Xiaomi Fimi X8 Mini im Test: Besser als die DJI Mavic Mini?

Xiaomi Fimi X8 Mini
Pro und Contra
  • tolle Bildqualität
  • lange Akkulaufzeit
  • gute Flugeigenschaften
  • Automatische Aufnahmen nur mäßig gut
  • App mit Problemen beim Übertragen von Aufnahmen
  • aktuell hoher Preis
  • 4.5

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Video-Drohnen mit GPS gibt es viele, doch nur wenige Hersteller kommen an die Qualität des Marktführers DJI heran. TechStage testet, ob die X8 Mini vom Xiaomi-Ableger Fimi nicht sogar besser ist.

Derzeit führt in Sachen Video-Drohnen für Privatnutzer DJI den Markt an. Außer Parrot gibt es in Sachen Videoqualität und Flugverhalten kaum einen Hersteller, der Mavic Air 2s (Testbericht) oder Mavic Mini 2 (Testbericht) das Wasser reichen kann. Mit der Marke Fimi hat Xiaomi einen weiteren Konkurrenten ins Rennen geschickt.

TechStage hat die Fimi X8 Mini endlich zum Testen bekommen und zeigt, wie sie sich im Vergleich zu Mavic Mini und anderen Video-Drohnen schlägt. Dieser Einzeltest gehört zu unserer Themenwelt Drohne, wo wir neben Foto-Drohnen auch Spielzeug-Multicopter und FPV-Drohnen vorstellen.

Beim Design der X8 Mini hat sich der Hersteller an der klappbaren DJI-Mavic-Serie orientiert. Zwar sieht die weiße Fimi in Details anders aus und nutzt einen leicht abweichenden Klappmechanismus für die hinteren Ausleger, insgesamt ist die Ähnlichkeit aber nicht von der Hand zu weisen.

Der nur handtellergroße Multicopter verfügt über vier einklappbare Arme, an, deren Enden die kraftvollen und verschleißfreien Brushless-Motoren sitzen. Die Kamera am unteren Teil der Frontpartie ist an einem Dreiachs-Gimbal zur Bildstabilisierung aufgehängt und während des Transports durch eine Kunststoffabdeckung geschützt.

Der Akku wird von hinten in das Modell eingeschoben und kann direkt per USB-C geladen werden. Direkt unter dem Akkuschacht sitzen Speicherkarten-Slot und Micro-USB-Anschluss. Bei den Propellern setzt Fimi ebenfalls auf zweigeteilte Luftschrauben, die direkt mit dem Motor verschraubt werden. Auf ein Schnellwechselsystem wurde verzichtet. Die Propeller verursachen erfreulich wenig Fluglärm und so zieht der Pilot weniger Aufmerksamkeit auf sich.

Im zusammengeklappten Zustand misst die X8 Mini gerade einmal 145 x 85 x 56 mm. Auseinandergeklappt betragen die Abmessungen 200 x 145 x 56 mm (DJI Mini: 130 × 80 × 60 mm/ 190 × 150 × 60 mm). Damit ist die Video-Drohne wunderbar kompakt und absolut vergleichbar zum Pendant von DJI. Die X8 Mini ist ebenso ein möglichst niedriges Fluggewicht getrimmt und wiegt knapp unter 250 Gramm. Das ermöglicht die lange Flugzeit und erlaubt Flüge auch ohne Drohnen-Plakette. Trotz der insgesamt filigran wirkenden Konstruktion hinterlässt die Fimi einen ordentlichen und stabilen Gesamteindruck. Durch das niedrige Gesamtgewicht sollte der Quadrocopter auch leichte Abstürze überstehen.

Die Ausstattung der Fimi X8 Mini ist beachtlich. Laut Datenblatt hat die über die 5,8-GHz-Frequenz gesteuerte Drohne eine maximale Reichweite von 8000 m und eine Akkulaufzeit von 30 Minuten. In der Praxis fliegt die Drohne von Xiaomi also deutlich weiter, als es die Drohnenverordnung erlaubt. Laut der gültigen Verordnung muss der Pilot das Fluggerät ohne Hilfsmittel sehen und dessen Lage einschätzen können. Bei den Testflügen (bei einer maximalen Entfernung von etwa 400 Metern) ist die Bildübertragung mit einem Huawei P20 Pro zwar minimal ruckelig, aber zuverlässig stabil. Die maximale Fluggeschwindigkeit gibt Fimi mit knapp 58 km/h an, was sich in der Praxis schon recht flott anfühlt. Gut gefällt uns die hohe Steigrate der Drohne.

Neben GPS und automatischer Rückkehrfunktion verfügt die X8 Mini über nach unten gerichtete optische Sensoren und ein Barometer. Neben der Steuerung per Handsender ist alternativ die Steuerung direkt per Smartphone möglich. Dann sinkt die Reichweite zwar signifikant, allerdings lässt sich so ein noch viel geringeres Packmaß erreichen. Über eine automatische Hinderniserkennung verfügt die X8 Mini nicht, automatisierte Verfolgungsflüge sind aber trotzdem möglich.

Die Kamera nutzt einen 12-Megapixel-1/2,6-Zoll-CMOS-Sensor und hat ein Sichtfeld von 80 Grad. Auch ein dreifaches digitales Zoom ist vorhanden. Die maximale Auflösung von Fotos beträgt 3840 x 2160 Pixel. Videos landen ebenfalls mit maximal 3840 x 2160 Bildpunkten bei 30 FPS auf der Speicherkarte.

Die Drohne selbst besitzt einen Micro-USB-Port. Dieser war im Test allerdings nicht notwendig. Wir gehen davon aus, dass man darüber etwa neue Firmware einspielen kann. Während unseres Tests hat das aber auch wunderbar über die App funktioniert.

Der Lithium-Ion-Akku hat eine Nennkapazität von 2200 mAh und eine Nennspannung von 7,7 V. Unter Realbedingungen – mit böigem Wind und einigen sportlichen Manövern – erreichen wir gute 25 Minuten Flugzeit, bevor wir mit einer Restkapazität von knapp zehn Prozent landen. Das sind nur etwa 2 bis 4 Minuten weniger als die Mavic Mini und insgesamt ein sehr ordentliches Ergebnis. Der Zustand des Akkus wird während des gesamten Fluges ständig überwacht und mittels App am Smartphone angezeigt. Zum Laden brauchen die Akkus weder ein Ladegerät, noch müssen sie in der Drohne eingesetzt sein. Das Laden per USB-C-Schnittstelle gefällt uns ausgezeichnet und erspart zusätzliches Equipment.

Der Handsender von Fimi wirkt immerhin eigenständig. Der kompakte Sender verfügt über zwei einklappbare Antennen und einige Direktzugriff-Tasten für Foto- und Videoaufnahmen und den die automatische Rückkehrfunktion. Zum Ändern des Kamerawinkels dient ein kleines Rad an der linken Oberkante des Senders. Das Smartphone (Android und iOS) zur Überwachung des Kamerabildes und für Einstellungen während des Fluges, sitzt eingeklemmt in der Mitte der Fernsteuerung und ist per USB-Kabel verbunden. Alle wichtigen Flugdaten und das Livebild sind so jederzeit bequem ersichtlich. Die Fernsteuerung liegt gut in der Hand und bietet im ausgeklappten Zustand genügend Platz für das im Test verwendete Huawei P20 Pro mit 6,1 Zoll (15,49 cm) großem Display. Sehr viel größer sollte das Telefon dann aber auch nicht sein. Die beiden Steuers-Sticks sind wie auch bei DJI angeschraubt und lassen sich zum Transport in einer kleinen Aussparung des Senders verstauen.

Zur Überwachung des Fluges kommt die kostenlose App Fimi Navi Mini zum Einsatz. Die Software ist sowohl übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen. Piloten, die bereits Erfahrung mit der Software von DJI haben, finden sich auf Anhieb zurecht. Die Ähnlichkeit zur Konkurrenz ist auch hier nicht von der Hand zu weisen, was in diesem Fall aber positiv gemeint ist.

Neben den Kameraeinstellungen und verschiedenen Kameramodi lassen sich hier auch Höhen- oder Reichweitenbegrenzungen ändern oder der Kameraauslöser betätigen. Auch über Batteriestatus, Verbindungsqualität, Flughöhe oder Entfernung wird der Pilot jederzeit informiert.

Obwohl hier vieles wie bei DJI aussieht, über etwa Flugverbotszonen erhält man keine Informationen. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau, denn grundsätzlich macht die App einen guten Job. Lediglich die halbautomatischen Flugmanöver sind nicht selbsterklärend. Wer Wegpunkte, Verfolgung und Ähnliches benutzen will, sollte sich entsprechend einlesen oder Erklärungen auf YouTube schauen.

Was uns nicht gut gefällt, ist die Übertragung von Medien zwischen Copter und Smartphone. So ist es etwa nicht möglich, Panoramen, Fotos und Videos gleichzeitig auf den Smartphone-Speicher zu schieben. Auch hängt sich die Software während der Übertragung mal auf oder speichert einzelne Clips mehrfach ab. Wir werden das aber zeitnah mit anderen Smartphones testen, um einen Fehler bei uns auszuschließen. Falls die Probleme dann nicht mehr auftauchen, werden wir das an dieser Stelle berichtigen.

Wer bereits Erfahrung mit Video-Drohnen hat, fühlt sich mit der X8 Mini sofort vertraut. Die Flugcharakteristik der kleinen Drohne ist insgesamt sehr ordentlich und macht wirklich Freude. Der kleine Copter reagiert zuverlässig und zügig auf jede Richtungseingabe. Zwar ist die Steuerung nicht so butterweich wie bei DJI, im Vergleich zu etwa der Potensic Dreamer Pro (Testbericht) reagiert die X8 Mini aber trotzdem ausreichend präzise. Letztlich gewöhnt man sich schnell an die Steuerung und so gelingen nach kurzer Zeit präzise Anflüge und flüssige Bewegungen. Wer in den Standardeinstellungen noch Probleme hat, kann hier auf den insgesamt langsameren Cinematic-Modus zurückgreifen, der die Aufnahme von weichen Bewegungsabläufen spürbar vereinfacht.

Ohne eingehende Steuerbefehle steht Mini-Drohne dank GPS stabil in der Luft. Der Bewegungsradius während der Tests war zwar insgesamt etwas größer als bei der Mavic Mini, mehr als einen halben Meter in jede Richtung bewegte sich die X8 Mini aber trotz stark böigem Wind nicht.

Die automatische Rückkehr bei leerem Akku und auf Befehl des Piloten funktioniert zuverlässig und ausreichend präzise. Der Landepunkt lag während der bei Wind durchgeführten Testflüge nie weiter als etwa einen Meter vom eigentlichen Startpunkt entfernt.

Automatische Videomodi hat die X8 Mini ebenfalls an Bord, allerdings sind wir mit den Endergebnissen nur mäßig zufrieden. Das liegt vorwiegend daran, dass es etwa beim automatischen Dronie (einem automatischen Selfie-Video mit der Drohne) zu leichten Rucklern und einer insgesamt nicht ganz flüssigen Bewegung kommt. Und statt das Motiv zu umkreisen und es in der Bildmitte zu halten, fliegt unsere X8 einen Kreis um das Objekt und schaut dabei immer nur stur geradeaus.

Diese Manöver funktionieren manuell deutlich besser, zumindest, wenn man die Steuerung beherrscht. Für Einsteiger und Gelegenheitspiloten ist die Funktion trotzdem praktisch, da so im Handumdrehen immerhin brauchbare Aufnahmen entstehen.

Die smarten Flugmodi, wie die automatische Verfolgung oder das im Bild behalten eines Objektes, funktionieren im Test, sind wegen der fehlenden automatischen Hinderniserkennung aber mit einem Restrisiko verbunden. Wir haben etwa eine Verfolgung abbrechen müssen, als uns die X8 plötzlich aus den Augen verlor, überholte und auf einen Wald zuflog.

Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, die Drohne automatisch Wegmarkierungen auf der Karte verfolgen zu lassen. Diese Funktion bietet DJI bei der Mini nicht an. Allerdings sollte man bei solch verlockenden Flugmodi nie die Drohnenverordnung vergessen. Mehr dazu im Artikel EU-Drohnenverordnung: So fliegen Drohnen legal.

Ein weiteres Extra, auf das wir uns gefreut hatten, ist die integrierte Panorama-Funktion. Hier nimmt die X8 Mini automatisch Fotoreihen auf und schneidet diese zu einem Panorama zusammen. Das klappt zwar, allerdings ist die Auflösung der per App abrufbaren Bilder völlig unbrauchbar. Besser ist es sowieso, die Fotos einzeln anfertigen und anschließend in voller Auflösung am PC zusammenzuschneiden.

Die Bildqualität der X8 Mini wurde schon in manchen Tests gelobt, umso erstaunter waren wir, als wir die ersten Testvideos am PC-Monitor gesichtet haben. Die Qualität war zwar nicht miserabel, aber definitiv nicht gut. Artefakt-Bildung und derartige Ruckler hatten wir nicht erwartet. Der Fehler lag aber nicht bei der Drohne, sondern unserer ersten verwendeten Speicherkarte. Nach einem Austausch gegen ein schnelleres Modell gingen wir erneut zum Fliegen. Und siehe da, die X8 Mini liefert richtig gut ab! Sprich, Käufer sollten auf alle Fälle einen Blick in die Kaufberatung: Speicherkarten für 4K-Kameras und Drohnen werfen.

Sowohl Video- als auch Fotoqualität sind insgesamt gut bis sehr gut. Die Aufnahmen sind dank gut funktionierenden Gimbals insgesamt hervorragend stabilisiert und ausreichend scharf. In den Standardeinstellungen finden wir den Kontrast zum Teil etwas zu hoch. Außerdem fehlt es in schwierigen Lichtsituationen an Dynamik und es kommt zu sichtbarem Bildrauschen.

Insgesamt kann man hinsichtlich der Preisklasse aber sehr zufrieden sein. Mit den brillanten Aufnahmen einer Mavic Air 2s kann die kleine Xiaomi-Drohne zwar nicht ganz mithalten, zur ähnlich teuren DJI Mavic Mini sind aber wenig Unterschiede sichtbar. Die Bildqualität liegt aus unserer Sicht irgendwo zwischen DJI Mavic Mini und DJI Mini 2. Damit lässt Fimi einen großen Teil der Konkurrenz hinter sich. Derart brauchbare Aufnahmen haben wir außer bei den Video-Drohnen von DJI und Parrot bisher noch nicht gesehen.

Zum Lieferumfang der Fimi X8 Mini gehören die Drohne samt Akku, USB-Kabel zum Laden und zum Anschließen des Smartphones, Handsender und ein Satz Ersatzpropeller. Der Preis bei deutschen Shops liegt laut Preisvergleich bei derzeit 430 Euro. Der Preis ist zwar gerechtfertigt, der niedrige Preis der DJI Mini macht es der Drohne von Xiaomi aber schwer. Wer Interesse hat, sollte sich unbedingt den Preiswecker stellen – die X8 Mini war zeitweise bereits ab 349 Euro erhältlich.

Bei Banggood gibt es die Fimi X8 Mini mit dem Code BGf572e0 für 302 Euro mit Lieferung aus einem EU-Lager. Dort ist derzeit auch die größere Fimi X8 SE reduziert. Mit dem Code BG720745 kostet diese 398 Euro.

Xiaomi bringt mit der Fimi X8 Mini wieder Bewegung in den Markt der Kamera-Drohnen. Die Kombination aus einem niedrigen Preis gepaart mit ordentlicher Bildqualität und tollem Flugverhalten macht die Drohne zu einer guten Video-Drohne und zu echten Alternative zur DJI-Mini-Serie. Nach den Enttäuschungen mit etwa der Potensic Dreamer Pro (Testbericht) ist die Marke Fimi ein echter Lichtblick für alle, die sich eine günstige Drohne für private Luftbilder suchen.

Wer sich für Multicopter und Aufnahmen aus der Luft interessiert, bekommt für knapp 300 bis 400 Euro ein einwandfreies Einsteigergerät mit nur minimalen Einschränkungen gegenüber deutlich teureren Multicoptern und der direkten Konkurrenz von DJI. Mit einem Abfluggewicht von unter 250 Gramm ist auch keine Namensplakette oder Registrierung nötig. Eine Modellflugversicherung braucht man allerdings trotzdem.

Die kompakte X8 Mini ist mit allerdings nicht für Jedermann geeignet. Wer sich lieber auf Sensorik und AI als auf die eigenen Flugkünste verlässt, der ist mit der etwa drei- bis viermal teureren DJI Mavic Air 2s (Testbericht) besser beraten. Auch wer sich butterweiche Flugmanöver und Sicherheitshinweise von der Drohne erwartet, sollte lieber beim Marktführer kaufen und zur DJI Mavic Mini 2 (Testbericht) greifen.

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