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Mi Band 6 db
Pro und Contra
  • Sehr gutes Display mit hoher Helligkeit
  • Geringe Ladezeit
  • Umfangreiches Trainings- und Aktivitäts-Tracking
  • Akkulaufzeit zu kurz
  • Konservative Kalorienberechnung
  • Teils ungenaue Pulsmessung
  • 4.5

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Das Xiaomi Mi Band 6 ist da. TechStage testet die Neuauflage des beliebten und günstigen Fitness-Trackers und prüft, wie gut das Gerät von Xiaomi ist.

Die Mi-Bands von Xiaomi heizen der Konkurrenz am Markt für Fitness-Tracker ordentlich ein. Ein günstiger Preis, viele Features, ein gutes Display und eine hervorragende Akkulaufzeit verhalfen dem Mi Band zum wiederholten Mal auf die Pole-Position im Niedrigpreissegment. Jetzt hat Xiaomi mit dem Mi Band 6 das neueste Modell auf den Markt gebracht.

Eine Sache fällt beim Vergleich zwischen dem Mi Band 5 und dem Mi Band 6 direkt ins Auge: nämlich nichts. Die beiden Tracker unterscheiden sich optisch praktisch gar nicht voneinander. Lediglich der kreisrunde Touch-Button auf der Unterseite des Displays am Mi Band 5 ist verschwunden. Beide Tracker besitzen AMOLED-Display in einem ovalen Gehäuse und ein Silikonarmband. Allerdings hat Xiaomi dem Mi Band 6 einen größeren Bildschirm verpasst: Statt 1,1 Zoll mit 126 x 294 Pixeln gibt es jetzt 1,56 Zoll mit 152 x 486 Pixeln. Die Beleuchtung ist mit 450 cd/m² bei beiden Modellen gleichgeblieben.

Weil sich das Mi Band 5 und das Mi Band 6 beim Design sehr ähnlich sind, erbt das Mi Band 6 diesbezüglich auch die Vor- und Nachteile des Mi Band 5: Das Display bleibt bei hoher Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar. Wer möchte, kann die Helligkeit regulieren und damit den Akku schonen. Die vom Vorgänger bekannten wechselbaren Display-Themes bleiben ebenfalls erhalten. Xiaomi hat es allerdings versäumt, das Armband anzupassen. Deshalb wirkt es weiterhin eher billig und der Verschluss bleibt gewöhnungsbedürftig. Wer vorher bereits ein Mi Band besessen hat, wird hier aber schnell zurechtkommen und den eher fummeligen Verschluss langfristig nicht als störend empfinden. Außerdem gibt es diverse günstige Wechselarmbänder von Drittanbietern. Die mit dem Mi Band 5 kompatiblen Armbänder passen ebenfalls für das Mi Band 6.

Bei der Einrichtung des Mi Band 6 gibt es keine Unterschiede gegenüber den Vorgängermodellen: Wir installieren die Mi-Fit-App auf unserem Smartphone und koppeln das Mi Band 6 per Bluetooth mit der App. Xiaomi hat für das Mi Band 6 bereits ein Update für die deutsche Sprachversion veröffentlicht, das wir im Anschluss an die Koppelung ganz einfach per Update aufspielen können. Die Lokalisierung kommt nach unserer Erfahrung fehlerfrei daher.

Wir haben die Mi Fit App in anderen Mi-Band-Tests bereits ausführlich besprochen. Deshalb beschränken wir uns an dieser Stelle auf das Wesentliche: Die App funktioniert wie gewohnt und bereitet übersichtlich alle wichtigen Daten wie Schritte, Schlaf, Trainingseinheiten und Aktivität auf. Weil das Mi Band 6 neuerdings auch den Blutsauerstoff misst, finden wir die entsprechenden Messwerte jetzt ebenfalls in der App.

Wir können außerdem wieder bestimmte Aktivitäten und Trainingseinheiten über die App manuell starten. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, Aktivitätsziele und ein Zielkörpergewicht festzulegen.

Beim Aktivitäts-Tracking des Mi Bands hat sich zwischen dem Mi Band 6 und dem Vorgängermodell nicht viel verändert. Wir haben wie gewohnt die Möglichkeit, eigene Aktivitäts- und Schrittziele in der App festzulegen. Das Mi Band informiert uns dann auf Wunsch, sobald wir unsere Ziele erreicht haben. Die App zeigt uns dabei übersichtlich an, an welchen Tagen wir ausreichend Schritte zurückgelegt haben. Wer es schafft, an mehreren Tagen die gesetzten Ziele zu erreichen, startet eine Serie. Die Schritterkennung funktionierte in unserem Test sehr gut und genau. Wir haben im Vergleich zum Kontrollgerät (Garmin Vivoactive 3) nur geringfügige einstellige Abweichungen feststellen können. Hier hat Xiaomi im Vergleich zum Vorgänger offensichtlich nachgebessert.

Das Mi Band 6 misst unseren Puls bei Aktivität in bestimmten Zeitabständen, die wir über die App einstellen können. Wer möchte, kann auch eine manuelle Pulsmessung aktivieren, damit der Tracker nur auf Wunsch die Herzfrequenz aufzeichnet. Neben der Pulsmessung können wir auch eine permanente Stressüberwachung einschalten, die alle fünf Minuten unseren Stresswert bestimmt. Das kann hilfreich sein, wenn wir über einen längeren Zeitraum unseren Stresslevel überwachen und konkrete Unregelmäßigkeiten feststellen wollen. Dafür sind aber eine ausreichende Menge an Messungen erforderlich. Die permanente Stressüberwachung geht auch zulasten der Akkulaufzeit, weshalb Nutzer überlegen sollten, ob sie dieses Feature wirklich brauchen.

Neben dem reinen Aktivitäts-Tracking können wir das Mi Band 6 selbstverständlich auch für die Aufzeichnung von Trainingseinheiten verwenden. Dabei stehen uns diverse Sportprofile zur Auswahl, die wir auch schon vom Mi Band 5 kennen. Standards wie Laufen, Schwimmen und Radfahren sind wieder ebenso mit an Bord wie Yoga, Seilspringen oder Boxen. Die Auswahl ist groß und wer das passende Profil nicht findet, kann sich mit der Freistil-Option behelfen.

Allerdings variiert die Tracking-Leistung der Trainings je nach Sportart: Während sich gleichmäßige Lauf- und vergleichbare Cardio-Einheiten sehr gut aufzeichnen lassen, hat das Mi Band 6 wie viele vergleichbare Konkurrenzprodukte bei Trainings mit stark variierender Herzfrequenz seine Schwierigkeiten. Die Messung einer Crossfit-Einheit entsprach zwar im Großen und Ganzen dem Messergebnis mit Brustgurt, allerdings wichen einzelne Werte im höheren Frequenzbereich deutlich voneinander ab. Der Maximalwert lag beim Mi Band 6 zehn Herzschläge über dem Wert des Brustgurts.

Auf der anderen Seite berechnet das Mi Band 6 den Kalorienbedarf extrem konservativ. Gab die Garmin Vivoactive 3 mit Brustgurt für ein Training 422 kcal aus, notierte das Mi Band nur 347 kcal. Nutzer sollten sich bei einer derartig großen Abweichung also nicht zu deutlich auf die Aussagen zum Kalorienverbrauch verlassen.

Das Mi Band 6 verfügt über eine Wasserdichtigkeit von 5 ATM (40 Meter) und übersteht dementsprechend das Duschen oder Schwimmeinheiten an der Wasseroberfläche, aber keine langen Tauchgänge.

Das Mi Band 6 zeichnet unseren Schlaf im Gegensatz zum Vorgängermodell mittlerweile automatisch auf. Wir müssen das Tracking also nicht erst in der App aktivieren. Das Mi Band misst unsere Schlafphasen, gegliedert in Tiefschlaf, Leichtschlaf sowie Wachphasen und errechnet basierend darauf eine Schlafpunktzahl. Die Ergebnisse können wir in einem entsprechenden Diagramm in der App ablesen. Die App gibt uns wiederum Empfehlungen zur Verbesserung unseres Tiefschlafs und macht Angaben zur Schlafregelmäßigkeit und zum Schlafverhalten im Vergleich mit anderen Nutzern. Auch wenn die Aussagekraft des Schlaf-Trackings mit Geräten wie dem Mi Band immer ein Stück weit begrenzt ist, empfanden wir die Ergebnisse subjektiv zumindest als akkurat und hilfreich.

Das Mi Band 6 stört wie sein Vorgänger beim Schlafen nicht, obwohl das Gehäuse relativ dick ausfällt. Der Wecker, der sich über das Menü des Trackers konfigurieren lässt, weckt zuverlässig per Vibration auch tiefe Schläfer.

Wer möchte, kann sich eine Reihe von Zusatzfunktionen des Mi Band 6 zunutze machen, von denen die meisten schon beim Mi Band 5 verfügbar waren: Die Möglichkeit, eine Atemübung zur Stressreduktion auszuführen, ist ebenso wieder mit dabei wie die Aufzeichnung des Menstruationszyklus für weibliche Nutzer. Erfreulich: Die Musiksteuerung des Mi Band 6 funktioniert jetzt auch, wenn wir gleichzeitig die Trainingsaufzeichnung aktiviert haben. Außerdem gibt es erstmals die Möglichkeit, über die integrierte Benachrichtigungsfunktion vorgefertigte SMS-Antworten zu verschicken.

War die Akkulaufzeit noch einer der großen Vorteile beim Mi Band 4, musste der Tracker in der fünften Auflage bereits ein paar Federn lassen. Das Mi Band 5 hielt in unserem damaligen Test etwas weniger lange durch als das Mi Band 4, was auch an der geringeren Akkukapazität und dem helleren Display lag. Das Mi Band 6 muss mit seinem größeren Display noch einmal etwas Akkulaufzeit einbüßen.

Wir haben das Mi Band 6 erneut mit dauerhafter Pulsmessung, aktivierten Benachrichtigungen, Schlaf-Tracking und fünf einstündigen Trainingseinheiten pro Woche getestet. Der Tracker hielt dabei knapp zehn Tage durch. Damit liegt das Mi Band 6 leicht hinter dem Mi Band 5 zurück.

Das Laden des Akkus hat sich ansonsten im Vergleich zum Mi Band 5 nicht verändert. Wir können den Tracker aus dem Armband lösen und mit dem beiliegenden Ladekabel an einem USB-Port aufladen. Der Akku ist innerhalb von rund anderthalb Stunden aufgeladen – erneut kein Unterschied gegenüber dem Vorgänger.

Wer einen günstigen Fitness-Tracker sucht, ist beim Mi Band 6 wieder einmal an der richtigen Adresse. Xiaomi bietet den Tracker für rund 45 Euro an. Die chinesische Version kostet 35 Euro. Die internationale Version ist allerdings bereits für knapp unter 40 Euro erhältlich und ist damit etwas günstiger zu haben als das Huawei Band 6 (Testbericht) und das Honor Band 6 (Testbericht). Und natürlich gibt es immer noch die Vorgänger, die sehr preiswert zu bekommen sind.

Das Mi Band 6 unterscheidet sich vor allem in einem wesentlichen Punkt vom Vorgänger, nämlich beim Display. Das ist ein ganzes Stück größer, belastet dafür aber auch stärker den Akku, der demgegenüber nicht an Kapazität zugelegt hat. Darüber hinaus hat Xiaomi das Portfolio an Trainingsmöglichkeiten erweitert.

Wer einen günstigen Fitness-Tracker sucht, der mit umfangreichen Tracking-Optionen und einem ausgezeichneten Display punkten kann, macht mit dem Mi Band 6 definitiv nichts falsch. Leider gibt der Hersteller erneut den Akkuvorteil des Mi Band 4 (Testbericht) auf – hier wäre etwas mehr Kapazität wünschenswert gewesen.

Trotzdem kann sich das Mi Band 6 mit der Konkurrenz messen. Angesichts der geringen Preisunterschiede zum Huawei Band 6 und dem Honor Band 6 solltet ihr euch die Vor- und Nachteile aller drei Tracker noch einmal im Detail anschauen, um eine informierte Kaufentscheidung für eines der günstigen Geräte treffen zu können.

Der Test zum Xiaomi Mi Band 6 erscheint in unserer Themenwelt Fitness-Tracker. Dort haben wir bereits Geräte wie den Honor Band 6 (Testbericht), Huawei Band 6 (Testbericht), Amazfit Band 5 (Testbericht) Polar Variety Sense (Testbericht) oder Fitbit Inspire 2 (Testbericht) getestet. Noch mehr Geräte stecken in unserer Bestenliste: Top 10 der Fitness-Tracker. Wer lieber eine komplette Uhr möchte, dem empfehlen wir unsere Bestenliste zu den Sportuhren.

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