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Xiaomi Redmi Note 10 5G
Pro und Contra
  • gutes Display
  • lange Akkulaufzeit
  • 5G zum kleinen Preis
  • Kamera eher mies
  • 4.0

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Noch ein Xiaomi-Smartphone im ohnehin schon unüberschaubaren Angebot des Herstellers. Das Redmi Note 10 5G soll enorm viel für unter 200 Euro bieten – wir haben überprüft, ob das stimmt.

Xiaomi Mi 11 (Testbericht), Xiaomi Mi 11 Ultra (Testbericht), Xiaomi Redmi Note 10 Pro (Testbericht), dazu noch Xiaomi Poco X3 Pro (Testbericht) und Xiaomi Poco M3 Pro (Testbericht) - das ist nur eine sehr kleine Auswahl an Smartphones des umtriebigen chinesischen Herstellers Xiaomi, der sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut. Eines der neuesten Modelle ist das Xiaomi Redmi Note 10 5G, das sich – wie Modelle der Redmi-Reihe generell – eher an Kunden richtet, die nicht viel Geld ausgeben wollen. “Nicht viel” bedeutet in diesem Fall “weniger als 250 Euro”, denn das Gerät kostet als UVP knapp 230 Euro und ist inzwischen häufig unter 200 Euro zu bekommen.

Das Xiaomi Redmi Note 10 5G gehört zu den schlichteren Smartphones des Herstellers. Die Rückseite ist dezent einfarbig gehalten, lediglich der Redmi-Schriftzug und die typischen CE-Kennzeichnungen heben sich vom Rest ab. Und die Kamera natürlich, untergebracht in einer Dreierkombi und wie immer rund einen Millimeter aus dem Gehäuse hervorstehend. Leider besteht die Rückseite aus Kunststoff, das wirkt in der Hand nicht so hochwertig wie Glas – auch wenn Kunststoff Vorteile wie höhere Widerstandskraft gegen mechanische Einflüsse hat. Auch der Rahmen ist aus Kunststoff. Insgesamt ist das in der 200-Euro-Klasse noch in Ordnung, allerdings hat sich gerade Xiaomi in der Vergangenheit damit hervorgetan, hochwertige Materialien auch in günstige Smartphones einzubauen.

An Rücken und Seiten spürt man den niedrigen Verkaufspreis des Redmi Note 10 5G, vorn sieht man ihn. Zumindest, wenn man sehr kritisch ist. Denn die Ränder rings um den Screen sind breiter als bei teureren Modellen. Für unseren Geschmack geht das aber noch in Ordnung, nur unterhalb ist das “Kinn” doch ziemlich ausladend geraten. Der mittig am oberen Display-Rand platzierte Ausguck für die Frontkamera fällt durch den großen Ausschnitt in der ab Werk applizierten Schutzfolie zusätzlich auf, ist insgesamt aber so oder so recht groß. Die Folie sollten Nutzer vermutlich besser an Ort und Stelle lassen, Xiaomi setzt beim Redmi Note 10 5G nur auf Gorilla Glas 3.

An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen, auch als “Plastikbomber” ist das Gerät ausreichend verwindungssteif und es sind weder unregelmäßige Spaltmaße, noch schwammige Bedienelemente zu finden. Eine IP-Zertifizierung gibt es angesichts des Preises natürlich nicht.

OLED gibt es für 200 Euro ebenfalls nicht, stattdessen setzt der Hersteller beim Redmi Note 10 5G auf IPC-LCD mit 90 Hertz. Letzteres ist in dieser Preisklasse eine Erwähnung wert, zumal das Smartphone sogar automatisch die Bildwiederholungsrate zwischen 30 und 90 Hertz regelt. So soll das Smartphone immer den besten Kompromiss aus flüssiger Darstellung bewegter Inhalte und bestmöglichem Stromverbrauch finden.

Der Rest ist auch nicht von schlechten Eltern. So konnten wir eine maximale Helligkeit von rund 520 cd/m2 messen – kein herausragender, aber ein ordentlicher Wert, der zusammen mit ordentlichen Kontrasten und ausreichender Blickwinkelstabilität auch draußen für angemessene Ablesbarkeit sorgt. Allerdings stören hier dann kräftige Reflexionen der Glasoberfläche. Features wie eine automatische Farbanpassung an die Umgebungslicht-Farbtemperatur runden das insgesamt gute Ergebnis des Panels ab. Ein Always-on-Display gibt es mangels OLED nicht, mancher Nutzer wird darum eine Benachrichtigungs-LED doppelt vermissen.

Bei der Hauptkamera setzt Xiaomi für das Redmi Note 10 5G vermutlich auf einen Sony IMX582 als Sensor, der Bilder mit 48 Megapixel und einer Blende von f/1.79 in den Speicher bannt. Makro- und Tiefensensor bieten je 2 Megapixel, spielen im Alltag aber keine nennenswerte Rolle. Bei Tageslichtaufnahmen knipst das Redmi-Modell ausreichend detaillierte Fotos mit 12 Megapixel (Pixel Binning), die in der Vergrößerung aber zu aggressives Nachschärfen der Kamera-Software offenbaren. Bildrauschen ist kein Problem, die Bilddynamik allerdings etwas schwach ausgeprägt. Im 48-Megapixel-Modus ist der Detailgrad höher, knackscharfe Aufnahmen sollte man aber auch damit nicht erwarten – so etwas kostet einfach noch ein paar hundert Euro mehr.

Eine optische Vergrößerung bietet das Smartphone nicht, allerdings sieht der als virtueller Button in der Kamera-App angebotene zweifache Digital-Zoom noch ordentliche Ergebnisse. Bei Nachtaufnahmen fehlt es hingegen schnell an Bildschärfe und Bildrauschen ist zu stark ausgeprägt - das Redmi Note 10 5G bietet wie meistens in dieser Preisklasse eine waschechte “Schönwetter-Kamera”.

Videos lassen sich maximal in FHD/30 aufnehmen, entsprechend ist die Bildqualität vor allem bei Schwenks nicht berauschend. Die Bildstabilisierung ist auch zu schwach, Videos sind einfach nicht das Hauptaufgabengebiet des Redmi Note 10 5G. Selfies gehen mit der 8-Megapixel-Knipse zumindest bei guter Beleuchtung in Ordung.

Angetrieben wird das Xiaomi Redmi Note 10 5G von einem Mediatek Dimensity 700. Der moderne Chip wird im 7-Nanometer-Verfahren gefertigt und ist entsprechend energieeffizient bei gleichzeitig ordentlicher Leistung seiner acht Kerne. Die liefern bis zu 2,2 GHz, Grafik berechnet eine ARM Mali-G57 MP2. Damit ist kein Leistungsfeuerwerk zu erwarten, im Alltag reicht das im Zusammenspiel mit 4 GByte LPDDR4x-RAM aber für sehr passable Power. In Benchmarks bestätigt sich der gute Ersteindruck. PCmark Work 3.0 bescheinigt dem Gerät rund 9000 Punkte, 3Dmark Wildlife wollte auf unserem Testgerät nicht laufen. Dass hier kein Spitzenchipsatz eingebaut ist, merkt man höchstens mal an etwas längeren Ladezeiten und natürlich bei Spielen: Anspruchsvolle 3D-Games verlangen für flüssige Wiedergabe reduzierte Grafik.

An internem Speicher gibt es im Redmi Note 10 5G je nach Version entweder 64 oder sogar 128 GByte, die größere Variante kostet 20 Euro mehr in der UVP. Alles Wichtige ist mit an Bord, darunter NFC, 5G, ein 3,5-Millimeter-Port und eine Speichererweiterung – letztere geht allerdings zulasten der Dual-SIM-Fähigkeit. Selbst der Xiaomi-typische IR-Blaster zur Steuerung externer Geräte wie Fernseher oder Hifi-Anlage ist in dem günstigen Modell mit dabei. Bei trockenen Fingern funktioniert der in der Power-Taste integrierte Fingerprintsensor zuverlässig und ausreichend schnell. Der verwendete Monolautsprecher klingt nur bis zu mittlerer Lautstärke ordentlich, bei hoher maximaler Lautstärke neigt er zum Klirren.

Über Android 11 liegt ab Werk MiUI 12 als Nutzeroberfläche. Xiaomi verspricht für das Redmi Note 10 5G mindestens drei Jahre Sicherheits-Updates, der Sicherheits-Patch unseres Testgerätes stammte von Mai 2021 und sollte bald wieder aktualisiert werden. Neben einigen lobenswerten Zusatzfunktionen bringt das Xiaomi-Smartphone überraschend viele Zusatz-Apps ab Werk mit – diese Bloatware lässt sich aber zum Glück deinstallieren.

Die Ausdauer des Xiaomi Redmi Note 10 5G ist klasse. Im Battery Test von PCmark schafft das günstige Mittelklassemodell mit seinem 5000-mAh-Akku rund 13,5 Stunden am Stück, das ist mit 90 Hz-Wiedergabe bemerkenswert. Leider dauert Laden mit rund 2 Stunden ziemlich lange, was in erster Linie dem schwachen 22,5-Watt-Netzteil zuzuschreiben sein sollte. Kabelloses Laden gibt es in der 200-Euro-Klasse natürlich nicht, aber auch so sollten Nutzer mit durchschnittlichen Nutzungszeiten von zwei bis drei Tagen glücklich werden.

Preis

Das Xiaomi Redmi Note 10 5G gibt es in den Farben Grau, Blau, Silber und Grün, zur Wahl stehen weiterhin Speichervarianten mit 4/64 und 4/128 GByte. Die UVP liegt bei knapp 230 und 250 Euro.

Wer unbedingt 5G haben, aber nur wenig Geld für ein passendes Smartphone ausgeben will, findet mit dem Xiaomi Redmi Note 10 5G ein passendes Modell. Es punktet mit starkem Akku, ordentlichem 90-Hz-Display, im Alltag schnellem Chipsatz und ausreichend viel Speicher. Die Ausstattung ist weitestgehend vollständig, NFC, eben 5G und entweder Dual-SIM-Fähigkeit oder Speichererweiterbarkeit sind gegeben. Bei der Kamera hat Xiaomi allerdings den Rotstift zu stark angesetzt – lediglich der Hauptsensor macht brauchbare Bilder, enttäuscht aber bei Videos und der Rest ist im Alltag kaum zu gebrauchen.

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