WLAN-Verstärker: Fritz-Repeater-Alternative Telekom Speed Home WLAN im Test

Telekom Speed Home WLAN
Pro und Contra
  • Schnelles WiFi-6
  • Guter Preis
  • Zwei Gigabit-LAN-Buchsen
  • Kein Gastnetz



  • 4.5

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Der Speed Home WLAN richtet sich neben Telekom-Kunden an alle, die Lücken in der WLAN-Abdeckung schließen möchten. Wir testen den WiFi-6-Repeater.

Die Telekom setzt mit ihren Produkten aus den Serien Smart Home und Speed Home eine klare Konkurrenz zu AVM. Meist gibt es die Geräte direkt für die Internetkunden der Telekom, entsprechend sind sie oft vorkonfiguriert und unterstützen Spezialfälle wie IP-TV über Magenta TV.

Nachdem wir bereits mit dem Speedport Smart 4 (Testbericht) das offizielle WiFi-6-Mesh der Telekom ausprobiert haben, schicken wir nun den zugehörigen Access Point durch unseren Einzeltest.

Der schwarze, runde WLAN-Mesh-Repeater Telekom Speed Home WLAN funkt WiFi-6 alias 11ax bis 600 MBit/s bei 2,4 GHz - aus zwei Antennen. Plus 4800 MBit/s bei 5 GHz - aus vier Antennen. Zusammen also 5.400 MBit/s, gleichzeitig.

Der Wifi-6-Repeater der Telekom hat kein USB, kein PoE, keine Telefonanlage und kein eigenes Internet-Modem verbaut. Man hängt ihn daher oftmals hinter einen WLAN-Modem-Router, etwa hinter den jüngsten Telekom Speedport Smart 4. Entweder per WLAN-Funk oder per LAN-Kabel.

Der T-Repeater hat zwei 1-Gigabit-Ethernet-Ports an der Rückseite. Dadurch lässt er sich auch per LAN-Kabel im WLAN-AP-Modus hinter fast jeden gängigen WLAN-Router verbinden.

Die schwarze WiFi-6-Scheibe ist übrigens der Nachfolger der älteren, weißen WiFi-5-Scheibe namens Telekom Speed Home WiFi. Sie bot schon im Test per Ende 2019 mit bis zu 1733 MBit/s bei 5 GHz ebenfalls eine sehr zeitgemäße WLAN-Leistung, zu einem ebenfalls attraktiven Preis, schon damals unterhalb von 80 Euro.

Das Typenschild auf der Rückseite zeigt die http-Adresse für die Konfiguration per Browser, das Geräte-Passwort, die MAC-Adresse, die Seriennummer, die getestete Hardware-Version 04/N7 sowie den QR-Code für die Einrichtung mit der Magenta-Handy-App.

Die Einrichtung selbst lief hinter dem Telekom-Router problemlos, nach kurzer Zeit waren alle Daten übernommen und der WLAN-Verstärker erweiterte das System.

Die Software ist übersichtlich und die einblendbaren Erläuterungen sind besonders für Anfänger hilfreich. Getrennte SSID-Netzwerknamen für 2,4 und 5 GHz lassen sich einfach vergeben, was nicht bei allen WLAN-Marken selbstverständlich ist. WLAN-Zugangsdaten kann man als QR-Code ausdrucken, was auch für Gäste sehr bequem sein kann. Allerdings lässt der T-Repeater gar kein gesondertes Gastnetz zu, was die Freude am WLAN-Spendieren etwas trüben kann. Soll ja nicht jeder Gast gleich im eigenen Kernnetz landen.

Die WLAN-Kanalbandbreiten lassen sich bei 2,4 GHz auf 20 oder 40 MHz festlegen. Im 5 GHz kann man sie auf 20, 40, 80 oder maximal 160 MHz aufdrehen. Letzteres bringt den maximalen Durchsatz, sofern man passende WLAN-Endgeräte hat. Ab Werk stehen die Kanäle aber sowieso auf Automatik, was eh für die meisten User passen wird.

Um die Leistung des Access Point zu messen, schicken wir ihn durch unseren üblichen Testaufbau. Den ersten LAN-Port des schwarzen Telekom-Repeaters verbinden wir nun mit der Fritzbox 6660 Cable. Den LAN-2-Port des T-Repeaters verbinden wir (ebenfalls über LAN-Kabel) mit einer 10-Gigabit-NAS-Station. Hier wird sie gleich mal auf knapp 1 Gigabit/s gebremst.

Am WLAN-Funk des T-Repeaters verbinden wir folgende WLAN-Endgeräte:

  • PC mit 10 GbE LAN und Wifi-6 bis 2,4 GBit/s
  • Note10+ mit Wifi-6 bis 1,2 GBit/s
  • Pixel 6 Pro mit Wifi-6E bis 2,4 GBit/s
  • LG G6 Handy aus 2017 mit Wifi-5 bis 433 MBit/s

Auf Anhieb holte der PC über den Telekom-Repeater mit seinem Intel AX200 Funkmodul knapp 960 Megabit/s netto Download aus dem Internet. Auch aus der 10-Gig-NAS messen wir über den Verstärker knapp 960 MBit/s im Download und ebenfalls um die 960 MBit/s im Upload.

Wir messen den Durchsatz mit drei Smartphones (von Wifi-5 bis Wifi-6E) an fünf zunehmend schwierigen Stellen unserer Stadtwohnung alias Testumgebung. Will sagen, in einem normal übervölkerten 2,4 GHz Band, und in einem mäßig verschmutzten 5 GHz Band.

Im 2,4 GHz Band lag das Wifi-6E-Handy von Google (graue Kurve) beim Durchsatz nur knapp über dem normalen Wifi-6-Handy von Samsung. Das 5 Jahre alte LG G6 dagegen (blaue Kurve) hat erheblich weniger Speed aus dem Wifi-6-Repeater herausgeholt.

Im 5 GHz Band dagegen funkt das Wifi-6E-Handy von Google (graue Kurve) erheblich schneller als das normale Wifi-6-Handy von Samsung. Das 5 Jahre alte LG G6 dagegen (blaue Kurve) hat sehr viel weniger Durchsatz aus dem Wifi-6-Repeater herausgeholt. Der Engpass ist hier nicht der Repeater, sondern das Handy. Bei allen Messungen, sogar beim alten LG G6, fällt die gute Leistung im sehr schwierigen, fünften Zimmer auf. Hier haben schon viele andere WLAN-Router und WLAN-Repeater ein schlechteres Bild hinterlassen.

Der schwarze Wifi-6-Repeater der Telekom hat bei den Indoor-Messungen unterm Strich eine gute Reichweite gezeigt, genauer gesagt: Ein gutes Rate-over-Range-Verhalten.

Zur Überprüfung der guten Reichweite haben wir den Telekom-Repeater auch mal auf unsere Outdoor-Messtrecke zum Friedensengel München mitgenommen.

Zur Abwechslung haben wir den T-Repeater hier auch mal hinter einem T-Router Smart 4 betrieben.

  • Messpunkt 1 war direkt am Fuße des Engels, drei Meter vom runden T-Repeater entfernt.
  • Messpunkt 2 war in 100 Meter Sichtweite, am Ost-Ufer der Isarbrücke.
  • Messpunkt 3 war in knapp 200 Sichtweite, am Westufer der Isarbrücke.

Bei 100 Metern Entfernung, auf Messpunkt 2, waren die jüngeren Handys mit Wifi-6 und Wifi-6E fast gleich gut: Etwa 39 MBit/s. Das ältere Wifi-5-Handy war hier mit 26 MBit/s ebenfalls noch sehr brauchbar.

Bei knapp 200 Metern, auf Messpunkt 3, schaffte das Wifi-5-Handy keinen Kontakt mehr zum T-Repeater. Die beiden moderneren Handys lagen aber noch bei circa 30 MBit/s.

Viel krasser waren die Unterschiede jedoch im viel leistungsstärkeren 5 GHz-Band. Das moderne Google-Wifi-6E-Handy holte bei fast 200 Metern noch über 350 MBit/s aus dem entfernten T-Repeater. Das ebenfalls recht gute Samsung-Wifi-6-Handy schaffte noch knapp 140 MBit/s. Und auch das WLAN-technisch viel schwächere LG G6 war auf knapp 200 Meter Distanz mit 53 MBit/s ebenfalls noch zum Surfen und Video-Streamen brauchbar.

Der Eindruck einer sehr guten Reichweite des Telekom-Wifi-6-Repeaters, vor allem im 5 GHz Band, hat sich bereits bei den Indoor-Messungen ganz klar angedeutet. Bei den Outdoor-Messungen hat sich dieser gute Eindruck noch weiter bestätigt und erhärtet.

Wer den Wifi-6-Repeater der Telekom geschickt am Fenster aufstellt, kann damit meist auch einen sehr großen Garten mit WLAN versorgen.

Alternativ empfiehlt sich für große Gärten aber auch der Einsatz eines wetterfesten Outdoor-WLAN-Funkers. Etwa die von uns getesteten Modelle AP 17 (Testbericht) von Hewlett Packard Aruba, oder EAP110 von TP-Link (Testbericht).

Wird ein WLAN-Repeater per LAN-Kabel im AP-Modus betrieben, dann steht die volle WLAN-Power für die WLAN-Endgeräte zur Verfügung.

Wird ein Repeater dagegen im WLAN-MESH-Modus (also per WLAN-Funk) mit einem WLAN-Mesh-Router gekoppelt, dann wird ein Teil der WLAN-Kapazität halt für die Infrastruktur-Verbindung zwischen Router und AP verbraten. Diese wertvolle WLAN-Kapazität fehlt dann für die Clients.

Wo immer möglich, sollte man einen Repeater also nicht (!) per WLAN-Mesh-Funk, sondern vielmehr per LAN-Kabel hinter einen Router koppeln. Nur wenn LAN-Kabel gar nicht geht, wäre eine WLAN-Mesh-Brücke die angesagte Notlösung.

Im WLAN-AP-Modus hinter unserer Fritzbox6660 hat der schwarze Telekom-WiFi-6-Repeater etwa 5 Watt aus der 230-Volt-Dose gezogen. Dabei war nur ein einziges WLAN-Gerät über 5 GHz mit dem Telekom-Repeater verbunden.

Bei 950- MBit/s-Downloads per WLAN von der NAS aufs WiFi-6-Handy konnten wir den T-Repeater jedoch über 11 Watt hinaus treiben. Laut Telekom-Tech-Specs liegt der Standby um 4,7 Watt und die maximale Leistungsaufnahme bei 14 Watt. Das passt.

  • Das Amazon WiFi-5-Eero Set (Testbericht) hat in Summe knapp 7,7 Watt im Standby und maximal 8,15 Watt beim Surfen mit einem Samsung Note10+ aus zwei 230-Volt-Steckdosen gezogen. Das ist sparsam.
  • Das Google Wifi-5 Paar (Testbericht) aus dem Jahre 2016 hat in Summe etwa 7 Watt im Standby und 9,6 Watt beim schnellen Internet-Download aus unserem Messgerät gezogen. Das ist ebenfalls sparsam.
  • Das etwas stärkere Google Nest Wifi-5 (Testbericht), Baujahr 2019, hat 8 Watt im Standby und 11,25 Watt beim Surfen mit einem Samsung Note10+ aus zwei 230-Volt-Steckdosen gezogen.
  • Im gleichen Mess-Szenario hat ein Netgear ORBI RBK50 Mesh (Testbericht) von 2017 immerhin 13,1 Watt im Standby und 16,1 Watt beim Internet-Download verbraten. Diese ORBI-Version funkt aber auch Tri-Band-Mesh auf drei Bändern und hat zudem 2x4=8 Ethernet-LAN-Buchsen.

Die Standby-Werte sind besonders relevant, weil viele WLAN-APs oder WLAN-Mesh-Repeater halt bis zu 365 Tage im Jahr nonstop am 230-Volt-Strom hängen.

Der Telekom Speed Home WLAN kam im Juni 2021 zum UVP von 79,99 Euro auf den Markt. Man kann ihn auch für 3,95 Euro pro Monat beim Provider mieten. Nach 20,25 Monaten wäre ein Kauf zum UVP somit günstiger als das Mieten. Bekommt man den T-Repeater zu einem Straßenpreis von 65 Euro, dann amortisiert sich der Kauf sogar schon nach 16,45 Monaten.

Der Telekom Speed Home WLAN Wifi-6-Funker aus 2021 bietet starke WLAN-Tech-Specs bis zu 4800 MBit/s im 5 GHz Band. Beim tatsächlichen Durchsatz und bei der Reichweite machen die schwarzen Telekom-Rundlinge ebenfalls eine gute Figur, vor allem im 5 GHz Band. Natürlich sind die Netto-Raten pro Endgerät weit entfernt von 4800 Mbit/s, zumal es dafür noch gar keine WLAN-Endgeräte gibt.

Auch die restliche Hardware der schwarzen Scheibe ist für einen knapp 70 Euro billigen 4800-Megabit-Repeater üppig: Standfuss, Wandaufhängung, Ein/Aus-Taster, WPS-Taste, zwei LAN-Buchsen.

Speziell in Zentraleuropa muss sich der Wifi-6-Repeater der Telekom auch mit den Geräten von AVM vergleichen lassen: Vor allem mit dem schnellen WiFi-6-Repeater AVM 1200AX (Testbericht) und mit dem Reichweiten-starken Wifi-5-Repeater AVM 2400 (Testbericht). Die Software wirkt bei AVM schöner, und im Gegensatz zur Telekom kann AVM sogar ein WLAN-Gastnetz auf die Repeater durchschießen. Ansonsten aber Daumen hoch für den sehr preiswerten Wifi-6-Repeater der Deutschen Telekom.

Der Test erscheint im Rahmen unserer Themenwelt WLAN. Dort haben wir bereits anderer APs wie den Aruba Instant On AP17 (Testbericht) getestet.

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