Was kann ein E-Scooter aus China für 270 Euro? Kugoo Kirin S1 Pro im Test

Kugoo Kirin S1 Pro
Pro und Contra
  • sehr günstig
  • schmale Maße, geringes Gewicht, hohe Zuladung
  • recht starker und flotter Motor
  • keine Straßenzulassung
  • keine mechanische Scheibenbremse
  • Keine Glocke
  • 3.5

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Der Kugoo Kirin gehört mit 270 Euro zu den günstigsten E-Scootern am Markt. Ob sich der Kauf lohnt, zeigen wir im Testbericht.

Chinesische E-Scooter bieten meist ein fantastisches Preis-Leistungs-Verhältnis. Das zeigten zuletzt der robuste E-Scooter mit Wechselakku Mankeel Pioneer (Testbericht), der schnelle Offroad-Elektro-Scooter Eleglide D1 Master (Testbericht) und der perfekt gefederte Kugoo Kirin G3 (Testbericht). Das Alleinstellungsmerkmal des Kugoo Kirin S1 Pro: Er unterbietet die allermeisten E-Scooter im Preis. Bei chinesischen Händlern kostet er zwischen 250 und 300 Euro.

Eines bietet er wie die allermeisten anderen chinesischen E-Tretroller jedoch ebenfalls nicht: Der Kugoo Kirin S1 Pro hat keine Zulassung für deutsche Straßen. Erlaubt ist er etwa auf dem Camping-Platz und privaten Bereichen wie ein großes Firmengelände. Auch in vielen weiteren europäischen Ländern dürfen E-Scooter ohne Straßenzulassung fahren. Wer wissen will, welchen legalen E-Scooter er sich kaufen soll, dem empfehlen wir einen Blick in unsere große Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter 2022 ab 300 Euro im Test.

Der Kugoo Kirin S1 Pro kommt in einem vergleichsweise kleinen Karton. Nach dem Auspacken und Anschrauben des Lenkers zeigt sich, dass auch der E-Scooter selbst ziemlich klein geraten ist. Der Lenker ist lediglich 109 Zentimeter hoch und 43 Zentimeter breit. In der Länge erreicht der E-Scooter auf 110 Zentimeter. Zum Vergleich: Der legale Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) ist 117 Zentimeter hoch und 115 Zentimeter lang.

Wegen seiner recht geringen Maße ist der Kirin S1 Pro für größere Fahrer auf Dauer ergonomisch nicht optimal. Der Hebel, um die Lenkstange umklappen zu können, wird mit dem Fuß betätigt. Die Lenkstange rastet am Scharnier selbst ein, so muss der Lenker für den Transport nicht mit dem hinteren Schutzblech verbunden werden, um den E-Scooter hochzuheben. Mit einem Gewicht von unter 17,5 Kilogramm gehört der Kirin S1 Pro zu den leichteren E-Scootern am Markt. Trotzdem bietet er eine Tragfähigkeit von stolzen 120 Kilogramm. Zusammengeklappt verringern sich seine Maße auf 110 x 43 x 34 Zentimeter. Er ist nach IP45 gegen das Eindringen von Spritzwasser und Staub geschützt.

Am schmalen Lenker sitzt mittig das LED-Display. Dort sieht der Fahrer die Geschwindigkeit, die gewählte Unterstützungsstufe, den Akkustand in Balken und die insgesamt zurückgelegten Kilometer. Der Druckknopf zum Ein- und Ausschalten des E-Scooters geht etwas zu straff. Über ihn regelt der Fahrer auch die Unterstützungsstufe und das Licht. Auf der linken Seite sitzt neben dem gummierten Haltegriff der Daumenhebel für die elektrische Bremse, auf der rechten Seite sitzt der Gasgriff. Das war's. Mehr gibt es am Lenker nicht. Wir vermissen etwa Bremsgriffe und eine Glocke.

Das Frontlicht sitzt mittig auf der Höhe des Lenkers. Es ist nicht besonders hell und dient eher dazu gesehen zu werden, als tatsächlich den Weg auszuleuchten. Das Rücklicht hängt ebenfalls am Stromkreislauf und schaltet sich mit dem Frontlicht ein und aus. Beim Bremsen mit der elektrischen Motorbremse fängt es an zu blinken.

Das gummierte Trittbrett hat eine anständige Länge von 52 Zentimetern und eine Breite von 15 Zentimetern. Beim Fahren wirkt der Lenker etwas wackelig. Das liegt hauptsächlich an der hinteren Federung. Diese und die leichte Federung des Vorderrads sind auch dringend nötig. Denn die nur 8 Zoll großen Vollgummireifen mit Wabenstruktur fangen Unebenheiten, Steine und Schlaglöcher kaum ab. Vorteil der Gummireifen: Sie sind pannensicher.

Der Heckmotor hat eine Nennleistung von 350 Watt (Spitzenleistung 480 Watt) mit 12,8 Newtonmeter bei 36 Volt. Damit gehört er nicht zu den allerstärksten Motoren, muss sich aber auch nicht verstecken. Unseren Testhügel bewältigt der Kirin S1 Pro anständig. Wer jedoch deutlich über 100 Kilogramm wiegt, für den könnte die Motorisierung zu schwach sein. Die drei Unterstützungsstufen regeln die Höchstgeschwindigkeit. Stufen 1 beschleunigt bis 12, Stufen 2 bis 20 und Stufe 3 bis 30 Kilometer pro Stunde.

Zusätzlich zur dosierbaren elektrischen Bremse steht eine Schutzblechbremse durch das Treten auf eben jene bereit. Beide greifen am Hinterrad. Wir hätten uns eine zusätzliche Bremse für das Vorderrad gewünscht. Bei einer Vollbremsung benötigt der Kirin S1 Pro länger als viele anderen E-Scooter, bevor er zum Halten kommt.

Der Akku des Kugoo Kirin S1 Pro hat eine Kapazität von 270 Wattstunden. Kugoo gibt an, mit einer Akkuladung etwa 30 Kilometer weit zu kommen. Wie immer ist dieser Wert mit Vorsicht zu genießen. Er wurde unter Idealbedingungen mit wenig Zuladung, warmen Wetter, niedriger Geschwindigkeit, gerader asphaltierter Strecke und weiteren nicht immer gegebenen Voraussetzungen gemessen. Wir gehen bei gemischter Nutzung und 90 Kilogramm Zuladung von 15 bis 20 Kilometer Reichweite aus. Über das mitgelieferte Netzteil ist der E-Scooter in maximal fünf Stunden wieder voll.

Der Kugoo Kirin S1 Pro kostet bei Geekmaxi (Kauflink) 270 Euro. Mit dem Gutscheincode qnkA7DJP reduziert sich der Preis weiter auf 260 Euro. Geekbuying (Kauflink) will 290 Euro und Banggood (Kauflink) 325 Euro. Alle Preise verstehen sich inklusive Versandkosten. Verschickt wird aus Europa, zusätzliche Einfuhrgebühren fallen also nicht an.

Auch von deutschen Händlern bekommt man günstige E-Scooter. Diese bieten in den meisten Fällen eine Zulassung für deutsche Straßen. Hier die günstigsten E-Scooter aus unserem Preisvergleich:

Für deutlich unter 300 Euro kann sich der Kugoo Kirin S1 Pro wirklich sehen lassen. Uns gefällt besonders seine recht stabile Verarbeitung, die hohe Mobilität dank des geringen Gewichts und der geringen Maße, der angemessen starke Motor und die passable Federung. Auch die Akkukapazität geht für den aufgerufenen Preis völlig in Ordnung. Der Klappmechanismus ist gar richtig gut.

Weniger gut ist der Verzicht auf eine Glocke und vor allem auf eine Scheiben- oder Trommelbremse. Das verlängert den Bremsweg, was sicherheitsrelevant sein kann. Auch die Reifen sind mit 8 Zoll etwas zu klein.

Trotzdem ist der Kugoo Kirin einer der besten E-Scooter seiner Preisklasse, den wir bisher testen konnten. Wer einen günstigen E-Scooter für private Wege sucht, ist mit ihm gut beraten. Wer jedoch etwa 200 Euro mehr investieren kann, der sollte sich Alternativen wie den Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) anschauen. Der 500-Euro-E-Scooter schafft es in unserer Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter 2022 ab 300 Euro im Test gar auf den zweiten Platz.

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