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Xiaomi Curved Monitor 34 Zoll im Test: 21:9-Gaming mit 144 Hz
Pro und Contra
  • Gute Bildqualität
  • Gute Auflösung, breites Bild
  • 144 Hz
  • Billig wirkende Knöpfe
  • Kein HDR
  • Bild-In-Bild-Feature nicht durchdacht
  • 4.0

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Xiaomi liefert einen gekrümmten Monitor für Spieler. Die Specs sind interessant: 21:9 UWQHD, 144 Hz und einen Preis unter 450 Euro. TechStage testet den Xiaomi Monitor.

Xiaomi baut nicht nur Smartphones, der Konzern ist vergleichbar mit Samsung in fast jeder technischen Nische unterwegs. Egal ob das Smart-Home-System Aqara (Testbericht), Streaming Sticks (Vergleich) oder bei E-Scootern (Testbericht), Xiaomi mischt mit. Da wundert es wenig, dass auch Gamer im Visier sind. Wir testen, was der gekrümmte 34-Zoll-Gaming-Monitor auf dem Kasten hat.

Mehr zu Gaming-Monitoren haben wir in der Themenwelt Gaming-Monitore veröffentlicht. Dazu gehört etwa unsere Kaufberatung für Displays zum Zocken oder der Vergleichstest von vier Full-HD-Monitoren ab 100 Euro.

Bei den technischen Daten horcht man bei ein paar Dingen auf. Der Xiaomi Mi Curved Gaming Monitor34 bietet eine Diagonale von 34 Zoll (etwa 86 cm). Die Auflösung liegt bei 3440 × 1440, sprich UWQHD, der Ultra-Wide-Variante von WQHD (2560 × 1440 Pixel). Sprich, der Xiaomi-Monitor liefert horizontal mehr Pixel. Damit steigt sein Seitenverhältnis auf 21:19, die Pixel pro Zoll (ppi) liegen bei 110. Xiaomi nutzt ein VA-Panel. Diese Display-Art schafft gute Kontrast- und Schwarzwerte samt eines guten Blickwinkels, zudem kann sie Bilder vergleichsweise schnell aufbauen (mehr dazu in der Kaufberatung der Gaming-Monitore ). Die Bildwiederholrate liegt bei 144 Hz.

Klären wir zu Beginn eine grundsätzliche Frage: Curved? Wozu? Monitore sind doch flach! So sind es jedenfalls die meisten Menschen gewohnt. Gebogene Bildschirme fügen sich nicht unbedingt leicht in einen Haushalt ein. Sie stehen bei einer Wandmontage weiter von der Wand ab und für so manchen Nutzer dürfte auch die Nutzung auf dem Schreibtisch etwas ungewohnt sein. In Büros sind ebene Bildschirme verbreiteter, besonders aus Kostengründen. Warum braucht man das also? Im Jahre 2014 stand der Hollywood-Regisseur Michael Bay auf einer Präsentationsbühne und sollte erklären, warum man seine Transformers-Filme auf einem Curved-Bildschirm anschauen sollte. Ihm verschlug es damals die Sprache.

Zwar war der ausgefallene Teleprompter schuld, aber es wäre als Antwort auch glaubwürdig gewesen. Denn durch die gebogene Form umringt das Bild den Zuschauer gefühlt ein wenig mehr, und bei einer nicht zu weit entfernten Sitzposition wirkt es, als würde man stärker ins Geschehen hinein gezogen werden. Durch die Wölbung liegen die Bildschirmränder nicht weiter entfernt vom Auge als die Bildschirmmitte - vorausgesetzt, der Betrachter befindet sich auch in einer zentralen Sitzposition. Ein aufwendiger Actionfilm kann so intensiver wirken. Der hier vorliegende Curved Gaming Monitor von Xiaomi hat eine Biegung von 1500R. Damit ist er nicht ganz so durchgebogen wie die extremen Varianten von Samsung, man merkt den Effekt dennoch.

Doch warum Ultra-Widescreen, also ein extremes Breitbild? Viele Anwendungen, wie etwa Textprogramme, sind nicht auf dieses 21:9 Bildformat ausgerichtet, selbst Kinofilme füllen es selten aus. Einmal aufgebaut und eingeschaltet wird die Antwort auf die Frage allerdings sofort klar: Hier ist reichlich Platz! Und startet man erst einmal ein Spiel, das solch ein exotisches Bildformat unterstützt, möchte man nicht mehr zu einem Bildschirm mit 16:9, geschweige denn 4:3 zurückkehren. Der Innenraum eines Rennwagens oder eines Raumschiffes lässt sich so intensiver erleben, und auch Landschaften wirken im Ultra-Breitbild sehr beeindruckend. Die weiten Panoramen von Far Cry 5 wirken so zum Beispiel viel größer, weiter, in ihrer Dimension greifbarer.

Nicht nur Spieler, sondern auch Kreativschaffende profitieren von dem Bildformat. Wer Videoschnittprogramme verwendet, bekommt viel Platz für seine Timelines und Werkzeugfenster. Man kann in Programmen wie DaVinci Resolve oder Final Cut Pro X sehr viel mehr von seinem Projekt auf einmal überblicken. Damit reduziert sich das vertikale Scrollen. Musiker bekommen mehr Noten und Plugins unter. Man kann sich sehr viel besser auf einzelne Songabschnitte konzentrieren und hat trotzdem noch genug Platz, um seine digitalen Werkzeuge am Rand abzulegen. Da Ultrawide dem natürlichen Sichtfeld ähnlich ist und deshalb fast wie Scheuklappen wirkt, gilt auch: Man ist konzentrierter.

Wer gerne eine Spielekonsole an den Monitor anschließen möchte, sollte sich allerdings keine großen Hoffnungen machen: Zwar sehen die Spiele generell gut aus, aber weder Playstation 5, noch Xbox Series X (Testbericht) haben zum Zeitpunkt dieses Artikels eine offizielle Unterstützung für das extreme Breitbildformat. Da 16:9 der Mainstream ist, halten wir einen zukünftigen Support für ziemlich unwahrscheinlich. Bei PC-Spielen gibt es aber häufig offizielle Unterstützung seitens der Spieleentwickler. Und falls nicht, hilft die Modding-Community oft nach, sogar bei älteren Spielen wie Skyrim .

Xiaomi setzt beim Gaming Monitor34 auf Minimalismus. Er bietet keinen unnötigen Schnickschnack und hat ein schlichtes Design. Es gibt zwei HDMI-2.0-Ports, zwei DisplayPort-1.4-Anschlüsse und einen Kopfhörer-Ausgang. Weitere Nice-to-Haves wie ein integrierte USB-Hub oder eingebaute Lautsprecher sind nicht vorhanden. Dafür gibt es einen praktischen Kabelkanal, der dafür sorgt, dass alles schön geordnet aussieht. Der Kanal hat zwei Abdeckungen: Einmal längs am Standfuß, und einmal an den Videoeingängen, beide mit Magneten befestigt. Ein Wechsel des Kabels ist mit ein paar Handgriffen erledigt, denn die Abdeckungen lassen sich leicht entfernen und wieder befestigen. Mehr als das Stromkabel und vier oder fünf übliche HDMI Kabel lassen sich aber nicht unterbringen. Wer den Kanal gleich für andere Kabel auf dem Schreibtisch mit benutzen möchte, wird enttäuscht sein.

Der Standfuß erlaubt es, den Monitor um rund 20 cm in der Höhe zu verstellen und seitlich in einem Winkel von etwa 35 Grad horizontal nach links oder rechts zu drehen. Zusätzlich kann man den Monitor circa 5 Grad nach vorne oder 15 Grad stufenlos nach hinten neigen. Das macht es deutlich einfacher, das große Gerät passend auf dem Schreibtisch zu platzieren und den richtigen Betrachtungswinkel zu finden.

Obwohl der Monitor insgesamt gut verarbeitet wirkt, hat der Standfuß den Schirm nicht ganz fest im Griff. Betätigt man eine der Menütasten ganz rechts außen, wackelt der Schirm etwas, wenn man etwas fester drückt. Höhe oder Seitenwinkel verändern sich dadurch aber immerhin nicht, weil der Widerstand des Standfußes groß genug ist. Um ihn zu verstellen, muss man deutlich Kraft aufwenden. Dennoch: Mal wieder im Multiplayer-Spiel verloren? Beim wütendem Fausthieb auf den Schreibtisch wird die Erschütterung auch den Monitor etwas zum Wackeln bringen. Lobenswert: Wem die ganze Angelegenheit nicht robust genug ist, kann eine andere Halterung nach VESA-Standard (100 × 100) verwenden. Damit steht auch der Wandmontage nichts im Weg.

Insgesamt wirkt die Verarbeitung sehr wertig. Mit einem Bildschirmrand von 0,6 cm ist der Monitor nicht breiter, als er sein muss. Der dezent schwarze Kunststoff in Brushed-Optik wirkt robust und beim Bewegen gibt das Gerät keine verdächtigen, knarzenden Laute von sich. Nur die Knöpfe für das Menü auf der Rückseite fühlen sich für unseren Geschmack etwas zu weich an: Legt man seine Fingerkuppe auf und rotiert diese etwas, bewegen sich die Knöpfe leicht mit. Sie machen zudem ein lautes, klickendes Plastikgeräusch, wenn man sie betätigt. Haptisch machen sie also nicht so einen guten Eindruck, aber sie sind immerhin groß genug und liegen so weit auseinander, dass eine blinde Bedienung kein Problem ist. Man kann bei der Navigation durch das Menü seinen Handballen (und den Daumen) an den Rand des Bildschirms legen und mit den übrigen vier Fingern agieren, als bediene man ein Saiteninstrument. Zwischen jedem Knopf ist ein Abstand von ca. 0,5 cm, womit das auch mit durchschnittlich großen Händen möglich ist.

Die Produktbezeichnung trägt es bereits in sich: Der Xiaomi Curved Gaming Monitor soll Spieler ansprechen. Dafür sind schnelle Reaktionszeiten nötig, die mit einer Unterstützung für 144Hz auch gewährleistet ist. Das klappt nur mit einem DisplayPort-Kabel, denn HDMI 2.0 macht bei 120Hz Schluss. Wir haben den Monitor zunächst an dem Mac Mini M1 und anschließend an einen älteren Mac Mini 2018 angeschlossen. In beiden Fällen war Big Sur installiert, an beiden wurde der Monitor zunächst irrtümlicherweise als HDR-Bildschirm erkannt und die Farbe wirkten dadurch sehr ausgewaschen. Nachdem wir den Bildmodus aber korrekt umgestellt hatten, funktionierte alles ohne Probleme.

Zusätzlich testeten wir eine Xbox Series S und spielten dort Dirt 5 im 120Hz Modus aus. Das funktionierte einwandfrei und sah wirklich gut aus. Eine HDR-Unterstützung haben wir trotzdem vermisst, aber das wäre zu diesem Preis vermutlich zu viel verlangt. Dafür gibts aber AMD Freesync-Unterstützung, womit sich Spiele in einer variablen Bildrate spielen lassen. Das verhindert Bildzerreißen (Tearing). Interessanterweise konnten wir auch Nvidias Äquivalent G-Sync aktivieren, obwohl es nirgends in der Anleitung erwähnt wird. Offenbar ist der Monitor nicht offiziell dafür zertifiziert und Nvidia könnte es somit beim nächsten Softwareupdate deaktivieren. Zum Zeitpunkt dieses Tests funktioniert es aber.

Die Bildqualität hat bei uns einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Das Panel wirkte bei unserem Testgerät gleichmäßig ausgeleuchtet und hatte keine toten Pixel. Positiv überrascht waren wir von der Farbechtheit: Zwar ist diese nicht so akkurat wie bei einem sündteuren Monitor für professionelle Bildbearbeitung, aber sie wich kaum davon ab. Wir haben zum Vergleich einen Low Budget-Fotomonitor von ViewSonic dagegen gehalten, und das Gerät von Xiaomi wich in den Farbtönen nur minimal ab. Auf der offiziellen Herstellerseite wirbt man mit 121% sRGB Color Gamut und 16.7 Millionen darstellbaren Farben in nativen 8-Bit Truecolor. Subjektiv und mit mehreren Augenpaaren betrachtet können wir sagen: Ja, das Bild sieht wirklich sehr gut aus.

Mit einem Kontrastverhältnis von 3000:1 (300-nit) ist der Monitor nicht ganz so hell wie andere Geräte, aber wir hatten auch bei hellem Tageslicht keine Probleme etwas zu erkennen. Dabei hilft sicher auch die matte, spiegelfreie Oberfläche, wobei auch sie natürlich nicht gegen direkte Sonneneinstrahlung gefeit ist.

In den Optionen lassen sich etliche Einstellungen an der Farbwiedergabe vornehmen. Neben den Standardeinstellungen wie Schwarzlevel, Kontrast oder Gamma lässt sich hier die Farbtemperatur bestimmen. Eine Einstellung für automatischen Kontrast gibt es ebenso, aber diese lieferte nach unserem Geschmack keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Alles wirkte damit zu hell oder zu stechend, weshalb wir es gleich wieder abgeschaltet haben. Ähnliches gilt für die Rauschunterdrückung und ein Filter für flüssigere Bewegungen. Das ist nett für Personen, die gerne Filme oder Serien damit schauen, aber das ist nichts für Puristen, die lieber das Originalbild haben wollen. Für Spiele sind derlei Filter aus Latenz- und Qualitätsgründen ohnehin nicht empfehlenswert.

Wie üblich gibt es eine Reihe von Farbprofilen, vorwiegend für Games und Filme. Löblich finden wir dabei das Profil mit reduziertem Blau-Anteil. Dieser ähnelt dem Abend-Modus von Smartphones oder Night Shift auf dem Mac. Blaues Licht wird dabei reduziert, die Augen nicht zu sehr beansprucht. Das ist vor allem in den Abendstunden sehr angenehm. Dadurch wirkt das Bild viel oranger und somit natürlich nicht mehr farbecht. Color Grading im Schnittprogramm macht man damit selbstverständlich nicht. Personen, die viel Bildschirmarbeit verrichten, nehmen so ein Feature aber mit Kusshand entgegen.

Wie bereits erwähnt unterstützen Spielekonsolen aktuell kein Ultrawidescreen. Ebenso setzen Blu-Ray-Player, viele gestreamte Serien und etliche andere Quellen klassisches 16:9. Das lässt sich auf dem Monitor im korrekten Seitenverhältnis anzeigen, womit links und rechts ein schwarzer Rand bleibt. Das gilt sowohl für QHD, also auch Full HD. Bei Letzterem kann man sich noch aussuchen, ob es 1:1 in der Bildmitte oder hochskaliert angezeigt werden soll. Darüber hinaus ist die Bild-in-Bild-Funktion sehr praktisch: Damit lassen sich mehrere Videoquellen gleichzeitig anzeigen. Zur Auswahl stehen zwei Modi, die aber beide kleine Probleme haben. Lässt man sich in der linken und rechten Hälfte jeweils ein Bild anzeigen, sind diese stark gestaucht. Die Alternative ist eine Quelle als kleineres Fenster in einer der vier Ecken anzeigen zu lassen. Die Größe lässt sich zwar hier in drei Stufen bestimmen, aber das Seitenverhältnis des kleinen Fensters bleibt auch hier auf Ultrawide. Leider merkt sich die Software nicht das eingestellte Seitenverhältnis im Einzelquellen-Modus. Erwähnenswert ist außerdem, dass es einige Sekunden dauert, bis der Monitor auf die Bild-in-Bild-Anzeige gewechselt hat. Die letzten gewählten Quellen merkt sie sich ebenso nicht, weswegen man nach dem Abschalten des Monitors diese erneut angeben muss.

Überhaupt ist das Umschalten zwischen den Eingängen unnötig umständlich, da es keinen separaten Button dafür gibt. Dazu muss man erst in den verschachtelten Menüpunkt für die Quellen und diese dort auswählen. Wir haben bei anderen Monitoren schon schönere Benutzerführungen gesehen. Immerhin schaltet das Gerät beim Einschalten automatisch zur aktiven Bildquelle.

Der Mi Curved Gaming Monitor 34 von Xiaomi hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 499 Euro. In der Realität ist er meist günstiger zu bekommen, ein Blick in den Preisverlauf zeigt etwa Aktionen mit Preisen von unter 400 Euro. Neben lokalen Händlern bieten ihn auch China-Shops wie Banggood an. TechStage-Leser, die sich für den Monitor interessieren, können ihn unter diesem Link und mit dem Rabatt-Code BGGD759 aus dem tschechischen Lager für 376 Euro bestellen. Der Code ist laut Anbieter bis Ende Mai 2021 gültig.

Der Mi Curved Gaming Monitor 34 von Xiaomi ist nicht frei von Macken. Der Standfuß könnte stabiler sein, das Menü ist etwas umständlich, es gibt kein HDR und PIP-Funktion ist verbesserungswürdig.

In der Kerndisziplin, nämlich der Bildqualität, überzeugt das Gerät aber mit hoher Qualität. Es sieht wirklich gut aus und die Unterstützung für 144Hz und Freesync machen Spieler glücklich. Das Design ist zudem sehr schlicht, der Kabelkanal sehr praktisch und es gibt ausreichend viele Anschlussmöglichkeiten.

Meistens wird der Monitor in Europa zwischen 400 und 500 Euro angeboten - und in dieser Preisklasse gibt es nichts Vergleichbares. Wir können das Gerät trotz kleinerer Mängel also empfehlen.

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