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WLAN-Repeater für 11 Euro im Test: Was taugt der FanIce?
Pro und Contra
  • Günstig
  • Einfache Einrichtung
  • Keine aktuelle Firmware auffindbar
  • Langsam
  • 3.0

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Im Rahmen der Amazon Black-Friday-Angebote gab es einen WLAN-Repeater für 11 Euro. Wir haben das Gerät gekauft und testen, was der Repeater in der Praxis taugt.

Für weniger als 15 Euro hat man eine große Auswahl an Repeatern, die das eigene WLAN vergrößern und Funklöcher füllen sollen. Im Test hatten wir bislang überwiegend die Premium-Modelle von Markenherstellern wie AVM, die in der Praxis durchaus überzeugen. Doch was gibt’s am anderen Ende der Fahnenstange?

Dieser Test erscheint im Rahmen unserer Themenwelt WLAN-Repeater . Mehr zu Repeatern und wie sie arbeiten, zeigen wir in unserem Artikel Wie Repeater das WLAN verstärken .

Der Lieferumfang hält sich in Grenzen. Der Stromstecker ist fest im Gerät integriert, zudem gibt es eine kurze Anleitung, einen UK-Adapter und ein LAN-Kabel. Zweckmäßig und mehr braucht man auch nicht. Der Repeater an sich ist simpel: Seitlich befinden sich LAN-Port und Reset-Knopf. Darunter ist die MAC-Adresse aufgedruckt sowie die IP des Gerätes und die Zugangsdaten für die Ersteinrichtung (admin/admin).

Die Einrichtung läuft einfach ab. An den Strom anschließen, etwas warten und es taucht ein neues, unverschlüsseltes WLAN auf. Damit verbinden und anschließend kommt man über die IP oder die URL myrepeater.net auf die Verwaltungsoberfläche. Die wirkt, freundlich gesagt, etwas Retro. Kein Wunder, denn die Firmware ist von 2018. Und ja, man könnte zwar eine neue Firmware installieren, es gibt aber keinerlei Hinweis, woher man die bekommt.

Grundsätzlich beherrscht das Gerät zwei Funktionen: Access Point oder WLAN-Repeater. Im Access Point Modus spannt es ein WLAN auf und verbindet sich per LAN-Kabel mit dem Netzwerk. Im Repeater-Modus verbindet es sich mit einem bestehenden WLAN und vergrößert dessen Reichweite.

Die Einrichtung ist vergleichsweise simpel: Man klickt auf Repeater und bekommt nach einiger Wartezeit alle WLANs in Reichweite angezeigt. Dann muss man das WLAN auswählen, das man vergrößern möchte und das Kennwort eingeben. Der Access Point arbeitet kurz und startet anschließend neu. Nach dem Neustart sendet er einen neuen Namen aus, er nutzt die SSID des hinterlegten WLANs mit einer _EXT-Erweiterung. Sprich, man muss sich manuell damit verbinden, eine automatische Übernahme der Geräte, ein Roaming oder Ähnliches gibt es nicht.

Der Repeater nutzt weiter seinen eigenen DHCP-Server und verteilt neue IP-Adressen in einem eigenen Netz an alle Clients. Das kann zu Routing-Problemen führen, wenn man etwa smarte Geräte im eigentlichen WLAN vom Repeater-Netzwerk aus verwalten will. Wenn es hier Probleme gibt, dann sollte man den DHCP-Server des Repeaters im Menü Internet abschalten. Im Test funktionierte das Routing ins eigentliche Netz aber offenbar gut, dennoch besteht hier eine potenzielle Gefahr für Probleme im Netzwerk.

Ansonsten halten sich die Menüoptionen in Grenzen. Man kann die Verschlüsselung ändern oder WPS an- oder abschalten, viel mehr Optionen gibt es nicht.

Der Repeater arbeitet nur auf 2,4 GHz und leider merkt man, wie sehr die Leistung nach unten geht. Für diesen Kurztest haben wir ein paar einfache Messungen durchgeführt. Dabei sieht man aber schön, wie vor allem der Download aus dem Web im Vergleich zum kabelgebundenen WLAN-Access-Point deutlich nach unten geht.

DownloadUpload
WLAN Access Point9325
Repeater (selbes Zimmer)

2321
Repeater 1 Zimmer entfernt2323
Repeater 2 Zimmer entfernt (halbe WLAN Stärke)126,9
Repeater 3 Zimmer entfernt (1 WLAN balken)5,17,4
Alle Angaben in MBit/s

Der Repeater ist ein gutes Beispiel dafür, dass man mit diesen Geräten das eigene Netzwerk zwar einfach erweitern kann, allerdings sollte man nicht zu viel Geschwindigkeit erwarten. Zudem bricht die Leistung ein, sobald man sich ein wenig entfernt.

Besser machen das Dual-Band-Repeater, die auf 2,4 GHz und 5 GHz funken können. Diese haben meist einen deutlich höhere Durchsatz, wie der AVM Fritz Repeater 1200 (Testbericht) zeigt.

Wozu reicht die Geschwindigkeit in der Praxis? Ein einzelner Netflix-Stream war im Test damit machbar, vor allem, wenn man nicht in 4K streamt. Mehrere Streams gleichzeitig oder parallele Videotelefonie dürften das Gerät aber an den Rand seiner Kapazitäten bringen. Dann braucht man eher ein Dual-Band oder gleich ein Mesh-System.

Der von uns getestete WLAN-Repeater von FanIce kostete während einer Aktion knapp 11 Euro, inzwischen liegt er wieder bei 20 Euro. Ganz ehrlich, für 11 Euro ist er okay, bei 20 Euro würden wir lieber den Aufpreis für einen Fritz Repeater zahlen. Der Fritz Repeater 310 (Testbericht) kostet knapp 25 Euro und lieferte im Test deutlich bessere Werte.

11 Euro für einen Repeater? Kann man machen, aber nur, wenn man sich der Einschränkungen bewusst ist. Ja, er ist gut genug, um ein oder maximal zwei Geräte mit Internet zu versorgen. Wir raten aber dazu, statt diesem Amazon-Deal zu einem Repeater zu greifen, dessen Hersteller wenigstens eine Webseite unterhält, etwa TP-Link oder Tenda. Dann hat man wenigstens eine Chance, eine aktuelle Firmware zu bekommen.

Das gilt besonders für die Repeater von AVM. Der Fritz Repeater 310 kam 2012 auf den Markt, dennoch hat er 2019 ein Update auf Fritz OS 7.2 samt neuer Mesh-Features erhalten. Wir raten also eher zu einem Markengerät als zu einem günstigen No-Name-Produkt.

Weitere Test zu WLAN-Repeatern zeigen wir in der Themenwelt WLAN . Wer mehr Intelligenz ins Netzwerk bringen will, der sollte sich die Themenwelt WLAN Mesh ansehen. Die Unterschiede erklären wir im Artikel WLAN Mesh oder Repeater?

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