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Xiaomi Mi A2 im Test: Android One unter 200 Euro
Pro und Contra
  • hohe Verarbeitungsqualität
  • helles Display
  • Updates und Upgrades mit Android One
  • geringe Akkulaufzeit
  • Kamera steht weit aus dem Gehäuse heraus
  • 4.0

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Das Xiaomi Mi A2 kommt mit guter Hardware und Android One zum Preis von unter 200 Euro. Wie es sich schlägt, zeigt der Test von TechStage.

Optisch setzt das Xiaomi Mi A2 kaum eigene Akzente. Es könnte von jedem beliebigen Hersteller kommen, so generisch ist sein Aussehen. Anders als bei anderen Smartphones, dem HTC U12 Life (Testbericht) beispielsweise, ist die hauptsächlich aus Aluminium bestehende Rückseite aalglatt und nicht geriffelt. Dadurch rutscht es leicht aus der Hand. Positiv: Fingerabdrücke sind auf der matten Oberfläche kaum sichtbar.

Mit einer Display-Diagonalen von 5,99 Zoll und einer Höhe von 158,7 mm zählt das Xiaomi Mi A2 zu den größten Smartphones mit Android One. Das technisch vergleichbare BQ Aquaris X2 Pro (Testbericht) liegt mit seinen 150 mm Höhe deutlich kompakter in der Hand. Dafür ist es 1 mm dicker.

Das Xiaomi Mi A2 lässt sich mit einer Hand kaum bedienen. Das liegt unter anderem am klassischen Design. Die Ränder links und rechts um das Display sind schmal, oben und unten ist noch eine große Fläche. Hier geht Xiaomi einen anderen Weg, als HMD Global mit dem Nokia 7.1 (Testbericht) oder Lenovo mit dem Motorola One (Testbericht) .

Die Verarbeitung des Xiaomi Mi A2 ist insgesamt gut. Alle Übergänge sind nahtlos und ohne harte Kanten. Die Tasten auf der rechten Seite sind ideal platziert und zugänglich für Links- als auch Rechtshänder. Auch der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist bequem zu erreichen. Er funktioniert schnell und zuverlässig.

Im Xiaomi Mi A2 kommt der Snapdragon 660 zum Einsatz. Dem Prozessor mit acht Kernen stehen 4 oder wahlweise 6 GByte RAM zur Seite. Bezüglich seiner Geschwindigkeit steht das Xiaomi Mi A2 im Vergleich zu anderen Smartphones sehr gut da. In vielen Bereichen schneidet es sogar besser ab, wie die Vergleichstabelle zeigt. Auch die Bedienung funktioniert schnell und flüssig, Ruckler oder Verzögerungen bei Animationen oder App-Starts sind nicht vorhanden.

ProduktAntutu BenchmarkVRMark
HerstellerSmartphoneTestdatumPreis in EuroCPUGPUUXMEMScoreBildrate in FPSGesamtscore
ASUSZenFone 5September 2018399 €63.23219.60945.5668.437139.0598 fps674
BQ MobileAquaris X2 ProOktober 2018399 €65.76830.75239.5047.564143.58812 fps1.009
BQ MobileAquaris X2Oktober 2018319 €56.26921.33732.7276.294116.6286 fps683
HMD GlobalNokia 7.1November 2018339 €55.87121.28632.7886.243116.1888 fps678
HTCHTC U12 LifeNovember 2018349 €56.21421.32732.9536.673117.1678 fps673
LenovoMotorola Moto Z3 PlayJuli 2018499 €52.91121.21232.1646.653112.948 fps692
LenovoMotorola OneOktober 2018299 €38.5512.94622.0747.98481.5546 fps471
Samsung ElectronicsGalaxy A6+Juni 2018369 €33.06312.02517.8764.63667.65 fps436
Samsung ElectronicsGalaxy A6Juli 2018299 €32.6698.29216.5095.54963.0193 fps289
Samsung ElectronicsGalaxy A8August 2018449 €52.26925.85431.6856.034115.84212 fps990
SonyXperia XA2 PlusSeptember 2018369 €26.47619.62720.5835.15171.8376 fps856
TCL CommunicationsBlackBerry Key 2Juli 2018649 €64.92527.41837.9597.063137.36511 fps922
XiaomiMi A2November 2018199 €58.0129.67537.8785.227132.86712 fps996

Im Benchmark von Antutu erzielt das Xiaomi Mi A2 einen Wert von 132.000 Punkten. Das Mi A2 ist doppelt so schnell wie das Samsung Galaxy A6 (Testbericht) , allerdings 7,3 Prozent langsamer als das BQ Aquaris X2 Pro. Letzteres läuft ebenfalls mit dem gleichen Prozessor und ähnlich viel RAM. Das Pocophone F1 von Xiaomi (Testbericht) , der etwa 100 Euro teurere Bruder, hat einen Leistungsvorsprung von gut 100 Prozent.

Der Speicher des Xiaomi Mi A2 ist 64 GByte groß. Dem Nutzer stehen davon etwa 43 GByte für seine Daten zur Verfügung. Das entspricht einem Anteil von 68 Prozent, das ist schlechter als der Durchschnitt von 72 Prozent in dieser Preisklasse. Beim Huawei Mate 20 Lite (Testbericht) stehen beispielsweise 74 Prozent bereit, sprich 47 von 64 GByte. Wem der Speicher zu wenig ist, sollte beim Kauf die passende Speicherversion auswählen, denn eine Erweiterung per Micro-SD-Karte ist nicht möglich. Eine zweite Nano-SIM-Karte nimmt das Telefon dagegen auf und telefoniert über Dual-SIM.

Das Display des Mi A2 ist 5,99 Zoll in der Diagonale groß und löst Full-High-Definition+ auf, das sind 2160 [×] 1080 Pixel im Bildverhältnis von 18:9 respektive 2:1. Bei einer Darstellung von insgesamt 2,3 Millionen Pixeln beträgt die Punktdichte 403 Pixel pro Zoll (ppi). Damit ist die Bildschärfe mehr als ausreichend für den alltäglichen Gebrauch, für VR-Inhalte reicht es allerdings nicht. Die Helligkeit mit gemessenen 488 cd/m2 ist hoch und deutlich besser, als bei den meisten Geräten der Mittelklasse.

Auf der Rückseite des Xiaomi Mi A2 sitzt eine massiv aus dem Gehäuse stehende Dualkamera mit 20 und 12 Megapixel. Die Assistenzkamera liefert Informationen zur räumlichen Tiefe und ermöglicht so einen Bokeh-Effekt mit verschwommenem Hintergrund. Bei feineren Elementen macht die Kamera ab und zu Fehler, weshalb oft ein zweiter oder dritter Versuch notwendig ist. Die Kamera im Xiaomi Mi A2 nimmt ansprechende Bilder bei gutem Licht auf. HDR-Fotos weisen deutlich mehr Schärfe auf, als Bilder aus dem Standardmodus. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen enttäuscht die Kamera des Xiaomi Mi A2 nicht und schafft es, gut belichtete Fotos mit guten Details und ohne Verlust der Farbsättigung aufzunehmen.

Die Besonderheit des Xiaomi Mi A2 ist sein Betriebssystem: Android One. Im Gegensatz zum normalen Android kommt diese spezielle Ausführung mit einer Garantie für Updates und Upgrades. Reguläre Software-Aktualisierungen sollen auf drei Jahre folgen, neue Versionen soll der Nutzer immerhin zwei Jahre nach der Marktverfügbarkeit (Sommer 2018) erhalten. Derzeit läuft das Testgerät noch mit Android 8.1 Oreo – ein Upgrade auf Android 9 Pie wird in dieser Woche bereits ausgerollt und die ersten Mi-A2-Smartphones aktualisieren. Der Sicherheits-Patch ist vom 1. November.

Neben einer sauberen und werbefreien Software glänzt das System zudem mit wenigen Eigen-Apps. Dabei sind zwei Google-Tastaturen, eine App zum Austausch von Daten sowie eine App zum Steuern von Heimgeräten wie Fernseher und Co. Das Xiaomi Mi A2 nutzt die Schnittstelle Infrarot.

Zum Lieferumfang des Xiaomi Mi A2 gehören Smartphone, USB-C-Kabel, Schnellladegerät und Adapter für 3,5-mm-Klinke auf USB Type-C. Einen analogen Anschluss zum Verbinden von Kopfhörern hat das Xiaomi-Telefon nicht. Wer den Akku laden und zeitgleich Musik über Kopfhörer hören möchte, braucht einen gesonderten Adapter. TechStage hat solche Adapter für unterschiedliche Geräte getestet: Vergleichstest – 2-in-1-Adapter mit USB Type-C und 3,5 mm.

Neben der Garantiekarte liegt im Lieferumfang noch eine Schutzhülle aus Silikon bei. Das kabelgebundene Laden des 3010-mAh-Akkus dauerte im Test rund eine Stunde und 40 Minuten. Nach einer Ladezeit von 30 Minuten erreichte der Akku einen Stand von 37 Prozent. Der Akku hält bei gewöhnlicher Nutzung weniger als einen Tag. Im Test mit einem kontinuierlich laufenden Video bei maximaler Display-Helligkeit hat es 6 Stunden und 21 Minuten mit einer einzigen Akkuladung erreicht. Das BQ Aquaris X2 Pro kommt hier auf fast 12 Stunden.

Das Mi A2 von Xiaomi bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für unter 200 Euro (in China-Shops manchmal günstiger) bekommt der Nutzer eine gute Hardware mit großem und hellem Display. Darüber hinaus ist eine hohe Verarbeitungsqualität gegeben. Die Kamera macht schöne Fotos, guckt aber unschön und unpraktisch aus dem Gehäuse heraus. Enttäuschend dagegen ist der Akku mit seiner geringen Laufzeit im Videotest. Das Aquaris X2 Pro toppt das Mi A2 in nahezu allen Szenarien und bietet sogar einen Klinkenanschluss mit 3,5 mm. Dafür kostet es aber auch 200 Euro mehr.

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