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Xiaomi Mi 10 T Lite 5G im Test: 120 Hertz, starker Akku und 5G
Pro und Contra
  • 120 Hz-Bildschirm
  • Akkulaufzeit
  • 5G-Mobilfunk
  • Nacht- und Makro-Modus mies
Rating:
  • 4.0
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Das Xiaomi Mi 10T Lite 5G präsentiert sich als preisbewusste Erweiterung zur aktuellen Mi-10-Generation mit 5G und 120 Hertz. Der Test von TechStage zeigt, ob das Smartphone hält, was es verspricht.

Mit dem Mi 10T Lite 5G veröffentlicht der chinesische Handyhersteller Xiaomi eine preisgünstige Variante zum Xiaomi Mi 10 (Testbericht) . Wer noch mehr Features wie 256 GB Speicher und eine hochauflösende Kamera möchte, greift zum Xiaomi Mi 10 Pro (Testbericht) . Günstiger wird es hingegen mit dem neuen Mi 10T Lite 5G, das trotz vergleichsweise niedrigem Preis eine Quad-Kamera und 120-Hertz-Display bietet.

Mit seinen 215 Gramm und 165 × 77 Millimeter ist das Mi 10T Lite recht groß und schwer. Benutzer mit kleinen Händen müssen sich sicherlich erst einmal an die Maße gewöhnen. Nichtsdestotrotz liegt das Smartphone sehr gut in der Hand und fühlt sich angenehm wertig an. Die im Hochglanz-Stil gehaltene Rückseite macht einen kratzanfälligen Eindruck, außerdem sieht man auf ihr sofort Fingerabdrücke. Um dem vorzubeugen, werden Schutzfolie und -hülle mitgeliefert, die Folie muss allerdings vom Besitzer selber aufgebracht werden. Auf der Rückseite ist das quadratische Kamera angebracht.

Auf der Vorderseite ist die Punch-Hole-Notch der Selfie-Kamera mittig zentriert, zum Schutz des Touchscreens baut der Hersteller Corning Gorilla Glass 5 ein, das kratzfest und sturzresistent ist. Auch wenn die Serie mittlerweile schon bei Nummer 6 angekommen ist, ist das Display damit immer noch hervorragend geschützt. An der rechten Seite befindet sich der Lautstärke-Regler und die Power-Taste, in die ein Fingerabdruck-Scanner integriert wurde. Lautsprecher, USB-C-Anschluss sowie einen 3,5-Millimeter-Klinkenausgang findet man auf der Fußseite des Gerätes.

Das IPS-Panel des Mi 10T Lite 5G bietet FHD+-Auflösung von 2400 x 1080 Pixel auf 6,67 Zoll (ca 17 cm) mit einem Seitenverhältnis von 20: 9. Das ergibt eine Pixeldichte von ungefähr 395 Pixeln pro Zoll, was sich in der Preisklasse sehen kann. Die Helligkeit von 420 cd/m² macht im Alltag eine gute Figur, auch bei direkter Sonneneinstrahlung. Zu den Highlights des Mi 10T Lite zählt die 120-Hertz-Funktion des Displays, die für flüssiges Scrolling sorgt. Der Unterschied ist wirklich beeindruckend, besonders wenn man von 60 Hertz auf 120 Hertz schaltet und wieder zurück - das möchte man wirklich nicht mehr missen und fällt unter die Rubrik „Dinge von denen man nie wusste, dass sie einem gefehlt haben“. Auch wenn 60 Hertz der Akku-Laufzeit etwas zuträglicher sind.

Xiaomi hat sich beim 10T Lite 5G im Gegensatz zum Schwester-Modell 10 für eine viereckig angeordnete Quad-Kamera entschieden. Die Hauptkamera besitzt 64 Megapixel und eine f/1.89 Blende, durch das Pixel-Binning von 4-in-1 ergibt das eine voreingestellte Auflösung von 16 Megapixel pro Bild. Aufnahmen mit der vollen Auflösungen sind auch möglich. Des Weiteren ist eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit 120-Grad-Sichtfeld und einer f/2.2-Blende verbaut. Die Frontkamera besitzt 16 Megapixel und eine Blende von f/2.45. Makrokamera mit 2 Megapixel und fixem Fokus bei 4 Zentimeter Entfernung sowie der Tiefsensor mit ebenfalls 2 Megapixel und einer f/2.4-Blende lassen allerdings Skepsis aufkommen. Erfahrungsgemäß sind zwei Megapixel doch recht dürftig, leider bestätigt sich diese Befürchtung im Test – hier fehlt einfach die Auflösung und die Bildschärfe. Die Selfie-Kamera weiß auch nicht so recht zu überzeugen, leichtes Bildrauschen macht sich fast immer bemerkbar und die Bilddynamik ist nur schwach ausgeprägt. Farben erscheint nicht allzu lebensecht.

Im normalen Modus überzeugt die Bildqualität hingegen mit einer ausgewogenen Bildschärfe, Rauschen ist weitestgehend nicht zu erkennen. Die Bilddynamik in dunklen und hellen Bildbereichen ist für den Preis vollkommen in Ordnung. Bilder mit dem Weitwinkel-Objektiv hingegen verlieren zum Rand hin an Details und sind leicht verzerrt – zwar noch im Rahmen, aber schaut man genauer hin, fällt es doch deutlich auf. Den Nachtmodus muss man mit Vorsicht genießen. Während der Nachtmodus die Dämmerung noch relativ gut ausgleicht, verliert er bei wenig Helligkeit deutlich an Bildschärfe und Bilddynamik, das Bild wird verwaschen und ist kaum zu gebrauchen. Nette Beilage ist unter anderem der Klone-Modus, mit dem man sich selber auf den Fotos und Videos vervielfältigen kann. Bei den Videoaufnahmen hat man übrigens die Auswahl zwischen 4K mit 30 FPS sowie 1080p wahlweise mit 30 und 60 FPS. Während die 60 FPS mit 1080p einen guten Eindruck machen und auch Schwenken der Kamera scharfe Aufnahmen erlauben, sehen Videos mit 30 FPS bei seitlicher Bewegung einfach nicht scharf genug aus. Die Bildstabilisierung ist dem niedrigen Preis angemessen.

Als Chipsatz kommt ein Qualcomm Snapdragon 750G mit Kryo-570-Kernen und Taktrate bis 2,2 GHz zum Einsatz, als GPU fungiert eine Adreno 619. Im neuen 3DMark-Wildlife-Benchmark erreicht das Smartphone einen Wert von ca. 1100 Punkten, der PCMark Work 2.0 Performance-Score beläuft sich hingegen auf etwa 7630 Punkte. Auch hier liegen beide Ergebnisse im mittleren Bereich – zum Vergleich: Das Huawei P40 Lite erreicht einen Work-2.0-Score von 7940. Anspruchsvolle Apps laufen weitestgehend flüssig und mit seinen 6 GByte RAM kann man auch viele Apps im Hintergrund geöffnet haben, ohne dass es das Ruckeln anfängt.

Die 128 GByte interner Speicher unseres Testgerätes bieten bereits eine Menge Speicherkapazität, bei Bedarf kann per Micro-SD der Speicherplatz zudem noch erweitert werden. Positiv: Zwei SIM-Karten eine Micro-SD nimmt das Smartphone gleichzeitig auf. Hinsichtlich der eingebauten Sensoren macht das Mi 10T eine gute Figur: Ultraschall-Entfernungssensor, 360°-Umgebungslichtsensoren, Beschleunigungsmesser, Gyroskop, Kompass und sogar ein Infrarot-Sender, mit dem man zum Beispiel den Fernseher bedienen kann, sind vorhanden. Ein besonderes Highlight ist in dieser Preisklasse zudem die Unterstützung des 5G-Mobilfunknetzes, das früher oder später LTE ergänzen und später auch ablösen soll. Das Mi 10T Lite legt damit ein gesundes Maß an Zukunftssicherheit an den Tag.

Als Software-Grundlage wird Android 10 verwendet, als Interface das hauseigene MIUI 12. Die 2020 aktualisierte Nutzeroberfläche überzeugt mit seinem übersichtlichen Kontrollzentrum und auch mit Funktionen wie dem Ultra-Energiesparmodus, der Appdrawer erleichtert den Alltag. Der Sicherheitspatch ist mit September 2020 etwas alt.

Der fest eingebaute Akku bietet einen Wert von 4.820 mAh und kommt beim Battery Test von PCMark im 60-Hertz-Modus auf beeindruckende 16,5 Stunden. Bei 120 Hertz sind es immerhin noch 13,5 Stunden – ebenfalls sehr gut. Das mitgelieferte Fast-Charge-Netzteil mit 33 Watt überzeugt mit seiner Leistung – der Akku des Smartphones ließ sich im Test innerhalb von einer Stunde komplett aufladen. In Kombination mit dem ohnehin schon ausdauerndem Akku ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, mit dem sich das Mi 10T Lite als treuer Wegbegleiter auch für zwei oder gar drei Tage ohne Nachladen qualifiziert. Schade nur, dass Xiaomi auf eine Wireless-Charging-Funktion verzichtet hat – angesichts des niedrigen Preises ist das aber verschmerzbar.

Das Xiaomi Mi 10 T Lite 5G ist in den Farben Pearl Gray, Atlantic Blue und Rose Gold Beach und wahlweise mit 64 GByte ab 275 Euro oder 128 GByte ab 300 Euro erhältlich.

Das Xiaomi Mi 10 T Lite 5G bietet eine Menge Smartphone für relativ wenig Geld. Überzeugen konnten vor allem der Bildschirm mit seiner 120-Hertz-Bildwiederholungsrate und die starke Akkulaufzeit inklusive Schnellladefunktion. Die Kamera schlägt sich für ihre Preiskategorie auch recht überzeugend, auch wenn Makro- und Nacht-Modus enttäuschen. Wer ohne die angesprochenen Mängel leben kann, bekommt mit dem Xiaomi Mi 10 T Lite 5G ein rundum gut ausgestattetes Smartphone zu einem fairen Preis, das durch die 5G-Fähigkeit auch für die Zukunft gerüstet ist.

Passende Alternativen sind Xiaomi Poco X3 NFC (Testbericht) sowie das Huawei P40 Lite 5G (Testbericht) .

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