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Valve Steam Controller im Test: sinnvoll nur für Steam-Nutzer
Pro und Contra
  • Solide Verarbeitung
  • Umfangreiche Konfigurationsmöglichkeit
  • Präzise
  • Braucht Steam
  • Teuer
  • 3.0

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Valve bietet mit dem Steam Controller ein eigenes, konfigurierbares Gamepad an. Dieses arbeitet mit Steam-Spielen super zusammen, RetroPie oder andere Game-Launcher machen aber Probleme.

Der Steam Controller ist wuchtig und deutlich größer als die meisten anderen Gamepads im Test . Er bringt 544 Gramm auf die Waage; vor allem die Rumble-Motoren sorgen für Gewicht. In den großen Händen der Test fasst sich der Controller aber gut an.

Die Verarbeitung ist gut, nichts knarzt oder wackelt. Die Daumen liegen auf den beiden berührungssensitiven Flächen, die linke ersetzt dabei das klassische Vier-Wege-Steuerkreuz, die rechte ist als Touchpad gedacht. Dazu gibt es oben einen analogen Joystick sowie vier Tasten. Die restlichen Finger erreichen die zwei Schultertasten gut, Ring- und kleiner Finger erreichen zwei Wipp-Tasten auf der Rückseite.

Der Controller bezieht seine Energie aus zwei AA-Batterien. Die Laufzeit ist dabei extrem gut, trotz regelmäßiger Nutzung läuft das Test-Gamepad noch immer mit den Batterien, die im Juli 2016 eingelegt wurden. Mit dem Computer verbindet sich das Gamepad über das beiliegende USB-Funkmodul oder ein Micro-USB-Kabel. Windows erkennt das Gerät direkt als Eingabegerät, nicht aber als Xinput-Gamepad erkannt. Wichtig ist, dass der Steam Client installiert ist, dieser ist für den Betrieb des Gamepads essentiell (dazu später mehr).

Eins vorweg: Wir empfehlen das Gamepad nicht für Retrokonsolen wie RetroPie (Ratgeber). Das liegt an einer Besonderheit: Er braucht Steam, um wirklich zu funktionieren. Außerhalb dieses geschlossenen Systems braucht es viel Fummelei und zusätzliche Skripte, um den Steam Controller zum Laufen zu bringen. Das lohnt sich höchstens, wenn man viel Zeit mitbringt, kein anderes Gamepad greifbar ist oder man keine sechs Euro für das Gembird JPD-UDV-01 (Testbericht) ausgeben will. Wen das nicht abschreckt, der findet auf dieser Seite die passende Anleitung samt Video .

Auch unter Windows ist der Controller von Valve kein klassisches Gamepad, erkannt wird es als HID. Der große Vorteil: Über Steam lässt es sich für jedes Spiel individuell programmieren, alle Tasten lassen sich belegen oder kombinieren. Dank des Touchpads klappt das auch gut als Mausersatz. So lassen sich sogar Titel spielen, die eigentlich nicht für Gamepads gedacht sind. Entwickler und vor allem die Community liefern zahlreiche Vorlagen, die sich auf dem Controller übertragen lassen. Die Daten sind mit dem Steam-Profil gekoppelt, lassen sich also auch auf andere Systeme mitnehmen.

Im Test spielten wir bequem Civilization V , sowohl auf dem PC wie auch per in-Home-Streaming und Fernseher auf der Couch. Dass der Steam Controller ein solides Gamepad ist, zeigt unser Standard-Test-Jump-and-Run Cuphead . Das ließ sich problemlos spielen, das Gamepad reagiert präzise und zuverlässig.

Hier kommt der Pferdefuß: Zuverlässig funktioniert der Steam Controller nur, wenn das jeweilige Spiel aus Steam heraus startet. Ein Beispiel aus der Praxis: Das Autorennspiel The Crew läuft über Ubisofts Uplay-Client. Startet man es direkt aus Uplay, erkennt es den Controller zwar, sinnvoll nutzen lässt er sich nicht. Dazu muss man in Steam The Crew als externes Spiel anlegen. Dann kann man über das Controller-Menü passende Konfigurationen laden (die tatsächlich nicht schlecht sind). Wird The Crew dann über Steam ausgeführt, öffnet sich zusätzlich Uplay und startet dann das eigentliche Spiel. Weil Steam zwischengeschaltet ist, lässt sich der Steam Controller samt der gewählten Konfiguration nutzen. Dieser Umweg ist nicht nur kompliziert, sondern auch anfällig für Probleme und Fehlkonfiguration. Spiele mit eigenem Launcher, etwa Far Cry Primal haben beispielsweise Probleme mit diesem Ansatz.

Der Steam Controller von Valve ist ein sehr guter Controller, solange man sich an seine Vorgaben hält. Wer den Großteil seiner Spiele sowieso in Steam hat und ein Gamepad sucht, das man individuell konfigurieren und auch für Nicht-Gamepad-Spiele nutzen kann, der sollte auf eine der regelmäßigen Preisaktionen warten und zuschlagen.

Wer nicht in erster Linie Steam nutzt, der sollte den Controller links liegen lassen. Mit einigen Hacks und Workarounds klappt das zwar, doch das ist zu fehleranfällig. Und für 70 Euro findet man Geräte, die deutlich vielseitiger nutzbar sind.

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