Xiaomi Redmi Note 11 im Test: OLED-Smartphone unter 200 Euro

Xiaomi Redmi Note 11
Pro und Contra
  • OLED-Display mit 90 Hertz 
  • lange Akkulaufzeit
  • schickes Design und tolle Verarbeitung 
  • NFC 
  • mäßige Performance
  • Kamera ohne Bildstabilisator 
  • kein 5G 
  • 4.0

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Das Redmi Note 11 von Xiaomi verspricht viel für wenig Geld: OLED-Display mit 90 Hertz, eine lange Akkulaufzeit und gute Ausstattung für unter 200 Euro.

Die Redmi-Reihe von Xiaomi ist bekannt für Smartphones im günstigen Preisbereich, die dennoch eine solide Ausstattung und ordentliche Verarbeitung bieten. Der jüngste Spross der Familie ist das Redmi Note 11. Hier kommt sogar ein OLED-Display mit 90 Hertz zum Einsatz, was in dieser Preisklasse bisher kaum zu finden ist. Wie gut sich das preiswerte Smartphone sonst noch schlägt, verrät unser Test.

Optisch orientiert sich das Redmi Note 11 an seinem Vorgänger. Die Formgebung ist schlicht, wirkt aber elegant und hochwertig. Die einfarbige Rückseite ist aus Kunststoff und verzichtet mit der matten Lackierung auf auffällige Farbspiele. Das verleiht dem Gehäuse eine seriöse Optik und reduziert Fingerabdrücke. Der verwindungssteife Rahmen des Smartphones selbst ist aus Metall, was bei der Haptik einen hochwertiges Gefühl hinterlässt.

Das Redmi Note 11 fällt mit einer Größe von 160 x 74 x 8,1 Millimeter noch recht kompakt und handlich aus. Damit ist es in etwa so groß wie ein Samsung Galaxy A52 (Testbericht) oder Oneplus Nord 2 (Testbericht). Das Mobiltelefon liegt gut in der Hand und ist mit einem Gewicht von knapp 180 Gramm noch ausreichend leicht. Personen mit größeren Händen können das Smartphone mit einer Hand bedienen. Wie schon beim Vorgänger ragt das Kameraelement nur geringfügig hervor. Dadurch wackelt das Handy kaum, wenn es auf der Rückseite liegt. In Verbindung mit der beigelegten Schutzhülle aus Silikon liegt es dann komplett eben auf.

Die Hauptlinse der Kamera auf der Rückseite nimmt einen prominenten Platz ein, die übrigen drei Linsen sowie der LED-Blitz sind daneben quadratisch angeordnet und jeweils gleich groß. Der Displayrand fällt für ein so preiswertes Smartphone dünn aus, die vordere Kamera ist in einer Punch-Hole-Notch untergebracht. Der Druckpunkt der seitlichen Knöpfe ist äußerst solide, Spaltmaße finden sich ebenfalls keine. Die Zeiten, in denen Smartphones um die 200 Euro klapprig wirken, sind vorbei. Eine IP-Zertifizierung gegen Staub oder Wasser liegt allerdings nicht vor.

Bei der Displaygröße bleibt alles beim Alten: 6,43 Zoll misst der Bildschirm in der Diagonale. Die Auflösung ist mit 2400 x 1080 Pixeln scharf und sorgt für eine hohe Pixeldichte von 410 ppi. Neu und für die Preisklasse noch alles andere als selbstverständlich ist das OLED-Display. Gegenüber einem klassischen LCD bietet die OLED-Technologie Vorteile bei Kontrasten, tiefe Schwarzwerte und eine hohe Blickwinkelstabilität bei etwas geringerem Energieverbrauch - vorwiegend bei dunklen Inhalten.

Zudem bietet der Screen eine Bildwiederholfrequenz von bis zu 90 Hertz, auch wenn standardmäßig 60 Hertz aktiv sind. Das gibt es bei den Smartphones bis 200 Euro (Bestenliste) bisher nur in Verbindung mit LCD. Eine höhere Bildwiederholfrequenz sorgt für eine flüssigere Wiedergabe bei Bewegtbild oder beim Scrollen. Mehr über die Technologie bei Bildschirmen erläutern wir im Ratgeber Smartphone-Displays: Panels, Auflösungen und Bildraten erklärt. Eine Automatik, die nach Bedarf zwischen 60 und 90 Hertz wechselt, gibt es aber nicht.

Die Bildqualität des OLED-Bildschirms ist gut. Farbgebung und Leuchtkraft wirken jedoch etwas zurückhaltend verglichen mit teureren OLED-Geräten, zudem stellt die automatische Helligkeit den Bildschirm immer recht dunkel ein. Wer damit etwa einen Videoclip ansehen will, muss meistens die Helligkeit vorübergehen von Hand steigern. Die Heiligkeit selbst geht für ein preiswertes Gerät vollkommen in Ordnung. Im manuellen Modus messen wir 440 cd/m², bei großer Helligkeit schraubt die Automatik die Helligkeit auf bis zu 700 cd/m² hoch - das ist klasse und sorgt dafür, dass das Display auch bei schönem Wetter im Freien stets gut ablesbar bleibt. Nur die typischen Spiegelungen bei Mobilgeräten können da noch einen Strich durch die Rechnung machen.

Das Xiaomi Redmi Note 11 setzt gleich auf vier Linsen. Blickt man im Detail darauf, handelt es sich um die übliche Effekthascherei der meisten asiatischen Hersteller. Die Hauptlinse bietet 50 Megapixel. Standardmäßig fasst diese vier Pixel zu einem zusammen (Pixel Binning), sodass ein Bild mit etwa 12,5 Megapixel entsteht. Auf Wunsch ruft die Kamera für die Aufnahme die vollen 50 Megapixel ab, was zu mehr Details, aber deutlich größeren Bilddateien und schlechteren Ergebnissen bei wenig Licht führt. Die Weitwinkellinse bietet hier eher mittelmäßige 8 Megapixel, zudem kommt ein separates Makroobjektiv mit 2 Megapixel sowie eine Linse für Tiefenscharfe zum Einsatz. Die letzten beiden halten wir grundsätzlich eher für unbrauchbar - Makro geht über den Weitwinkel dank höherer Auflösung besser, den Tiefensensor kann man eh nicht direkt ansprechen und es klappt auch ohne.

Bei Tageslicht gelingen mit dem Redmi Note 11 gute Aufnahmen mit natürlicher Farbwiedergabe und ordentlichen Bilddetails für den Preis. Bei Dunkelheit nimmt das Bildrauschen aber stark zu, da hilft auch der Nachtmodus nicht viel. Aufnahmen mit der Ultraweitwinkelkamera mangelt es an Bilddetails, zudem weicht die Farbwiedergabe leicht von den Bildern der Hauptkamera ab. Das ist bei dem niedrigen Preis des Smartphones erwartbar, aber dennoch schade. Die Makrolinse ist eine nette Spielerei, die man aber selten nutzen dürfte. Die Bildqualität der Nahaufnahmen ist dafür zu schwach, diese Linse hätte sich Xiaomi im Prinzip sparen können. Das beweisen Smartphones, die für Nahaufnahmen auf die Weitwinkellinse zurückgreifen, etwa das Motorola Edge 20 Lite (Testbericht).

Videoaufnahmen sind mit maximal 1080p bei 30 fps (frames per second) möglich, das ist etwas wenig. Zusätzlich macht sich ein fehlender Bildstabilisator bemerkbar, der für eher verwackelte Videoclips sowie gelegentlich unscharfe Fotos sorgt, wenn man das Smartphone nicht ruhig in den Händen hält. Wer häufiger mit dem Handy knipst, sollte lieber einen Blick auf den Ratgeber Smartphones mit optischem Bildstabilisator bis 300 Euro werfen. Die Frontkamera mit 13 Megapixel sorgt für gelungene Selfies oder Videochats mit Freunden und Familie.

Als Prozessor kommt ein Qualcomm SM6225 Snapdragon 680 mit acht Kernen zum Einsatz, unterstützt von der Grafikeinheit Adreno 610. Für große Leistungssprünge oder Gaming ist die CPU-Lösung nicht gedacht. Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark erreichten wir durchschnittlich einen Wert von etwa 7300 Punkten. Beim Test „Wildlife“ von 3Dmark sind es bescheidene 444 Punkte. Damit liegt das Redmi Note 11 im unteren Drittel unserer Tests, was aber für die Preisklasse bis 200 Euro nicht ungewöhnlich, sogar eher gut ist.

Das Redmi liegt in etwa auf dem Niveau des Motorola Moto G60s (Testbericht) oder Vivo V21 5G (Testbericht) und ist stärker als das Motorola Moto G31 (Testbericht) oder Honor 50 Lite (Testbericht). Allerdings schneidet das Redmi Note 11 im Test schwächer ab als das ältere Redmi Note 10 5G (Testbericht) mit Dimensity-700-Chip. Für normale Aufgaben des Alltags ist die Performance aber ausreichend. Lediglich ein leichtes Zögern des Systems ist bemerkbar, etwa wenn man in Google Maps scrollt. Für mehr als Casual Games in der Art von Angry Birds ist das Gerät nicht geeignet. Ein Einsteiger dürfte von der eher mittelmäßigen Performance nichts bemerken, wer aber schon Smartphones jenseits der 300 Euro genutzt hat, merkt den Tempounterschied.

Der Arbeitsspeicher beträgt ordentliche 4 GByte RAM, der interne Speicher reicht von 64 bis 128 GByte. Ein Slot für eine Micro-SD-Karte zur Erweiterung des Speichers bis 1 TByte ist vorhanden. Bei Heimnetzwerken unterstützt das Handy maximal Wifi-5. Mobil surft man mit LTE, nicht aber mit 5G. Das gehört in dieser Preisklasse allerdings noch nicht zum Standard. Angesichts der noch lückenhaften Netzabdeckung in Deutschland außerhalb von Ballungsgebieten wiegt das nicht so schwer, mindert aber die Zukunftsfähigkeit des Modells. Für kabellose Endgeräte steht Bluetooth 5.0 zur Verfügung, NFC sowie der von Xiaomi-Geräten bekannte IR-Blaster sind auch an Bord. Zur Navigation nutzt das Gerät A-GPS, GLONASS, Beidou und Galileo.

Das Redmi Note 11 nutzt einen USB-C-Anschluss, der maximal USB 2.0 unterstützt. Zudem ist ein Klinkenausgang für Kopfhörer vorhanden – ein mittlerweile seltenes Feature bei neuen Smartphones. Die Stereo-Lautsprecher sorgen für ordentlichen Sound, das haben wir bei preiswerten Geräten schon schlechter gehört. Der Fingerabdrucksensor befindet sich im Power-Button und leistet gute Arbeit.

Als Betriebssystem kommt Android 11 zusammen mit der Benutzeroberfläche MIUI in Version 13 zum Einsatz. Standardmäßig bietet diese keinen App-Drawer und setzt auf die aus früheren Android bekannten Steuer-Icons. Wer schon ein Xiaomi-Gerät hatte, findet sich sofort zurecht. Bei der Einrichtung kann man aber auch die von anderen Android-Geräten bekannte Benutzeroberfläche wählen. Der Sicherheitspatch stammt vom 1. Dezember 2021 und ist damit nicht mehr auf dem neuesten Stand. Für ein neu auf den Markt gekommenes Modell ist das etwas mau.

Zum Einsatz kommt ein Akku mit einer ordentliche Kapazität von 5000 mAh. Dieser erlaubt eine lange Laufzeit, wie der Battery Test von PCmark belegt. Wir kamen hier im simulierten Betrieb zwischen 80 und 20 Prozent auf einen Wert von rund 14 Stunden bei 60 Hertz Bildwiederholfrequenz. In Betrieb mit 90 Hertz senkt sich die Laufzeit um etwa 1 Stunde. Das ist ein starker Wert, der sich im oberen Drittel unserer Tests wiederfindet. Damit dürfte das Handy locker 2 Tage ohne Netzteil durchhalten.

Zum Laden steht ein Ladegerät mit 33 Watt zur Verfügung. Damit ist das Smartphone in knapp einer Stunde aufgeladen – ein ordentlicher Wert für diese Preisklasse. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Kabelloses Laden mittels Induktion beherrscht das Handy nicht.

Das Xiaomi Redmi Note 11 hat eine UVP von knapp 200 Euro für die Version mit 4/64 GByte. Das Modell mit 4/128 GByte liegt bei 230 Euro. Als Farben stehen Dunkelgrau, Dunkelbau sowie Hellblau zur Auswahl. Zum Marktstart gibt es einige Sonderangebote, so kostet das Redmi Note 11 mit 64 GByte bei Amazon derzeit 179 Euro. Das aktuell günstigste Angebot für die kleine Speicherversion bietet Banggood mit 158 Euro.

Das Redmi Note 11 von Xiaomi bietet viel für wenig Geld. So sind OLED-Displays in der Preisspanne bis 200 Euro selten anzutreffen, 90 Hertz findet sich zudem nur bei wenigen Handys mit LCD. Die Ausstattung bietet gute Standardfeatures wie einen Fingerabdrucksensor, ein starkes Netzteil und NFC. Sogar ein Klinkenausgang ist dabei. Weniger überzeugend ist die Leistungsfähigkeit des Prozessors, hier macht sich der niedrige Preis dann doch bemerkbar. Das Fehlen von 5G dürfte sich im Alltag zunächst mangels Netzabdeckung kaum auswirken. Ein elektronischer Bildstabilisator für die Kamera wäre schön gewesen, was aber in der Preisklasse nicht selbstverständlich ist.

Das Redmi Note 11 ist ein gutes Gerät für Einsteiger und alle, die für wenig Geld möglichst viele Features suchen. Günstiger kommt man ein OLED-Display derzeit kaum. Wer mehr Power braucht, aber auf OLED verzichten kann, dem empfehlen wir das Realme 8 (Testbericht) mit deutlich schnellerem Prozessor. 5G, mehr Leistung und leichten Schutz vor Spritzwasser bietet zudem das Xiaomi Poco M3 Pro (Testbericht). 90 Hertz und 5G findet man auch beim Oppo A54 5G (Testbericht). Weitere preiswerte Alternativen zeigen wir in unserer Top 10: Die besten Handys 2022 bis 200 Euro.

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