Valco VMK20 im Test: 170-Euro-Over-Ears mit ANC und super Sound

Valco VMK20
Pro und Contra
  • sehr guter Sound
  • gutes, dauerhaft aktives ANC
  • lange Akkulaufzeit
  • Design etwas spröde
  • schlechte Verfügbarkeit
  • kein Stopp der Wiedergabe beim Absetzen
  • 4.5

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Günstige kabellose Over-Ear-Kopfhörer mit guter Geräuschunterdrückung, langer Akkulaufzeit und einem Sound, der nicht nur Bass ist? Das klingt fast zu gut. TechStage testet die Kopfhörer Valco VMK20 und zeigt, warum das Bluetooth-Headset ein echter Geheimtipp ist.

Valco, wer ist das denn? Ein weiterer China-Händler mit einem No-Name-Nachbau bekannter ANC-Kopfhörer? Mitnichten, denn hinter dem Namen steckt ein finnisches Start-up, das mit (derbem) Witz, gutem Sound, einem fairen Preis und nachhaltigen Ideen den Markt für kabellose Over-Ear-Kopfhörer durchmischen will.

Die Kopfhörer stecken in einer recht stabilen Box. Mit dabei liegt ein USB-C-zu-A-Kabel, ein 3,5-mm-Klinkenkabel – und ein Doppeladapter für den Anschluss am Flugzeugsitz. Respekt, den haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Die VMK20 selbst liegen zusammengefaltet in der Packung, sie lassen sich kompakt in sich zusammenklappen.

Gut, das Design gewinnt keinen Preis. Schwarzer Kunststoff dominiert, mit einem Gitter außen am Kopfhörer, auf dem der Firmenname in Weiß prangt. Um die Lautsprecher ist ein Memory-Schaum, der zu Beginn ziemlich fest wirkt. Das ändert sich, wenn man die Kopfhörer länger trägt. Zu Beginn sind sie fast etwas zu starr, mit der Zeit passen sie sich gut an und sorgen für eine ordentliche passive Abgrenzung von der Außenwelt.

Am linken Kopfhörer ist der USB-C-Anschluss zum Laden sowie der Schalter für die aktive Geräuschunterdrückung. Rechts sitzen die Tasten für Lauter und Leiser, in der Mitte ist der Multifunktionsschalter. Ein langer Druck darauf schaltet die VMK20 ein oder aus, noch länger drücken aktiviert das Pairing. Jeweils untermalt von einer fast schon verführerischen Ansage. Ein kurzer Druck pausiert und startet die Wiedergabe, ein doppeltes Drücken ruft den Smartphone-Assistenten auf. Zum nächsten Song springt man über ein langes Drücken der Lauter-Taste, zurück geht es mit der Leiser-Taste.

Übrigens ist das Handbuch nicht nur einen Blick wert, weil dort alle Shortcuts noch mal erklärt sind. Sondern auch, weil es auf Klingonisch übersetzt wurde.

Das Design mag etwas spröde sein, die technischen Daten des Innenlebens können sich dagegen sehen lassen. Der VMK20 funkt per Bluetooth 5.0, Qualcomm APTX HD sowie SBC und AAC sind mit an Bord. Spannend ist aber vor allem, dass Valco den Qualcomm QCC3034 mit eigenem DSP-Setup nutzt und den Klangprozessor nach eigenen Angaben auf Bluetooth optimiert hat. Das geht so weit, dass sie davon abraten, die Kopfhörer über Klinke zu nutzen – Bluetooth klingt einfach besser.

Ok, was kann ein ANC-Kopfhörer, der deutlich weniger kostet als unserer Erstplatzierten in der Bestenliste ANC-Over-Ears? Tatsächlich eine ganze Menge. Die Abstimmung des Bluetooth-DSP und die Zusammenarbeit mit dem Mastering-Studio Kesthouse kann sich hören lassen. Vor allem dann, wenn man Musik aus hochwertigen Quellen zuspielt, für den Test nutzten wir Tidal. Die VMK20 bieten ein durch die Bank ausgeglichenes Klangbild. Fast bis zur Perfektion abgemischte Songs wie Bois Lie von Avil Lavigne und Machine Gun Kelly gleiten fast schon geschmeidig ins Ohr. Die Drums sind hörbar, ertränken den Gesang und die anderen Instrumente aber nicht. Etwas spannender ist Seven Nation Army von den White Stripes. Das Schwirren der Bass-Seiten ist ständig präsent, auch wenn sich die Drums dann in den Vordergrund schieben – dennoch ein toller Klang.

So richtig überrascht haben uns Songs, die mit Dolby Atmos abgemischt wurden. Kryptonite von Three Doors Down etwa. Obwohl die Kopfhörer offiziell nicht für Atmos zertifiziert sind, klingen sie ziemlich fantastisch. Oder Shallow von Lady Gaga und Bradley Cooper, da kommt fast schon Konzertatmosphäre auf.

Zuletzt testen wir noch den kulturellen Hauptexport Finnlands: Heavy Metal. Valco scheint das erwartet zu haben, denn die Kopfhörer klingen super. Bei Straight to the Heart von Battle Beast dröhnt Sängerin Noora Louhimo rauchig ins Ohr, so muss das sein. Auch Hunting High and Low von Stratovarius kommt mit allen Details und treibendem Beat, so muss Power Metal klingen. Neben Musik eignen sich die Kopfhörer auch für Podcasts und Hörbücher wunderbar.

Die ANC-Funktion ist wie bei den Bose QC 45 (Testbericht) dauerhaft aktiv. Denn die ist nicht nur sehr gut und hilft, noch mehr Details im Sound zu finden. Man kann die externen Mikros einschalten, um Klang von außen durchzulassen, sollte das aber nicht tun. Der Klang hallt dann einfach zu sehr, lieber nehmen wir Kopfhörer kurz ab. Leider erkennen das die VMK20 nicht und spielen weiter.

Die VMK20 können nicht nur Musik abspielen, sie haben auch integrierte Mikrofone für Gespräche. Die Qualität ist dabei gut, wir hatten bei Telefongesprächen und Teams-Calls keine großen Beschwerden. Das gilt auch für Filme und Serien, dank Apt-X HD laufen diese lippensynchron und mit gutem Sound.

Der Akku in den Kopfhörern fasst sehr gute 1050 mAh. In unserem Test hielten sie mehr als 25 Stunden bei voller Lautstärke und aktiviertem ANC durch. Ein sehr guter Wert, zumal wir in der Praxis eher 50 bis 75 Prozent der Lautstärke verwenden. Sind die Kopfhörer leer, kann man sie über Klinke anschließen und weiterhören. ANC ist dann aber nicht verfügbar. Vollgeladen sind die VMK20 in etwa drei Stunden. Der Hersteller rät von Schnellladegeräten ab, da diese den Akku beschädigen können.

Die Kopfhörer haben eine Preisempfehlung von 169 Euro und sind aktuell nicht viel günstiger zu bekommen. Spannend ist, dass Valco das Thema Reparatur ernst nimmt. Die VMK20 werden auch dann noch repariert, wenn die Garantie abgelaufen ist, natürlich nicht kostenfrei. Zudem pflanzt die Firma nach eigenen Angaben für jeden verkauften VMK20 einen Baum. Mit den VMK20 sollte man sich einen Streaming-Dienst mit High-Res-Musik gönnen, etwa Deezer, Tidal, Apple Music oder Amazon Music Unlimited HD.

170 Euro sind ein ziemlich guter Preis für die Kopfhörer. Denn sie können beim Klang und dem ANC locker mit Geräten mithalten, die mehr als 250 Euro kosten. Tatsächlich erinnern sie in wenig an die Huawei Freebuds Studio (Testbericht). Nur kommen zu exzellentem Klang, super Akkulaufzeit und gutem ANC noch ein Klinkenanschluss und APT-X HD hinzu. Spannend ist der Klang bei Titeln, die mit Dolby Atmos abgemischt wurden. Obwohl die Kopfhörer nicht dafür zertifiziert sind, hört man den objektbasierten Klang überraschend häufig.

In den VMK20 steckt nicht nur viel Technik, offenbar haben die Macher ihre Liebe für solide Kopfhörer mit gutem Klang so richtig ausgelebt. Es ist tatsächlich spannend, dass die meisten Hersteller die Akkukapazität und den verwendeten Sound-Chip gar nicht erwähnen oder irgendwo verstecken. Kudos, Transparenz ist gut für den Kunden, um vernünftige Entscheidungen zu treffen.

Wer mit dem etwas einfachen Design zurechtkommt und sich auf den starren Memory-Foam der Lautsprecher einlässt, der bekommt Kopfhörer zu einem sehr guten Preis. Und zwar solche, die anders als viele günstige Headsets nicht voll auf Bass gehen. Ausgezeichnet, Valco, bitte mehr davon.

Der Test zu den VMK20 von Valco erscheint in unserer Themenwelt Kabellose Kopfhörer mit ANC. Dort haben wir neben der Top-10 der kabellosen ANC-Kopfhörer auch Einzeltests veröffentlicht, etwa zu den Apple Airdpods Max (Testbericht), den Sennheiser Momentum 3 Wireless (Testbericht), den günstigen Anker Soundcore Live Q30 (Testbericht) oder den Nura Nuraphones (Testbericht) mit ihrer Mischung aus Over-Ear mit In-Ear.

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