Überwachungskamera mit Akku, Solarpanel und Rundumsicht: Reolink Argus PT im Test

Reolink Argus PT
Pro und Contra
  • Autarker Betrieb dank Akku und Solarpanel
  • 2K-Auflösung
  • Ohne Cloud vollständig nutzbar
  • Per Smartphone- und Desktop-App leicht zu bedienen
  • Optionale Cloudspeicherung
  • Kein HDR-Support
  • 4.0

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Die Überwachungskamera Reolink Argus PT ist neig- und schwenkbar und erfasst damit ein horizontales Sichtfeld von 355° Grad – vertikal sind es 140°. Sie funkt sowohl im 2,4 als auch im 5-GHz-Band und bietet eine Auflösung von 2K.

Die Überwachungskamera (Themenschwerpunkt) Reolink PT sieht der Hersteller für den Außeneinsatz wie auch für den Innenbereich vor (siehe auch Ratgeber Überwachungskameras für innen und außen). Sie kommt in einem schwarzen Gehäuse, bietet eine Gegensprechfunktion und eine Nachtsichtfunktion. Ihr Objektiv lässt sich schwenken und neigen, sodass sie mit einem horizontalen Sichtfeld von 355° Grad fast eine Rundumsicht bietet.

Im Gegensatz zur Reolink Argus PT 2K, die in Weiß erhältlich ist und lediglich im 2,4-GHz-Band funkt, nimmt die Reolink Argus PT auch Kontakt zu 5-GHz-WLANs auf. Optisch unterscheiden sich die beiden Modelle lediglich in der Farbe des Gehäuses. Das sollten Anwender auch bei einem potenziellen Kauf beachten. Viele Preisvergleichsportale listen bei der Suche nach Argus PT das weiße Modell ohne 5-GHz-Support. Eine Kontaktaufnahme über das Mobilfunknetz ist mit der Argus PT, anders als beim Modell Reolink Go 4G/LTE (Testbericht) nicht möglich.

Die knapp 500 Gramm schwere Reolink Argus PT mit Abmessungen von 98 x 112 mm ist wetterfest nach Standard IP67 und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -10° und 55° Celsius einsatzbereit. Sie ist mit einem 6000 mAh starken Akku ausgestattet, dessen Laufzeit mit einem für knapp 30 Euro optional erhältlichen Solarpanel verlängern. Wenn das Solarpanel genügend Licht zur Stromumwandlung erhält, wird der Akku der Kamera geladen. An einem sonnigen Tag sorgt das Panel im Test innerhalb von 15 Minuten für 1 Prozent Akkuzuwachs. Der Ladevorgang wird durch eine orange leuchtende LED am Gehäuse und in der App mit einem Sonnensymbol neben der Akkuanzeige signalisiert (siehe auch Bildergalerie). Um den Akku zu schonen, stoppt die Aufladung bei etwa 90 Prozent. Dann leuchtet die LED grün.

Ein Ladegerät gehört nicht zum Lieferumfang. Wie üblich ist die Akkuleistung abhängig von vielen Variablen wie Temperatur und Alarm- und Aufzeichnungshäufigkeit. Reolink gibt eine Laufzeit von 1 bis 4 Wochen an. Bei kontinuierlicher Nutzung mit aktiviertem Livestream sorgt der Akku für eine Betriebszeit von etwa 8 Stunden.

Der in der Kamera integrierte CMOS-Sensor nimmt Videos mit bis zu einer Auflösung von 2560 x 1080 Pixel bei 15 Bildern pro Sekunde und bietet eine Nachtsicht von bis zu 10 Metern sowie einen 16-fach-Digital-Zoom. Die Bewegungserkennung erfolgt mithilfe eines integrierten PIR-Sensors (Pyroelektrischer Sensor), der einen Erkennungswinkel von 120° bietet und Bewegungen bis zu einer Entfernung von bis zu 10 Meter erfasst.

Mit der Integration von Mikrofon und Lautsprecher realisiert Reolink eine Zwei-Wege-Audiofunktion, sodass Anwender sich mit Personen vor der Kamera unterhalten können. Bei Bedarf ertönt bei Erkennung einer Bewegung eine Alarmsirene, die über die App aktiviert werden kann und ungebetene Gäste abschrecken soll. Alarmmeldungen kann die Kamera per E-Mail oder Pushnachrichten an den Nutzer übermitteln.

Als Speichermedien unterstützt die Reolink Argus PT microSD-Karten mit bis zu einer Größe von 128 GByte. Im Test hat sie aber auch mit einer 400 GByte großen microSD-Karte von Sandisk problemlos funktioniert. Ist der Speicherplatz der microSD-Karte erschöpft, wird die älteste Aufnahme gelöscht, sodass aktuelle Aufnahmen immer abgespeichert werden. Eine kostenpflichtige Speicherung in der Cloud bietet Reolink inzwischen auch in Europa an. Das Standard-Abo für monatlich regulär 5,99 Euro umfasst 30 Tage Cloudspeicherung für maximal fünf Kameras und einer Kapazität von 30 GByte. Das Premier-Abo für monatlich 11,89 Euro bietet 80 GByte Kapazität für maximal zehn Kameras. Derzeit gibt es beide Variante vergünstigt für 3,59 respektive 7,19 Euro.

Der Lieferumfang umfasst neben der Kamera eine Halterung, ein Netzkabel (Micro-USB auf USB-A), eine Montageschablone, Schrauben und Dübel zur Befestigung, eine Nadel für das Zurücksetzen der Werkeinstellungen, ein Aufkleber mit Hinweis zur 24-Stunden-Überwachung, ein Befestigungsband zur Montage an Bäumen sowie eine Kurzanleitung, die ausführliche und relevante Informationen zum Betrieb der Kamera enthält.

Gut gelöst hat Reolink die Halterung: Sie besteht aus zwei Komponenten, einem fest verschraubbaren Teil sowie einem runden Drehverschluss, der an der Kamera befestigt wird. Ist der Akku der Kamera erschöpft und muss wieder aufgeladen werden, kann man sie einfach von der Halterung lösen.

Die Inbetriebnahme der Reolink Argus PT ist denkbar einfach. Nach dem Einschalten ertönen aus dem Lautsprecher der Kamera Installationshinweise in den Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Aber auch ohne diese Hilfen ist das Setup schnell erledigt: Eine microSD-Karte einsetzen, in der Reolink-App Nutzerkonto anlegen, QR-Code auf der Kamera einlesen, WLAN verbinden und Gerätepasswort vergeben. Fertig. Anschließend ist die Kamera einsatzbereit und per Smartphone-App steuerbar. Zusätzlich können Anwender die Kamera mit der Reolink-Desktop-Anwendung, die für macOS und Windows zur Verfügung steht, konfigurieren. Hierfür muss man lediglich die UID der Kamera (abrufbar in der App unter Geräteinfos) sowie das Gerätepasswort eingeben. Sollten dabei Probleme auftreten, hilft das sehr gute und deutschsprachige Handbuch.

Mobile App und Desktop-Anwendung bieten die gleichen Einstellungsmöglichkeiten. Auch lassen sich beide Tools ähnlich bedienen, was eine konsistente Benutzererfahrung garantiert. Das ist nicht selbstverständlich. Oft bieten Kamerahersteller keine Desktop-Anwendung zur Steuerung ihrer Geräte an oder, wie im Fall von Eufy (Themenschwerpunkt), steht nur eine Web-Anwendung mit reduzierter Funktionalität zur Verfügung, die sich auch in Sachen Bedienung von der mobilen Anwendung unterscheidet.

Über das Zahnrad-Symbol können Anwender mit der App oder der Desktop-Anwendung die Reolink Argus PT umfangreich justieren. Im Abschnitt Display lässt sich etwa die Position von Kameraname sowie Datum und Zeit im Live-Bild verändern. Die Angaben kann man aber auch wie das Wasserzeichen vollständig ausblenden.

Um die Überwachungskamera datenschutzkonform zu betreiben, wenn sie auf ein fremdes Grundstück oder einen öffentlichen Bereich ausgerichtet ist, können Anwender unter Privatsphärenmaske drei Zonen definieren, in denen keine Aufnahme erfolgt.

Im Abschnitt Alarm-Einstellungen können Anwender die Empfindlichkeit bei der Bewegungserkennung einstellen. Grundsätzlich unterscheidet die Kamera bei der Bewegungserkennung zwischen Menschen, Fahrzeuge und anderer sich bewegenden Objekte. Zudem können Anwender Alarme einschränken, indem sie unter Bewegungszonen Bereiche für Personen, Fahrzeuge und andere Objekte definieren, in denen keine Alarmierung erfolgen soll.

Unter Dimension des Objekts lässt sich außerdem noch ein minimaler und maximaler Größenbereich für ein Objekt festlegen, außerhalb dessen kein Alarm erfolgt. Zur Feinjustierung von Alarmen können Anwender diese auf bestimmte Wochentage und Stunden eingrenzen. Eine jährliche Planung ist allerdings nicht möglich.

Benachrichtigungen zu Alarmen erfolgen per Push in der App und optional über E-Mail. Für letzteren Übertragungsweg können Anwender bis zu drei E-Mail-Adressen konfigurieren, wobei die erste mit Angabe des SMTP-Servers, Port und konfiguriert sein muss. Im Test hat das mit einem Gmail-Konto mit aktivierter Zwei-Faktor-Überprüfung nicht funktioniert. Ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung verläuft die E-Mail-Benachrichtigung problemlos. Zusätzlich dazu kann bei einer Warnung auch eine Sirene in der Kamera ertönen lassen.

Dank 2K-Auflösung liefert die Reolink Argus PT detailreiche und scharfe Bilder. Sowohl bei Nacht als auch bei Tag kommt sie fast an die Leistung der deutlich teureren Eufy Cam 2 Pro heran. Allerdings merkt man der Kamera an, dass sie kein HDR unterstützt: Bei einem hohen Dynamikumfang werden helle Flächen überbelichtet.

Dafür bietet sie einen 16-fach-Digital-Zoom der bei der Identifizierung von weiter entfernten Objekten sehr hilfreich ist.

Die Reolink Argus PT kostet inklusive Solarpanel derzeit rund 180 Euro. Aktuell gibt es einen Rabatt in Höhe von 20 Euro. Einzeln ist sie für knapp 160 Euro verfügbar.

Reolink bietet mit der Argus PT eine universell einsetzbare Überwachungskamera, die gleichermaßen für Innenräume und für den Außenbereich geeignet ist. Dank Akkubetrieb können Anwender einen Aufstellungs- respektive Montageort unabhängig von einer Stromversorgung wählen. Lediglich die WLAN-Abdeckung muss gewährleistet sein. Mit dem Solarpanel steigt die Flexibilität noch, da das Aufladen des Akkus die Sonne übernimmt. Die Aufnahmequalität ist gut, die Benachrichtigungen funktionieren zeitnah und zuverlässig. Fehlalarme sind dank umfangreicher Einstellungsmöglichkeiten und der Fähigkeit der Kamera zwischen Personen, Fahrzeuge und anderen Objekten zu unterscheiden, nahezu ausgeschlossen.

Mehr Informationen zum Thema finden TechStage-Leser im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutert TechStage die wichtigsten Kaufkriterien und präsentiert die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro.

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