Xiaomi Pad 5 im Test: Samsung-Killer kostet nur 350 Euro

Xiaomi Pad 5
Pro und Contra
  • starke Performance
  • tolles Display mit 120 Hertz  
  • hochwertige Verarbeitung und edles Design 
  • gutes Preisleistungsverhältnis 
  • kein Fingerabdrucksensor
  • kein Wifi-6
  • 4.5

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Das Xiaomi Pad 5 verspricht ein hervorragendes Preisleistungsverhältnis. Wir zeigen, warum das Android-Tablet eine echte Alternative zu Samsung oder dem iPad ist.

Lange Zeit war es ruhig in der Welt der Tablets (Themenwelt). Apple steht unangefochten als Nummer eins mit dem iPad an der Spitze. Lediglich Samsung traut sich mitunter mit ebenfalls teuren Top-Geräten auf dieses Parkett. Daneben gibt es noch einige günstigere Modelle von Lenovo oder von hierzulande kaum bekannten Herstellern aus Asien. Doch seit einiger Zeit kommt Bewegung in den Markt.

Mit dem Pad 5 hat auch Xiaomi ein starkes Tablet in Deutschland auf den Markt gebracht. Der Hersteller macht sich schon länger bei Smartphones einen Namen, den Riesen wie Samsung mittlerweile zu fürchten wissen. Gelingt das gleiche Kunststück nun mit einem Tablet?

Das Xiaomi Pad 5 hinterlässt gleich auf Anhieb ein sehr hochwertigen Eindruck. Die Rückseite des Gehäuses ist komplett aus Metall gefertigt. Mit der Lackierung in „Cosmic Grey“ (Dunkelgrau) unterstreicht es den edlen Charakter des Tablets. Die Verarbeitung ist tadellos, Spaltmaße fallen keine auf, die Tasten bieten einen soliden Druckpunkt. Das Design des Gehäuses ist geprägt von rechtwinkligen Kanten auf der Rückseite, wie man es von Apple und Samsung bereits kennt. Einen Schutz vor Staub oder Flüssigkeit bietet das Gehäuse aber nicht.

Xiaomi folgt allgemein dem Trend zu 11-Zoll-Tablets, der die 10-Zoll-Modelle zunehmend zurückdrängt. Mit den Abmessungen von 255 x 166 x 6,9 Millimetern fällt es etwas kompakter aus, als das Lenovo Tab P11 Plus (Testbericht), das ebenfalls einen 11-Zoll-Screen aufweist. Mit einem Gewicht von 511 Gramm ist das Pad 5 aber nicht gerade ein Leichtgewicht. Das sind 20 Gramm mehr als beim Tab P11 Plus. Wer das Tablet für längere Zeit in den Händen hält, merkt das auf Dauer.

Verglichen mit einem 10,4-Zoll-Tablet wie dem Samsung Galaxy Tab S6 Lite (Testbericht) ist es knapp 1 Zentimeter breiter – was sich so gut wie gar nicht bemerkbar macht. Etwas untypisch ist die Position der vorderen Kamera für Selfies und Videochats. Diese befindet sich im Displayrand an der kurzen Seite. Viele andere Tablets führen die Linse hingegen auf der langen Seite.

Der Bildschirm des Xiaomi Pad 5 löst mit einer Diagonale von 11 Zoll mit 2560 x 1600 Pixel auf, was eine mehr als ausreichende Bildschärfe mit 274 ppi (Pixel pro Zoll) abliefert. Das liegt leicht über dem Niveau der iPads von Apple und sorgt dafür, dass Pixel so gut wie gar nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen sind.

Während immer mehr Smartphones auf OLED-Technologie umstellen, ist IPS-LCD nach wie vor die erste Wahl bei Tablets. So ist es auch beim Xiaomi Pad 5. Eine Besonderheit bringt das Display dennoch mit: 120 Hertz. Während selbst teurere Geräte wie das Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht) oder das iPad standardmäßig mit 60 Hertz flimmern, folgt hier Xiaomi dem Trend bei Smartphones. Die hohe Bildwiedergabe sorgt für eine flüssigere Bilddarstellung beim Scrollen sowie bei Videos oder Spielen. Wer sich einmal an die höhere Bildwiederholfrequenz gewöhnt hat, kehrt nur ungern zu 60 Hertz zurück.

Das Display sorgt auch ohne OLED für eine ausgezeichnete Bildqualität. Farben sind kräftig und lebendig, die Kontraste sowie Sättigung ausgeprägt, die Blickwinkelstabilität ist aus allen Lagen gegeben. Lediglich das teurere iPad Air 4 (Testbericht) hat bei Sättigung, Helligkeit und Kontrasten die Nase hauchdünn vorn. Das zeigt sich besonders bei Filmszenen mit dunklem Hintergrund, die beim Apple-Tablet noch deutlicher zu erkennen sind.

Die maximale Helligkeit beträgt manuell sowie mit Automatik knapp 500 cd/m². Das ist ein ausgezeichneter Wert für ein Tablet und liegt auf dem Niveau der teureren Modelle Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht) sowie dem iPad Air 4 (Testbericht). Je höher die Helligkeit, desto besser kann man das Tablet auch im Freien nutzen. Das klappt mit dem Xiaomi Pad 5 ziemlich gut. Gelegentlich bietet es sich an, die Helligkeit von Hand hochzuschrauben, da die Automatik etwas träge reagiert. Selbst bei Sonnenschein kann man damit Texte gut lesen, etwas schwieriger wird es mit Videoclips bei gutem Wetter. Dann stören starke Reflexionen das Filmerlebnis.

Die Ausstattung bei der Kamera kann sich beim Xiaomi Pad 5 sehen lassen. Die Hauptkamera auf der Rückseite bietet eine Hauptlinse mit 13 Megapixel und f/2.0-Blende. Damit gelingen bei Tageslicht erstaunlich gute Fotoaufnahmen für ein Tablet. Das teurere Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht) ist hier wesentlich schlechter aufgestellt. Die Hauptlinse erlaubt ferner Videoaufzeichnungen bis 4K bei 30 fps. Einen optischen Bildstabilisator gibt es hier nicht – was uns aber wenig überrascht. Praktisch ist zudem der Dokumenten-Modus: Dieser schneidet das Foto von einem Dokument oder einer Buchseite automatisch zu.

Die vordere Linse für Selfies nutzt 8 Megapixel und erlaubt eine Entsperrung des Geräts mittels Gesichtserkennung. Das klappt erstaunlich gut, schnell und zuverlässig. Allerdings raten wir aus Sicherheitsgründen eher zu einer Displaysperre mit PIN, da die Gesichtserkennung auf Basis von 2D-Technologie mit Bildern getäuscht werden könnte.

Die Bildqualität bei Selfies und Videochats ist absolut zufriedenstellend. Etwas ungewöhnlich ist allerdings die Position der Frontkamera – diese liegt auf der kurzen Seite. Hält man das Tablet im Querformat vor sich, ist es schwierig, sich mittig auf das Motiv zu platzieren. Das Gleiche gilt für Videochats mit anderen Personen, die einen immer nur aus einer leicht seitlichen Perspektive wahrnehmen.

Herzstück des Xiaomi Pad 5 ist der Qualcomm Snapdragon 860. Im Octacore-SoC (System-on-a-Chip) verrichten ein auf fast 3 GHz hoch getakteter ARM-Cortex-A76-Kern flankiert von drei weiteren Cortex-A76 mit 2,4 GHz die Schwerstarbeit. Für einfachere Aufgaben kommen vier Cortex-A55-Kerne zum Einsatz. Das Rendering von Grafiken übernimmt die integrierte GPU Adreno 640.

Wie viel Power in dem Tablet steckt, zeigt der Benchmark von PCmark Work 3.0: Stolze 11.000 Punkte erreicht das Device. Das Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht) schafft zum Vergleich 8600 Punkte. Die Grafikleistung des Pad 5 ist bei 3Dmark mit 3600 Punkten ebenfalls mehr als ordentlich. Damit gehört das Pad 5 knapp hinter den hochpreisigen Modellen Samsung Galaxy Tab S7+ (Testbericht) und Samsung Galaxy Tab S6 (Testbericht) zu den bisher stärksten Android-Tablets aus unseren Tests.

Gepaart mit den 6 GByte RAM zeigt sich die Leistungsfähigkeit im Alltag durch einen flüssigen und ruckelfreien Betrieb ohne nennenswerte Ladezeiten. Damit eignet sich das Gerät damit auch für Spiele wie Asphalt 9. Der interne Speicher bietet 128 GByte. Eine Erweiterung über Micro-SD-Karten ist allerdings nicht möglich. Wem das zu knapp ist, der greift zur Variante mit 256 GByte für 80 Euro mehr. Großartig sind zudem die Lautsprecher des Pad 5. Diese sorgen für einen satten und räumlichen Stereo-Klang, der beim Medienkonsum gut zum Tragen kommt. Das Pad 5 unterstützt zudem die Bedienung mit einem Eingabestift – dieser gehört aber nicht zum Lieferumfang.

Kommen wir zu den wenigen Schwachstellen: Das Tablet unterstützt nur maximal Wifi-5, aber nicht den aktuellen und schnelleren Standard Wifi-6. Das ist schade – zumal das Gerät ein idealer Kandidat als Tablet fürs Streaming (Ratgeber) wäre, wo ein schnelles WLAN so wichtig ist. Immerhin ist dank Widevine Level 1 die Wiedergabe von Netflix-Inhalten in Full HD möglich.

Update 01.08.2022: Seit dem letzten System-Update zeigt Netflix nur noch Widevine Level 3 an, was eine miese SD-Auflösung von 720 x 480p zufolge hat. In unserem Fall haben wir dann eine Bildschirmsperre via PIN eingerichtet, danach Netflix deinstalliert und wieder neu heruntergeladen. Jetzt zeigt die App beim Pad 5 wieder Widevine Level 1 an und gibt Inhalte in Full-HD wieder. Wir bleiben aber an dem Problem dran und geben bei Gelegenheit ein Update.

Bluetooth ist mit Version 5.0 auf einem hinreichend aktuellem Stand. Ebenfalls ein Opfer von möglichen Einsparmaßnahmen bei der sonst guten Hardware ist der USB-C-Anschluss. Dieser unterstützt nur den langsameren Standard USB 2.0. Im Alltag spielt das an sich keine große Rolle, wer aber doch einmal größere Datenmengen zwischen Tablet und einem Computer übertragen möchte, wird sich Zeit nehmen müssen. Ein Fingerabdrucksensor wäre schön gewesen, gehört aber bei der Konkurrenz in dieser Preisklasse selten zur Ausstattung.

Als Betriebssystem läuft Android 11 mit der bereits bei Smartphones von Xiaomi bewährten Benutzeroberfläche MIUI 12.5.8. Wer damit vertraut ist, findet sich sofort zurecht. Neueinsteiger von Lenovo oder Samsung müssen beachten, dass der App-Drawer standardmäßig deaktiviert ist. Kurze Zeit nach Testbeginn hat das Pad 5 ein Update für MIUI 13.0.3 erhalten. Der Sicherheitspatch stammt von Januar 2022. Ein Android 12-Update (Ratgeber) soll in den nächsten Wochen folgen.

Der Lithium-Polymer-Akku (LiPo) des Pad 5 fasst 8720 mAh. Im Battery Test von PCmark hielt das Tablet damit gut 10 Stunden durch, bevor der Akkustand auf unter 20 Prozent gesunken ist. Damit liegt das leistungsstarke Tablet auf Augenhöhe mit der Konkurrenz von Lenovo, Samsung und Huawei.

Zum Laden legt Xiaomi ein Schnellladenetzteil mit 20 Watt bei. Das ist zwar nicht mehr die Spitze der Eisbergs bei kabelgebundenem Laden, aber deutlich flotter als so viele 15-Watt-Netzteile bei Konkurrenten wie dem Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht). Damit ist das Pad 5 in knapp 2 Stunden aufgeladen. Induktives Laden über Qi beherrscht das Gerät aber nicht.

Die UVP für das Xiaomi Pad 5 mit 6 GByte RAM und 128 internem Speicher beträgt 399 Euro. Im Handel sind jedoch längst deutlich günstigere Preise zu finden. Das derzeit beste Angebot findet sich bei Goobo für 329 Euro. Der kostenlose Versand erfolgt aus Spanien. Der nächst günstige Anbieter verlangt ab 339 Euro. Für 256 GByte Speicher sind 390 Euro fällig. Die in China angebotene Version mit 5G gibt es in Deutschland derzeit nicht. Als praktisches Zubehör bietet sich der Stift Xiaomi Stylus Pen an.

Das Xiaomi Pad 5 bietet aktuell das vielleicht beste Preisleistungsverhältnis aller Android-Tablets. Die Leistung liegt nahezu auf Oberklasse-Niveau, bei einem Preis von knapp über 350 Euro. Hier müssen sich also Samsung und Apple künftig warm anziehen. Das Display mit 120 Hertz liefert ein tolles Bild ab, die Verarbeitung, das Design und die Akkulaufzeit überzeugen ebenso. Sogar die Kamera ist für Schnappschüsse mit einem Tablet richtig gut. Etwas merkwürdig bleibt nur die Position der Frontkamera, die eher für den Gebrauch hochkant gedacht zu sein scheint.

Ganz ohne Schwächen kommt das Xiaomi Pad 5 aber nicht aus. So vermissen wir Support für Wifi-6. Ein Fingerabdrucksensor wäre angemessen gewesen. Zudem zeigt sich Xiaomi etwas nachlässig mit regelmäßigen Updates, was der eine oder andere Smartphone-Besitzer bereits kennen dürfte. Wer auf der Suche ist nach einem starken Alleskönner-Tablet mit Android, der für vergleichsweise wenig Geld möglichst viel Leistung haben will, kommt aktuell am Xiaomi Pad 5 aber nicht vorbei. In unseren Augen ist es das derzeit beste Android-Tablet im Preisbereich bis 500 Euro.

Für wen 11 Zoll zu klein sind, der kann einen Blick auf das wuchtige Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht) mit 12,4-Zoll-Display werfen. Wenn das Budget auf maximal 300 Euro begrenzt ist, sind sowohl das Lenovo Tab P11 Plus (Testbericht) als auch das Lenovo Yoga Tab 11 (Testbericht) eine gute Wahl. Für Serienjunkies empfiehlt sich zudem der Ratgeber Netflix & Co.: Die besten Tablets und Chromebooks fürs Streaming.

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