Xiaomi Redmi Note 12 Pro+ im Test: Smartphone mit 200 Megapixel unter 500 Euro

Xiaomi Redmi Note 12 Pro+
Pro und Contra
  • 200-Megapixel-Kamera
  • exzellentes OLED-Display mit 120 Hz
  • gute Leistung und Ausstattung  
  • überflüssige Makrolinse
  • deutlich teurer als Vorgänger
  • Android 12 zum Testzeitpunkt 
  • 4.5

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Xiaomi bringt mit dem Redmi Note 12 Pro+ Spitzentechnologie in die Mittelklasse. Das Smartphone bietet eine Kamera mit 200 Megapixel und ein tolles OLED-Display. Wie gut das Smartphone ab 450 Euro ist, zeigt der Test.

Unter der Marke Redmi bietet Xiaomi schon seit vielen Jahren Smartphones der Mittel- und Einsteigerklasse an. Diese überzeugten in unseren Tests meistens mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Vorgänger Xiaomi Redmi Note 11 Pro+ 5G (Testbericht) schaffte es regelmäßig in unsere Top 10 der Smartphones bis 300 Euro. Das Modell überzeugte mit erstklassigem Display, rasanter Ladefunktion und guter Kamera.

Mit dem Redmi Note 12 Pro+ legt Xiaomi nochmals eine Schippe darauf. Es ist mit einer UVP von 499 Euro nicht nur das teuerste Redmi aller Zeiten, sondern vermutlich auch das bisher beste Redmi-Modell der Chinesen. Das Besondere am Pro-Plus-Modell: Xiaomi baut eine Hauptkamera mit stolzen 200 Megapixel ein. Das war bisher nur Flagship-Smartphones vorbehalten, etwa Motorola Edge 30 Ultra (Testbericht), Samsung Galaxy S23 Ultra (Testbericht) oder Xiaomi 12T Pro (Testbericht).

Bei der übrigen Ausstattung fährt Xiaomi ebenfalls große Geschütze auf: Ein hervorragendes OLED-Display mit 120 Hz sowie ein Netzteil mit 120 Watt, das den Akku in unter 30 Minuten füllt, sind nur zwei Beispiele. Ob das Redmi Note 12 Pro+ ein echter Flagship-Killer ist, zeigt unser Test. Weitere starke Smartphones zum fairen Preis zeigen unsere Top 10: Die besten Smartphones 2023 bis 500 Euro sowie Top 10: Die besten Smartphones bis 400 Euro.

Das Redmi Note 12 Pro+ überzeugt mit einem sehr eleganten Design. Es ist definitiv ein Hingucker. Ein silberner Metallrahmen umschließt das Gerät, die Rückseite aus Glas erstrahlt in glänzendem weißem Klavierlack – wahlweise auch in Schwarz oder Hellblau. Was positiv auffällt: Die Oberfläche hinterlässt kaum Fingerabdrücke, wie wir es sonst von Handys in Hochglanz-Optik gewohnt sind. Eine transparente Schutzhülle aus Silikon liegt bei, um das filigran wirkende Smartphone vor Stößen im Alltag zu schützen.

Neu gestaltet ist das Design der Triple-Kamera auf der Rückseite. Wir vermuten, dass Xiaomi hier bei Realme abgeschaut hat. Zwei große Objektive liegen auf einer Linie, daneben in der Mitte angeordnet ist die Makrolinse. Liegt das Handy vor einem quer, wirkt die Kamera fast wie ein erstauntes Emoji. Ein ähnliches Design nutzte bereits das Realme GT 2 Pro (Testbericht).

Die Verarbeitung ist erstklassig und kommt ohne störende Spaltmaße aus. Der Druckpunkt von Power-Button mit Fingerabdruckscanner sowie Lautstärkewippe ist sehr solide. Erfreulich: Am oberen Rand des Geräts befindet sich sogar noch ein Anschluss für Klinkenstecker mit 3,5 Millimeter – das ist immer seltener zu finden bei aktuellen Smartphones. Unten befindet sich der USB-C-Anschluss sowie daneben der Schacht für SIM-Karten.

Mit einer Größe von 162,9 × 76 × 9 Millimetern gehört es zu den größeren Smartphones, damit ist es fast gleich groß wie das Flagship Xiaomi 13 Pro (Testbericht). Mit 210 Gramm ist es auch alles andere als ein Leichtgewicht. Allerdings wirkt es gar nicht so wuchtig, wenn man es in der Hand hält. Fürs einhändige Bedienen ist es aber deutlich zu groß. Im Gegensatz zum Vorgänger besitzt das Redmi Note 12 Pro+ sogar eine IP-Zertifizierung. Mit IP53 ist es weder vollständig staub- noch wasserdicht, sollte aber zumindest keine Probleme mit Regentropfen und Sprühwasser haben.

Wie schon beim Vorgänger kommt erneut ein OLED-Display mit einer Diagonale von 6,67 Zoll zum Einsatz. Es löst mit 2400 × 1080 Pixel auf und bietet eine variable Aktualisierungsrate in den Stufen: 30 Hz, 60 Hz, ​90 Hz und ​120Hz. Das sorgt für eine mehr als ausreichend hohe Bildschärfe mit Full-HD+ bei 395 ppi (Pixel pro Zoll). Das ist nicht ganz so hoch wie bei Top-Smartphones, aber für die meisten Nutzer mehr als ausreichend.

Auch optisch überzeugt uns das Display wieder auf ganzer Linie, HDR10+ und Dolby Vision beherrscht die Anzeige ebenfalls. Farben wirken kräftig, die Blickwinkelstabilität ist aus allen Perspektiven hoch – zudem überzeugt die Helligkeit. Xiaomi spricht von bis zu 1100 Nits, nachmessen konnten wir etwa 900 Nits – allerdings nur mit einer starken Tageslichtlampe, da sich die Sonne im frühherbstlichen München sowie Paris wenig hat blicken lassen. Die Anzeige ist dennoch ausgesprochen hell und bleibt auch bei hoher Umgebungshelligkeit gut ablesbar. Für einen adäquaten Schutz vor Kratzern und Brüchen sorgt Gorilla Glas 5 – wie schon beim Redmi Note 11 Pro+.

Das auffälligste technische Merkmal des Redmi Note 12 Pro+ ist die Hauptkamera mit stolzen 200 Megapixel. Das gab es in der Mittelklasse bisher nicht – das bis dato „günstigste“ Gerät mit solch einer Knipse ist das Xiaomi 12T Pro (Testbericht). Rund 100 Euro günstiger ist jetzt das Redmi Note 12 Pro+. Weniger beeindruckend sind allerdings die beiden übrigen Linsen: 8 Megapixel mit f/2.2-Blende für Ultraweitwinkelaufnahmen sowie eine vollkommen überflüssige Makrolinse mit lumpigen 2 Megapixel. Für Selfies kommt ein Objektiv mit 16 Megapixel zum Einsatz.

Die Hauptkamera fasst im Normalfall auf dem Bildsensor 16 Pixel zu einem zusammen, das nennt man Pixel-Binning. Das daraus entstandene, größere Pixel umfasst dabei die Bildinformationen aus den 16 kleinen Pixel, das erlaubt höhere Details bei schlechteren Lichtverhältnissen. Die Auflösung selbst entspricht in dem Fall dann „nur“ 12,5 Megapixel. Auf Wunsch kann man über die Einstellungen der Foto-App 50 Megapixel (Pixel-Binning 1:4) oder die vollen 200 Megapixel ausschöpfen. Dann sind die Bilddateien allerdings riesig, bei voller Auflösung muss man mit 60 MByte rechnen.

Eine weitere Neuerung beim Note 12 Pro+: Die Hauptkamera bietet eine optische Bildstabilisierung (OIS). Der Vorgänger musste sich noch mit einer elektronischen Bildstabilisierung (EIS) begnügen. Das OIS stabilisiert die Kameralinse mit Gyro-Sensoren wirkungsvoller und minimiert so verwackelte Fotos, zudem wirken Videoaufnahmen deutlich stabiler.

Die Hauptkamera schießt bei Tageslicht wirklich klasse Fotos. Die Aufnahmen sind scharf und bieten eine naturgetreue Farbgebung, Bilddetails sind stark ausgeprägt. Der Dynamikumfang ist zudem stimmig und gut ausbalanciert. Bei Nacht überzeugt uns die Kamera trotz der großen Superpixel nicht gänzlich. Bildrauschen mit schwammigen Bilddetails ist dann nicht zu verleugnen. Mit High-End-Geräten kann die Kamera bei Dunkelheit trotz der 200 Megapixel also nicht ganz mithalten, für die Mittelklasse ist das aber ordentlich.

Manuell kann man eine höhere Auflösung wählen, entweder 50 Megapixel oder gar 200 Megapixel. Dieser Modus ist interessant, wenn man nachträglich am PC den digitalen Zoom nutzen möchte oder auch kleine Details auf Bildern zutage fördern will. Und auch der Zoom direkt in der Kamera-App funktioniert dann gut. Damit sehen Fotos mit zweifachem Zoom aus, als wären sie mit einer Telelinse geschossen. Bei zunehmendem Zoom sind spätestens bei stärkerer Vergrößerung Pixel aber irgendwann deutlich zu erkennen. Mit der Hauptkamera sind auch 4K-Videos möglich, allerdings nur bei 30 fps. Mit 60 fps ist maximal Full-HD drin - schade.

Aufnahmen mit der Weitwinkellinse bieten bei 8 Megapixel deutlich weniger Bilddetails, sind aber noch ausreichend scharf. Die Farbgebung weicht zudem nicht so stark ab von der Hauptlinse – das ist erfreulich. Verzichtbar ist die Makrolinse, da deren Auflösung mit 2 Megapixel sehr niedrig ist. Zudem zeigen andere Smartphones, dass auch Weitwinkelobjektive oder wie beim Xiaomi 13 Pro (Testbericht) das Teleobjektiv per Software-Anpassung sehr gut für Nahaufnahmen genutzt werden können.

Selfies mit der Frontcam sehen ordentlich aus, schwächeln aber leicht bei Bildschärfe sowie Dynamikumfang. Im Porträtmodus gelingt der Bokeh-Effekt aber gut. Videos sind mit der Selfie-Kamera nur bis Full-HD bis maximal 60 Frames pro Sekunde (fps) möglich. Entsprechend sehen diese nur mäßig scharf aus und verwackeln zudem schnell.

Als Antrieb dient der Octa-Core-Prozessor (2x Cortex-A78 mit 2,6 GHz und 6x Cortex-A55 mit 2,0 GHz) Mediatek Dimensity 1080. Dieser ist bei der Leistung vergleichbar mit einem Snapdragon 778G. Damit ist das Redmi Note 12 Pro+ für nahezu jede Aufgabe des Alltags gewappnet. Das Betriebssystem läuft geschmeidig und ohne Ruckler – mehr braucht es eigentlich nicht. Das belegen die mehr als soliden Ergebnisse beim Benchmark Work 3.0 von PCmark mit knapp 12.000 Punkten.

Geht es um 3D-Grafiken für Spiele, kann der Chip nicht mit High-End-Modelle wie dem Snapdragon 8 Gen 1 oder Gen 2 mithalten, ist aber ebenfalls ausreichend gerüstet. Beim Test „Wild Life“ von 3Dmark erreicht das Gerät solide 2200 Punkte. Für die meisten Spiele ist das mehr als ausreichend – nur Hardcore-Gamer wünsche sich hier zu Recht mehr. Sehr üppig ist zudem die Speicherausstattung mit 8 GByte RAM und 256 GByte internem Speicher. Allerdings kommt hier mit UFS 2.2 nicht gerade der schnellste Standard zum Einsatz. Eine Erweiterung mit microSD-Karten ist zudem nicht möglich, bei der Größe aber auch nicht unbedingt nötig.

Die übrige Ausstattung kann sich ebenfalls sehen lassen: Wifi 6, Bluetooth 5.2, NFC und der von Xiaomi bekannte IR-Port für Fernseher und andere Geräte, die per IR-Fernbedienung gesteuert werden können. Einzige echte Schwäche ist der langsame Standard beim Typ-C-Anschluss mit USB 2.0 – das macht aber selbst das Xiaomi 13 Pro (Testbericht) nicht besser, in der Mittelklasse ist das aber weit weniger unangemessen. Für Fans kabelgebundener Kopfhörer ist ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss vorhanden. Der Fingerabdruckscanner arbeitet schnell und zuverlässig, die Sprachqualität beim Telefonieren klar und deutlich. Der Sound der Stereolautsprecher ist ebenfalls gut und voluminös – auch wenn er zuweilen etwas zu spitz in den Höhen ausfällt.

Als Bedienoberfläche kommt Xioamis MIUI 14 zum Einsatz. Bei der Einrichtung können Nutzer entscheiden, ob sie eine Übersicht aller auf dem Android-Smartphone installierten Apps wünschen – auch App-Drawer genannt. Alternativ landen alle Apps auf dem Bildschirmhintergrund. Zur Auswahl stehen zudem die klassischen drei Android-Icons oder die seit Android 10 eingeführte Gestensteuerung. Verglichen mit Stock-Android weicht die Nutzeroberfläche beim Aufbau der Menüs und Funktionen stärker ab. Wer bereits ein Xiaomi-Handy genutzt hat, wird sich bei MIUI aber schnell zurechtfinden. Alle anderen sollten sich nach kurzer Zeit ebenfalls eingewöhnt haben.

Beim Blick in die Systemangaben kommt schnell Ernüchterung auf: MIUI 14 basiert zum Testzeitpunkt auf Android 12 – bei einem hochwertigen Gerät aus dem Jahr 2023 erwarten wir allerdings Android 13. Da hilft es auch nicht, dass der Sicherheits-Patch aus dem Februar noch hinreichend aktuell ist. Immerhin soll in Kürze ein Update von MIUI 14 auf Basis von Android 13 folgen. Mit weiteren Android-Updates rechnen wir eher nicht – anders als bei Xiaomi 13 wird der Support wohl kürzer ausfallen. Das ist schade.

Die Kapazität des Akkus beträgt starke 4980 mAh. Die Akkulaufzeit ist laut Battery Test allerdings eher mittelmäßig mit rund 10,5 Stunden. Das verwundert, waren die Note-Geräte der Redmi-Reihe beim Thema Akku früher durchaus gut dabei. Der Test simuliert bei einer Helligkeit von 200 Nits verschiedene Aufgaben, bis der Akku auf einen Wert von 20 Prozent fällt. Anschließend rechnet der Benchmark eine Laufzeit aus. Hier scheint der Dimensity 1080 Schwächen bei der Effizienz zu zeigen. Einen Tag sollte das Smartphone im Schnitt durchhalten, mehr aber nur bei sparsamer Nutzung.

Dafür ist der Akku immens schnell geladen dank 120 Watt. Das verändert in der Tat das tägliche Ladeverhalten. So reicht es morgens das Gerät einzustöpseln, nach einer halben Stunde ist das fast leere Handy komplett aufgeladen. Kabelloses Laden gibt es nicht.

Das Redmi Note 12 Pro+ 5G ist das bisher teuerste Modell der Reihe – die UVP liegt bei 499 Euro. Das liegt rund 10 Prozent über dem Preis des Vorgängers. Allerdings purzeln bereits die Preise, sodass mit Glück ein Note 12 Pro in der Plus-Variante schon ab 460 Euro zu haben ist. Als Farben stehen neben Schwarz und Weiß noch Hellblau zur Auswahl.

Rund 100 Euro günstiger ist das Redmi Note 12 Pro 5G – ohne Plus. Hier kommen zwar „nur“ 50 Megapixel zum Einsatz – allerdings handelt es sich dabei um den guten Bildsensor Sony IMX766, der etwa beim Realme GT 2 Pro (Testbericht) zum Einsatz kommt.

Erneut bietet Xiaomi viel Smartphone für relativ wenig Geld. Das Redmi Note 12 Pro+ überzeugt mit hervorragendem Display, genügend Leistungsreserven, sehr schickem Äußeren sowie einer in dieser Preisklasse bisher nie dagewesen Kameraauflösung von 200 Megapixel. Das alles macht das Redmi Note 12 Pro+ zu einem starken, aber gerade noch erschwinglichen Alleskönner.

Die Akkulaufzeit könnte allerdings etwas besser sein, auch wenn das Handy mit 120 Watt rasant aufgeladen ist. Fotos gefallen uns vor allem bei ausreichendem Licht richtig gut. Bei schlechteren Lichtverhältnissen kann die Kamera aber nicht mit Top-Smartphones von Samsung & Co. mithalten, setzt sich in der Mittelklasse aber an die Spitze. Die Makrolinse hätte man sich allerdings sparen können. Schade ist auch, dass das Note 12 Pro+ noch mit Android 12 läuft, auch wenn ein Update auf Android 13 bald folgen soll.

Ebenfalls über 200 Megapixel verfügt das Xiaomi 12T Pro (Testbericht), das zudem schneller arbeitet und nur unwesentlich teurer ist. In der Preisklasse des Redmi Note 12 Pro+ bieten sich zudem das Samsung Galaxy S21 FE (Testbericht) sowie Xiaomi 12 (Testbericht) und Realme GT Neo 3 (Testbericht) als Alternativen an.

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