Xiaomi Redmi Note 11 Pro+ 5G im Test: Voll geladen in unter 20 Minuten

Xiaomi Redmi Note 11 Pro+
Pro und Contra
  • tolles Display
  • unglaublich schnelles Laden
  • insgesamt ordentliches Paket
  • kaum Unterschiede zum Pro ohne Plus
  • Akkulaufzeit nur noch Durchschnitt
  • 4.5

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Das Redmi Note 11 Pro+ ist das neue Topmodell der Note-Reihe von Xiaomi. Es bietet neben 120-Watt-Laden auch einen neuen Prozessor – wir haben überprüft, ob sich die Anschaffung lohnt.

Eines kann man Xiaomi ganz sicher nicht vorwerfen: transparente Portfolio-Politik. Der Hersteller hat viele Smartphones im Angebot, die teilweise nicht unbedingt immer nachvollziehbar benannt sind, weil sie sich nur in einigen wenigen Punkten unterscheiden – da fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Beim Redmi Note 11 Pro+ ist die Namensgebung hingegen absolut nachvollziehbar, denn es handelt sich im Prinzip nur um ein Upgrade vom Redmi Note 11 Pro ohne den Plus-Zusatz. Ganz ohne Abstriche kommt der Hersteller aber auch hier nicht aus. Die Frage ist daher, ob das auch wirklich sinnvoll ist.

Beim Design des Plus-Modells gibt es wenig Unterschiede zum Non-Plus. Xiaomi setzt wieder auf kantiges Design, das Handlichkeit und somit auch dem Handling nicht gerade zugutekommt. Zusammen mit der Größe von 164 x 76 x 8,3 Millimeter und dem Gewicht von 204 Gramm wirkt das Smartphone nicht nur wie ein echter Brocken, es ist auch einer. Der Rahmen besteht aus Kunststoff, die Rückseite aus satiniertem Glas. Verarbeitung und Optik gefallen uns sehr gut, gerade für ein Modell der Mittelklasse. Die Ränder rings um den Screen verraten mit ihren nicht ganz gleichmäßigen Ausprägungen dann doch, dass es sich nicht um ein Highend-Modell handelt. Insgesamt wirkt das Modell aber frisch und modern.

Trotz OLED-Screen packt Xiaomi den Fingerabdrucksensor in den seitlichen Powerbutton und nicht ins Display. Das wirkt zwar nicht ganz so hochwertig, diese Position wird dennoch als guter Mittelweg von vielen Nutzern bevorzugt. Die Kamera auf der Rückseite steht nun einheitlich deutliche 2 bis 3 Millimeter aus der Rückseite hervor, das Non-Plus-Modell hatte hier noch eine Art Stufeneffekt, bei dem eine Linse noch einmal weiter hervorstand. Eine Benachrichtigungs-LED gibt es nicht mehr, was angesichts des Verzichts auf ein vollwertiges Always-on-Display schade ist. Eine IP-Zertifizierung gibt es ebenfalls nicht.

OLED mit 120 Hz in der Mittelklasse gibt es noch nicht lang. Da ist es erst recht schön zu sehen, dass das verwendete Panel im Redmi Note 11 Pro+ auch in allen anderen Belangen richtig gut ist. Es misst satte 6,7 Zoll, bietet eine Auflösung von 2400 x 1080 Pixel und ist richtig schön scharf und ausdrucksstark. Hinzu kommt eine hohe Helligkeit: gute 850 Candela haben wir gemessen. Dank Gorilla Glas 5 gibt es ausreichend Schutz vor Kratzern. Kontraste, Blickwinkelstabilität und Farbintensität sind wie von OLED gewohnt klasse, das Panel im Redmi-Modell darf zweifelsfrei als eines der Besten in dieser Preisklasse benannt werden. Etwas schade: Xiaomi entscheidet sich wie bei seinen anderen Redmi-Modellen erneut gegen ein echtes Always-on-Display. Stattdessen bleibt der Informations-Screen auf dem Sperrbildschirm nur 10 Sekunden lang auf Wunsch beim Anheben oder Aufwecken des Bildschirms durch Klopfen aktiv.

Die Hauptkamera im Redmi Note 11 Pro+ besteht erneut aus einer 108-Megapixel-Kamera mit Samsungs HM2-Sensor und einer Blende von f/1.9, hinzu kommt eine 8-Megapixel-Optik für Weitwinkelaufnahmen. Statt 5 gibt es jetzt nur 2 Megapixel für Makroaufnahmen – das kann man im Alltag getrost vergessen. Den Tiefensensor des 11 Pro gibt es gar nicht mehr, das ist allerdings kein Verlust. Die Frontkamera knipst Bilder mit 16 Megapixel, der Sensor stammt von Sony.

Bei Tageslicht knipst die Hauptkamera für die Preisklasse sehr ordentliche Bilder, die bei Schärfe, Details, Bildrauschen und Bilddynamik überzeugen. Bei schwachem Licht sieht man den Unterschied zu Oberklasse-Smartphones deutlich, auch hier gilt aber: Für den aufgerufenen Preis geht das in Ordnung. Leittragende unter schwachem Licht sind vor allem Bildschärfe und Bildrauschen – erstere sinkt teils deutlich, das Rauschen steigt sichtbar. Der Nachtmodus sorgt für leichte Besserung, vor allem sind Farben nicht mehr so extrem warm wie ohne.

Der Weitwinkel macht ebenfalls ansehnliche Bilder – erneut in Relation zum Preis. Die Bildschärfe kommt hier nicht an die Hauptkamera heran, ansonsten sind Aufnahmen ansehnlich. Bei schwachem Licht verliert der Weitwinkel ähnlich schnell an Schärfe, Aufnahmen hiermit sind zudem dunkler als mit der Hauptkamera.

Die Makrokamera sollte man einfach gleich wieder vergessen, die Bildqualität ist einfach unterirdisch. Warum Hersteller immer noch Linsen in ihre Geräte einbauen, deren Fotos wie mit einer Kartoffel aufgenommen aussehen, bleibt wohl für immer deren Geheimnis. Bessere Makro-Resultate erreicht man ohnehin auch beim Redmi Note 11 Pro+, indem man den Digitalzoom der Hauptkamera verwendet – auf nicht zu großer Stufe natürlich. Die Selfiecam macht zumindest bei guten Lichtbedingungen angenehm natürliche Aufnahmen. In der Vergrößerung fehlt es dennoch etwas an Schärfe.

Videos nimmt das Xiaomi Redmi Note 11 Pro+ in 4K auf, allerdings nur mit 30 Bildern pro Sekunde. Wer damit leben kann, dass Schwenks damit immer unscharf aussehen und stattdessen auf übermäßig schnelle seitliche Bewegungen verzichtet, wird mit ordentlicher Bildqualität belohnt. Bildschärfe, Fokus, Farben – alles ist für die Mittelklasse ziemlich ordentlich, auch die Bildstabilisierung. Selbst der Ton kann sich hören lassen. Insgesamt ist die Kamera des Pro+ brauchbar, aber es gibt zu einem ähnlichen Preispunkt bessere Smartphone-Kameras, etwa in einem Oneplus Nord 2 (Testbericht).

In das Redmi Note 11 Pro+ baut Xiaomi keinen Qualcomm-Chipsatz ein, sondern setzt stattdessen auf einen Mediatek Dimensity 920. Seine Leistungskerne takten bis 2,5 GHz, zum Stromsparen setzt er auf sechs weitere Kerne mit bis zu 2 GHz. Die Grafikberechnung übernimmt eine Mali-G68-GPU. Der im 6-Nanometer-Verfahren hergestellte Chip liegt leistungstechnisch knapp hinter einem starken Snapdragon 778G und ist insgesamt eine spürbare Verbesserung zu den Redmi-Note-10-Modellen des Vorjahres. Auch im Vergleich zum Redmi Note 11 Pro mit Snapdragon 695 legt das Plus-Modell noch einmal etwas zu, auch wenn der Unterschied mit rund 10 Prozent hier geringer ausfällt. Den größten Zuwachs hat laut 3Dmark die Grafikleistung mit über 50 Prozent. Im Wildlife-Benchmark kommt das neue Modell auf knapp 2000 Punkte, bei PCmark sind es in Work 3.0 10.900 Punkte.

Für den Alltag bedeutet das, dass die gesamte Bedienung flüssig von der Hand geht und Wartezeiten recht gering ausfallen. Da das aber auch bei den anderen Modellen der Redmi-Note-11-Reihe so ist, fallen die Unterschiede in Benchmarks stärker ins Gewicht, als bei normaler Nutzung. Das ist alles in allem gut, kräftiger geht es aber durchaus für um 300 Euro: Ein Xiaomi Poco F3 (Testbericht) mit Snapdragon 888 ist aktuell leicht günstiger, aber deutlich schneller.

Beim Speicher stehen 6/128 GByte, 8/128 GByte und 8/256 GByte zur Auswahl, es handelt sich immer um UFS-2.2-Speicher. Welche technischen Finessen noch auf den Käufer warten, ist in unserer Tabelle ersichtlich.

Als Betriebssystem setzt Xiaomi beim Redmi 11 Pro+ noch auf Android 11 mit MIUI 12.5 als Nutzeroberfläche, andere Anbieter sind längst bei Android 12. Die Oberfläche finden wir inzwischen recht übersichtlich und mit einigen sinnvollen Extras versehen, allerdings stören uns die vielen Extra-Apps, die Xiaomi ab Werk installiert. Sie lassen sich zum Glück in der App-Verwaltung rückstandslos deinstallieren, aber das ist trotzdem etwas viel des Guten. Der Sicherheits-Patch stammte auf unserem Modell von April 2022 und dürfte bald ein Update bekommen.

Der Akku im Redmi Note 11 Pro+ ist mit 4500 mAh kleiner als in den anderen Note-Modellen der 11er-Reihe, dafür kann er nun mit sagenhaften 120 Watt erschreckend schnell geladen werden. Bei eingestellten 120 Hz des Displays hielt unser Testgerät rund 10 Stunden in PCmark Battery Test durch, das ist spürbar weniger als beim Vorgänger. Für einen Tag reicht das zum Glück immer noch locker, die meisten Nutzer dürften auch 1,5 Tage damit gut ohne Steckdose auskommen.

Als Ersatz für die reduzierte Laufzeit hat Xiaomi die Ladezeit gravierend reduziert: Brauchte das Note 10 Pro noch deutlich über eine Stunde für eine volle Dröhnung, ist das neue Modell in unter 20 Minuten voll, sofern zuvor in den Sicherheitseinstellungen manuell der MiTurbo aktiviert wurde – Wahnsinn! Andernfalls liegt die Ladegeschwindigkeit wenige Minuten höher.

Vorausgesetzt, man hat das beiliegende Ladegerät samt Original-Ladekabel immer mit dabei, dürfte die Rechnung gut aufgehen: Einfach mal hier 5 Minuten, dort 10 Minuten laden und schon ist die Gesamtlaufzeit ohne vollständige Ladung sogar länger als beim Vorgänger. Denn das sorgt jedes Mal für etliche, zweistellige Prozente an zusätzlicher Akkuladung. Sobald hingegen nur ein Standard-Ladegerät zur Hand ist, steigt die Ladezeit hingegen rapide an. Die meisten Nutzer dürften daher einen stärkeren Akku bevorzugen.

Das Xiaomi Redmi Note 11 Pro+ kostet je nach Speicherausstattung 400, 430 oder 450 Euro in der UVP des Herstellers. Die mittlere Version mit 8 statt 6 GByte RAM lohnt sich aus unserer Sicht am wenigsten – wenn, dann gleich noch einmal 20 Euro mehr für 8 GByte RAM und 256 statt 128 GByte internen Speicher. An Farben stehen Grau, Blau und Grün zur Wahl.

Für sich gesehen ist das Xiaomi Redmi Note 11 Pro+ ein durchaus gutes Mittelklasse-Smartphone. Es bietet ein richtig tolles Display, ordentliche Leistung, (für den Preis) gute Kameras und patzt auch bei den anderen Punkten nicht. Die Ladezeit des Akkus ist herausragend, die Laufzeit hingegen Durchschnitt. Zwei Probleme bleiben: Der Unterschied zum Redmi Note 11 Pro ist eigentlich nicht groß genug, um ein eigenständiges Modell zu rechtfertigen und der Preis ist dafür zu hoch.

Da würden wir eher Modelle wie ein Realme GT 5G (Testbericht) oder ein Xiaomi Poco F3 (Testbericht) empfehlen, denn die bieten für ähnliches Geld meist noch mehr – besonders beim Chipsatz. Weitere spannende Smartphones ohne Vertrag haben wir in unseren regelmäßig aktualisierten Bestenlisten von Smartphones bis 300 und bis 400 Euro zusammengestellt.

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