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Xiaomi Mi 11 Ultra
Pro und Contra
  • Tolle Kamera
  • Schick und schnell
  • Display klasse, Zweitdisplay nett
  • Nur USB-C-2.0
  • Kameramodul ragt weit aus Rückseite
  • 5.0

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Xiaomi hat das Spitzenmodell der Mi-11-Reihe in den Handel gebracht, das Mi 11 Ultra. Das Gerät bietet in allen Bereichen das Beste, was der Hersteller zu bieten hat. Reicht das, um die Konkurrenz zu überflügeln?

Das Xiaomi Mi 10 Pro (Testbericht) zeigte im vergangenen Jahr, wo die Reise für den Hersteller hingehen soll: An die Spitze. Ganz oben angekommen war das Modell aber noch nicht, denn dafür störten Kleinigkeiten wie mangelnde IP-Zertifizierung, USB 2.0 und zu geringe Nachtqualitäten der Kamera. Der Preis war hingegen schon deutlich höher als bei den Vorgängermodellen. Jetzt hat Xiaomi sein neuestes Topmodell in den Ring geworfen. Das Xiaomi Mi 11 Ultra hat nicht nur einen anderen Namenszusatz und lehnt sich daher mehr an einen der ärgsten Konkurrenten, das Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht), an, es macht auch einiges besser als der sehr gute Vorgänger. Allerdings gibt es jetzt auch beim Preis viel mehr Ähnlichkeiten zu Samsung, als Kunden lieb sein dürfte: Satte 1200 Euro verlangt der Hersteller hierzulande für das Spitzenmodell.

Eine Pro-Version gibt es vom Mi 11 übrigens auch, allerdings derzeit offiziell nur in China. Technisch gibt es nur wenige Unterschiede, darunter vor allem das fehlende Zweitdisplay und andere Sensoren für die Kameras – in beiden Fällen hat das europäische Ultra-Modell die Nase vorn. Wir haben im Test überprüft, ob sich Xiaomi damit erstmals vor Samsung schieben kann.

Design

Beim Design hat sich vorn erst einmal wenig getan – wie auch, schließlich sind hier fast alle Smartphones gleich. Xiaomi setzt beim Mi 11 Ultra wieder auf zu den Längsseiten gebogenes Curved-Glas, also ist auch das Display selbst an den Rändern leicht gebogen. Das führt allerdings kaum zu störenden Spiegelungen. Stattdessen erreicht der Hersteller sein eigentliches Ziel: Das Mi 11 Ultra wirkt allein schon durch das Curved-Display hochwertig. Hinzu kommen enorm schmale Ränder - ganz so, wie es sich für ein Spitzen-Smartphone gehört. Nicht ganz perfekt: Der Rand ist unterhalb des großen Screens minimal breiter als an den anderen Seiten, außerdem ist der Radius der Screen-Rundungen flacher als der Radius der Gehäuse-Ecken – das wirkt nicht ganz stimmig. Letztendlich ist das aber Meckern auf sehr hohem Niveau.

Den Übergang von der Front zur Rückseite hat Xiaomi klasse hinbekommen. Einzig spürbar ist hier die minimal scharfkantige Schutzfolie, die trotz der Verwendung von Gorilla Glas Victus auf dem Display klebt. Ansonsten ist er perfekt – und das trotz drei verschiedener Materialien. Denn während die Front wie erwähnt von Glas bedeckt wird und der Rahmen aus Metall besteht, setzt der Hersteller für die Rückseite auf Keramik. Dieses Material verwenden nur wenige Hersteller. Tatsächlich ist ein Unterschied zu Glas weder zu sehen, noch zu spüren, allerdings soll es unter bestimmten Umständen widerstandsfähiger sein. Schick ist es so oder so, zumindest wenn man auf glänzende Oberflächen steht. Nachteil ist die hohe Anfälligkeit für Schmutz und Abdrücke. Wer sein Smartphone nicht regelmäßig putzen will sollte alternativ zu einer Schutzhülle greifen. An der perfekten Verarbeitungsqualität des Mi 11 Ultra ändert das alles nichts – hier quietscht nichts, die Tasten sind optimal in den Rahmen eingesetzt, wackeln nicht und lassen sich hervorragend bedienen. Zudem kommt das Mi 11 Ultra endlich mit IP-68-Zertifizierung und ist somit gegen Staub und Wasser geschützt. Einzige unrühmliche Ausnahme von der guten Verarbeitung: Schüttelt man das Smartphone, hört man erstaunlich laute Klappergeräusche. Eine Ursache konnten wir nicht ausmachen. Ähnliches stellten wir seinerzeit beim Samsung Galaxy Note 20 Ultra (Testbericht) und beim Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) fest, die wie das Mi 11 Ultra mit Periskop-Zoom ausgestattet sind.

Doch während wir hier über Material und Verarbeitung dozieren, haben wir den Elefanten im Raum geschickt umschifft: die Kameraeinheit. Sie ist so groß und klobig wie bislang in keinem anderen Smartphone auf dem Markt. Sie nimmt in etwa ein Viertel der Gehäuserückseite ein und steht daraus unglaubliche 4 Millimeter hervor – das ist ein Negativrekord und selbst mit Schutzhülle sticht der Aufbau immer noch heraus. Ein Gutes hat die über die ganze Breite des Gehäuses ausufernde, rechteckige Kameraeinheit: Auf einem Tisch liegend kippelt bei der Bedienung nichts. Gründe für den Riesenwuchs gibt es ebenfalls: Einerseits baut Xiaomi einen der größten Kamerasensoren überhaupt in das Smartphone ein, außerdem ein zweites Display, das in das Kameramodul integriert ist – mehr dazu später.

Bei allen Superlativen hat das natürlich auch Nachteile. Neben der bereits erwähnten optischen Adipositas wiegt das Xiaomi Mi 11 Ultra satte 234 Gramm – das ist eine ganze Menge. Dank der tollen Verarbeitung liegt das Gerät aber dennoch ausreichend gut in der Hand, obwohl es insgesamt ziemlich wuchtig ist.

Beim Display des Mi 11 Ultra lässt es Xiaomi richtig krachen. Es misst 6,8 Zoll, bietet 3200 x 1440 Pixel (515 Pixel pro Zoll) und setzt auf OLED-Technik. Zudem beherrscht es nicht nur 120-Hertz-Wiedergabe, sondern verfügt außerdem über eine Abtastrate von satten 480 Hertz. Das macht sich in der Theorie besonders bei schnellen Spielen positiv bemerkbar – im Alltag merkt man davon aber nicht. Hier reagiert der Screen genauso schnell, wie man es von einem Spitzen-Smartphone erwartet. Auch von der automatischen Regulierung der Wiedergabefrequenz von 30 bis 120 Hertz bekommt der Nutzer nichts mit. Er bekommt immer den besten Kompromiss aus Stromsparen und flüssiger Darstellung - abhängig von der jeweiligen Nutzung.

Dank HDR10+ wird der Screen punktuell sicherlich noch heller, schließlich spricht der Hersteller von bis zu 1700 cd/m2. Gemessen haben wir im Test allerdings eine auch so nicht zu verachtende maximale Helligkeit von sehr guten 835 cd/m2 im Automatik- und 460 Candela im manuellen Modus. Farben wirken sehr natürlich, aber dennoch kräftig. Der Schwarzwert ist wie von OLED gewohnt hervorragend, ebenso wie die Blickwinkelstabilität. Insgesamt lässt sich der Screen des Xiaomi Mi 11 Ultra auch draußen im Sommer gut ablesen. Einstellungsmöglichkeiten bietet der Screen zudem ebenfalls mannigfaltig. So gibt es einen Anti-Flackermodus für gedimmte Darstellung, einen Lesemodus, Anpassungsmöglichkeiten für die Farbsättigung inklusive Automatikmodus, die Bildschirmauflösung lässt sich anpassen (auch mit Automatikmodus), hinzu kommen AI-Bilder-Engine, Textgröße, VR-Modus und vieles mehr. Ein echtes, also dauerhaftes Always-on-Display (AOD) gibt es dank MIUI 12.5 inzwischen ebenfalls – auch für das zweite Display.

Zweites Display? Ja genau. Das steckt wie bereits angedeutet in der Kameraeinheit und dient dort für Selfies mit der Hauptkamera als Sucher – oder eben als AOD, wenn das Smartphone auf dem Display liegt. Dann wird es auf Wunsch durch doppeltes Antippen aktiviert und wird dann nach spätestens nach 30 Sekunden wieder abgeschaltet – so gesehen ist Always-on-Display eigentlich falsch. Cool ist es aber trotzdem. Hierbei handelt es sich übrigens ebenfalls um ein OLED-Display, wie es bereits im Mi Band 5 (Testbericht) zum Einsatz kommt. Entsprechend ist der zweite Screen mit 1,1 Zoll geradezu winzig – die mit 294 x 126 Pixel absolut gesehene Auflösung stört dadurch aber nicht, die Bildschärfe ist mit 290 Pixel pro Zoll bei der geringen Bildgröße völlig ausreichend. Insgesamt zaubert Xiaomi eine tolle Display-Combo in das Mi 11 Ultra.

Kamera

Bei so einem Kamerabuckel müssen die Kameras des Xiaomi Mi 11 Ultra ja gut sein. Der Hersteller setzt auf eine Triple-Cam mit Tele- und Weitwinkelobjektiv, weitere, unnütze Linsen wie Makro- oder Tiefensensor baut Xiaomi gar nicht erst ein. Beim Hauptsensor setzt der chinesische Hersteller auf einen mit Samsung zusammen entwickelten Isocell-GN2-Sensor mit 50 Megapixel mit – zumindest auf dem Papier – erstaunlich lichtschwacher f/2.0-Blende. Wett macht er das mit besonders großen Pixeln: Physikalisch ist jeder Pixel stolze 1,4 Micrometer groß, dank 4:1-Pixel Binning sogar 2,8 Micrometer. Außerdem ist ein optischer Bildstabilisator (OIS) installiert. Möglich macht das die für ein Smartphone sehr große Sensorfläche von 1/1,12 Zoll.

Das macht sich positiv bemerkbar. Je nach Einstellung werden Bilder gerade im AI-Modus sehr farbgesättigt dargestellt, nach einem zwischenzeitlichen Update wurde das aber offenbar etwas reduziert – zu Recht. Davon abgesehen gefallen uns das jetzt sehr schwach ausgeprägte Bildrauschen sehr gut, ebenso die Bilddynamik im Auto-HDR-Modus. Die Bildschärfe geht in Ordnung, auch hier hat Xiaomi offenbar noch einmal Hand angelegt. Insgesamt wirken Aufnahmen mit der Hauptkamera sehr lebendig. Besonders gut gefällt uns das sämige Bokeh, das Xiaomi nach zwischenzeitlicher Reduzierung wieder voll ausgepackt hat. Vorder- und Hintergrund werden hier stark voneinander abgegrenzt, so stark macht das kaum ein anderer Hersteller. So sehen Fotos vor allem in der Vollbildbetrachtung imposant aus, ohne in der Detailbetrachtung neue Schärferekorde zu brechen.

Anders sieht das bei Nutzung der vollen 50 Megapixel aus, hier kann man anschließend enorm weit hereinzoomen und hat immer noch gestochen scharfe Aufnahmen vor sich. Selbst mit wenig Licht kommt die Kamera in der Voreinstellung jetzt aber ebenfalls klar. Besonders im Nachtmodus gelingen im Vergleich zum Vorgänger Mi 10 Pro (Testbericht) erstaunlich scharfe Aufnahmen mit vielen Bildinformation und vergleichsweise wenig Bildrauschen. Die Aufhellung bleibt moderat und halbwegs natürlich.

Als zweite Kamera setzt Xiaomi beim Mi 11 Ultra auf eine Telebrennweite mit 5-facher Vergrößerung in Periskop-Ausführung mit 48 Megapixel von Sony (IMX586). Neben der verlustfreien Vergrößerung bietet die Kamera zudem einen 120-fachen digitalen Zoom – der wie schon bei Samsung überflüssige Spielerei ist. Denn tatsächlich holt man damit auch bei Xiaomi weit entfernte Dinge überraschend nah heran, die Bildqualität ist dann aber weit davon entfernt, ausdruckbar zu sein. Anders bei der optischen Vergrößerung. Dank OIS gelingen hiermit gestochen scharfe Bilder, die qualitativ deutlich hochwertiger sind, als nachträglich vergrößerte Aufnahmen der Hauptkamera. Hier liegt Xiaomi erstmals gleichauf mit Samsung. Das gilt auch für den 10-fachen Hybrid-Zoom, der immer noch sehr scharf und detailliert ist, auch wenn hier im Detail Abstriche im Vergleich zur 5-fachen Vergrößerung hingenommen werden müssen.

Für Weitwinkelaufnahmen setzt Xiaomi ebenfalls auf den Sony IMX586 mit 48 Megapixel, allerdings fehlt hier ein optischer Bildstabilisator. Generell fehlt es im Vergleich zum Teleobjektiv an Bildschärfe - das sieht man in der Vollbildbetrachtung und erst recht in der Vergrößerung. Insgesamt ist die Bildqualität gerade in Hinblick auf Bilddynamik und Bildrauschen allerdings gut. Verzeichnungen an den Rändern halten sich in Grenzen. Gut gefallen haben uns die Übergänge von einem Objektiv zum anderen: Farben, Farbtemperatur und insgesamt die ganze Lichtstimmung bleibt Objektiv-übergreifend erhalten. Die Frontkamera passt qualitativ gut zum Rest, Aufnahmen sind scharf und detailreich. Alternativ gelingen Selfies mit der Hauptkamera – dank des Zweitdisplays. Das muss leider immer erst unter dem Punkt “Vorschau des hinteren Displays” manuell hinzugeschaltet werden, sofern nicht aktiviert wurde, dass die Kamera immer wieder im letzten Zustand gestartet wird. Bei aktivem Zweitdisplay sieht der Nutzer sich selbst – sehr klein, aber ausreichend, um sich in Szene zu setzen. Seltsamerweise funktioniert das nicht im Portrait-Modus, aber auch so erschafft die Mi-11-Kamera wie angesprochen tolles künstliches Bokeh. Updates sollen das Zweitdisplay dann auch im Portrait-Modus nutzbar machen.

Generell störte uns im Betrieb die teilweise doppelte Menüführung. So findet sich der Makromodus etwa über das Android-Hamburger-Menü auf der einen, der 50-Megapixel-Modus hingegen unter “Mehr” auf der anderen Seite des Displays. Das ist allerdings ein generelles Problem der Kameraführung unter Android und nicht Mi-11-spezifisch.

Neben tollen Fotos macht das Spitzenmodell von Xiaomi auch richtig gute Videos. Alle drei Objektive erlauben Aufnahmen in 8K, allerdings nur mit 24 Bildern pro Sekunde. Sinnvoller erscheinen da Aufnahmen in Ultra-HD, also 4K mit wahlweise 30 oder 60 fps. Dank toller Bildstabilisation wirken Aufnahmen sehr ruhig, selbst in Bewegung. Wer noch mehr Stabilisierung will, muss dann auf Auflösung und/oder Frame-Zahl verzichten. Weiterhin schade: Während einer Videoaufnahme ist das Wechseln zwischen den Objektiven nicht möglich. Stattdessen stellt die Kamera-App dem Nutzer einen Zoom-Balken auf der rechten Seite zur Verfügung, mit dessen Hilfe er stufenlos in den Weitwinkelbereich und bis zu 6-facher-Vergrößerung wechseln kann. Die schlechte Bildqualität bei maximalem Zoom belegt aber klar, dass hier ausschließlich digital gezoomt wird.

Insgesamt bietet das Xiaomi Mi 11 Ultra eine Kamera, die auf dem Spitzenniveau des Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) liegt. DxOmark sieht das Xiaomi-Modell sogar vorn.

Ausstattung

Antrieb für das Xiaomi Mi 11 Ultra ist – wie könnte es anders sein – der aktuell schnellste in Android-Smartphones anzutreffende Chipsatz: der Qualcomm Snapdragon 888. Er verwendet einen einzelnen, auf ARM-Cortex-X1-Architektur basierenden Prime Core, der eine Taktfrequenz von bis zu 2,84 GHz erreicht und kombiniert ihn mit drei A78-basierten Leistungs-Kernen mit bis zu 2,42 GHz sowie vier A55-Kernen mit bis zu 1,8 GHz für einfache Aufgaben und zum Stromsparen. Als Grafikeinheit steckt im Snapdragon 888 eine leistungsstarke Adreno 660, die nach Angaben von Qualcomm 35 Prozent mehr Leistung und 20 Prozent weniger Stromverbraucht im Vergleich zum Vorgänger Adreno 650 aufweist. Zudem gibt es diverse Verbesserungen für OLED-Screens, Fortschritte bei der Bildqualität und Neuerungen bei Demura und besserem Subpixel-Rendering.

Das alles sorgt in Kombination mit stolzen 12 GByte RAM für sehr gute Ergebnisse in Benchmarks und flüssige Bedienung im Alltag unter allen Umständen. In Work 3.0 von PCmark erreicht das Gerät stramme 14.000 Punkte, in 3Dmarks Wildlife sind es rund 5700 Punkte. Das markiert nicht die oberste Spitze des Möglichen, ist aber ganz oben mit dabei. Egal ob Spiele jeglicher Couleur, Ladezeiten von großen Apps oder einfach normales Multitasken: Das Mi 11 Ultra wird mit allem spielend fertig. Dafür sorgt auch der schnelle interne UFS-3.1-Speicher mit seinen massigen 256 GByte. Einziger Wermutstropfen: Erweiterbar ist der nicht. Stattdessen nimmt das Mi 11 Ultra zwei 5G-fähige Micro-SIMs auf und ist damit – abgesehen von einer eSIM - für die Zukunft bestens gerüstet. Lediglich die langsame USB-C-2.0-Geschwindigkeit passt nicht ganz zu einem Spitzenmodell. Ansonsten ist alles dabei: Wifi 6e, MIMO inklusive VHT160, 2 x 5G, NFC, Bluetooth 5.2 und natürlich neben Standards wie GPS auch wieder ein IR-Blaster. Der Fingerabdrucksensor im Display ist in Ordnung, wenngleich nicht sonderlich schnell. Die Stereolautsprecher sind sehr laut und klar, lassen aber wie immer bei einem Smartphone Bass vermissen.

Als Betriebssystem kommt Android 11 zum Einsatz, wer will, wird die Beta von Android 12 schon vorab auf dem Mi 11 Ultra testen können, da Xiaomi inzwischen Google-Partner ist. Über dem Betriebssystem liegt die Benutzeroberfläche MIUI 12.5, die überarbeitet und in einigen Bereichen an Android 12 angepasst wurde. Features wie Nachrichtenzentrum, App-Switcher und Kontrollzentrum erinnern nun stärker an iOS – oder iOS an Android 12, ganz nach Belieben. Im Gegensatz zu Huawei-Smartphones kommt das Xiaomi Mi 11 Ultra mit allen Google-Diensten – inklusive Google Pay, das mit dem NFC-Chip des Smartphones problemlos funktioniert. Widevide L1 ist installiert und erlaubt Streaming von Videos in hoher Auflösung, der Sicherheits-Patch stammt von Mai 2021 und ist damit im typischen Xiaomi-Rhythmus von 2 Monaten aktuell.

Akku

5000 mAh liefert der Akku des Xiaomi Mi 11 Ultra, das ist inzwischen schon fast so etwas wie Standard bei hochwertigen Smartphones. Im PCmark Battery Test hielt das Gerät gute 12 Stunden durch – das ist für ein 120-Hertz-Display ein guter Wert, der im Alltag für mindestens einen, bei mäßiger Nutzung sogar zwei Tage ohne Ladegerät sorgt. Anschließend lädt das Smartphone wieder richtig schnell mit 67 Watt – und zwar mit Kabel und auch ohne. Damit lädt das Gerät in unter 40 Minuten wieder komplett auf. Andere Geräte mit Qi-Ladespule lädt das Mi 11 Ultra auf Wunsch mit 10 Watt. Insgesamt ist der Akku des Spitzen-Smartphones kein Highlight, aber auch weit jenseits einer Enttäuschung.

Preis

Bei der Farbwahl gibt sich Xiaomi etwas bieder: Das Mi 11 Ultra gibt es hierzulande nur in Schwarz oder Weiß. Außer der im Text angesprochenen Speichervariante 12/256 GByte fehlt es ebenfalls an Auswahl. Zum Testzeitpunkt lag der Straßenpreis sogar über der UVP von 1200 Euro.

Wer zum Smartphone einen passenden Mobilfunktarif sucht, findet im Tarifrechner von heise vielleicht einen passenden Vertrag. Neben Netzanbieter und Datenvolumen kann man hier auch beispielsweise nach Vertragslaufzeit oder 5G filtern.

Fazit

Xiaomi ist endgültig in den Smartphone-Olymp aufgestiegen. War Vorgänger Xiaomi Mi 10 Pro (Testbericht) zwar auch schon ein tolles Smartphone, litt aber noch unter ein paar unverständlichen Ausstattungslücken, so ist das beim neuen Mi 11 Ultra nicht mehr so. Sieht man vom unnachvollziehbar langsamen USB-2.0-Standard ab, ist der Angriff auf Samsungs Galaxy S21 Ultra erfolgreich. Egal ob Display, Speicher, Leistung oder Kamera: Überall liegt das Mi 11 Ultra auf Augenhöhe und selbst in den schwächsten Bereichen – etwa dem Akku – liegt das Gerät mindestens gleichauf. Tatsächlich lädt es sogar deutlich schneller als das Pendant aus Korea. Mit netten Spielereien wie dem Zweitdisplay und dem Xiaomi-typischen IR-Port bietet das Mi 11 Ultra bisweilen sogar etwas mehr. Abgesehen vom lahmen USB-Standard könnte die ausladende Kameraeinheit auf der Rückseite sowie das hohe Gewicht noch ein Grund gegen das Mi 11 Ultra sein – und natürlich der hohe Preis, der inzwischen auch auf Top-Niveau liegt. Das wars aber auch schon.

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