Überwachungskamera mit Rundumsicht und Bewegungsverfolgung: Aeotec Cam 360 im Test

Aeotec Cam 360
Pro und Contra
  • Full-HD-Auflösung mit Nachtsicht
  • Rundumsicht mit Bewegungsverfolgung
  • Bewegungs- und Geräuscherkennung
  • Kompatibel zu Samsung Smartthings
  • Intuitive App
  • Freier Cloud-Speicher
  • Aufnahmedauer nur 10 Sekunden
  • Eingeschränkte Integration in Smart-Home-Systeme
  • Keine Unterstützung für Amazon Alexa und Google Assistant
  • 3.5

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Aeotec bietet mit der Cam 360 eine Überwachungskamera, die sich nahtlos in Samsungs Smartthings integriert. Sie reagiert auf Bewegungen und Geräusche und lässt sich damit prima als Baby- oder Haustier-Cam nutzen.

Die Aeotec Cam 360 ist kompatibel zu Samsung Smartthings und lässt sich somit perfekt in ein Smart-Home-System integrieren. Anwender können sie aber auch ohne Smartthings-Hub eigenständig betreiben. Die Full-HD-Überwachungskamera für Innenräume ist schwenk- und neigbar und realisiert damit eine 360°-Rundumsicht. Sie reagiert auf Geräusche und Bewegungen, bietet eine Gegensprechfunktion und kann erfasste Objekte verfolgen. Damit ist die Aeotec Cam 360 insbesondere zur Überwachung von Babys und Haustieren geeignet.

Mit einer Indoor-Überwachungskamera (Ratgeber) behält man Innenräume immer im Blick. Das kann der Sicherheit dienen, um etwa Einbrüche im Urlaub mitzubekommen. Oder man will einfach nur sehen, ob es Haustier, Kind oder Topfpflanze in der eigenen Abwesenheit gut geht.

Damit die Überwachung klappt, sind nahezu alle Indoor-Kameras kabelgebunden, sie hängen also dauerhaft an der Steckdose. Überwachungskameras für Innenräume sind zudem sehr kompakt: Die Blink Mini (Testbericht), die Eufy Indoor Cam 2K (Testbericht) oder die Eufy Indoor Cam 2K Pan & Tilt sind etwa so groß wie eine 0,33 Liter Dose oder eine Schachtel Zigaretten. Und wie die BC2 von Ezviz (Testbericht) zeigt, werden sie sogar noch kompakter. Durch die schmalen Abmessungen wirken die Kameras diskret und können so leicht versteckt werden.

Die knapp 250 Gramm schwere Aeotec Cam 360 misst 118 × 75 × 75 mm und arbeitet laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -20° und 50° Celsius. Allerdings ist sie nicht wetterfest, sodass ihr Einsatz auf Innenräume oder auf wettergeschützte Außenbereiche mit Stromanschluss begrenzt bleibt. Im Lieferumfang sind eine Schnellstart-Anleitung, USB-Netzteil (Ratgeber) sowie ein USB-A-auf-Micro-USB-Kabel enthalten. Als Alternative zum Netzteil kann man die Kamera aber auch über eine USB-Steckdose (Ratgeber) mit Strom versorgen.

Das Gehäuse der Aeotec Cam 360 besteht aus zwei Teilen: Im unteren Bereich befindet sich an der Rückseite eine Reset-Taste sowie der Anschluss für das Micro-USB-Kabel. Im Inneren ist ein Motor untergebracht, über den Anwender den oberen Teil des Gehäuses, in dem sich das Objektiv befindet, drehen können. Die Kamera dreht aber auch automatisch, wenn die Option Bewegungsverfolgung aktiviert wurde. Dazu später mehr.

Das Oberteil beherbergt unterhalb des Objektivs außerdem noch ein Mikrofon und oberhalb eine deaktivierbare Statusleuchte. Auf der Rückseite ist der Lautsprecher positioniert, der zusammen mit dem Mikro die Gegensprechfunktion der Kamera realisiert.

Die Inbetriebnahme der Aeotec Cam 360 ist prinzipiell einfach, setzt aber ein Nutzerkonto für die Smartthings-App von Samsung sowie ein geeignetes Mobilgerät (iOS oder Android) voraus. Nach erfolgter Registrierung und Anmeldung in der Smartthings-App klicken Anwender im Abschnitt Geräte auf das Plus-Zeichen, wählen die Option Gerät hinzufügen aus und scannen mit dem den QR-Code am Unterboden der Kamera. Nun muss man die Kamera über das Netzteil oder einer USB-Steckdose mit Strom versorgen und warten, bis die gelbe LED über dem Objektiv zu blinken beginnt.

Im nächsten Schritt werden Standort und Raum festgelegt, wobei sich ersteres auf die in der Smartthings-App definierte Smart-Home-Umgebung bezieht. Jetzt baut die Cam einen Access Point mit dem Namen [Cam] ST-4 I/R2hoHB auf, über den man sich mit dem Smartphone mit der Kamera verbindet. Anschließend wählt man das WLAN aus, über das die Cam mit dem Internet verbunden wird. Hierbei kommen nur 2,4-GHz-WLANs infrage. Anschließend wird die Überwachungskamera im Samsung-Konto des Anwenders registriert. Jetzt fordert der Installationsassistent vom Benutzer, einen Namen für die Kamera zu vergeben, sodass sie später per Sprachbefehl gesteuert werden kann. Zudem ist es möglich, sie als Favorit auf der Startseite zu platzieren. Zum Abschluss der Inbetriebnahme führt die App noch einen WLAN-Verbindungstest durch. Anschließend ist die Kamera betriebsbereit und die App zeigt ein Live-Bild. Im Test hat sie an dieser Stelle auch gleich eine Bewegung und ein Geräusch erfasst und in der App erscheint ein Hinweis, ob die Kamera bei diesen Ereignissen automatisch die Aufnahme starten soll. Wird dies bejaht, legt man unter Benachrichtigungen fest, ob, wann und wie oft diese erfolgen sollen. Hierbei können Anwender festlegen, ob sie bei einem Alarm immer oder nur zu bestimmten Zeiten eine Benachrichtigung erhalten möchten. Als Optionen stehen dafür Zeit, Tag und Nacht für einzelne Tage oder die ganze Woche zur Verfügung. Für das Benachrichtigungsintervall können Anwender zwischen den Optionen Keine, 3, 5 10 oder 30 Minuten wählen.

Die grundlegende Konfiguration ist damit abgeschlossen. Ist die Option Favorit aktiv, wird die Aeotec Cam 360 in Form einer Karte direkt auf der Startseite der Smartthings-App angezeigt. Wer die Position der Kamera in der Standardansicht verschieben möchte, tippt einfach auf die entsprechende Karte und zieht sie an die gewünschte Position. Auf der Übersichtseite können Anwender die Kamera allerdings nicht steuern, sondern lediglich ein- und ausschalten.

Tippt man auf die Kamera, öffnet sich die Hauptansicht, die im unteren Bereich ein Steuerelement zum Schwenken und Neigen der Kamera sowie die Optionen Bewegungsverfolgung und Standardposition anzeigt. Von der mit Controller bezeichneten Ansicht können Anwender noch in die Verlaufsansicht wechseln. Hier werden sämtliche Ereignisse der Kamera angezeigt. Zur Video-Übersicht gelangt man mit einem Tipp auf Video in der obersten Zeile.

Über das Drei-Punkte-Menü rechts daneben gelangen Anwender zu den Einstellungen der Kamera. Hier können sie HDR, Nachtsicht, Weitwinkelansicht, Bildwechsel, Automatische Aufnahme (siehe Inbetriebnahme), Audioempfindlichkeit, Audioaufnahme, Lautsprecherlautstärke, Statuslicht, Position für ausgeschaltete Kamera sowie Wegpunktüberwachung konfigurieren. Einen Datenschutzmodus oder das Festlegen von Aktivitätsbereichen unterstützt die Aeotec Cam 360 nicht. Somit darf sie nicht auf öffentliche Bereiche oder fremde Grundstücke zeigen, was aber für eine Kamera zur Überwachung von Innenräumen eher selten der Fall ist.

Zur Speicherung von Videos nutzt die Aeotec Cam 360 die Cloud. Allerdings fallen für den Basic-Plan, der Aufnahmen von vier Kameras für 24 Stunden ermöglicht, keine Kosten an. Die Aufnahmedauer beträgt maximal 10 Sekunden. Weitere Cloud-Optionen stehen derzeit in Europa nicht zur Verfügung. Auch gibt es keinen microSD-Slot für eine lokale Speicherung.

Die Inbetriebnahme und Bedienung der Aeotec Cam 360 über die Smartthings-App ist einfach. Auch reagiert die Kamera flink auf die virtuelle Steuerung, die nicht nur in der Übersicht, sondern auch im Livestream in der Vollbilddarstellung zur Verfügung steht. Wenn die automatische Bewegungsverfolgung aktiv ist, steht die manuelle Steuerung hingegen nicht zur Verfügung. Positiv: Das Schwenken und Neigen der Kamera verläuft nahezu geräuschlos: Nur ganz in der Nähe hört man den Motor arbeiten.

Die Bewegungsverfolgung funktioniert im Test in den meisten Situationen wie gewünscht. Läuft etwa eine Person oder ein Haustier durch das Sichtfeld der Kamera, verfolgt sie dieses, bis es nicht mehr zu sehen ist. Allerdings kann die Kamera bei der Bewegungserkennung nicht zwischen Menschen, Haustieren, Autos und anderen Objekten unterscheiden. Daher kann es durchaus zu Fehlalarmen kommen. Im Test hat sie außerdem auch auf Bewegungen im TV-Bild reagiert. So etwas könnten Aktivitätszonen verhindert – nur unterstützt die Kamera diese Funktion nicht.

Die Empfindlichkeit der Tonerkennung können Anwender justieren. Hier gilt es je nach Situation die optimale Einstellung zu finden. Steht sie auf maximale Empfindlichkeit, zeichnet sie auch leise Töne auf.

Die WLAN-Verbindung war zu jederzeit stabil, auch zu etwas weiter entfernten Routern, mit denen andere Überwachungskameras wie die Ezviz LC3 (Testbericht) Schwierigkeiten hatten. Dementsprechend stellt die App den Livestream der Kamera nahezu verzögerungsfrei dar.

Die Bildqualität ist bei Tages- und auch bei Nachtaufnahmen für eine Full-HD-Kamera in Ordnung. Allerdings bietet die Eufy Indoor Cam 2K Pan & Tilt (Testbericht) ein deutlich besseres Bild. Das Sichtfeld beträgt standardmäßig 110° diagonal und 96° vertikal. In der Standardeinstellung wird das Bild nahezu unverzerrt dargestellt. Erst mit der Aktivierung der Option Weitwinkelansicht sind Verzerrungen zu sehen. Allerdings muss man, da die Kamera schwenk- und neigbar ist, diese nicht aktivieren, um Ereignisse zu erfassen. Stattdessen steht Wegpunktüberwachung eine Option zur Verfügung, mit der Anwender den Überwachungsbereich der Kamera optimieren können. Hierfür legen sie Zeiten fest, zu denen die Kamera eine zuvor definierte Standardansicht überprüft.

Die Aeotec Cam 360 arbeitet auch in Verbindung mit dem wenig genutzten Sprachassistenten Bixby zusammen. Wer smarte Lautsprecher mit Google Assistant und Amazon Alexa verwendet, kann die Kamera damit hingegen nicht steuern.

Allerdings kann die Kamera zusammen mit der Smart-Home-Plattform Samsung Smartthings, für die Aeotec das entsprechende Gateway bereitstellt, betrieben werden. Für andere Smart-Home-Systeme wie Aqara (Ratgeber), Bosch (Testbericht), Elesion (Ratgeber), Homekit (Ratgeber), Homey Pro (Test) und Tuya (Ratgeber) ist sie leider nutzlos. Die Standards Open Network Video Interface (ONVIF) und IFTTT unterstützt die Kamera ebenfalls nicht.

Die Aeotec Cam 360 ist offiziell ab etwa knapp 50 Euro erhältlich. Bei vielen Händlern wechselt sie aber schon für unter 45 Euro den Besitzer.

Für nur knapp 50 Euro erhalten Anwender mit der Aeotec Cam 360 eine Überwachungskamera für Innenräume mit Gegensprechfunktion, die sie als Babyfon oder als Haustierkamera nutzen können. Das motorisierte Objektiv bietet eine Rundumsicht inklusive Bewegungsverfolgung und zeichnet Videos mit Full-HD auf. Die Aufnahmequalität ist bei Tag und bei Nacht in Ordnung.

Während es andere Kameras gibt, die etwa wie die Eufy Indoor Cam 2K Pan & Tilt (Testbericht) zum gleichen Preis in Sachen Bildqualität und Bewegungserkennung deutlich mehr Leistung bieten, ist die Aeotec primär für Smartthings-Benutzer interessant. Sie können die Überwachungskamera nahtlos in ihr Smart Home integrieren und etwa den Bewegungsmelder zur Steuerung von anderen Geräten nutzen oder auf Basis der Kamera ein Alarmsystem aufbauen.

Mehr Informationen zum Thema finden TechStage-Leser im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentiert die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro.

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