UMI Emax im Test: viel China-Smartphone für wenig Geld

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Wir haben euch das JiaYu S3 vor einiger Zeit vorgestellt. Ein detaillierter Testbericht ist hier. Dank unserer Freunde bei Geekvida präsentieren wir euch nun auch den Konkurrenten aus dem Hause UMI, der auf den Namen Emax hört.

Geekvida ist sehr stolz darauf, ein Warenhaus in der BRD zu haben. Wir ersuchten dieses Mal explizit um eine Lieferung aus China, um den – bei Geekvida ebenfalls möglichen Import – von seltenen chinesischen Produkten zu testen. Von unserem ersten Gerät verloren sich leider in Calais die Spuren – Geekveda zeigte sich jedoch professionell und schickte sofort ein Ersatzgerät, das binnen weniger Tage in der Slowakei ankam.

Bereits beim Auspacken zeigt sich das UMI Emax sofort von seiner wertigen Seite. Die nicht mit Glitzerakzenten sparende Verpackung erinnert schon fast an hochwertige Pralinen à la GoDivas. Mindestens ebenso löblich ist die Gestaltung des Netzgeräts, das einen integrierten Kabelroller aufweist und ob des verwendeten Kabels insgesamt wertig wirkt. Dank des festverbauten Akkus – dies ist natürlich ein Kritikpunkt – ist das Gerät nach dem Auspacken ohne weiteres Zusammensetzen einsatzbereit. Die Schutzfolie des Bildschirms ist nur leicht verunziert und lässt sich zumindestens einige Zeit weiter nutzen.

Da die Rückschale des UMI Emax nicht abzunehmen ist, erfolgt das Einpflegen von SIM-Karten über Einschübe, die mit einem kleinen Deckel verdeckt sind. Die auf der linken Seite befindlichen Slots für SIM1 und microSD-Karte lassen sich problemlos öffnen, während für SIM2 jedoch sowohl Fein- als auch Grobmotorik erforderlich sind.

Die auf der Seite befindlichen Knöpfe gefallen uns im Großen und Ganzen und bieten eine brauchbare Haptik. Im direkten Vergleich mit dem JiaYu S3 fällt allerdings auf, dass das S3 deutlich robuster und solider wirkt. Auf der Waage sind die Unterschiede weitaus weniger signifikant: Das S3 kommt auf 168 Gramm, während es das UMI auf 150 Gramm bringt. Die Materialauswahl sorgt jedoch dafür, dass das JiaYu-Smartphone in der Hand wesentlich wertiger wirkt.

Bleiben wir bei dem Vergleich zwischen JiaYu S3 und UMI Emax: Beide Testkandidaten erfreuen unsere Augen mit Full-HD-Auflösung und rund 400 ppi: Entsprechend sehen hier wie dort die Inhalte gestochen scharf aus.

Der 5,5 Zoll große Bildschirm erwies sich sowohl In- als auch Outdoor als ausreichend hell und beleuchtet – wie auch sein Konkurrent auf LCD-Technologie. Im direkten Vergleich mit dem JiaYu S3 müssen wir sagen, dass diese Runde definitiv an das Emax geht. Das liegt daran, dass das JiaYu eine sehr kalte Hintergrundbeleuchtung besitzt, während das UMI-Telefon mit einer wärmeren Farbdarstellung gefällt.

Das dürfte insbesondere Freunde von OLED-Displays ansprechen: Obwohl das Emax ein IPS-Panel hat, so ist dessen Farbwiedergabe dennoch näher an den organischen Displays von Samsung & Co.: Der Umstieg von unserem Note auf das UMI ist wesentlich weniger schmerzhaft, als der auf das JiaYu.

Der Sound des UMI-EMAX kommt aus einem auf der Rückseite befindlichen Lautsprecher. Wir ließen das Gerät auch hier gegen das JiaYu S3 antreten. Das UMI war mit Kopfhörern merkbar besser als das JiaYu. Bei den Lautsprechern fiel der Unterschied zwischen JiaYu und UMI jedoch weniger stark aus, das Emax konnte uns dennoch mehr überzeugen.

Aus logischer Sicht dürften sich die beiden Handies im Bereich der Rechenleistung wenig schenken: Beide nutzen dasselbe MediaTek-SoC vom Typ MT6752 und auch dieselbe GPU; der einzige Unterschied ist der beim JiaYu S3 mit 3 GByte um ein Gigabyte größere Arbeitsspeicher.

Bei Tests mit Vellamo und AnTuTu schenken sich die beiden Geräte nicht viel: Die Ergebnisse liegen im Großen und Ganzen im Rahmen der Messgenauigkeit und sollten nicht genau weiter verglichen werden.Interessant wird es bei für Spieler relevanten Epic-Citadel-Benchmark. Das UMI Emax startet mit 40 fps rein und hält diese Leistung auch in zehn hintereinanderfolgenden Durchläufen. Das JiaYu S3 – wir nutzten es hier zur Vorstellung des Mediatek-SoCs – brach indes schon nach drei Runden um fast ein Drittel seiner Leistung ein.

Daraus folgt, dass das UMI Emax für Spieler wesentlich besser geeignet ist: Seine GPU dürfte ob des besseren thermischen Designs auch in langwierigen und anspruchsvollen Gefechten nicht einbrechen. Für Business-Nutzer ist indes das S3 besser geeignet, da es ob des um größeren Arbeitsspeicher offene Activities erst später terminiert und so das Multitasking erleichtert.

Eine alte Tradition besagt, dass chinesische Smartphones gammelige Kameras haben. Selbst Sony Ericsson musste etwa bei dem aus Asien beschafften Xperia X1 eine ähnliche Erfahrung machen. Das JiaYu S3 beeindruckte in unserem Test jedoch mit sehr guten Makrofotos – laut AIDE64 müsste das Umax ähnlich gut sein, da auch seine Rückkamera mit dreizehn Megapixeln auflöst.

Eine genauere Betrachtung der nervigen Kamera-App – sie sorgt, ähnlich wie beim JiaYu S3 durch Fehlfokussierungen für Ärger – zeigt, dass die Software die maximale Auflösung auf 9 Megapixel beschränkt. Die Bilder fallen indes durchaus brauchbar aus, können aber gerade im Makrobereich nicht mit dem JiaYu S3 mithalten. Das gilt auch für den Blitz, der beim UMI Emax aus nur einer LED besteht und somit weniger Licht in Richtung des Ziels feuern kann. Klar im Vorteil ist das UMI Emax indes bei seiner Videoaufnahmefähigkeit: Die Videos wirken wesentlich besser.

Umi liefert das Emax mit einem fertig gerooteten Android 4.4.4 aus, das sonst keine besonderen Anpassungen zeigt: Die niedlich-lästigen Erweiterungen (Bandbreitenanzeige etc.) des S3 sucht ihr beim Emax vergebens.

Dieses für Puristen hilfreiche Verhalten – der Launcher ist im Großen und Ganzen stock – wird dadurch getrübt, dass der chinesische Hersteller dem Telefon aus Sicherheitsgründen einen Berechtigungen-Manager verpasst hat. Dieser fragt nach, wann immer eine App etwas potentiell Lästiges oder Gefährliches tun möchte. Dass ihr nach jeder Installation eine oder mehrere zusätzliche Genehmigungen erteilen müsst, kostet bald Nerven.

Das von Haus aus mitgelieferte ROM ist mit dem Play Store kompatibel. Im Rahmen der Erstellung einer Beziehung zwischen Gerät und Google-Konto war während unserer Testphase eine Reset erforderlich; nach dem Neustart des Geräts funktionierte die Zuweisung ohne Probleme.

Das im Lieferumfang enthaltene Mini-Adapterkabel ist insofern hilfreich, als dass es das Anschließen von externer Hardware und sogar das Aufladen anderer Telefone erlaubt. UMI wirbt in der Beschreibung explizit damit, dass das Emax ein iPhone 6 zweimal vollladen kann.

Während unseres Tests mit diversen Android-Smartphones und einem Prozessrechner traten keine Probleme bei der Stromlieferung auf. Die Kommunikation mit einem angeschlossenen USB-Stick funktionierte ebenfalls ohne Probleme; das Handy erkannte das angeschlossene USB- beziehungsweise Peripheriegerät als Massenspeicher. Dass es damit nicht besonders viel anfangen konnte, ist die Schuld von Google.

Sowohl das UMI Emax als auch das JiaYu S3 sind großartige Geräte. Das Display des UMI spielt sich sofort in das Herz einer jeden Person, die je mit einem OLED-Display gearbeitet hat. Dafür ist es leichter und plastikhaltiger verarbeitet – Freunde des stahligen Baus werden beim UMI Emax nicht besonders glücklich.

Zocker finden am UMI Emax aufgrund des wesentlich besseren thermischen Designs ein Produkt, das ihren Wünschen besser entspricht: Die GPU ist kaum kleinzukriegen. Wer mit seinem Handy gerne fotografiert, hat eine schwierigere Entscheidung vor sich: Sowohl das UMI Emax, als auch das JiaYu S3 bringen dieselbe hypernervige Kamera-App mit: Das S3 punktet mit höherer Auflösung und einem besseren Makromodus, während das Emax etwas bessere Videos liefert. Als Videokamera würde ich indes keines der beiden Handys empfehlen, wenngleich die Taschenlampe des S3 etwas heller ist.

Unterm Strich bleibt zu sagen, dass es sich hier um eine Geschmackssache handelt. Wer mit seinem Handy gerne Musik hört, viele Fotos ansieht und auf knallhartes Aussehen verzichten kann, ist mit dem UMI Emax besser bedient. Das sinister aussehende JiaYu-S3 spielt sich indes in das Herzen von Jedem, der schon immer mal als kleiner James Bond-Villain dem unbegrenzten Business hinterher eilen wollte.

Mittlerweile ist das Emax um rund 50 Euro billiger geworden – und bietet mit 155 Euro ein nahezu unschlagbares Preisleistungsverhältnis.

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