Xiaomi Dreame Bot W10 im Test: Perfekter Wischroboter mit Selbstreinigungsstation

Dreame Bot W10
  • 5.0

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Saugroboter saugen inzwischen ordentlich, gut wischen können sie meist aber nicht. Dafür gibt es Wischroboter wie den Xiaomi Dreame Bot W10 – und der hat es in sich.

Saugroboter wie unser Alltime-Favourite Dreame D9 (Testbericht) können klasse saugen und bieten wie etwa ein Lenovo T1 Pro (Testbericht) dank automatischer Absaugstation große Autonomie für wenig Geld. Doch obwohl die meisten modernen Saugroboter auch eine Wischfunktion bieten, ist diese bestenfalls als oberflächliches Staubwischen zu verstehen, was ohne regelmäßiges Auswaschen des einfach unter den Saugern mitgeschleiften Wischtuchs zunehmend unhygienisch wird. Mehr Schmutz als losen Staub bekommt man so zudem nicht entfernt. Dann gibt es neben diesen Hybridmodellen noch außergewöhnliche Modelle wie den Roborock S7 (Testbericht), dessen Wischtuch zusätzlich vibriert und so mehr Schmutz lösen kann. Zudem wird dessen Wischplatte auf Teppich angehoben, sodass dieses Modell weitgehend autonom die ganze Wohnung reinigen kann. Eine Absaugstation gibt es dafür inzwischen auch. Obwohl die Wischfunktion des S7 mit Abstand das beste Ergebnis dieser Hybridsauger erreicht, kann auch er nicht mit der Reinigungsleistung eines echten Wischroboters wie etwa einem iRobot Braava Jet M6 (Testbericht) mithalten.

Die aktuelle Speerspitze an Wischrobotern stell in unseren Augen allerdings die Yeedi Mop Station (Testbericht) dar. Sie bietet dank zweier rotierender Mopps maximale Reinigungskraft und durch die Selbstreinigungsstation ist sie zudem maximal autonom. Größtes Problem der Mop Station: Yeedi verzichtet nach wie vor auf Laser-Navigation, setzt stattdessen auf Kamera-Navigation. Die Navigation ist daher im direkten Vergleich wesentlich ungenauer. Als Resultat kommt die Mop Station auf engem Raum bei schwierigem Grundriss des Reinigungsbereichs schlechter als Laser-navigierte Modelle zurecht und braucht zudem deutlich länger. Mit zunehmender Testdauer fand sie auch immer seltener ihre Reinigungsstation – aus diesem Grund haben wir den Artikel der Yeedi Mop Station (Testbericht) nachträglich noch einmal angepasst und abgewertet.

Wie sieht das beim Dreame Bot W10 aus? Dieser Test gibt Aufschluss. Dabei beziehen wir uns häufig auf die prinzipiell sehr ähnliche Mop Station, nachlesen des Tests kann also hilfreich sein.

Beim Design gibt es durchaus Unterschiede zu den meisten Robotern auf dem Markt. Zwar besteht auch der Dreame Bot W10 ausschließlich aus Kunststoff und mit Weiß setzt der Hersteller auf die vermutlich verbreitetste Farbgebung. Die Form ist hingegen anders als bei der Konkurrenz. Sie ist nicht rund, nicht D-förmig, sondern erinnert von oben betrachtet am ehesten an eine abgerundete D-Form. Das sorgt in der Theorie dafür, dass der Bot besser in 90-Grad-Ecken reinigen kann, die geschliffene Form wirkt zudem beschwingter und moderner. Zudem ist der Roboter insgesamt kleiner als andere Saugroboter und wirkt dadurch fast zierlich.

Der Aufbau ähnelt ansonsten stark der Yeedi Mop Station. Auch der Dreame Bot W10 kommt mit Hauptbürste in der Mitte, Seitenbüste vorne rechts und zwei gegenläufig rotierenden Wischmopps am hinteren Ende. Die Seitenbürste wird aufgesteckt, die Mopps werden magnetisch gehalten. Hauptunterschied zum Yeedi-Modell: Einen eigenen Frischwassertank für unterwegs gibt es nicht. Ähnlichkeiten und doch wieder kleine Unterschiede gibt es auch bei der Reinigungsstation. Der W10 dockt ebenfalls rückwärts an und reinigt die Mopps mit Frischwasser. Der gelöste Schmutzt wird dann in einem separaten Abwasserbehälter gesammelt, beide Tanks weisen ähnliche Größen wie bei der Mop Station auf. Ein Aufbewahrungsfach für Reinigungswerkzeug bietet die Station von Dreame nicht, sie ist dafür kompakter und nimmt nahezu den kompletten Roboter auf. Wie bei der direkten Konkurrenz gibt es oben auf der Station zwei Tasten, um den Roboter reinigen oder zurückkehren zu lassen, außerdem integriert Dreame ein kleines Farbdisplay, das Informationen zum Zustand des Roboters anzeigt – sehr hilfreich. Nach dem Reinigungsvorgang trocknet auch die Reinigungsstation des W10 die Mopps, im Gegensatz zur Mopstation setzt das Dreame-Modell auf 40 Grad warme Luft und die benötigten Ventilatoren sind deutlich weniger laut. Bei der Mop Station hat man immer das Gefühl, als liefe im Nebenraum ein Haarföhn.

Der Dreame Bot W10 wird problemlos von der Xiaomi Mi Home-App gefunden – einfach oben rechts auf das „+“-Symbol klicken, schon scannt die App die Umgebung nach kompatiblen Modellen. Anschließend den Hinweisen auf dem Display des Smartphones folgen – fertig. Die App selbst bietet alle Funktionen, die man von der Konkurrenz kennt: Automatische Raumerstellung samt Anpassbarkeit, virtuelle Wände, Sperrzonen, Reinigungsreihenfolge, Reinigungsintensität und einiges mehr.

Da der Dreame Bot W10 wie eingangs erwähnt keinen eigenen Frischwassertank hat, lässt sich im Gegensatz zur Yeedi Mop Station nicht die Wassermenge bestimmen, die den Wischmopps unterwegs zugeführt werden soll. Stattdessen gibt man die Fläche an, nach der der Roboter zur Selbstreinigung zum Dock zurückfährt. Er lässt sich anweisen, alle 5, 10 oder 15 Quadratmeter oder nach einem komplett gesäubertem Raum Zwischenstopp einzulegen. Zudem darf eingestellt werden, ob der Bot saugen, wischen oder beides gleichzeitig tun soll. Beim Wischen darf zudem einer von drei Feuchtigkeitsmodi verwendet werden.

Der Rest ist wie bei anderen Xiaomi-Saugern oder ähnlichen Modellen, die sich in die Mi Home-App integrieren lassen. So bietet die App etwa die Möglichkeit, Geräte anhand von Regeln miteinander zu verknüpfen. Eine Integration von Sprachassistenten fehlt leider weiterhin, außerdem benötigt die App nach jedem Aufruf etliche Sekunden, um wieder den Live-Fortschritt der Reinigung richtig anzuzeigen. Hier sollte der Hersteller endlich mal nachbessern.

Der Dreame Bot W10 ist eigentlich in erster Linie ein Wischroboter, dennoch saugt er gleichzeitig mittels eines entsprechenden Gebläsemotors und der Hauptbürste aus Gummilamellen und Borsten. Dabei gibt der Hersteller die Saugleistung mit stattlichen 4000 Pascal an, wobei dieser kaum genormte Wert bei vielen Herstellern mit Vorsicht genossen werden muss. Beim W10 haben wir die Saugleistung im Test meistens auf dem voreingestellten, zweitniedrigsten Standardmodus belassen. Damit ist der Bot angenehm leise und saugte im Test alles vom Hartboden auf, was ihm vorgesetzt wurde.

Die Navigation ist vorbildlich. Der Dreame Bot W10 fuhr sich im Test nicht fest, rempelte nirgends hart an, vermaß die Umgebung zentimetergenau, fuhr nah an Wänden entlang und zeigte sich dabei auch noch schnell und gründlich. Die zu reinigende Testfläche von rund 110 Quadratmetern, von denen der Bot abzüglich Teppich und Möbeln nach eigenen Angaben 70 Quadratmeter befahren konnte, reinigte er in 68 Minuten – ebenfalls nach eignen Angaben. Tatsächlich dürften es gut 10 Minuten mehr gewesen sein, die Zeit scheint während der Selbstreinigung nicht weiterzulaufen.

Die Wischleistung ist dabei hervorragend und in etwa auf einem Niveau mit der Yeedi Mob Station (Testbericht) – auch ohne eigenen mitgeführten Frischwassertank. Auch am Ende eines Reinigungsintervalls, also etwa nach 10 Minuten, blieben keine trockenen Streifen zurück, das Reinigungsbild war einheitlich und streifenfrei. Das erreicht der W10 auch dadurch, dass er sehr genaue, stark überlappende Bahnen fährt. Die Mopps werden dabei mit 10 Newton auf den Boden gedrückt und rotieren 180 Mal pro Minute. Teppich wurde unabhängig von der Florhöhe perfekt erkannt, allerdings verlässt sich der Roboter dabei auf einen einzelnen, mittig vorn platzierten Sensor. Dadurch kann es schon mal dazu kommen, dass der W10 die Teppichkante mitwischt, weil sich der Sensor weiterhin über Hartboden befindet. Außerdem vollführt der Roboter beim Abfahren von Teppichrändern immer eine Art „Tanz“, bei dem er etwas vorfährt, zum Teppich einbiegt, beim Erkennen des Teppichs zurücksetzt, wieder auf die ursprüngliche Bahn parallel zum Teppich zurücksetzt, wieder vorfährt, eindreht und so fort. Das kostet Zeit und wirkt etwas unbeholfen – zwei weitere Teppichsensoren an den Rändern des Roboters links und rechts hätten hier Abhilfe geschaffen. Praktisch wäre es in diesem Zusammenhang außerdem, wenn der Roboter Teppich(ränder) wie der Roborock S7 (Testbericht) in seine Karte einzeichnen und beim nächsten Durchlauf beachten würde. Ein Beinbruch ist das aber nicht.

Bei jedem zwischenzeitlichen Reinigungsvorgang spült der Dreame Bot W10 die beiden Wischmopps mit Frischwasser durch, walkt sie auf noppenbewährten Kunststoffkanten durch und saugt das schmutzige Abwasser in einen gesonderten Tank ab. Das dauert rund eine Minute und klingt bisweilen so, als ob eine sehr alte Kaffeemaschine spotzend und spuckend Wasser aufheizt, scheint aber sehr gut zu funktionieren. Zumindest ist der Schmutzwasserbehälter nach einer Reinigung ähnlich trüb, wie bei der Yeedi Mop Station (Testbericht). Einen Vorteil gibt es allerdings: Das Schmutzwasser riecht nicht ganz so ekelhaft wie beim direkten Konkurrenten. Das könnte theoretisch mit einem etwas schlechteren Reinigungsgrad zusammenhängen, wir vermuten allerdings eher etwas anderes: Die Reinigungsstation des Dreame Bot W10 trocknet nach getaner Arbeit die beiden Mopps mit rund 40 Grad warmer Luft. Das dürfte zur schnelleren Trocknung führen, was wiederum Bakterien weniger Nährboden liefert. Wie bereits erwähnt klingt die Trocknung weniger penetrant als bei der Yeedi Mop Station. Das liegt nicht nur am niedrigeren Geräuschpegel, sondern auch am weniger hochfrequenten Ton der Ventilatoren. Grundsätzlich zu hören sind die aber auch in einigen Metern noch.

Außerdem ist uns etwas anderes aufgefallen: Obwohl die Tanks ähnlich groß sind (je 4 Liter statt je 3,5 Liter) mussten wir im Test spürbar weniger Frischwasser nachfüllen und Schmutzwasser ausleeren. Hauptgrund dürfte die deutlich bessere und effizientere Navigation des Dreame Bot W10 sein, durch die der W10 in Relation zur tatsächlich gereinigten Fläche seltener zur Selbstreinigung muss. Auch eine etwas geringere Wassermenge je Selbstreinigung wäre denkbar. Zur Info: Im Test waren wir mit „Standard“-Saugleistung, Rückkehr alle 10 Quadratmeter und mittlerer Feuchtigkeitsstufe sehr zufrieden.

Die weiter oben angegebenen 70 Quadratmeter reine Reinigungsfläche säuberte der Bot mit diesen Einstellungen mit 50 Prozent seiner Akkuleistung, entsprechend dürften auch Haushalte mit knapp 180 Quadratmeter Wohnfläche in einem Durchgang gereinigt werden können. Dafür speichert der Roboter auf Wunsch auch mehrere Karten, etwa für mehrere Stockwerke.

Bleiben zwei kleine Nachteile: Der 450 Milliliter fassende Staubbehälter im Roboter muss händisch geleert werden und dafür muss der Roboter aus der Station geholt werden. Da er darin fast komplett verschwindet, kommt man ansonsten nicht an den Behälter heran. Außerdem kann der Dreame Bot W10 wegen seiner Hauptauslegung als Wischroboter Teppiche nicht ohne vorheriges menschliches Zutun reinigen. So müssen vor der Teppichreinigung die beiden Wischmopps entfernt werden, wodurch der W10 quasi zum normalen, guten Saugroboter (leider ohne automatische Anhebung der Saugkraft auf Teppich!) wird. Alternativ wird ein zusätzlicher Saugroboter benötigt, sofern nicht wieder komplett Handbetrieb für die Auslegeware angesagt sein soll. Übrigens: Die Mopps lassen sich nicht wie bei der Mop Station per Klettverschluss von den Kunststofftellern lösen. Zum Reinigen oder bei Verschleiß müssen die ganzen Teller in die Waschmaschine geworfen oder gleich ganz nachgekauft werden.

Der Dreame Bot W10 ist zum Testzeitpunkt in Deutschland schwer zu bekommen, der Preis liegt aktuell bei 699 Euro.

Selten fällt ein Fazit zu einem Roboter so eindeutig wie zum Dreame Bot W10 aus: Der Roboter kostet schlappe 700 Euro und ist jeden Cent davon wert – sofern man so etwas wie einen Wischroboter denn haben will. Die Navigation ist vorbildlich, die Wischfunktion perfekt, die Selbstreinigung funktioniert klasse und das Gerät ist schick und vergleichsweise klein. Hinzu kommt ein vergleichsweise „niedriger“ Preis, angekündigte neue Modelle mit ähnlichen Funktionen von Ecovacs und Roborock kosten das Doppelte! Die Yeedi Mop Station ist hierzulande kaum günstiger, wird vom W10 aber klar abgehängt. Einen besseren Wischroboter als den Dreame Bot W10 gibt es derzeit nicht.

Dabei muss man sich allerdings darüber im Klaren sein, dass Teppiche vom W10 bauartbedingt gemieden statt gereinigt werden, sofern man nicht vorher die beiden Mopps entfernt – alternativ braucht es dafür einen zusätzlichen Saugroboter. Denkbar und günstig wäre da etwa der Dreame D9 (Testbericht), dann stammt auch alles aus „einer Hand“. Der taucht auch in unserer Top 10 der besten Saugroboter (Bestenliste) auf. Einziger direkter Konkurrent ist die bereits angesprochene Yeedi Mop Station (Testbericht).

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