sauger erst einmal kräftig auf die recht beachtliche Höchstgeschwindigkeit beschleunigte, um dann gegen niedrige Hindernisse zu krachen. Etwas mehr Feingefühl wäre hier wünschenswert. Die Navigation um Ecken und Hindernisse herum schafft der Bot anschließend dank einer Mischung aus Einsatz des seitlichen Nahbereichssensors und “Abtasten” mittels Frontbumper recht ordentlich.

Vermisst haben wir eine Teppicherkennung, durch die die Saugkraft auf Auslegeware automatisch erhöht wird. So saugt der automatische Staubsauger ab Werk immer in der niedrigsten von drei Stufen (Standard), die mit 54 Dezibel angenehm leise ist. Maximal, die mittlere Stufe, ist mit 57 Dezibel schon hörbar lauter, einen Unterschied zur mit Maximal+ betitelten dritten Saugleistungsstufe konnten wir hingegen nicht ausmachen. Eine Möglichkeit, den Sauger per Sprache zu befehligen, fehlt. Die Saugdauer wird mit maximal 200 Minuten angegeben, danach lädt der Bot selbständig auf und setzt dann auf Wunsch seine Arbeit fort. So sollte er auch mit sehr großen Wohnungen kein Problem haben. Mehrere Karten speichert er allerdings nicht.

Zur Ermittlung der tatsächlichen Saugleistung unabhängig von Herstellerangaben zur angeblichen Saugkraft haben wir den Yeedi 2 Hybrid wie immer durch unseren 4 Quadratmeter großen Parcours mit Hartboden, niedrig- und hochflorigem Teppich geschickt. Von den 50 Gramm Schmutz (20 Gramm feiner Vogelsand, 30 Gramm Sittichfutter-Körnchen) saugte der flache Saugroboter gute 40 Gramm wieder auf: 15 Gramm Sand, 25 Gramm Futter. Damit liegt der günstige Sauger in etwa gleichauf mit dem deutlich teureren Spitzenmodell Roborock S7 (Testbericht), das 13 Gramm Sand und 27 Gramm Futter wiederfand. Das ist beeindruckend, zumal der junge Padawan das in nur 3 Minuten schaffte. Der S7 brauchte wesentlich länger. Hier fällt allerdings wieder die Ungenauigkeit der Kamera-Navigation auf: Der Yeedi 2 Hybrid kam in mehreren Durchläufen zu dem Ergebnis, nur 3 Quadratmeter gesaugt zu haben. Ausgelassen hat er dabei keinen Zentimeter des Areals.

Ansonsten überzeugt er nicht zuletzt auch beim visuellen Ergebnis. Am meisten bleibt auf dem Hartboden liegen, hier schießen die beiden Außenbürsten gern Schmutz aus der Bahn, anstatt ihn unter sich zur Hauptbürste mit Borsten und Gummilippen zu schieben. Beim Leeren des Staubbehälters, der über eine Schmutzrückhalteklappe verfügt, setzt sich das positive Bild fort. Er lässt sich nicht nur einfach entnehmen, sondern weist auch keine überstehenden Nasen auf, die Teile des dreckigen Inhaltes zurückhalten oder dafür sorgen, dass etwas neben den Mülleimer fällt. So muss es sein. Auf die Wischfunktion gehen wir nicht genauer ein, denn sie fällt wie bei den meisten Hybridmodellen sehr rudimentär aus. Zwar lässt sich die Flüssigkeitsabgabemenge aus dem großen, am Heck des Roboters eingesetzten Wassertanks per App bestimmen, ansonsten zieht der Saugroboter aber nur ein feuchtes Tuch unter sich her. Die Reinigungsleistung ist entsprechend gering und entspricht eher flüchtigem Staubwischen.

Die UVP des Staubsaugerroboters liegt gerade einmal bei knapp 300 Euro. Bei Amazon etwa gibt es aber immer wieder Rabatte von 50, zur Veröffentlichung des Tests sogar 70 Euro, indem man lediglich den kleinen Rabatt-Haken unter dem Preis aktiviert.

Für 300 Euro gibt es an anderer Stelle mehr Saugroboter fürs Geld, etwa den Xiaomi Dreame D9 (Testbericht). Für 230 Euro macht man aber mit dem Yeedi 2 Hybrid absolut nichts falsch. Der Staubsaugerroboter navigiert auch ohne Laser erstaunlich gut, die Saugleistung ist hervorragend und die App leistet ebenfalls ordentliche Arbeit. Nur im Detail hat das Modell das Nachsehen. So fehlt die Möglichkeit, Sprachassistenten einzubeziehen, eine Teppicherkennung mit automatischer Saugkraftverstärkung fehlt ebenfalls und mangels Laser-Navigation rumpelt der Bot bisweilen recht rustikal vor Hindernisse. Insgesamt bietet er trotz allem ein gutes Gesamtpaket.

Besser, aber auch deutlich teurer, ist unser aktueller Spitzenkandidat Roborock S7 (Testbericht). Kaum teurer, aber dennoch im Detail besser ist der bereits erwähnte Dreame D9 (Testbericht). Schon jetzt eine Absaugstation hat der Lenovo T1 Pro (Testbericht) - beim S7 kommt die erst später und der Yeedi-Sauger hat gar keine.

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