Vivo Y72 5G
Pro und Contra
  • lange Akkulaufzeit von über 17 Stunden
  • schickes Design
  • Kopfhöreranschluss 
  • Display mit mäßiger Helligkeit und 60 Hz 
  • mäßige Performance 
  • 4.0

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Mit einer extrem langen Akkulaufzeit überrascht das Vivo Y72 5G als preisgünstiges Smartphone um die 250 Euro. Wir zeigen, was sonst noch in dem Handy der unteren Mittelklasse steckt.

Während bei Vivo die X-Reihe für Smartphones der Oberklasse steht, handelt es sich bei den Y-Modellen um preisgünstige Budget- und Mittelkasse-Handys. Das Vivo Y72 5G reiht sich in die breite Palette der Smartphones bis 300 Euro (Bestenliste) ein. Gegenüber der Konkurrenz versucht Vivo hier mit 5G und langer Akkulaufzeit zu punkten. Wir haben das neue Y72 5G getestet und zeigen, wie es sich gegen seine Mitbewerber schlägt.

Das Vivo Y72 5G setzt bei seiner Formgebung auf stark abgerundete Ecken und Ränder. Es verleiht dem Smartphone einen angenehm organischen und „weichen“ Charakter. Mit einer Abmessung von 164 x 75 x 8,5 Millimeter gehört es bereits zu den größeren Handys. Im Verhältnis zur Displaygröße von 6,58 Zoll wirkt das schon ein wenig zu ausladend. Mit einem Gewicht von 193 Gramm ist es noch kein klobiger Klotz und liegt gut in der Hand. Personen mit kleinen Händen könnten aber Probleme bekommen, das Gerät nur mit einer Hand zu bedienen.

Die Rückseite besteht aus Kunststoff. Das hinterlässt bei der Haptik einen weniger hochwertigen Eindruck. Optisch merkt man es dem Smartphone aber nicht gleich an. Die glänzende Lackierung auf der Rückseite mit einem Farbverlauf von Grafit zu Silber hinterlässt auf den ersten Blick den Anschein, ein Handy aus Metall vor sich zu haben. Allerdings ist die Rückseite sehr anfällig für Fingerabdrücke. Gut, dass eine transparente Schutzhülle dem Handy beiliegt und das Gerät vor kleineren Stürzen bewahren soll. Alles in allem überzeugt das Y72 5G optisch und macht einen soliden Eindruck. Spaltmaße fallen kaum auf, der Druckpunkt der Lautstärkewippe ist solide. Der Ein/Ausschalter mit integriertem Fingerabdrucksensor ist sehr flach in den Rand eingelassen und folgt hier der organischen Gestaltung des Mobiltelefons.

Die Kamera auf der Rückseite ragt nur dezent hervor und stört dadurch wenig. Nutzt man die beigelegte transparente Schutzhülle, liegt das Handy nahezu plan auf. Weniger zeitgemäß erscheint uns die Waterdrop-Notch im Display mit der vorderen Kamera. Diese ist sehr präsent und ragt störend in den oberen Rand des Bildschirms hinein. Andere Smartphones greifen bereits in dieser Preisklasse zur dezenten Lösung mit einer Punch-Hole-Notch. Sonderlich gut gegen Flüssigkeit und Schmutz ist das Vivo Y72 5G nicht geschützt. Die Zertifizierung nach IP52 schützt das Gerät vor Regentropfen oder leichten Wasserspritzern – mehr aber nicht. Für diese Preisklasse geht das allerdings in Ordnung.

Der Bildschirm des Vivo Y72 5G löst mit 2408 x 1080 Pixel bei einer Diagonale von 6,58 Zoll auf. Das sorgt für ein scharfes Bild bei einer Pixeldichte von über 400 ppi (Pixel pro Zoll), bei dem Pixel faktisch nicht mehr zu sehen sind. Die Farbgebung des Bildschirms ist naturgetreu und ausgeprägt, was für ein lebendiges Bild sorgt. Anders als das Vivo Y70 (Testbericht) verfügt das Y72 5G über kein OLED-Display. Hier kommt ein LCD mit IPS-Panel zum Einsatz. Die Kontraste überzeugen nicht gänzlich und können verglichen mit einem OLED-Bildschirm nicht mithalten. Zudem ist die Anzeige nicht aus allen Blickwinkeln ideal abzulesen. Wer für das gleiche Geld ein Gerät mit OLED sucht, sollte einen Blick auf das Realme 8 Pro (Testbericht) werfen.

Die Bildwiederholrate beim Y72 5G beträgt nur 60 Hertz. In dieser Preisklasse gibt es bereits Modelle, die 90 oder sogar 120 Hertz beherrschen, was eine flüssigere Bildwiedergabe ermöglicht. Dazu gehört etwa das Motorola Moto G60s (Testbericht). Die maximale Helligkeit des Bildschirms liegt bei 430 cd/m². Das ist für ein LC-Display nur ein durchschnittlicher Wert. Bei direkter Sonneneinstrahlung erschwert das die Ablesbarkeit des Displays. Auf der anderen Seite verbraucht das Gerät so weniger Strom.

Das Vivo Y72 5G nutzt eine Tripple-Cam, die angenehm dezent gestaltet ist. Die Hauptlinse bietet eine Auflösung von 64 Megapixel und eine Blende mit f/1,79. Per Pixel-Binning fasst die Hauptkamera vier Pixel zu einem zusammen, sodass die Bilder einer Auflösung von 16 Megapixel entsprechen. Die zweite Linse ist ein Weitwinkelobjektiv mit einer Blende von f/2.4 und 8 Megapixel. Ein Makroobjektiv mit 2 Megapixel rundet das Ganze ab. Eingebettet in einer Waterdrop-Notch befindet sich im Display die vordere Kamera für Selfies. Diese bietet 16 Megapixel und eine Blende mit f/2.0.

Bei Tageslicht gelingen mit der Hauptlinse ansprechende Fotos. Bilddetails fallen ausgeprägt aus, die Farbgebung ist naturgetreu. Etwas Luft nach oben hat die Kamera bei Kontrasten und der Bilddynamik. Diese Schwächen offenbaren sich gerade bei dunkleren Lichtverhältnissen. Ein spezieller Nachtmodus hilft, etwas mehr aus den Bildern bei Dunkelheit herauszuholen. Nicht ganz ideal ist die Kamera-App. So muss man über ein Untermenü die Weitwinkellinse umständlich auswählen. Das kennen wir von Xiaomi oder Samsung wesentlich einfacher in der Handhabung.

Die Bilder des Weitwinkelobjektivs sind insgesamt gelungen. Die Bilddynamik und Farbgebung entspricht in etwa der Hauptkamera. Allerdings sind die Bilddetails deutlich geringer aufgrund der Auflösung von 8 Megapixel, was sich beim Hineinzoomen in die Aufnahmen bemerkbar macht. Die Makrolinse macht einen ordentlichen Job bei Nahaufnahmen, die man im Alltag allerdings kaum benutzt. Hier wäre eine Lösung denkbar wie beim Motorola Edge 20 Lite (Testbericht). Dort dient die Weitwinkellinse auch als Makrolinse. Eine Telelinse gibt es nicht, der Zoom erfolgt rein digital.

Die vordere Linse knipst ordentliche Selfies mit ausreichend Details. Allerdings wirkt der Bokeh-Effekt beim Porträtmodus weniger gelungen. Der Hintergrund erscheint dann einfach nur verpixelt statt sanft in Unschärfe gehüllt. Das haben wir schon besser gesehen. Mangels optischem Bildstabilisator sehen die Videoaufnahmen leicht verwackelt aus. Zudem sind Aufnahmen nur bis maximal 1080p mit 60 und 30 fps möglich, 4K-Videos entfallen damit.

Für die nötige Leistung sorgt im Vivo Y72 5G ein Mediatek MT6833V/​ZA Dimensity 700. Der SoC (System-on-a-Chip) ist in der unteren Mittelklasse einzuordnen, deshalb sollte man keine Höchstleistungen erwarten. Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark erreichten wir durchschnittlich 6770 Punkte. Damit liegt das Smartphone leistungsmäßig nur im unteren Drittel der aktuellen Geräte und ist vergleichbar mit dem Nokia X10 (Testbericht). Etwas besser schlägt sich die integrierte GPU Mali-G57 MC2. Beim Wildlife-Benchmark von 3Dmark erreicht das Handy knapp 1100 Punkte und liegt damit auf Augenhöhe mit dem Samsung Galaxy A52 (Testbericht).

Im Alltag dürfte die Performance für die meisten Nutzer ausreichen. Dank der üppigen 8 GByte Arbeitsspeicher läuft das Smartphone stabil und geschmeidig. Für dieses Preissegment ist das viel. Spiele wie Asphalt 9 laufen bei mittleren Details zudem noch ausreichend flüssig. Das Vivo Y72 5G richtet sich weniger an Gamer, sondern ist für gewöhnliche, alltägliche Aufgaben ausgelegt. Der interne Speicher beträgt 128 GByte und ist mit einer Micro-SD-Karte erweiterbar. Der gleichzeitige Dual-SIM-Betrieb ist bei Nutzung einer Speicherkarte aber nicht möglich.

Die CPU verfügt bereits über ein 5G-Modem, was die Zukunftsfähigkeit des Smartphones erhöht. Unter den besten Handys bis 300 Euro (Bestenliste) verfügen noch nicht alle Geräte über 5G. Zur Verbindung in heimische Netzwerke steht maximal Wifi-5 zur Verfügung. Weiterhin bietet das Handy Bluetooth 5.1, NFC und sogar noch eine Klinke mit 3,5 Millimeter für Kopfhörer – ein Feature, das immer seltener wird. Der USB-C-Anschluss unterstützt zur Datenübertragung nur maximal USB 2.0. Ein flotter Fingerabdrucksensor und eine Gesichtserkennung über die Frontkamera komplettieren die Ausstattung. Als Betriebssystem läuft Android 11. Der Sicherheitspatch stammt von September und ist damit noch halbwegs aktuell.

Der Akku des Vivo Y72 5G hat eine üppige Kapazität von 5000 mAh. Dieser sorgt für eine erstaunlich lange Akkulaufzeit. Erst nach über 17 Stunden hat das Handy beim Battery Test von PCmark einen Akkustand von unter 20 Prozent erreicht. Damit gehört in Sachen Ausdauer das Vivo Y72 5G zu den absoluten Top-Geräten aus unseren Tests. Das dürfte das Handy von Vivo dem eher gemächlichen Prozessor und der 60 Hz Bildwiederholrate des mäßig hellen Displays zu verdanken haben. Ähnlich lange haben nur das Gigaset GX290 Plus (Testbericht) oder das Xiaomi Redmi Note 9T (Testbericht) durchgehalten. Das Gigaset nutzt hier allerdings einen größeren Akku mit über 6000 mAh.

Wer nicht permanent das Vivo 72 5G nutzt, dürfte mit gut zwei Ladevorgängen pro Woche auskommen. Das beigelegte Netzteil leistet maximal 18 Watt. Bis der Akku wieder voll aufgeladen ist, vergehen knapp unter 2 Stunden. Das geht in Ordnung, andere Hersteller bieten aber vermehrt stärkere Netzteile an. So lädt das Motorola Moto G60s (Testbericht) mit stolzen 50 Watt in weniger als einer Stunde auf. Über kabelloses Laden mittels Qi verfügt das Vivo Y72 5G nicht, was in dieser Preisklasse aber dem Standard entspricht.

Das Vivo Y72 5G gibt es ausschließlich in zwei technisch identischen Varianten in „Graphite Black“ und dem bunten Farbeffekt „Dream Glow“. Die UVP liegt bei 299 Euro. Das Handy ist zu Straßenpreisen bereits ab 250 Euro zu haben.

Das Vivo Y72 5G überzeugt durch ein optisch ansprechendes und gut verarbeitetes Design und eine extrem lange Akkulaufzeit, mit der es zu den ausdauerndsten Smartphones aus unseren Tests gehört. Es verfügt bereits über 5G, was in der Preisklasse noch nicht selbstverständlich ist. Für den Kaufpreis erhält man eine Ausstattung, die den Bedürfnissen der meisten Nutzer im Alltag gerecht werden dürfte. Schwächen zeigt das Handy von Vivo bei der eher langsamen Performance. Die Kamera und das Display machen einen ordentlichen Job – mehr aber auch nicht.

In der Preisklasse der Handys bis 300 Euro (Bestenliste) findet sich kaum ein Smartphone mit besserer Ausdauer. Allerdings bieten hier einige Geräte bereits deutlich bessere Displays mit OLED-Technologie, etwa das Xiaomi Redmi Note 10 Pro (Testbericht) oder Xiaomi Mi 11 Lite 5G (Testbericht). Auch in Sachen Geschwindigkeit ist hier weitaus mehr drin, wie das Xiaomi Poco X3 Pro (Testbericht) mit Snapdragon-860-Prozessor eindrucksvoll zeigt. Eine wasserdichte und ausdauernde Alternative für vergleichbares Geld wäre das Motorola Defy (Testbericht).

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