Vivo V21 5G im Test: OLED-Display, tolle Selfie-Kamera, schlankes Design

Vivo V21 5G
Pro und Contra
  • OLED-Display mit 90 Hertz
  • starke Frontkamera für Selfies
  • schickes und filigranes Design 
  • mittelmäßige CPU-Performance
  • kein Schutz vor Staub oder Wasser
  • veralteter Sicherheitspatch 
  • 4.5

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Das schicke und dünne Vivo V21 macht besonders durch eine Selfie-Kamera mit satten 44 Megapixel auf sich aufmerksam. Wir haben das neue Mittelklasse-Smartphone getestet.

Vivo schickt mit dem V21 ein ungewöhnliches Handy in die hart umkämpfte Mittelklasse der Smartphones bis 400 Euro (Ratgeber). Oberhalb des Vivo Y72 5G (Testbericht) angesiedelt richtet sich das V21 vorwiegend an Vlogger und Selfie-Fans. Neben einer edlen und schlanken Optik bietet es ein OLED-Display mit 90 Hertz. Wir haben das neue Smartphone von Vivo ausprobiert und zeigen, wie gut es sich im Test schlägt.

Hält man das Vivo V21 5G das erste Mal in der Hand, fällt gleich auf, wie angenehm schmal und leicht das Mittelklasse-Smartphone ist. Es hinterlässt rundum einen hochwertigen Eindruck mit einem Rahmen aus Metall und einer Rückseite aus Glas. Besonders auffällig oder besser gesagt unauffällig: Die Kamera steht fast nicht hervor. Dadurch wackelt das Vivo V21 kaum, wenn es auf dem Rücken liegt. In Verbindung mit der beigelegten transparenten Schutzhülle liegt es sogar ganz eben auf. Viele andere Smartphones nutzen zum Beherbergen der Linsen grobklotzige Elemente, die deutlich hervortreten.

Der Einsatz der Schutzhülle ist zu empfehlen, da das Smartphone eine sehr filigranen Eindruck macht. Über eine IP-Zertifizierung gegen Staub und Wasser verfügt es nicht. Die Abmessungen betragen 160 x 74 x 7,3 Millimeter. Damit gehört das Handy mit 6,4 Zoll Display noch zu den handlicheren Vertretern seiner Art, was in etwa dem Samsung Galaxy S20FE (Testbericht) oder Samsung Galaxy A52 (Testbericht) entspricht. Das Vivo V21 ist aber mit einer Tiefe von 7,3 Millimeter deutlich dünner. Schlanker sind bei den aktuellen Modellen nur das Xiaomi Mi 11 Lite 5G (Testbericht) und das Motorola Edge 20 (Testbericht). Mit einem Gewicht von 176 Gramm fällt das V21 zudem angenehm leicht aus. Personen mit mittelgroßen Händen können das Smartphone also gut einhändig bedienen.

Den edlen und hochwertigen Eindruck untermauert zudem die matte Lackierung der gläsernen Rückseite, die recht unempfindlich ist für Fingerabdrücke und Kratzer. Vivo nennt die Farbe „Dusk Blue“. Diese erzeugt je nach Lichteinfall einen dezenten Farbverlauf zwischen Dunkelgrau und Violett. Spaltmaße treten kaum in Erscheinung, der Druckpunkt des Ein/Ausschalters und der Lautstärkewippe ist solide. Der Fingerabdruckscanner ist direkt im unteren Rand des Displays integriert. Eine Lösung im Powerbutton halten wir für etwas praktischer, da man diese auch ohne hinzusehen findet. Letzten Endes bleibt das aber Geschmackssache. Nicht mehr ganz zeitgemäß wirkt die Waterdrop-Notch mit der Selfie-Kamera am oberen Displayrand, da diese sehr auffällig ist.

Anders als das günstigere Vivo Y72 5G (Testbericht) kommt beim V21 ein OLED-Display zum Einsatz mit einer maximalen Bildwiederholfrequenz von 90 Hertz. Diese müssen Nutzer aber in den Einstellungen des Bildschirms manuell aktivieren. Die höhere Bildfrequenz offenbart ihre Stärken durch eine flüssigere Wiedergabe beim Scrollen, bei Spielen und bei Videos. Dafür steigert der Betrieb mit 90 Hertz den Akkuverbrauch. Der Displayrand fällt für unseren Geschmack ein wenig breit aus.

Das OLED-Display sorgt für ausgeprägte Kontraste mit starken Schwarzwerten. Die Blickwinkelstabilität ist aus nahezu allen Perspektiven optimal und übertrumpft in dieser Disziplin deutlich die LCDs anderer Smartphones. Nicht ganz überzeugend ist das Vivo V21 bei der Darstellung der Farben, diese wirken etwas zu kalt kalibriert und damit zu kühl. In Sachen Farbenpracht hat das Motorola Edge 20 (Testbericht) im Vergleich die Nase vorne.

Die Auflösung mit 2404 x 1080 Pixel (FHD+) ist mehr als ausreichend scharf. Das sorgt für eine Pixeldichte von 409 ppi (Pixel pro Zoll), bei der einzelne Pixel faktisch nicht mehr mit dem bloßen Auge zu sehen sind. Weniger als FHD+ wäre in dieser Preisklasse nicht mehr angemessen, eine höhere Auflösung braucht es bei einem Display dieser Größe allerdings auch nicht.

Die maximale Helligkeit beträgt im manuellen Modus 460 cd/m². Bei direktem Sonnenlicht schnellt die Automatik nochmals um etwa 10 Prozent hoch. Das ist für ein Handy mit OLED-Display ein ordentlicher Wert und bewegt sich auf dem Niveau des direkten Konkurrenten Motorola Edge 20 (Testbericht) und noch oberhalb des Samsung Galaxy A52 (Testbericht). Je heller ein Display, desto besser kann man es im Freien ablesen. Das klappt mit dem Vivo V21 auch bei gutem Wetter gut, nur wenn die Sonne direkt auf den Bildschirm scheint, stört das Spiegeln den Lesegenuss. Das machen aber kaum ein anderes Smartphone besser.

Eine der größten Besonderheiten beim Vivo V21 ist die Frontkamera. Diese löst mit ungewöhnlich hohen 44 Megapixel auf und bietet optischen Bildstabilisierung und Autofokus. Die Linse fasst dabei bis zu vier Pixel zu einem zusammen. Eine entsprechende Ausstattung gehört bei einer Selfie-Kamera nicht zum Standardumfang und ist uns in dieser Form so bisher selten untergekommen. Die hohe Auflösung sieht man den Selfies an. Die Bildqualität überzeugt mit hohen Details und gutem Dynamikumfang. Im Porträtmodus bessert die Frontkamera das Selfie per Weichzeichner ein wenig aus. Der Bokeh-Effekt für den Hintergrund ist allerdings recht schwach ausgeprägt.

Bei den Videoaufnahmen mit der Frontkamera sind Farbgebung und Schärfe ebenfalls überzeugend. Wackeln hält sich in Grenzen, die Bildstabilisierung ist grundsätzlich ordentlich. Trotz optischem Bildstabilisator ist dennoch gerade im Hintergrund das Wackeln noch spürbar zu sehen. Hier wäre möglicherweise ein zusätzlicher elektronischer Bildstabilisator hilfreich gewesen. Neben Full HD filmt die Frontkamera Videos auch in 4K.

Die Hauptkamera nutzt einen Bildsensor von Samsung mit 64 Megapixel, bei der per Pixel-Binning vier Pixel zu einem zusammengefasst sind. Diese liefert bei guten Lichtverhältnissen gelungene Fotoaufnahmen mit ausreichend Bilddetails, satten und natürlichen Farben sowie ausgeprägten Kontrasten. Beim Weißabgleich ist aber noch etwas Luft nach oben. Die digitale Zoomfunktion liefert bei zweifacher Vergrößerung ebenfalls ordentliche Ergebnisse. Videos sind bis zu einer Auflösung von 4K bei maximal 60 fps möglich. Auch hier kommt ein optischer Bildstabilisator zum Einsatz, der das lästige Wackeln bei Aufnahmen spürbar minimiert.

Verglichen mit der Hauptkamera sind die Aufnahmen mit der Ultraweitwinkellinse mit 8 Megapixel merklich ärmer an Bilddetails, was stark zulasten der Bildqualität geht. Speziell die Ränder wirken leicht „verschmiert“. Zumindest die Wiedergabe der Farben ist natürlich. Die Makrokamera ist eine nette Spielerei, zu viel sollte man bei einer Linse mit 2 Megapixel aber nicht erwarten. Die Nahaufnahmen gelingen nur auf sehr kurze Distanz, geben aber Farben sehr unnatürlich und blass wieder. Diese Linse hätte sich Vivo auch sparen können, um eine zusätzliche Telelinse anzubieten oder ein besseres Weitwinkelobjektiv, zumal ordentliche Smartphones wie das Motorola Edge 20 (Testbericht) die Ultraweitwinkellinse für vernünftige Makroaufnahmen nutzen.

Angetrieben wird das Vivo V21 5G von einem Mediatek Dimensity 800U mit zwei Cortex-A76- und sechs Cortex-A55-Kernen. Das Ein-Chip-System (SoC) ist in der Mittelklasse einzuordnen. Beim Benchmark-Test von PCmark Work 3.0 offenbart einen durchschnittlichen Wert von knapp 7200 Punkten. Das liegt im Mittelfeld der Smartphones aus unseren Tests und ist vergleichbar mit den Handys Oppo A54 5G (Testbericht) oder Nokia X10 (Testbericht). Das Motorola Edge 20 (Testbericht) spielt mit 13600 Punkten in einer andern Liga.

Im Alltag fällt diese vermeintlich mäßige Leistungsfähigkeit gar nicht einmal auf, was auch den üppigen 8 GByte Arbeitsspeicher zu verdanken ist. Die meisten Apps starten und laufen flüssig, eine Runde Asphalt 9 bei mittleren Details ist ebenfalls möglich. Für einen Otto-Normal-Verbraucher reicht das Vivo V21 locker aus. Die Leistungsfähigkeit bei 3Dmark geht mit 1600 Punkten in Ordnung und übertrumpft das Samsung Galaxy A52 (Testbericht). An Zocker richte sich das Vivo V21 trotzdem nicht, die brauchen mehr GPU-Power.

Die restliche Ausstattung bietet das, was in der unteren Mittelklasse mittlerweile zum Standard gehört. Der Fingerabdrucksensor im Display könnte flotter reagieren. Kabellose Netzwerke unterstützt das Smartphone nur bis Wifi-5 – nicht aber Wifi-6. Immerhin unterstützt der Mediatek-Prozessor bereits 5G-Netzwerke, was ein wenig die Zukunftsfähigkeit steigert. Der interne Speicher fällt mit 128 GByte ausreichend groß aus. Eine Erweiterung per Micro-SD-Karte ist möglich, ginge aber zulasten einer Dual-SIM-Option. Bluetooth 5.1 und NFC sind ebenfalls an Bord.

Einen Klinkensteckplatz bietet das Smartphone aufgrund des dünnen Gehäuses leider nicht. Immerhin legt Vivo aber kostenlos einen Adapter von Klinke auf USB-C inklusive kabelgebundener In-Ear-Kopfhörer bei. Weniger schön ist der veraltete Standard USB 2.0 beim Type-C-Anschluss, allerdings ist das in der Mittelklasse immer noch normal. Im Alltag dürften viele diesen Nachteil nicht merken, wer aber damit eine größere Menge Fotos vom Handy auf den PC kopieren will, braucht eine Menge Geduld. Der Monolautsprecher sorgt für weniger Begeisterung und neigt zum Übersteuern. Damit eignet er sich höchstens für die Soundwiedergabe bei kurzen Videoclips oder einem Spiel. Am besten man nutzt gleich die mitgelieferten Kopfhörer, dann stört man auch keine anderen Personen.

Als Betriebssystem läuft Android 11, das ohne größere Anpassungen fast wie eine Stock-Version rüberkommt. Der Sicherheitspatch war zum Testzeitpunkt allerdings noch auf Juli datiert und damit bereits veraltet. Leider ist es nicht möglich, manuell nach einem Update zu suchen.

Sonderlich üppig fällt die Akkukapazität mit 4000 mAh nicht aus, was als Tribut an das dünne Gehäuse zu sehen ist. Belässt man die Bildwiederholfrequenz bei 60 Hertz, hält das Smartphone dennoch lange durch. Beim Battery Test von PCmark braucht das V21 bei 60 Hertz fast 13 Stunden und bei 90 Hertz knapp 12,5 Stunden, bis der Akku die Grenze von unter 20 Prozent erreicht.

Der Support für kabelloses Laden mittels Qi ist ebenfalls dem Rotstift zum Opfer gefallen, aber auch hier gilt: In der Mittelklasse ist das derzeit auch nicht zu erwarten. Dafür war Vivo nicht knauserig beim Netzteil: Mit einer Leistung von 33 Watt ist das Handy damit in unter 1 Stunde aufgeladen.

Vivo setzt auf eine übersichtliche Produktpalette: Das V21 5G gibt es ausschließlich mit 128 GByte Speicher und 8 GByte RAM. Die UVP für das Vivo V21 liegt bei 399 Euro, Straßenpreise für das Smartphone gibt es bereits ab 375 Euro. Zur Auswahl stehen lediglich zwei Farben: „Dusk Blue“ und „Sunset Dazzle“. Bei ersterer handelt es sich um eine Mischung aus Dunkelgrau und Violett, letztere ist ein Farbverlauf von Hellblau zu Rosa, der sich je nach Lichteinfall verändert.

Das Vivo V21 ist ein sehr schickes und angenehm dünnes sowie leichtes Smartphone der Mittelklasse mit einer soliden Ausstattung. Die größte Besonderheit ist die Frontkamera mit 44 Megapixel, optischem Bildstabilisator und Autofokus. In dieser Hinsicht ist das V21 einmalig, was es zu einem idealen Hilfsmittel für Vlogger macht. Die Hauptkamera macht ebenfalls einen guten Job bei Fotos und Videos. Schwächen offenbaren dafür Ultraweitwinkellinse und – wenig überraschend – Makroobjektiv.

Zur Mittelklasse passend ist die Leistungsfähigkeit des Mediatek Dimensity 800U. Der ist zwar kein übermäßiges Power-Monster, sorgt im Alltag aber für flüssige Performance. Hinzu kommt eine ordentliche Akkulaufzeit und ein solides, wenn auch leicht „unterkühltes“ OLED-Display mit 90 Hertz. Tollpatschige Naturen sollten besonders vorsichtig sein: Das Vivo V21 bietet kaum Schutz vor Staub oder Wasser und wirkt zudem zerbrechlich. Glücklicherweise legt Vivo eine Schutzhülle bei.

Wer das ideale Smartphone für Selfies sucht, findet im Vivo V21 eine ideale Lösung. Wer mehr Leistung möchte, sollte sich das Motorola Edge 20 (Testbericht) ansehen. Zusätzlichen Schutz bei Unachtsamkeiten bietet zudem das wasserfeste Samsung Galaxy A52 (Testbericht). Für fast 100 Euro weniger bietet das Xiaomi Poco F3 (Testbericht) ein deutlich ausgewogeneres Gesamtpaket mit leichten Abstrichen bei der Kamera. Weitere ebenbürtige Alternativen zeigen wir in unserer Top 10: Die besten Smartphones 2021 bis 400 Euro.

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