Ulefone Armor 20WT im Test: Outdoor-Handy mit integriertem Funkgerät

Ulefone Armor 20WT
Pro und Contra
  • integriertes Funkgerät (Walkie-Talkie) samt Antenne
  • viel Speicher und RAM
  • sehr lange Akkulaufzeit 
  • sehr schwer und dick
  • mäßig scharfe Fotos
  • kein 5G
  • 4.0

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Ein robustes, wasserdichtes Smartphone und Funkgerät in einem? Das Ulefone Armor 20WT integriert ein Walkie-Talkie und bietet eine sehr lange Akkulaufzeit.

Das Ulefone Armor 20WT vereint die Eigenschaften eines Outdoor-Smartphones mit einem Walkie-Talkie. Ein integriertes Modul macht so aus dem Android-Handy ein PMR-Funkgerät für Push-to-Talk. Speziell beim Wandern in den Bergen ist somit eine zusätzliche Kommunikationsmöglichkeit vorhanden, wenn es kein Mobilfunknetz geben sollte. Praktisch ist dieses Feature aber auch für Rettungskräfte, auf der Baustelle oder für Motorradfahrer, die in Gruppen unterwegs sind und das Gerät auch als Navi nutzen wollen.

Das Gehäuse des Ulefone Armor 20WT ist sehr robust sowie staubgeschützt und wasserdicht. Dafür ist es mehr als doppelt so dick wie ein herkömmliches Handy und beinahe so schwer wie ein Tablet. Die Ausstattung kann sich für ein Outdoor-Handy zu diesem Preis sehen lassen. Der gigantische Akku verspricht zudem eine lange Akkulaufzeit. Wie gut sich das Ulefone Armor 20WT im Vergleich mit anderen Outdoor-Smartphones schlägt, zeigt unser Test. Weitere Outdoor-Smartphones zeigen wir in unserer Top 10: Die besten Outdoor-Handys – robust, wasserdicht, Nachtsicht, Funk & Co.

Das Ulefone Armor 20WT sieht so aus, wie man sich ein Outdoor-Smartphone vorstellt. Es ist sehr kantig und wirkt schon dadurch martialisch. Ferner ist es nach IP68 sowie IP69K zertifiziert. IP68 erlaubt den Aufenthalt in Süßwasser bis in eine Tiefe von 1,5 Meter für etwa 30 Minuten. IP69K wiederum ist die höchste Schutzklasse vor Wasser bei elektrischen Geräten. Diese erlaubt sogar den Einsatz eines Hochdruckreinigers. Um die Zertifizierung zu erhalten, muss das Handy einen Wasserdruck von 100 bar bei einer Wassertemperatur von 80 Grad überstehen.

Zusätzlich erfüllt das Ulefone Armor 20WT Anforderungen nach der US-Militärnorm MIL-STD-810H. Diese beinhaltet eine Reihe von Tests, bei denen Geräte unter anderem bei starken Vibrationen und hoher sowie sehr niedriger Temperatur getestet werden. Allerdings gibt die Militärnorm MIL-STD-810 Herstellern nicht vor, welche Tests genau durchgeführt werden und ob die Geräte die Tests auch alle bestehen müssen. Das Ulefone Armor 20WT wirkt aber in jedem Fall äußerst robust und sollte auch beim Sturz aus einer Höhe von 1,5 Meter auf harten Untergrund nicht so schnell Schaden nehmen.

Bei diesem Mobilgerät handelt es sich allerdings regelrecht um einen Klotz. Die Abmessung betragen: 164,8 × 79,2 × 18,2 Millimeter. Das Armor 20WT ist sechseckig und wiegt mit 380 Gramm doppelt so viel wie ein herkömmliches Smartphone. Optisch erinnert es ein wenig an das Blackview BV7100 (Testbericht). Die Ecken des Geräts sowie große Teile der Rückseite sind gummiert, der Gehäuserahmen besteht aus Metall. Verglichen mit der Gerätegröße ist das Display relativ klein, was dem großen Rand ober- und unterhalb der Anzeige geschuldet ist. Das dient der Bruchsicherheit des Bildschirms, der zusätzlich durch Gorilla Glass geschützt ist. Die Frontkamera befindet sich links oben oberhalb des Displays.

Die Antenne mit einer Länge von rund 6 Zentimetern, die zum Lieferumfang gehört, benötigt das Gerät nur für den Walkie-Talkie-Betrieb. Diese kann man abschrauben, wenn man diese Funktion ohnehin nicht nutzen will. Die Rückseite des Smartphones ist trapezförmig und mit einer Gummiplatte in Carbon-Optik sowie einem schmalen Metallstreifen verziert. Die einzige Kamera-Linse ist eben im Gerät integriert. Lautstärkewippe sowie der Knopf zum Funken per Push-to-Talk liegen links im Gehäuserahmen, auf der rechten Seite befindet sich der Power-Button. Alle Tasten sind geriffelt, um mehr Grip zu bieten. Ungewöhnlich: Der Fingerabdruckleser ist nicht in der On/Off-Taste integriert, sondern befindet sich darunter. Der USB-C-Steckplatz ist von einer Gummiabdichtung vor eindringendem Wasser geschützt.

Typisch für ein Outdoor-Handy ist das relativ kleine Display im Verhältnis zur Gerätegröße. Die Diagonale misst 5,65 Zoll, zum Einsatz kommt ein IPS-Panel. Die Auflösung ist mit 2160 × 1080 Pixel (Full-HD+) recht hoch, was zu einer Pixeldichte von 427 PPI (Pixel pro Zoll) führt. Bildpunkte kann man hier mit dem Auge nicht mehr sehen, viele andere Outdoor-Geräte in dieser Preisklasse bieten oftmals nur HD-Auflösung. Geschützt wird die Anzeige durch Gorilla Glass von Corning.

Die Bildqualität ist überzeugend und bietet kräftige Farben und gut abgestimmte Kontraste. Die Blickwinkelstabilität fällt sehr hoch aus – typisch für IPS-Panels. Eine positive Überraschung erleben wir bei der Helligkeit. Wir konnten bis zu 650 cd/m² messen – das ist bei Outdoor-Handys bisher der beste Wert. Eigentlich ist eine helle Anzeige eine wichtige Eigenschaft für den Outdoor-Einsatz, aber nur wenige Outdoor-Geräte in unseren Tests haben ausreichend helle Bildschirme. Das Armor 20WT ist hier eine erfreuliche Ausnahme und erleichtert die Ablesbarkeit des Displays bei Sonnenschein. Knallt die Sonne direkt aufs Display, wird es dennoch nicht einfach, alle Inhalte auf der Anzeige zu erkennen.

Heutzutage schon recht ungewöhnlich: Bei diesem Smartphone kommt nur eine einzige Linse mit einer Auflösung von 50 Megapixel sowie f/1.8-Blende zum Einsatz. Alibilinsen für Makroaufnahmen oder Tiefenschärfe hat Ulefone hier bewusst weggelassen – was wir begrüßen. Auf der Vorderseite über dem Display befindet sich eine Linse mit 16 Megapixel und f/2.2 für Selfies oder Videochats.

Bei Tag gelingen mit dem Ulefone Armor 20WT ordentliche Aufnahmen. Allerdings benötigt der Autofokus manchmal etwas länger. Schwächen zeigt die Kamera bei schnellen Schnappschüssen, die oft nicht ausreichend scharf sind mangels geeigneter Bildstabilisierung. Sowohl der Dynamikumfang als auch die Bilddetails könnten ausgeprägter sein. Bei Dunkelheit nimmt Bildrauschen dann rapide zu. Videos sehen ebenfalls etwas unscharf aus und wirken stark verwackelt. Die Hauptkamera kann maximal mit WQHD filmen, die Frontkamera mit Full-HD.

Als Antrieb kommt der Helio G99 von Mediatek zum Einsatz. Die Mittelklasse-CPU findet sich öfter bei Smartphones bis 300 Euro (Bestenliste) und kommt etwa beim Unihertz Luna (Testbericht) zum Einsatz. Sonderlich schnell ist die CPU nicht, aber sie bietet ausreichend Leistung für gängige Aufgaben des Alltags. Das Armor 20WT läuft ohne nennenswerte Ruckler stabil. Beim Benchmark von PCmark erreicht das Gerät solide 9000 Punkte.

RAM und interner Speicher fallen sehr üppig aus für ein Gerät dieser Klasse. Der Arbeitsspeicher beträgt satte 12 GByte, der interne Speicher bietet 256 GByte. Das ist schon auf High-End-Niveau. Eine Erweiterung mittels microSD-Karte ist zudem bis auf 2 TByte möglich. Die übrige Ausstattung entspricht eher einem preiswerten Mittelklasse-Smartphone: Wi-Fi 5 für WLAN-Netzwerke, Bluetooth 5.2 sowie NFC. Der Typ-C-Anschluss bietet USB 2.0 – einen eher langsamen Übertragungsstandard für Daten. Mobil surft das Handy maximal mit LTE. Für die Ortung greift das Armor 20WT auf A-GPS, Glonass, Beidou und Galileo, die Genauigkeit ist mit rund 3 Meter laut GPS-Test mehr als ausreichend.

Der Fingerabdrucksensor arbeitet flott und verlässlich. Alternativ kann man das Gerät per Gesichtserkennung entsperren, allerdings kommt hier 2D-Technik zum Einsatz, die weniger sicher ist gegen Täuschungsversuche. Wir empfehlen eine PIN und den Fingerabdruck zu nutzen.

Das spannendste Feature des Ulefone Armor 20WT ist das integrierte PMR-Funkgerät, um das Handy bei Bedarf als Walkie-Talkie zu nutzen. Smartphones mit PTT-Funktion sind nicht neu, allerdings nutzt das Gerät von Ulefone hierzu nicht das Mobilfunknetz, sondern PMR-Funkfrequenzen zwischen 400 und 480 MHz. Für den Einsatz in Deutschland stehen jedermann die Frequenzen 446,000 bis 446,200 MHz (PMR446) zur Verfügung. Man kann also mit dem Ulefone-Handy mit einem anderen Handfunkgerät kommunizieren. Mehr zum Thema erklären wir im Ratgeber Notfallkommunikation per Funk – wie geht das?

Ulefone gibt eine Sendeleistung beim Funkmodul von 1 bis 2 Watt und eine Reichweite von bis zu 10 Kilometer in ebenen Flächen an. In Ballungsräumen oder in den Bergen kann die Reichweite aber wegen der Hindernisse nur 500 Meter betragen. Interessant ist das Gerät, wenn in Gegenden mit schlechtem Netzempfang kommuniziert werden soll.

Als Betriebssystem ist Android 12 installiert. Ulefone übernimmt optisch einige Anpassungen an der Bedienoberfläche, so erscheinen einige Icons in den Menüs in knalligem Gelb, was recht schick aussieht. Zudem gibt es weitere Einstellungsmöglichkeiten. Der Sicherheits-Patch stammt zum Testzeitpunkt aus dem Februar 2023, was nicht mehr der neueste Stand ist. Ein aktueller Patch aus April liegt mittlerweile aber vor und sollte demnächst die Geräte erreichen. Ob das Ulefone Armor 20WT auch Android 13 bekommt, ist uns derzeit nicht bekannt.

Ein riesiger Akku mit stolzen 10.850 mAh sorgt dafür, dass das Ulefone Armor 20WT ausreichend mit Energie versorgt ist. Speziell, wenn man beim Wandern das GPS zum Navigieren nutzt, geht das stark zulasten des Akkus.

Genügend Reserven hat das Ulefone Armor 20WT sicher. Dank der großen Kapazität muss es erst nach drei bis vier Tagen an die Steckdose. Beim Battery Test erreichten wir eine Laufzeit von 34 Stunden am Stück, das ist der zweitbeste Wert aus unseren Tests. Das beigelegte Netzteil lädt den Akku recht flott mit 33 Watt – für ein Outdoor-Smartphone ist das viel. Der große Akku ist damit in unter 3 Stunden voll aufgeladen.

Das Ulefone Armor 20WT kostet bei Amazon aktuell 370 Euro, wenn man den Coupon mit einem Rabatt in Höhe von 30 Euro anwählt. Regulär kostet es 400 Euro. Ein Ebay-Händler bietet das Smartphone derzeit für 380 Euro an.

Das Ulefone Armor 20WT ist ein überaus robustes und ausdauerndes Handy zum fairen Preis. Das LCD überzeugt mit hoher Bildschärfe und der höchsten Helligkeit aller von uns getesteten Outdoor-Smartphones. Zudem bietet das Gerät einen gigantischen Akku und richtig viel RAM und Speicher. Das spannendste Feature ist aber das integrierte Walkie-Talkie. Damit kann man mit anderen Handfunkgeräten kommunizieren – unabhängig vom Mobilfunknetz.

5G gibt es allerdings nicht. Gefallen hat uns, dass Ulefone auf Alibilinsen für Makroaufnahmen verzichtete, ein Weitwinkelobjektiv wäre aber nicht schlecht gewesen. Die Kamera bietet eine hohe Auflösung, in der Praxis hatten wir aber häufiger mit unscharfen Aufnahmen zu kämpfen. Das Ulefone Armor 20WT ist das ideale Gerät für Outdoor-Enthusiasten, die auch ein Funkgerät nutzen möchten.

Wer lieber ein leichtes und filigranes Outdoor-Handy nutzen will, sollte sich das Samsung Galaxy Xcover 6 Pro (Testbericht) ansehen. Dieses bietet einen schnellen Prozessor und ein besseres Display, kann bei der Akkulaufzeit aber nicht ganz mithalten. Noch mehr Ausdauer bietet das Blackview BV7100 (Testbericht) mit einem monströsen Akku von 13000 mAh. Für Fans exotischer Ausstattungsmerkmale bietet sich das AGM Glory G1S (Testbericht) an, das über eine Nachtsicht- sowie Wärmebildkamera verfügt. Weitere robuste Smartphones zeigt unsere Top 10: Die besten Outdoor-Handys – robust, wasserdicht, Nachtsicht, Funk & Co. Mehr zum Thema Funkgeräte erklären wir im Ratgeber Notfallkommunikation per Funk – wie geht das?

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