Xiaomi Mi 11 Lite 5G
Pro und Contra
  • sehr dünn und leicht
  • schön schnell
  • viel Speicher, OLED
  • Kamera könnte besser sein für ein Mi 11
  • 4.5

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Mi 11 und Mi 11 Ultra sind zweifellos Highend-Smartphones. Mit dem Mi 11 Lite will Xiaomi auch Interessenten mit kleinerem Geldbeute die Chance auf Oberklasse geben. Ob das klappt, zeigt unser Test.

Xiaomi hat mit Mi 11 (Testbericht) und Mi 11 Ultra (Testbericht) bereits Highend vorgelegt. Die Smartphones sind richtig gut, aber auch entsprechend teuer. Beim Mi 11 Lite ist das anders, das Modell geht bereits für 399 Euro an den Start und ist im freien Handel sogar schon deutlich günstiger. Dennoch verspricht es mit toller Ausstattung einiges von dem, was die Mi-11-Serie ausmacht. So gibt es natürlich namensgebendes 5G, viel Speicher, einen OLED-Screen. Außerdem ist das Smartphone enorm dünn und dank Snapdragon 780 zudem ziemlich schnell. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein, oder?

Glaubt man dem Hersteller, so ist das Xiaomi Mi 11 Lite 5G das dünnste Smartphone auf dem Markt. Unter 7 Millimeter misst das Gerät, zumindest ohne Kameraaufbau. So oder so: Ein flacheres Smartphone ist uns in der letzten Zeit tatsächlich nicht untergekommen. Enorm leicht ist es auch noch, nicht einmal 160 Gramm wiegt unser gelbes Testgerät. Zusammen mit den stark gerundeten Rahmen liegt das Mittelklasse-Smartphone trotz seiner Größe recht angenehm in der Hand. Spannend ist die Farbkombination unseres Testexemplars, denn zur zitronengelben Rückseite mit leicht irisierender Kunststoffoberfläche gesellt sich ein goldglänzender Rahmen aus Kunststoff – interessant. Da die Rückseite eine mehr oder weniger matte Oberfläche hat, sind Fingerabdrücke kein Thema.

Die bereits angesprochene Kameraeinheit steht zwar aus dem Gehäuse hervor, allerdings weit weniger als bei so manchem Konkurrenten. Dank eines Design-Tricks wirkt das ganze Modul zusätzlich weniger grobschlächtig: Nur zwei der drei Linsen plus LED-Blitz sind schwarz hinterlegt, die Dritte und der Blitz durchscheinend gelb. Vorn fallen die insgesamt zwar nicht übermäßig dünnen, aber einheitlich schmalen Ränder um das große Display auf, sprich: Ein in dieser Preisklasse geläufiges breites „Kinn“ unter der Anzeige gibt es beim Mi 11 Lite 5G nicht. Die Punchhole-Notch in der oberen linken Display-Ecke ist angenehm klein.

Trotz Kunststoff als überwiegend verwendetem Werkstoff und der dünnen Bauweise wirkt das Gerät ausreichend robust und ist gut verarbeitet. Die Tasten auf der rechten Seite weisen einen sehr guten Druckpunkt und kurzen Tastenhub auf, hier wackelt nichts. Sogar eine IP-Zertifizierung gibt es, allerdings nur nach IP53, also gegen Spritzwasser.

Das OLED-Display des Xiaomi Mi 11 Lite 5G misst 6,55 Zoll in der Diagonale und bietet eine Auflösung von 2400 x 1080 Pixel. Das entspricht einer Bildschärfe von knapp über 400 ppi (Pixel pro Zoll) und ist ein guter Wert. Xiaomi setzt wie bei den anderen Smartphones der Mi-11-Reihe auf OLED als Technik, die wie immer besonders gute Kontraste, intensive Farben, einen hervorragenden Schwarzwert und tolle Blickwinkelstabilität verspricht. Zudem wird HDR unterstützt. Xiaomi spricht von einer maximalen Helligkeit von 800 Candela, gemessen haben wir rund 600 cd/m2. Da die OLED-Vorteile voll zur Geltung kommen, lassen sich so auch im Sonnenschein Inhalte noch recht gut ablesen.

Statt der gewöhnlichen 60 Hertz erlaubt das Mi 11 Lite 5G die Nutzung von 90 Hertz, was zu einer flüssigeren Wiedergabe bewegter Inhalte führt. Im Gegensatz zu den teureren Modellen der Reihe wechselt das Smartphone aber nicht zum Stromsparen automatisch die Bildfrequenz, sondern bleibt auf dem fest eingestellten Wert. Insgesamt liefert Xiaomi hier ein tolles Display. Schade, dass das „Always-on-Display“ zwar umfangreich, aber nur für maximal 10 Sekunden nach Berührung des Screens einblendbar ist.

Als Hauptkamera setzt Xiaomi beim Mi 11 Lite 5G auf einen 64-Megapixel-Sensor mit f/1.79-Blende, bei dem es sich vermutlich um den Samsung GW3 handelt, der in etlichen Mittelklasse-Modellen steckt. Einen optischen Bildstabilisator gibt es nicht. Hinzu kommt ein Weitwinkel mit 8 Megapixel und einem Sichtfeld von 119 Grad. Außerdem baut der Hersteller ein Makroobjektiv ein und für Selfies wartet vorn eine 20-Megapixel-Optik auf ihren Einsatz.

Die Bildqualität der Hauptkamera bietet bei gutem Licht ordentliche Bildschärfe und hohen Detailreichtum sowie vernünftige Bilddynamik dank Auto-HDR. Bildrauschen ist nur sehr schwach ausgeprägt. Farben werden insgesamt etwas übersättigt dargestellt und der Weißabgleich sitzt nicht immer. Besser wird das im AI-Modus, hier wirken Bilder insgesamt etwas natürlicher. Bei schwachem Licht verliert das Mi 11 Lite 5G leider zu schnell Details und wird unscharf, Bildrauschen hält sich hingegen in Grenzen. Der Weitwinkel kann zwar wie immer in der Mittelklasse nicht mit der Darstellungsqualität der Hauptkamera mithalten, bietet aber ausreichende Qualität. Die Bildschärfe geht noch in Ordnung, Verzerrungen halten sich in Grenzen. Bei schwachem Licht sollte man diese Linse aber lieber gleich vergessen. Das gilt auch für Selfies, die bei ordentlichem Licht aber recht natürlich wirkende Fotos knipst und somit insgesamt gut ausfällt.

Videos lassen sich zwar mit der Hauptkamera in UHD/4K aufnehmen, allerdings ist die Bildanzahl auf 30 pro Sekunde begrenzt. Trotz ausreichender Bildstabilisierung wirken daher Videos nicht immer so scharf, wie sie eigentlich sein sollten – vor allem bei Schwenks. Insgesamt passt die Kameraqualität zur Mittelklasse. Größter Knackpunkt: Ein deutlich günstigeres Poco X3 NFC (Testbericht) würden wir zumindest bei der Hauptkamera vorziehen, von der Brillanz eines Mi 11 (Testbericht) oder gar Mi 11 Ultra (Testbericht) ist das Lite-Modell weit entfernt.

Im Xiaomi Mi 11 Lite 5G steckt der neue Snapdragon 780G. Der Nachfolger des Snapdragon 765G wird im 5-Nanometer-Verfahren gefertigt und bietet eine Taktrate von bis zu 2,4 GHz sowie eine Adreno 642 als Grafikeinheit. Im Vergleich zum Vorgänger soll der Chip energieeffizienter und bis zu 40 Prozent leistungsfähiger sein. Besonderes Augenmerk legte Qualcomm bei der Entwicklung des Chips auf gesteigerte Leistung bei Aufgaben der Künstlichen Intelligenz, DSP (Digital Signal Processor) ist jetzt der im Vergleich zum Vorgänger doppelt so starke Hexagon 770. Im Alltag sorgt diese Kombination für kontinuierlich schnelle Reaktion, recht kurze Ladezeiten und flüssige Bedienung – nicht zuletzt auch wegen des 90-Hertz-Displays. Erst bei hoher Anforderung kommt es zu gelegentlichen Haklern, allerdings später als bei vielen Konkurrenten.

In Benchmarks wird dieses Bild leicht verzerrt wiedergegeben: In PCmark Work 3.0 kommt das Gerät auf gute 9700 Punkte, hier ist allerdings manch Smartphone mit dem Vorgängerchip schneller. 3Dmark Wildlife spricht hingegen eine ganz andere Sprache: Satte 3200 Punkte sind deutlich schneller als Snapdragon 765G-Konkurrenten. Selbst Spiele sind daher in den meisten Fällen gut nutzbar, auch bei hohen Grafikeinstellungen.

Zusammen mit 8/128 GByte Speicher bietet das Mi 11 Lite 5G ein ordentliches Leistungsniveau. Insgesamt ist technisch alles an Bord, was derzeit in der Mittelklasse möglich ist. Dazu gehört 5G, NFC, Wifi 6, USB C (2.0), Dual-SIM-Funktion, Speichererweiterungsmöglichkeit per Micro-SD, ein schneller und gut funktionierender Fingerabdrucksensor im seitlichen Power-Button, ordentliche Stereo-Speaker und der für Xiaomi typische IR-Blaster zur Steuerung von Fernseher und Co. Lediglich einen 3,5-Millimeter-Anschluss findet sich nicht.

Über Android 11 platziert Xiaomi MiUI in Version 12.5. Die Nutzeroberfläche bietet viele Individualisierungsmöglichkeiten und orientiert sich mit dem separaten Nachrichtencenter und auch einigen Stilelementen an Apples iOS, allerdings gibt es eine gute Handvoll Drittanbieter-Apps (Bloatware) und hin und wieder Werbeeinblendungen bei der Installation von Apps. Der Sicherheits-Patch stammte bei unserem Testgerät von Juni 2021 und war damit ausreichend aktuell. Der Hersteller verspricht Sicherheits-Updates für 3 Jahre.

Der Akku des Lite-Modells fällt mit seinen 4250 mAh zwar etwas kleiner als bei anderen Mittelklasse-Modellen aus, in Anbetracht der dünnen Bauform des Smartphones geht das aber voll in Ordnung. Mit aktivierter 90-Hertz-Funktion kommt das Modell im Battery Test von PCmark immer noch auf knapp 10,5 Stunden – das ist zwar lange kein Spitzenwert, aber solide. Zwei Tage sollten die meisten Nutzer damit über die Runden kommen. Bei Zockern sieht das anders aus, unter Last scheint der Chip des Mi 11 Lite 5G recht viel Energie zu benötigen.

Als Farben gibt es Mintgrün, Zitronengelb und Trüffelschwarz. Beim Speicher besteht die Wahl zwischen 6/128 und 8/128 GByte.

Eines der Highlights des Xiaomi Mi 11 Lite 5G ist das Design. So dünn ist derzeit kein anderes Smartphone – und dabei ist es nicht einmal ein besonders teures Modell. Neben der dünnen Bauform fällt außerdem das niedrige Gewicht auf, das es so auch kaum bei Geräten um die 300 Euro gibt. Auch beim Technikumfang will der Namenszusatz „Lite“ nicht so ganz passen, denn das klingt irgendwie nach Billigausführung und davon ist das Mi11-Lite weit entfernt. So bietet das Gerät ein gutes OLED-Display mit 90 Hertz, viel Speicher, einen schnellen und im Alltag genügsamen Antrieb, Wifi 6, 5G, IP53 und einen ausreichend dimensionierten Akku.

Verbesserungspotenzial gibt es durchaus. So ist die Kamera zwar der Preisklasse angemessen, dennoch kann sie sich nicht positiv hervortun. OIS oder ein Teleobjektiv hätten dem Modell gutgetan, um sich von der Konkurrenz abzusetzen, auch ein echtes Always-on-Display haben wir vermisst. Alternativen sind daher Modelle wie ein Samsung Galaxy A52 (Testbericht), Oneplus Nord (Testbericht) oder Xiaomi Poco F3 (Testbericht).

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