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Saugen kann man elektrisch – warum nicht auch nass wischen? Der neue Jimmy PowerWash HW8 Pro bietet separaten Frisch- und Abwassertank und wischt, schrubbt und poliert Hartböden ganz ohne Anstrengung.

Wischen ist anstrengend: Wischer und Tuch wollen sinnvoll kombiniert werden, ohne dass das Tuch sich ständig verselbständigt, außerdem muss der Wassereimer ständig umgesetzt und das Wischwasser regelmäßig ersetzt werden. Flecken gehen zudem nur mit Mühe und Kraft weg. Das alles soll der neue Xiaomi Jimmy PowerWash HW8 Pro viel einfacher gestalten. Er ist quasi Wischer, Wassereimer und Kraftprotz in einem und spart so nicht nur Kraft, sondern auch Zeit beim Reinigen. Wir haben getestet, ob das Konzept wirklich aufgeht.

Wer statt eines Elektrowischers einen Akkustaubsauger sucht, der wird ebenfalls bei der Xiaomi-Marke Jimmy fündig. Im Artikel Akkusauger ab 185 Euro im Vergleich: Xiaomi Jimmy H8, H8 Pro und H9 Pro haben wir drei aktuelle Modelle gegeneinander antreten lassen und auch gegen Marktführer Dyson-Modell haben wir einen Jimmy-Sauger bereits antreten lassen.

Im Lieferkarton befinden sich eine Ersatz-Bodenwisch-Rolle, der Sauger selbst, ein Aufbewahrungskörbchen und etwas Lesestoff – die Anleitung ist auch auf Deutsch, wenngleich bisweilen etwas plump übersetzt. Vor der ersten Inbetriebnahme muss die Griffstange noch am Sauger arretiert werden, was mit einfachem Einrasten gelingt. Der Bürstenkopf samt integrierter Sprühvorrichtung ist fest am Korpus des Saugwischers installiert. In einem Standfuß mit Kunststoffunterlage (daran wird das Körbchen befestigt) kann, der Akku-Saugwischer auch mit feuchter Rolle abgestellt werden, ohne den Boden darunter auf Dauer zu schädigen. Außerdem lädt er darauf auch gleich, sofern das beiliegende Netzteil an dem Fuß eingesteckt ist. Ein austauschbarer Lithium-Ionen-Akku mit 3000 mAh befindet sich im Lieferumfang, außerdem ein alkohol- und chlorfreier Reinigungszusatz gegen Bakterien (500 ml) und ein Werkzeug zum Reinigen, das man in ähnlicher Form auch von Saugrobotern kennt.

Das Aussehen des Jimmy HW8 Pro dürfte Geschmackssache sein. Wir finden die Form recht altbacken – so ähnlich sahen vor zwei oder drei Jahrzehnten herkömmliche Staubsauger aus, bevor irgendwann Korpus und die Saugbürste an einem langen Saugrohr voneinander getrennt wurden und man den eigentlichen Staubsauger nur noch hinter sich herzog. Dem aus unserer Sicht altmodischen Aussehen setzt der Hersteller sein typisches Lila als Akzentfarbe entgegen, außerdem integriert er auf der Vorderseite ein einfaches, aber informatives LED-Display. Aufgrund der überwiegenden Verwendung von grauem Kunststoff wirkt der Wischsauger allerdings in Kombination mit dem altbackenen Design nicht übermäßig hochwertig.

Die Verarbeitungsqualität geht insgesamt in Ordnung, der HW 8 Pro wirkt nicht so, als ob er nach einmaliger Benutzung auseinanderfällt. Der Kunststoff sorgt aber auch beim Thema (gefühlte) Langlebigkeit nicht gerade für Begeisterungsstürme. Während des Testzeitraums gab es hier aber nichts zu bemängeln.

Der Jimmy HW 8 Pro steht selbstständig, er muss (und sollte) nirgends angelehnt oder gar hingelegt werden, wenn man ihn gerade nicht in die Ladeschale stellt. Gerade Hinlegen kann dazu führen, dass das Abwasser aus dem Behälter läuft – unschön, aber leicht vermeidbar. Der separate Abwasserbehälter befindet sich vorn unten am Gerät. Direkt unterhalb des bereits angesprochenen Displays platziert Jimmy zum Entnehmen des Tanks eine Lila eingefärbte Taste, nach deren Betätigung der Abwassertank nach vorne entnommen werden kann. Der Tank verfügt über Sieb- und Schaumstofffilter und man sollte das Gerät nach Herstellerangabe nach jeder Nutzung reinigen, um Gerüchen vorzubeugen. Tatsächlich riecht der Filter ohne den regelmäßigen Reinigungsvorgang leicht, aber nur, wenn man direkt die Nase dranhält. Im Abwasserbehälter befindet sich ein Schwimmer, mittels dessen Hilfe der HW 8 Pro weiß, wann er voll ist. Dann meldet der Sauger das auf dem Display.

Der Frischwassertank befindet sich ebenfalls unten am Gerät, allerdings auf der Rückseite. Auch er wird mittels eines lilafarbenen Druckknopfes aus dem Gehäuse gelöst und kann dann zum Befüllen entnommen werden. Das geschieht auf dem Kopf stehend, eine Fülllinie auf dem durchsichtigen Tank zeigt die maximale Füllmenge an. Dafür, dass der Tank im Betrieb nicht ausläuft, sorgt ein Ventil. Oben auf der Vorderseite ist das bereits mehrfach angesprochene Display platziert. Es ist groß und recht hell, sodass es grundsätzlich gut ablesbar ist. Angezeigt wird der Ladezustand des Akkus in Prozent und ein Saugstärkebalken, der halbrund um die Prozentzahl angeordnet ist. Darunter gibt es Symbole für einen vollen Abwassertank, einen leeren Frischwassertank und einen aktiven Selbstreinigungsmodus. Außerdem werden hier potenzielle Fehlercodes angezeigt, was im Testbetrieb aber nicht vorkam.

Auf der Rückseite ist oben das Akkufach untergebracht. Nimmt man die Abdeckung ab, lässt sich hier sehr einfach der beiliegende Akku einlegen oder entfernen – bei einem Defekt des Akkus muss so nicht der ganze Wischsauger entsorgt oder zur Reparatur eingeschickt werden. Unten an der Saug- und Wischbürste gibt es ein weiteres lila Akzentstück, über das die obere Abdeckung der weichen Wischbürste entfernt werden kann. Das wirkt etwas fragil, ermöglicht aber den Wechsel der bereits eingelegten Rolle. Am Handgriff befinden sich auf der Oberseite zwei Knöpfe: ein Ein/Aus-Schalter und ein Button, um eine von zwei Saugstufen auszuwählen. Außerdem löst der Nutzer mit einem innenliegenden Wasser-Sprühknopf per Zeigefinger die Düse aus, die dann zur besseren Reinigung Flüssigkeit aus dem Frischwasserbehälter vor die Wischbürste spritzt.

Ein Klick auf den Powerbutton erweckt den bürstenlosen Digitalmotor des Jimmy HW8 Pro zum Leben. Der Wischsauger ist im Betrieb mit 65 bis 68,5 Dezibel in rund einem Meter Abstand deutlich hörbar, aber nicht störender als ein herkömmlicher Staubsauger. Die Rollenbürste pausiert, wenn der Sauger aufgestellt wird und wird automatisch aktiviert, wenn das Gerät zum Wischen aus seiner aufrechten Position verlagert wird. Dann zieht die Rollendrehung den rund 5,5 Kilogramm schweren Akku-Wischsauger fast von allein nach vorn, sodass das Gewicht des Saugers kaum eine Rolle spielt. Die Saugkraft des HW 8 Pro gibt Jimmy mit 300 Watt und 15 kPa an. Genau überprüfen lässt sich so etwas kaum, wichtiger ist daher das Ergebnis im Alltag. Und dort liefert der Jimmy HW 8 Pro ein ziemlich gutes Bild ab.

Wir haben den Staubsauger mit Wischfunktion ausschließlich auf Hartboden getestet, schließlich ist zumindest die Wischfunktion nur dafür ausgelegt. Erfahrungsgemäß funktionieren weiche Flauschbürsten auf Teppich aber auch nicht so gut, mehr Schmutz aus Auslegeware bekommen Modelle mit Borstenrollen wie etwa ein Roborock H6 Adapt (Vergleich) oder dessen Facelift, der Roborock H7 (Testbericht), heraus. Auf Hartboden reichen beim Saugen hingegen sowohl die Saugleistung als auch die Filzbürste, um typische leichte Verunreinigungen aus dem Haushalt wie Sand oder Krümmel zu entfernen.

Wichtiger ist aber die Wischfunktion, denn die ist das, was den Akku-Wischsauger HW8 Pro von reinen Akkusaugern wie Jimmy H8, H8 Pro oder H9 Pro (Vergleich) unterscheidet. Für ihre Nutzung muss der Wischsauger angeschaltet werden, außerdem müssen Nutzer immer wieder mit dem Zeigefinger-Knopf am Handgriff Frischwasser auf den Bereich vor die Wischbürste sprühen und anschließend einfach mit dem HW8 Pro darüberfahren. Die Dosierung ist dabei etwas schwierig, selbst ein kurzer Druck sprüht schon einen ordentlichen Stoß Flüssigkeit auf den Boden vor das Gerät, langes Gedrückthalten sprüht dauerhaft. Das mag Besitzern von Laminat oder Parket etwas aufstoßen, schließlich ist der Boden dann an dieser Stelle recht nass. Wer direkt danach über die Flüssigkeit fährt, sollte aber wohl keine Beschädigung durch Aufquellen fürchten müssen.

Anschließend geht alles wie von Zauberhand: Selbst eingetrocknete Flecken werden zuvor eingesprüht schnell gelöst und verschwinden zusammen mit dem Abwasser im Schmutzwassertank. Besonders hartnäckige Flecken benötigen selten mal ein erneutes Vor- und Zurück mit dem Wischsauger, dann sind die aber normalerweise auch entfernt. Größter Zugewinn ist die komfortable Handhabung und der Zeitgewinn: Kein Wischeimer herauskramen, kein Wischtuch auswringen – einfach loslegen und fertig. Die Reinigung der Bürste übernimmt der Sauger nach dem Wischen selbst. Dafür muss er lediglich in die Ladestation gestellt und danach die Wahlmodustaste (normales/starke Saugleistung) für drei Sekunden gedrückt werden. Anschließend sprüht der Sauger Wasser in die Ladeschale, lässt die Bürste darin für zwei Minuten rotieren und saugt hinterher alles wieder ab – fertig. Die Wirksamkeit lässt sich im Schmutzwasserbehälter sehen, das Wasser der Reinigung ist nach einem Durchgang genauso dreckig wie das Wasser während der Wohnflächenreinigung.

Kleine Einschränkung der Nutzbarkeit: Das Display vorn auf dem Akku-Wischsauger ist für den Nutzer auf dem Kopf und daher im Betrieb nur eingeschränkt ablesbar. Außerdem ist – wie bei jedem Staubsauger – die Reinigungsleistung nicht ganz bis an den Rand gegeben. Hier hat ein herkömmliches Wischtuch Vorteile.

Der Li-Ion-Akku leistet 3000 mAh, er lädt rund 5 Stunden. Die Akku-Laufzeit beträgt gut 30 Minuten auf normaler Saugstufe, dann muss der Wischsauger an den Strom. Der Akku-Betrieb reicht grundsätzlich für etwa 80 Quadratmeter. Für richtig große Flächen ist das nichts, zumindest nicht ohne Ersatzakku.

Der Hersteller will für den Jimmy HW 8 Pro in Deutschland 335 Euro in der UVP. Zubehör wie etwa einen Ersatzakku bietet der Hersteller derzeit nicht an. Der Verkauf startet am 3. August. Zum Start gibt es den Wischsauger Jimmy HW 8 Pro bei Geekmaxi mit dem Code QVpe9iF4 für 229,99 Euro, also deutlich unter der UVP.

335 Euro sind eine Menge Geld für etwas, was man auch deutlich günstiger machen kann: nass Wischen. Andererseits benutzen wir Waschmaschinen statt Waschbretter, Geschirrspülmaschinen statt Handwäsche und Rasenmäher statt Sense – das ist eben Fortschritt. Warum also nicht? Der Jimmy HW 8 Pro ist sicherlich nicht perfekt. Das Display bietet im Betrieb weniger Info als erhofft, da es dann quasi auf dem Kopf steht. Außerdem kommt man bauartbedingt nie bis ganz an den Rand – das macht ein herkömmliches Wischtuch besser.

Aber dafür muss man bis auf das gelegentliche Auffüllen des Frischwasserbehälters oder das Leeren des Abwassertanks kaum Vorbereitungen treffen und das kräfteraubende Auswringen des Wischtuches und Schrubben bei Flecken entfällt. Stattdessen ist Wischen mit dem Jimmy so einfach wie Saugen. Gerade zum Startpreis von 230 Euro erscheint das zu Recht verlockend.

Wer sich (mehr oder weniger) eigenhändiges Wischen gleich ganz sparen will, sollte einen Blick auf den Boden-Wischsauger Hobot Legee 7 (Testbericht) werfen. Ein vollautomatischer Staubsauger-Roboter mit richtig gutem Wischmodus für gründliche Reinigung und saubere Böden ist hingegen der Roborock S7 (Testbericht).

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