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Xiaomi Poco M3 Pro
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Xiaomis Powermarke Poco schickt ein weiteres Smartphone ins Rennen um die Käufergunst. Das Poco M3 Pro kommt mit schickem Design, auf Wunsch viel Speicher, ordentlich Power und 5G – für unter 200 Euro.

Die Marke Poco von Xiaomi ist inzwischen längst als Anbieter von Smartphones mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt, die oftmals sogar besser als bei der konzerneigenen Redmi-Serie sind. Mit dem neuen Poco M3 Pro bringt das Unternehmen eines der günstigsten 5G-Smartphones auf den Markt und will dabei auch den Technik-Rest nicht zu wenig Beachtung schenken. Entsprechend baut Poco auf Wunsch viel Speicher, einen schnellen und modernen Chipsatz sowie ein 90-Hertz-Display ein. Reicht das, um gegen Konkurrenten wie das Realme 8 5G (Testbericht) zu bestehen?

Beim Design geht das Xiaomi Poco M3 Pro keine neuen Wege: Kunststoff, soweit das Auge reicht. Und das Schlimmste daran: Es stört überhaupt nicht. Denn einerseits ist das in der 200-Euro-Klasse absolut nichts Verwerfliches, außerdem sieht das Smartphone alles andere als billig aus. Im Gegenteil: Rein visuell betrachtet gefällt uns die glänzende Rückseite mit der dank schwarzer Untermalung optisch langgezogene Kameraeinheit und silbernem Poco-Schriftzug ziemlich gut. Dann sieht der Kunststoff wie Glas aus, reflektiert einfallendes Licht je nach Winkel unterschiedlich und wirkt mal blau, mal grau. Bei genauerer Betrachtung sieht man dem Rahmen seinen einfacheren Werkstoff als Erstes an, doch auch hier ist das kein Vergleich zu Modellen von vor einigen Jahren. Selbst der Front mit ihren zwar sichtbaren, aber ausreichend schmalen Rändern um das große Display samt mittig platzierter Punch-Hole-Notch wirkt hochwertiger, als es der Preis vermuten lässt. Lediglich das Kinn unterhalb des Screens ist etwas breiter und verrät die niedrige UVP von knapp 200 Euro. Curved Glas, also seitlich gerundete Displays sucht man hier natürlich vergeblich – das werden viele Interessenten aber sogar begrüßen, denn störende Reflexionen gibt es so nicht.

Erst, wenn man das Poco M3 Pro in die Hand nimmt, spürt man das günstigere Material. Denn während Glas und Metall eine hochwertige Kühle ausstrahlen, bleibt Kunststoff vergleichsweise warm und nimmt die Temperatur der Finger schnell an. Außerdem spürt man unter der Rückseite beim Darüberstreichen mit dem Finger die einzelnen Technik-Komponenten, die direkt darunter liegen. Das wirkt nicht unbedingt sehr hochwertig und deutet die dünne Materialstärke der Rückseite an. Stabil ist das Gerät aber dennoch und im normalen Alltag sollten Nutzer damit kein Problem haben. Außerdem bricht Glas deutlich schneller – schöner ist also nicht unbedingt besser. Ansonsten stimmt die Verarbeitung, nichts wackelt, nichts klappert – vorbildlich. Im Vergleich zum Poco M3 ist das Gerät trotz nahezu gleichgroßem Display kleiner, dünner und leichter geworden.

Es klang schon an: Das Display ist auf dem Papier minimal geschrumpft – nominell nämlich von 6,53 Zoll beim M3 auf 6,5 Zoll beim Poco M3 Pro. Im Alltag wird davon aber niemand etwas bemerken, zumal die Auflösung mit 2400 x 1080 Pixel identisch scharf geblieben ist. Neu ist hingegen die 90-Hertz-Bildwiederholungsfrequenz, das M3 kann nur 60 Hertz. Das Pro-Modell bietet eine dynamische Anpassung der Frequenz zwischen 30, 50, 60 und 90 Hertz, um ein Optimum an flüssiger Wiedergabe bewegter Inhalte sowie Energieverbrauch hinzubekommen. Der Rest ist weitestgehend ähnlich: Gorilla-Glas-3 schützt vor Kratzern, die Helligkeit ist mit 380 cd/m2 etwas niedrig ausgefallen. Hinzu kommt schnelle Abschattung bei spitzen Betrachtungswinkeln – insgesamt ist das Display für die Preisklasse in Ordnung, gehört aber sicherlich nicht zu den besten am Markt.

Bei der Kamera gibt es keine Neuerungen zu berichten. Erneut setzt der Hersteller beim Poco M3 Pro auf ein Trio aus 48-Megapixel-Hauptkamera sowie Makro- und Tiefensensor mit je 2 Megapixel. In unseren Augen ist das nur Geldschneiderei: Auf dem Papier bekommen Kunden eine Triple-Cam, tatsächlich aber nur eine einzelne ordentliche Kamera – Makro- und Tiefensensor sind nur Schmuck am Nachthemd. Wenigstens ein Weitwinkel wäre nett gewesen. Wer deutlich mehr will, sollte einen Blick in unsere Top 10 der besten Smartphones mit optischem Teleobjektiv und Ultraweitwinkel werfen.

Ansonsten passt die Qualität der Hauptkamera. Die Bildschärfe der dank Pixel Binning 12 Megapixel großen Aufnahmen kann sich bei gutem Licht sehen lassen. Die Farbwiedergabe ist ausreichend natürlich und die Bilddynamik ist mit Auto-HDR ordentlich. Bildrauschen ist nur sehr schwach ausgeprägt. Für unter 200 Euro ist das klasse, ohne natürlich an deutlich teurere Modelle heranzukommen. Wie immer trennt sich die Kamera-Spreu bei schlechtem Licht vom Kamera-Weizen. Hier kann auch das Poco M3 Pro nicht überzeugen, es bewegt sich mit deutlich geminderter Schärfe und gestiegenem Rauschen auf Preisniveau. Videos kranken in erster Linie unter der niedrigen Auflösung von maximal 1080p/30, sowohl Qualität als auch Stabilisierung ist davon abgesehen aber für die Preisklasse gelungen.

Selfies zeigen mit ihrem ordentlich abgegrenzten künstlichen Bokeh erneut, dass dafür vernünftige Software und kein dedizierter Tiefensensor nötig ist. Denn das funktioniert bei den ansonsten eher durchschnittlichen Fotos der Frontkamera genauso gut wie bei der Hauptkamera mit so einem Sensor.

Bei der Leistung des eingebauten Chipsatzes ist der Sprung vom Poco M3 zum Poco M3 Pro am größten – auch wenn das Qualcomm-Fans sicherlich nicht gerne hören. Denn im Pro-Modell steckt ein Dimension 700 von Mediatek, der dem Modell zu deutlich mehr Power verhilft. Zusammen mit je nach Version 4/64 oder 6/128 GByte Speicher kommt das Gerät im Work-3.0-Benchmark auf ordentliche 8900 Punkte, 3Dmark Wildlife wollte auf unserem Modell nicht laufen. Im Alltag bestätigt sich das ordentliche Benchmark-Ergebnis, Ruckler gibt es so gut wie gar nicht und auch normale Spiele laufen auf dem Poco-Phone. Nur Highend-Titel verlangen dann doch noch nach mehr Leistung.

Ansonsten ist mal wieder alles Wichtige dabei, was in der 200-Euro-Klasse möglich ist. Das reicht von Wifi 5 bis Bluetooth 5.1, NFC, Infrarot-Port, USB-C (2.0), GPS und sogar einem 3,5-Millimeter-Anschluss. Sogar 5G beherrscht das günstige Smartphone und bringt es so auf eine ganze Latte an Ausstattungspunkten, die vor gar nicht so langer Zeit noch Spitzenmodellen vorbehalten waren. Der Fingerabdrucksensor rechts in der Power-Taste arbeitet ausreichend zuverlässig, auch wenn er nicht der Schnellste ist. Der Monolautsprecher klingt etwas spitz und wenig voll, scheppert aber nicht.

Ab Werk läuft Android 11 auf dem Smartphone, darüber MIUI von Xiaomi mit dem Poco-Launcher. Der orientiert sich stark am originalen Android und wirft somit wenig Fragen auf. Etwas schade finden wir die zunehmende Zahl an Bloatware-Apps, die vom Hersteller installiert werden. Allein die Ali-Express-App verschlingt fast 300 MByte, die meisten dieser Apps lassen sich aber einfach deinstallieren. Der Sicherheits-Patch stammt von April 2021 und ist damit gerade noch aktuell genug. Im Rahmen seiner 2-Monats-Updates sollte Xiaomi bald eine aktuellere Version zur Verfügung stellen.

5000 statt 6000 mAh wie im M3 leiste der Akku des Poco M3 Pro. Das ist eine ordentliche Schippe weniger, dafür ist das Smartphone handlicher geworden und 5000 mAh sind alles andere als schlecht. Im Battery Test von PCmark hielt das Modell daher im 90-Hertz-Betrieb gute 12 Stunden durch und ermöglicht auf den Alltag übertragen in den meisten Fällen 2 Tage ohne Nachladen. Das gelingt mittels des 22,5-Watt-Laders aus dem Lieferumfang in rund einer Stunde, die maximale Ladeleistung des Poco M3 Pro beträgt nur 18 Watt.

Das Poco M3 Pro gibt es in Gelb, Schwarz und Blau. Außerdem besteht die Wahl zwischen 4/64 GByte und 6/128 GByte Speicher. Die UVP beginnt bei 199 Euro. Zum Testzeitpunkt gibt es die 4/64-GByte-Version bereits für 179, die größere Speicherversion schon für 199 Euro.

Mit dem M3 Pro stellt Poco wieder einmal klar: Wir bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und wer uns schlagen will, der muss sich warm anziehen! Das günstige Smartphone hat ein ordentliches Display mit flüssigen 90 Hertz, schickes Design trotz Kunststoff only, viel Rechenleistung fürs Geld und sogar ordentlichen Speicher. Hinzu kommt sogar 5G und gute Akkuausdauer – das ist schwer zu schlagen, zumal das Poco M3 Pro damit nicht nur insgesamt gut dasteht, sondern zu den günstigsten 5G-Smartphones zählt. Nur bei der Kamera gibt es Luft nach oben. Preislich kann da nur das Realme 8 5G (Testbericht) mithalten, die restliche Konkurrenz kommt aus eigenem Hause: Xiaomi Redmi Note 9T (Testbericht) und Xiaomi Redmi Note 10 5G.

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