Vantrue E1 im Test: Kompakte Dashcam mit gutem Bild für 150 Euro

Vantrue E1
Pro und Contra
  • toller Formfaktor
  • hohe Auflösung
  • einfache Handhabung 
  • Loop-Funktion nicht auf wenige Clips einschränkbar
  • keine Fahrassistenzsysteme
  • Spracherkennung nicht auf Deutsch 
  • 4.0

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Mit einer Auflösung von 2,5K, App-Anbindung sowie einem schicken und kleinen Gehäuse bietet die Vantrue E1 starke Features für eine Dashcam zum günstigen Preis.

Die Vantrue E1 zeichnet sich als Dashcam durch ein besonders kompaktes Gehäuse aus. Das „E“ steht für „Elements“. Für die optische Gestaltung hat sich der Hersteller sogar einen iF Design Award 2022 eingeheimst. Doch nicht nur die Form ist gelungen. Die Video-Auflösung fällt mit 2,5K vergleichsweise hoch aus. Das lässt scharfe Videoaufnahmen erhoffen, auf denen auch Kennzeichen noch gut erkennbar sind. Ob das in der Realität zutrifft, deckt unser Test auf.

Eine Dashcam ist ein probates Mittel, um nach einem Unfall die Schuldfrage zu klären. Allerdings ist der Einsatz der Autokameras in Deutschland rechtlich umstritten. Dashcams an sich sind nicht verboten. Der Verkauf und die Befestigung im Auto sind erlaubt. Unter bestimmten Voraussetzungen sind die Aufnahmen als Beweismittel bei einem Zivilprozess auch zulässig. Beim Einsatz der Dashcam müssen Nutzer aber auf den Datenschutz achten. Nach einem BGH-Urteil aus dem Mai 2018 sind permanente und anlasslose Aufzeichnung des gesamten Verkehrsgeschehens nicht zulässig, da sie einen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht der betroffenen Verkehrsteilnehmer darstellen.

Um den Datenschutz besser zu berücksichtigen, nutzen Autokameras unter anderem Technologien, wie eine Endlosschleife, die nur eine gewisse Anzahl an kurzen Clips erstellt, die permanent überschrieben werden. Worauf man alles achten sollte, erklären wir im Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro. Wer mit der Dashcam in den Urlaub will, muss sich zudem auf regionale Besonderheiten einstellen. Mehr dazu beschreiben wir im Beitrag Dashcam im Urlaub: Rechtlich absichern und hohe Strafen bis 10.000 Euro vermeiden.

Die Vantrue E1 ist nahezu würfelförmig, kompakt und wirklich schick. Wir würden sagen, es ist die bisher optisch ansprechendste Autokamera, die wir kennen. Auffallend groß ist dabei die Linse. Ohne Linse ist sie knapp 35 mm lang (mit Objektiv sind es 42 mm), 45 mm breit und mit Halterung für die Windschutzscheibe etwa 83 mm hoch. Kompaktere Autokameras aus unseren Tests sind nur noch die Garmin Dash Cam 67W (Testbericht) sowie Garmin Dash Cam Mini 2 (Testbericht). Die kompakten Ausmaße sorgen dafür, dass die Dashcam das Sichtfeld wenig beeinträchtigt und so den Fahrer wenig ablenkt. Einzig die Höhe von fast 83 mm fällt etwas üppig aus. Diese ist etwa bei Modellen von Garmin deutlich kleiner.

Die Verarbeitung ist überzeugend. Das Gehäuse besteht aus Metall und kommt ohne störende Spaltmaße aus. Die Kamera rastet einfach mit einem Klick in der Halterung ein. Links befindet sich der auffallende Power-Button in Orange, darunter liegt der Schacht für die Micro-SD-Karte. Weniger gut platziert sind die drei Menü-Tasten auf der Unterseite. An diese kommt man im Fahrzeug nur schwer heran.

Klug gelöst ist die Befestigung. Wie schon bei der Viofo A119 V3 (Testbericht) kommt eine antistatische Folie zum Einsatz. Diese befreit man zunächst von der beidseitig angebrachten Schutzschicht. Anschließend legt man die Folie an die Windschutzscheibe. Erst danach klebt man die Halterung der Dashcam auf die Folie an der Scheibe. Das bietet den Vorteil, dass man die Autokamera einfach und ohne Rückstände wieder lösen kann. Bei Kameras von Nextbase oder Garmin ist das meistens mit viel Aufwand verbunden. Der Nachteil: Die Folie wirft möglicherweise Blasen, was optisch unschön aussieht. Man kann die Vantrue E1 auch einfach direkt an die Scheibe kleben, dann wird es aber schwierig, diese wieder zu entfernen.

Beim Bildsensor der Vantrue E1 handelt es sich um den Sony Starvis IMX335 mit 5 Megapixeln und f/1.55-Blende. Dieser bietet High Dynamic Range (HDR). Typisch für moderne Dashcams ist ein Beschleunigungssensor, GPS, eine Loop-Funktion und ein Akku für eine kurzzeitige Stromversorgung, falls sich bei einem Unfall das Stromkabel lösen sollte.

Zum Lieferumfang gehören eine kleine Fernbedienung, ein Kabel mit 3,5 Meter Länge mit Anschlüssen für USB-C sowie den 12-Volt-Stecker im Auto und ein Datenkabel mit 1 Meter Länge für USB-A und -C. Eine Warnaufkleber für das Kfz liegt ebenfalls bei. Dieser soll andere darüber informieren, dass das Fahrzeug eine Dashcam nutzt.

Eine Micro-SD-Karte gehört nicht zum Lieferumfang. Die Autokamera unterstützt maximal 512 GByte, Vantrue empfiehlt für Videoaufnahmen Speicherkarten nach Typ U3 zu wählen. Eine Auswahl passender Lösungen zeigen wir in der Top 5: Die besten Micro-SD-Speicherkarten im Vergleichstest. Als Zubehör verfügbar ist zudem eine Hardwire-Kabel, um die Vantrue E1 permanent mit der Bordelektronik zu versorgen. Das ist hilfreich, wenn man die Parkraumüberwachung der Dashcam nutzt. Hierzu erklären wir später mehr. Als Zubehör gibt es einen Polarisationsfilter (kurz: Polfilter) zum Aufschrauben auf die Linse. Diese unterdrücken unerwünschte Reflexionen auf den Aufnahmen von der Windschutzscheibe.

Die Loop-Funktion ist hierzulande aus Datenschutzgründen besonders wichtig. Dabei erstellt die Autokamera immer kurze Videoclips mit einer vorausgewählten Länge (meistens 1 Minute). Sobald die Micro-SD-Karte voll ist, überschreibt die Kamera den ältesten Clip. Das soll verhindern, dass der Speicher voller Aufnahmen ist, bei denen das Persönlichkeitsrecht anderer Verkehrsteilnehmer verletzt wird.

Noch besser ist aber eine Lösung, bei der die Dashcam immer nur einen einzigen oder einige wenige Clips erstellt, die dann immer wieder überschrieben werden. Ein Beispiel dafür ist die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy (Testbericht), die nur maximal zwei Aufnahmen macht. Bei der Vantrue E1 gibt es diese Option nicht. Hier löscht die Dashcam erst die ältesten Aufzeichnungen, wenn der Speicher zu 70 Prozent voll ist. Wir empfehlen hier regelmäßig selbst ältere Aufnahmen von Hand zu löschen.

Doch was ist, wenn ein Unfall geschieht? Dann kommt der Beschleunigungssensor ins Spiel. Registriert dieser eine starke Verzögerung, speichert die Kamera die Aufnahme in einem geschützten Speicherbereich ab, damit diese nicht vom Loop wieder überschrieben wird. Per Knopfdruck auf der Kamera oder mit der beilegenden Fernbedienung können Fahrer bestimmen, ob eine laufende Aufnahme gesperrt werden soll. Der Beschleunigungssensor ist zudem nützlich für die Parkraumüberwachung.

Fahrassistenzsysteme bietet die Vantrue E1 keine. Die einzige Sonderfunktion ist die Parküberwachung. Die Nutzung ist in Deutschland allerdings rechtlich umstritten, da Personen unwissentlich gefilmt werden, die sich vor dem Fahrzeug aufhalten. Zudem ist es empfehlenswert, ein Hardwire-Kabel (erhältlich als Zubehör) zu nutzen, um die Kamera direkt über die Autobatterie zu versorgen. Andernfalls könnte der Akku der Dashcam schnell leer gehen, wenn das Auto abgestellt ist. Für den Parkmodus legt man fest, dass dieser filmt, sobald er Erschütterungen oder alternativ Bewegungen vor dem Fahrzeug feststellt. Letztere Option ist nicht empfehlenswert, denn in diesem Fall springt die Kamera vermutlich die ganze Zeit über an.

Zum Einschalten der Dashcam dient der orangefarbene Knopf. Die Tasten auf der Unterseite dienen zum Aktivieren der WLAN-Verbindung oder zum Starten und Stoppen einer Aufnahme sowie zum Weiterblättern in einem Menü. Wie bereits erwähnt, sind die Tasten schwer zu erreichen.

Gut funktioniert allerdings die Steuerung über die App. Zuvor muss man hierzu das WLAN einschalten und dann mit dem Smartphone koppeln. Das klappt erstaunlich gut. Die App ist zudem übersichtlich und erlaubt sämtliche Einstellungen vorzunehmen und Videos herunterzuladen.

Ungewöhnlich ist die batteriebetriebene Fernbedienung (CR2032). Diese klebt man am besten dort an die Armaturen, wo man gut hinkommt, ohne die Augen von der Straße zu nehmen. Ein Knopf dient zur Aktivierung der Sprachsteuerung, der andere, um den Notfall-Modus zu aktivieren: Jetzt wird die laufende Videoaufnahme in den geschützten Speicher geschoben und nicht mehr überschrieben. Die Dashcam beherrscht zwar Sprachsteuerung, allerdings nicht auf Deutsch, sondern nur auf Englisch, Japanisch, Russisch und Chinesisch.

Die Vantrue E1 erlaubt ziemlich hohe Bildauflösungen: Maximal sind 2592 x 1944 Pixel (2,5K) bei 30 fps (Frames pro Sekunde) möglich. Daneben stehen noch 2560 x 1440 Pixel (QHD) bei 30 fps sowie 1920 x 1080 Pixel (Full-HD) bei 60 fps zur Verfügung. Letztere bietet zwar eine weniger scharfe Bildqualität, allerdings kann die höhere Framerate zur Klärung der Schuldfrage wertvoll sein, immerhin nimmt die Autokamera dann mit doppelt so vielen Bildern auf.

Die Bildqualität ist gut. Trotz der höheren Auflösung könnte die Bildschärfe aber noch etwas besser ausfallen. So erkennt man Kfz-Kennzeichen nur bis knapp 30 Meter ausreichend gut. Bei Dunkelheit erkennt man Details noch gut, allerdings nimmt das Bildrauschen dann spürbar zu. Verglichen mit den übrigen Dashcams aus unseren Tests schneidet die Vantrue E1 trotzdem sehr solide an.

Der Blickwinkel beträgt 160 Grad. Das sorgt für eine große Abdeckung des Bereichs vor dem Fahrzeug. Das hat aber auch zur Folge, dass die Aufnahme leicht verzerrt aussieht (Fischaugeneffekt) und Kennzeichen auf größere Entfernung dann schwerer zu erkennen sind.

Die Vantrue E1 kostet aktuell bei Amazon 150 Euro. Verfügbar ist sie in den Farben Dunkelgrau, Rot und Blau. Als Zubehör interessant ist zudem der Polfilter für knapp 21 Euro.

Die Vantrue E1 ist wirklich schick und angenehm kompakt. Dadurch stört sie das Sichtfeld des Fahrers kaum. Die App-Anbindung funktioniert gut, die Bedienung ist selbsterklärend. Der Bildsensor von Sony bietet zudem eine hohe Auflösung. Allerdings könnte die Bildschärfe besser ausfallen, Kennzeichen sind auf Entfernungen über 30 Meter schwer zu erkennen. Fahrassistenzsysteme gibt es keine, die Spracherkennung kann kein Deutsch. Dennoch ist der Preis fair für das Gebotene.

Eine ähnliche Bildqualität und zusätzlich noch Alexa und eine SOS-Funktion bietet die Nextbase 522GW (Testbericht). Nochmals deutlich kompakter ist die Garmin Dash Cam Mini 2 (Testbericht). Eine günstige Alternative besonders im Hinblick auf Datenschutz ist die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy (Testbericht). Diese hat von Haus aus eine Beschränkung auf maximal zwei Videoclips gleichzeitig. Mehr zum Thema erklären wir im Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro. Spannend sind auch Head-up-Display fürs Auto zum Nachrüsten ab 20 Euro.

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