Weber-Spirit-EBX-325S-Dachbild
Pro und Contra
  • Guter Allround-Grill
  • Übersichtliche App mit guter Nutzerführung
  • Messsystem lässt sich mit Powerbank betreiben
  • Nur Messung, keine Temperaturregelung
  • 4.5

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Mit dem Spirit EPX-325S GBS liefert Weber einen Gasgrill mit integrierten Sensoren zur Temperaturmessung von Grillgut und Grill. Wir testen den BBQ mit Bluetooth, WLAN und App.

“Ein smarter BBQ, was kann der? Grillt der für mich?” – so oder so ähnlich waren die Kommentare der Kollegen, als das Testgerät des Weber Spirit EPX-325S GBS ankam. Denn tatsächlich bewirbt Weber den Gas-BBQ damit, dass er quasi nebenbei auch komplexe Gerichte grillen kann. Dabei helfen soll eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in der App sowie Temperatursonden direkt im Spirit.

Gespannt haben wir den Weber aufgebaut und angeworfen. Hat Weber damit einen Thermomix-Grill geschaffen oder ist es doch nur eine clevere App mit Temperatursonden?

Man sieht es bereits am Namen, beim Weber Spirit EPX-325S GBS ist Webers modulares Einsatzsystem, das Gourmet BBQ System (GBS), mit an Bord. Da es sich um das Modell mit Sear Zone handelt, sitzt die Aussparung im rechten Drittel des Grills. Das ergibt Sinn, schließlich wird gleich das Sear Grate mitgeliefert, das Fleisch bei hoher Temperatur ein Muster einbrennen soll. Wer seinen früheren, sauber eingebrannten GBS-Rost weiternutzen will, der verliert möglicherweise die Hitze direkt unter der GBS-Aussparung.

Unser Testgerät kam mit drei regelbaren Flammen sowie einer Sear-Flamme, die sich ein- oder ausschalten lässt und zwischen der ersten und zweiten Flamme links sitzt. Damit kann man den Grill punktuell besonders aufheizen, etwa, um einem Steak die finale knusprige Hülle zu verpassen. Es fehlt allerdings ein Seitenbrenner. Das lässt sich allerdings in meisten Fällen verkraften.

Der Weber Spirit EPX-325S GBS ist ein Smart Grill. Smart heißt hier, dass eine Einheit zur Temperaturüberwachung in die rechte Abstellfläche integriert ist. Das ist gewissermaßen die Einbau-Version des Weber Smart Grilling Hubs. Neben dem fest angebrachten Sensor für die Temperatur des Grills (er sitzt mittig an der Rückseite, etwa zwei Finger breit über dem Rost) lassen sich zwei weitere Thermometer anstecken, eine Sonde liegt im Lieferumfang. Alle Temperaturdaten werden direkt am Grill angezeigt und landen per Bluetooth oder WLAN in der zugehörigen App.

Leider kann der EPX-325S die Temperatur nur anzeigen, nicht aktiv in die Regelung eingreifen. Das bleibt weiterhin einigen wenigen Pellet-Grills vorbehalten. Schade, denn eine aktive Regelung der Gas-Zufuhr und der Hitze wäre eine großartige Hilfe für alle, die lange Grill-Jobs wie Pulled Pork oder Pastrami vorhaben.

Wie immer kommt der Grill mehr oder weniger in Einzelteilen zum Kunden. Der Aufbau ist allerdings kein Problem. Zumindest nicht, wenn man darauf achtet, dass die Grundplatte richtig herum steht. Im Test hatten wir dies übersehen und die Aussparung für die Tür war am Ende auf der Rückseite. Vielleicht sollte Weber die Front mit einem Aufkleber noch mehr kennzeichnen oder die Platte so vorbohren, dass die Ausrichtung egal ist. Auch wenn der Grill während des Aufbaus etwas wackelig wirkt, sobald er fertig ist, steht er stabil.

Allein benötigt man für den Aufbau je nach handwerklichem Geschick etwa 60 bis 90 Minuten. Wir empfehlen lange Schraubendreher oder flexible Aufsätze für den Akkuschrauber, teilweise sitzen die Schrauben recht eng oder verkantet. Die Anleitung erklärt jeden Schritt gut, wer ein Ikea-Regal zusammenbekommt, der muss auch vor dem Weber keine Angst haben.

Das einzige größere Hindernis trat bei der Verkabelung des Temperatur-Sensors an der Messeinheit auf: Im Paket liegt ein achtpoliger Stecker mit einem schwarzen Kabel auf zwei Kontakten, der unbedingt an der Rückseite des Messsystems eingesteckt werden muss, ansonsten liefert der Grill ständig einen Fehler E10 und lässt sich nicht verwenden. Das gehört eigentlich in die Aufbauanleitung, der Hinweis darauf findet sich aber nur weit hinten im Benutzerhandbuch (Seite 25). Gut gefallen hat uns, dass die Smart-Grill-Einheit den Strom nicht nur von sechs mitgelieferten D-Zellen bekommt, sondern sich auch über eine Powerbank und Micro-USB betreiben lässt. Weber empfiehlt eine Powerbank mit mindestens 10 000 mAh, im Test konnten wir mit einer solchen Powerbank von Anker das System problemlos betreiben.

Sobald der Grill aufgebaut und erstmals eingeheizt ist, kann man die zugehörige App einrichten. Das ist kein Problem, die Weber Connect App führt durch alle Punkte samt Firmware-Update. Neben einer Datenverbindung per Bluetooth kann man den Weber auch über WLAN verbinden, solange das WLAN im Garten stark genug ist (Ratgeber). Ähnlich wie bei der Meater Cloud (Testbericht) kann man den Grill-Status danach auch von unterwegs abfragen.

Nach dem Einbrennen haben wir den Grill ausgiebig genutzt. Die ersten Aufgaben, klassische Würstchen und Grillgemüse, erfüllt er gut und ohne viel Aufsehen – alles andere hätte uns auch gewundert. Allerdings ist das Sear Grate für kleinere Rostbratwürstchen nicht ideal, durch die größeren Lücken könnten die Würste fallen, wenn man nicht aufpasst. Dennoch, hier gibt es nichts zu meckern, das ist aber auch keine große Kunst.

Spannender wird es mit dem Brotzeit-Klassiker, einem ganzen Hühnchen auf der Bierdose (auch wenn wir eine entsprechende Halterung nutzen). Die zweite Temperatursonde steckte im Hähnchen, der Weber EPX 325S zeigte die Temperatur korrekt an und aktualisierte in der App schön die wahrscheinliche Grilldauer. Bei der Temperaturregelung bekamen wir den Grill indirekt (also nur mit dem linken Regler) auf knapp über 95 Grad als stabile Grundtemperatur. Das ist gerade noch brauchbar, wer niedrigere Temperaturen wünscht, der kann etwa den Deckel mit einem Stück Holz offen halten und so die Gradzahl weiter reduzieren. Nach knapp 2 Stunden auf niedriger Temperatur war das Hähnchen außen knusprig und innen so zart, dass das Fleisch fast vom Knochen fiel.

Schließlich haben wir uns noch mit der Weber Connect App durch ein komplettes Rezept führen lassen: Lachs auf Zedernholz. Auch das hat wunderbar funktioniert, wer die Weber Kochbücher kennt, den erwartet hier aber wenig Neues. Dennoch, die App hat uns ständig den korrekten Temperaturwert des Lachses übertragen und uns rechtzeitig erinnert, den Fisch ruhen zu lassen. Das Ergebnis war ein hervorragender Lachs, der durch und dennoch saftig war.

Die Preisempfehlung des Spirit EPX-325S GBS Smart Grill liegt bei knapp 1154 Euro, wenn man über Weber kauft. Im Web bekommt man den smarten Grill deutlich günstiger. Wer auf die Sear Zone verzichten kann, zahlt noch mal weniger.

Um es ganz klar zu sagen, wer nur direkt grillt oder den Grill vor allem für Würste oder Gemüse nutzt, der benötigt keine Temperaturüberwachung. Wer sich an das Thema herantasten möchte, der bekommt einen klassischen Grill und einem Thermometer mit Bluetooth oder WLAN (Ratgeber) deutlich günstiger.

Der Spirit EPX-325S GBS Smart Grill ist für alle, die ihren Grill sowieso schon als Outdoor-Küche nutzen und ein neues Gerät wollen, das bereits eine gute Temperaturmessung integriert hat. Denn hier kann die Weber-Lösung mit Favoriten wie dem Meater (Testbericht) gut mithalten. Schade, dass es keine Möglichkeit zur automatischen Regelung der Temperatur gibt, denn das würde den Weber Smart Grill deutlich von der Konkurrenz absetzen.

Wer statt des riesigen Webers eher einen portablen Grill sucht, dem empfehlen wir den knapp 150 Euro teuren Skotti Grill (Testbericht). Dieser besteht aus schnell zusammensteckbaren Einzelteilen, die sich platzsparend verstauen lassen. Das macht ihn zu einem perfekten Gadget fürs Camping (Ratgeber).

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