Wisch-Saugroboter Ecovacs Deebot X1E Omni im Test: Teuer, aber ideal für Hartböden

Ecovacs Deebot X1E Omni
Pro und Contra
  • schick und hochwertig
  • tolle Omni-Reinigungsstation
  • zu teuer
  • Saug- und Wischleistung nur obere Mittelklasse
  • kann nicht in einem Schritt Teppich Saugen und Hartboden wischen
  • 4

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Ecovacs hat nach dem Alleskönner X1 Omni nun eine leicht abgespeckte, günstigere Version im Sortiment: den X1E Omni. Wir haben im Test überprüft, für wen sich der Kauf lohnt.

Der Ecovacs Deebot X1 Omni (Testbericht) überzeugte im vergangenen Jahr weitgehend mit schickem Design und dank der Omni-Station tollem Saug- und Wischergebnis. Gegen Konkurrenten wie den Roborock S7 MaxV Ultra (Testbericht) konnte er sich aber nicht durchsetzen, denn dafür war er zu teuer und zudem kann er nicht in einem Durchgang ohne händisches Eingreifen seines Besitzers Teppich saugen und Hartboden wischen. Das Roborock-Modell schafft das, denn es kann sein vibrierendes Wischtuch auf Teppichboden einfach anheben.

Jetzt bringt Ecovacs eine optisch nahezu gleiche, technisch aber leicht abgespeckte Version in den Handel. Sie bietet mit 1299 Euro eine niedrigere UVP im Vergleich zum X1 Omni ohne E-Namenszusatz und gerade jetzt zur Markteinführung gibt es nochmals 300 Euro Rabatt. Verbrauchsmaterial (4x Seitenbürsten, 2x Filtereinsätze, 1x Staubbehälter) gibt es obendrein kostenfrei dazu. Das klingt nach einem richtig guten Angebot – aber ist es das auch?

Der Lieferumfang fällt etwas geringer als beim teureren X1 Omni aus, denn Ersatzmaterialien gibt es – abseits der erwähnten Verkaufsaktion zum Marktstart – nicht. Dabei sind also nur Station (mit Kabelmanagement) und Sauger sowie zwei gegen Vertauschen gesicherte, farblich markierte Seitenbürsten, zwei Wischmopps sowie ein bereits in die Station eingelegter Saugbeutel. Dem niedrigeren Preis geschuldet fehlen der zweite Saugbeutel und die Ersatzmopps des X1 ohne E.

Beim Ecovacs Deebot X1 Omni (Testbericht) stand das Jacob-Jensen-Design noch im Fokus des Marketings, beim E-Modell ist das nicht mehr so. Dabei sehen Sauger und Reinigungsstation nahezu identisch aus. Bis auf die Farbe natürlich, denn während unser damaliges Testmodell mit hellen und sehr dunklen Grautönen sowie der kantigen Formensprache auf besonders edel machte, setzt Ecovacs nun auf einfaches Weiß und Hellgrau an den Seiten. Das ist natürlich Geschmackssache, uns gefällt das weiße Modell tatsächlich besser, da es nicht mehr so monolitisch und gigantomanisch, sondern einfach luftiger wirkt. Den X1 gab es allerdings auch in genau der Weiß-Grau-Farbgebung wie den neuen X1E.

An den riesigen Ausmaßen der Omni-Reinigungsstation hat sich ansonsten nichts geändert. Oben werden wie gehabt von einem Einschub für das Reinigungswerkzeug getrennt Frisch- und Abwassertanks eingesetzt, vorn über der Einfahrt für den Roboter befindet sich die Klappe, hinter der sich der Staubbeutel für die automatische Absaugung befindet. Geöffnet wird sie mittels eines kleinen Druckknopfes in der Einfahrt – wie beim ersten X1-Modell.

Im Detail gibt es dann doch kleine Unterschiede. So ist die glänzende, nach wie vor magnetisch gehaltene obere Abdeckung des Roboters nun zu den Seiten hin abgeflacht, was ihm wenigstens einen kleinen Teil seiner Kantigkeit nimmt. Auch der einzelne Bedienknopf oben vorn auf dem Roboter hat sich optisch verändert, an seiner Funktion ändert sich hingegen nichts. Der Rest der Technik ist gleich geblieben – bis auf einen wesentlichen Unterschied: Der X1E hat keinen integrierten Wassertank mehr, der von der Reinigungsstation zwischendurch automatisch aufgefüllt werden müsste. Stattdessen feuchtet der Bot die Mopps nur noch vor dem Start der Wischaufgabe und zwischendurch – einstellbar in der App – an. Mit dieser Vorgehensweise verrichten auch Konkurrenten wie Roidme Eva (Testbericht) oder Xiaomi Dreame Bot W10 (Testbericht) gute Arbeit, es geht also auch ohne.

Eigentlich klappt das Einbinden des Roboters in die App bei Ecovacs problemlos, in diesem Fall ärgerte uns das Testgerät aber doch. Nichts wollte wie es sollte, letztendlich klappte die Einbindung dann aber doch noch. Das lag in erster Linie an der guten App, die immer wieder Hilfestellung bietet und verschiedene Kopplungsansätze bereitstellt. Der Rest der App ist mit dem X1 Omni identisch, weshalb wir an dieser Stelle auf den Testbericht des Devot X1 Omni verweisen.

Ergänzend möchten wir allerdings unsere Langzeiterfahrungen mit dem X1 Omni teilen, die auch auf den X1E zutreffen. So kräht der Roboter immer wieder trotz deaktiviertem Yiko-Sprachassistenten wild drauflos, dass der Assistent deaktiviert sei und bitteschön aktiviert werden möchte – bedeutet: Der Roboter hört auch bei abgeschaltetem Sprachassistenten munter mit, ob nicht vielleicht doch Yikos Dienste angefragt werden. Das halten wir für ärgerlich (aus bedeutet aus!) und in Bezug auf Datenschutz für potenziell gefährlich. Außerdem sollten Nutzer immer auf die Dichtungen der Frisch- und Abwassertanks achten. Sollte sich dort etwa Schmutz absetzen oder sich die Gummiränder verformen, kann die Reinigungsstation unter Umständen nicht mehr den benötigten Unterdruck aufbauen. Resultat: Frischwasser wird zwar zur Reinigung der Mopps in das Säuberungsbecken der Station geleitet, kann aber nicht mehr abgepumpt werden. Spätestens am zweiten Tag oder bei manuellen Abpumpversuchen läuft das Wasser über und die Station steht in einer Wasserlache – suboptimal nicht nur für Holzböden.

Auch in diesem Abschnitt gibt es kaum Neuerungen zu verzeichnen. Zwar soll die KI zur Weg- und Objekterkennung beim E-Modell überarbeitet worden sein, tatsächlich konnten wir im Test keine signifikante Verbesserung feststellen. Das ist nicht weiter schlimm, denn an der Navigation gab es schon beim älteren Modell nichts auszusetzen. Entsprechend ist der Saugroboter im Umgang mit Möbeln ausreichend behutsam, geht aber nah genug auf Tuchfühlung, um keine Schmutzränder an Sockelleisten oder Schrankfüßen zu hinterlassen.

Leider gibt es auch bei der Reinigungsleistung keine Verbesserung. Die war zwar bereits beim älteren Modell gut, blieb aber hinter die beim günstigeren Klassenprimus Roborock S7 MaxV Ultra (Testbericht) zurück. Zumindest macht sich der fehlende Wassertank im Roboter beim X1E nicht negativ bemerkbar. Dafür hat der X1E allerdings den größten Nachteil des X1 übernommen: Er kann nach wie vor nicht in einem Durchgang Teppich saugen und auf Hartboden wischen. Denn im Gegensatz zu Saugrobotern wie dem genannten Roborock-Spitzenmodell oder dem Xiaomi X10+ (Testbericht) kann auch der X1E Omni seine Wischmopps nicht anheben. Ansonsten gibt es ebenfalls keine Veränderungen, weshalb wir an dieser Stelle für genauere Informationen zur Navigation, Reinigungsleistung, Akkulaufzeit und mehr auf den Testbericht des Ecovacs Deebot X1 Omni verweisen.

Beim Preis geht Ecovacs beim neuen X1E Omni etwas moderater vor, ohne jedoch Gefahr zu laufen, dass das neue Modell als günstig durchgehen würde. Stolze 1299 Euro in der UVP sind auch hier enorm, das hätten wir uns als Preis für den ersten X1 Omni gewünscht. Der ältere Bot ist inzwischen sogar schon für unter 1100 Euro zu haben – das dürfte es dem X1E schwer machen. Das hat offenbar auch Ecovacs erkannt und verkauft den älteren X1 inzwischen ebenfalls für 1299 Euro (UVP) und gibt obendrein zumindest bis Ende Januar 2023 satte 300 Euro Rabatt auf das E-Modell. Zusätzlich schenkt der Hersteller Käufern Verbrauchsmaterialien. Mit dann „nur“ noch 999 Euro fällt die Entscheidung zugunsten des X1E statt zum X1 leicht.

Der neue Ecovacs Deebot X1E Omni lässt uns mit großen Fragezeichen über dem Kopf ratlos zurück. Wir verstehen einfach nicht, was Ecovacs mit diesem Modell erreichen will, das sich kaum vom ursprünglichen X1 Omni (Testbericht) unterscheidet. Klar: Auch der X1E Omni ist ein richtig guter Saugroboter mit starker Wischfunktion – wie schon der X1 Omni. Aber der konnte in 2022 schon den Roborock S7 MaxV Ultra (Testbericht) nicht schlagen und kann es mangels Verbesserungen auch heute nicht. Und der Preis trägt ebenfalls nicht dazu bei, dass sich das neue E-Modell wie geschnitten Brot verkaufen wird. Denn spätestens nach der Marktstart-Aktion ist der ursprüngliche X1 wegen der längeren Marktverfügbarkeit voraussichtlich günstiger als der neue X1E – wer soll den dann also kaufen?

Neben den im Text genannten Modellen empfehlen wir jedem, der auf der Suche nach dem für ihn perfekten Saugroboter ist, einen Blick in unseren Ratgeber Saugroboter ab 50 Euro: 7 Tipps für den richtigen Kauf und unsere Top 10 der besten Saugroboter aus unseren Tests zu werfen.

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