Wiko Power U30
Pro und Contra
  • großes Display
  • sehr gute Akkulaufzeit
  • Display nur HD
  • Chipsatz behäbig
  • kabellose Verbindungen langsam oder fehlen
  • 3.5

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Wiko konzentriert sich mit dem Power U30 auf Nutzer, die nicht viel Geld ausgeben wollen, aber lange Laufzeit bei großem Display favorisieren. Der Plan geht auf, kommt aber nicht ohne Abstriche aus.

Als Wiko vor einigen Jahren auf den deutschen Markt kam, attackierte der Hersteller die Konkurrenz mit starker Technik und günstigem Preis bis hinauf zur oberen Mittelklasse. Mit einsetzendem Erfolg zogen die Preise allerdings schnell an – zu schnell. Den Erfolgskurs, den das Unternehmen seinerzeit verfolgte, konnte es daraufhin nicht mehr so recht halten, stattdessen hat sich das Unternehmen hierzulande im unteren Preisbereich festgesetzt. Das Wiko Power U30 kostet inzwischen ab etwa 155 Euro und bietet dafür ordentlich Speicher, einen starken Akku und ein großes Display. Kann Wiko sich damit gegen Konkurrenten wie Redmi, Poco und Co. durchsetzen?

Bei Design und Verarbeitung stimmt beim Wiko Power U30 so weit alles. Dass hier ausschließlich Kunststoff zum Einsatz kommt, sollte in dieser Preisklasse nicht verwundern. Die Rückseite punktet mit sanften Rundungen zu den Rändern hin, wodurch das Gerät trotz ausladenden Maßen (174 x 79 x 9,5 Millimeter) und hohem Gewicht (214 Gramm) noch halbwegs ordentlich in der Hand liegt. Dabei ist es allerdings wegen der glänzenden Kunststoffrückseite etwas rutschig und der rückseitige Fingerabdruck ist viel zu weit oben angebracht. Selbst Nutzer mit sehr großen Händen müssen umgreifen.

Ansonsten gefällt unser Testgerät mit einem eher seltenen Türkis-Farbton und je nach Lichteinfall „wanderndem“ Pfeil-Linien-Muster. Die eher dezente Kamera mit drei Linsen in einer kaum hervorstehenden rechteckigen Einfassung mit starken Rundungen an den Ecken wirkt endlich mal zurückhaltend – das machen aktuelle Topmodelle komplett anders. Die Verarbeitung ist ordentlich, die Tasten im Kunststoffrahmen – Power-, Laustärke- und Assistant-Taste ganz oben – sind wackelfrei und gut drückbar eingelassen. Auf der Front sieht man hingegen den günstigen Verkaufspreis anhand von breiten Rändern rings um das Display. Unterhalb des Screens ist der sogar so breit, wie der oben mit Tropfen-Notch an seiner breitesten Stelle, das sieht wenig elegant aus. Dank 2,5D-Glas fühlt sich aber die Bedienung des Touchscreens insgesamt ausreichend hochwertig an.

Auf stattlichen 6,8 Zoll tummeln sich beim Wiko Power U30 nur 1640 x 720 Pixel, entsprechend ist die Darstellung mit rund 263 Pixel pro Zoll (ppi) nicht übermäßig scharf. Hinzu kommt eine eher durchschnittliche Helligkeit des IPS-LCD, die wir mit rund 400 cd/m² gemessen haben. Das ist nicht schlecht, sorgt aber im Verbund mit eher mäßigen Kontrasten im freien durchaus hin und wieder für Ableseschwierigkeiten. Die Darstellung wird unter flachen Betrachtungswinkeln noch kühler als ohnehin. Insgesamt ist das Display im Alltag in Ordnung, setzt aber definitiv keine Maßstäbe. Auch unter 200 Euro sollte FHD-Auflösung mittlerweile Normalität sein.

Selbst in der unteren Preisklasse versuchen Hersteller nach wie vor, mit möglichst vielen Linsen anzugeben. Heraus kommen dann Kameras wie beim Wiko Power U30: Die Hauptkamera mit 13 Megapixel und f/2.0 ist in dieser Preisklasse noch in Ordnung, auf sogenannte Bokeh- und AI-Linsen könnte der Hersteller aber auch einfach gleich verzichten, da sie im Alltag keine Rolle spielen. Stattdessen sind sie zum Aufhübschen des Datenblatts mit dabei – wie sonst sollte der Anbieter auch aus voller Überzeugung von einer „Triple-Cam“ sprechen…?

Bei normalem Tageslicht macht die Hauptkamera insgesamt erstaunlich gute Aufnahmen. Bildschärfe, Kontraste und sogar Bilddynamik sind der Preisklasse absolut angemessen. Zwar werden Schärfe und Kontraste in erster Linie durch Software-Anpassung erreicht, aber solange das Ergebnis stimmt – warum nicht? Bildrauschen ist zwar sichtbar, passt aber zur Preisklasse. Das gilt wie fast immer auch für die Bildqualität bei abnehmendem Licht. Zwar knipst das Wiko-Smartphone mit Stativ-Unterstützung immer noch ganz ordentliche Bilder mit überraschend hoher Bildschärfe, aus freier Hand werden Aufnahmen aber schnell unansehnlich – keine Überraschung bei Smartphones unter 200 Euro.

Ebenfalls gut bei ausreichendem Licht: Der digitale Zoom. In Ermangelung von Weitwinkel oder Teleobjektiv sehen dessen Ergebnisse ebenfalls erstaunlich vernünftig aus, solange man ihn moderat verwendet. Beim Thema Foto sollte man zwar keine Wunder erwarten, in seiner Preisklasse macht das Wiko Power U30 aber erstaunlich gute Bilder. Das gilt auch für die Frontkamera, wobei hier der Fokus nicht immer sitzt. Videos werden mit Selfie- und Hauptkamera höchstens in 1080p/30 aufgenommen und könnten bessere Bildstabilisierung vertragen. Filme können daher nicht mit der Bildqualität bei Fotos mithalten.

Als Antrieb greift Wiko beim Power U30 auf einen Mediatek Helio G35 zurück, der trotz seines eigentlich geringen Alters auf eine ziemlich in die Jahre gekommene PowerVR GE8320 als GPU setzt. Entsprechend sollte es niemanden wundern, wenn das Wiko-Handy weder in Benchmarks (5300 Punkte in PCmark Work 3.0, 3Dmark Wildlife wird mangels ausreichender Vulkan-Unterstützung nicht abgespielt) noch bei Games eine gute Figur macht. Spiele wie PUBG laufen zwar auf dem Gerät, allerdings eher „gerade so“. Selbst bei einfachen Games meint man, längere Ladezeiten auszumachen. Das passt zum Alltagsverhalten des Smartphones. Zwar läuft das Modell stabil, genehmigt sich aber immer wieder Gedenksekunden und hakt bisweilen bei Animationen.

Speicher ist ausreichend vorhanden. Die in Deutschland verkaufte Version bietet 4 GByte RAM und 64 GByte internen Speicher, der sich per Micro-SD erweitern lässt. Gleichzeitig fasst das Gerät zwei SIM-Karten, ist also voll Dual-SIM-fähig. Mit WLAN n und Bluetooth 4.2 unterstützt das Gerät nicht unbedingt die aktuellsten Standards, NFC und 5G fehlt sogar ganz. Insgesamt ist das in der gebotenen Preisklasse gerade noch in Ordnung, auch wenn mancher Konkurrent hier mehr bietet. Der zu hoch angeordnete Fingerabdrucksensor reagiert ausreichend genau, aber etwas träge. Der einzelne Lautsprecher am Fußende des Smartphones klingt wenig klar und nicht übermäßig laut, übersteuert dabei aber trotzdem.

Bei der Android-Version ist Wiko trotz des niedrigen Preises des Power U30 vorbildlich, ab Werk läuft hier Android 11. Anders sieht es beim Sicherheits-Update aus, das bei unserem Testmodell von Januar 2021 (!) stammte und sich auch nicht weiter aktualisieren lassen wollte. Das ist viel zu alt. Auch an anderer Stelle überzeugt uns Wiko beim Thema Software nicht: Beim Einrichten des Gerätes werden uns nicht nur zahllose Drittanbieter-Apps „empfohlen“, die sich zum Glück noch abwählen lassen, so oder so landet hinterher allerdings Bloatware in Form von Facebook, Ebay Kleinanzeigen, Twitter, den Games Toon Blast und Assassins Creed Unity: Arnos Chronicles als Demo sowie ein Schnellzugriff auf zahllose Minispielchen im Browser auf dem Gerät – das muss doch nicht sein!

Bei Akku schlägt die Sternstunde des Wiko Power U30. Ein Powerpack mit satten 6000 mAh pflanzt der Hersteller dem Smartphone ein, das verspricht bei der vergleichsweise niedrigen Auflösung des Smartphones tolle Laufzeiten. Tatsächlich hinterlässt das Gerät im Test hier einen starken Eindruck und schafft es im Battery Test von PCmark auf gute 13,5 Stunden Laufzeit. Mit einem moderneren Chipsatz wäre hier vermutlich noch mehr drin gewesen. Kabelloses Laden gibt es natürlich nicht, per Kabel dauert das bei 15 Watt Ladeleistung deutlich über 1,5 Stunden.

Als Farben stehen beim Wiko Power U30 Türkis, ein fast schwarzes Blau und Blau zur Verfügung. Eigentlich gibt es noch eine Version mit 128 statt 64 GByte internem Speicher, die wird aber hierzulande aktuell nicht angeboten. Die UVP des Gerätes liegt bei knapp 180 Euro in der kleinen Speicherkonfiguration.

Das Wiko Power U30 ist kein schlechtes Smartphone. Es konzentriert sich auf gute Akkulaufzeit, der Rest ist eben „so da“. Das Display ist groß, aber weder sonderlich hochauflösend, noch übermäßig hell. Der Chipsatz ist zwar gar nicht mal alt, gehört aber in die untere Einsteigerklasse, während die UVP des Modells mit knapp 180 Euro in der oberen Einsteigerklasse eingeordnet werden muss. Entsprechend ist das Smartphone trotz ausreichendem (Arbeits)speicher nicht übermäßig schnell und für Leute, die zwischendurch auch mal ein Spiel spielen wollen, eher nicht zu empfehlen.

Der Akku ist das Highlight – wer nur lange Laufzeiten sucht, ist hier gut bedient. Konkurrenten wie ein Xiaomi Poco M3 (Testbericht) bietet dabei im Alltag aber kaum weniger und ansonsten für nur wenig mehr Geld überall deutlich mehr. Ähnliches gilt für ein Xiaomi Redmi 9T (Testbericht). Eine echte Empfehlung können wir dem Wiko Power U30 daher nicht aussprechen.

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