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Huawei Freebuds i4
Pro und Contra
  • gute Verarbeitung
  • lange Akkulaufzeit
  • zuverlässige Touch-Steuerung
  • keine IPX-Zertifizierung
  • keine Lautstärkeregelung
  • 3.5

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Die Freebuds i4 von Huawei erweitern das Portfolio des Herstellers um einen günstigen, komplett kabellosen Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. TechStage hat sie getestet und verrät, wie sich das Mittelklasse-Modell in der Praxis schlägt. 

Dieser Einzeltest gehört zu unserer Themenwelt True-Wireless-Kopfhörer (TWS), in der wir beispielsweise die Modelle EPOS GTW 270 (Testbericht), die Bose Sport Earbuds (Testbericht) oder das High-End-Modell Momentum True Wireless 2 von Sennheiser (Testbericht) getestet haben. Nach dem günstigen Earfun Free Pro (Testbericht), muss nun der nächste Kopfhörer unter 100 Euro zeigen, was er kann.

Nachdem uns die Huawei Freebuds Pro (Testbericht) im Test gut gefallen haben, sind wir jetzt auf die nur etwa halb so teuren Freebuds i4 gespannt. Das neue Modell, welches wir in der Farbe Ceramic White vorliegen haben, wirbt mit ANC-Funktion, guter Akkulaufzeit und einem Preis von 65 bis 70 Euro.

Die Freebuds i4 kommen zusammen mit Ladeschale, USB-C-Kabel, Silikon-Polstern in insgesamt drei Größen und einer verständlichen Kurzanleitung zum Kunden.

Das Design der rundlichen Ladeschale erinnert an das Pendant der Freebuds Pro. Die glänzende Klavierlack-Oberfläche sieht zwar schick aus, ist allerdings anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer. Stabilität und Haptik der Box sind gut, allerdings hat uns die matte Oberfläche der Pro-Variante einen Tick besser gefallen. Der durch eine Feder stabilisierte Deckel schließt zuverlässig und wackelt nicht. Die Verarbeitung ist insgesamt tadellos. Die USB-Ladebuchse ist auf der Unterseite zu finden. Eine kleine Status-LED sitzt unterhalb des Huawei-Schriftzuges zentral auf der Front, eine Taste für den Verbindungsaufbau rechts.

Die beiden In-Ear-Kopfhörer sind zwar keine Kopie, erinnern mit dem ovalen Kopf mit seitlich aufgesetzten Silikon-Ohrpolstern und runden Steg aber stark an die beliebten Apple AirPods Pro (Testbericht). Die Verarbeitung der Kunststoff-Kopfhörer ist gut, durch die Materialwahl wirken die Freebuds i4 allerdings weniger wertig, dafür aber unauffälliger als die eckige Pro-Version. 

Zur Übertragung setzt der Hersteller auf Bluetooth 5.2 und Standard-Audio-Codecs (AAC, SBC). Ein höherwertiger AptX-Codec ist nicht mit an Bord. Eine Trageerkennung, welche die Wiedergabe von Musik automatisch stoppt, ist seit Firmware 1.9.0.176 ebenfalls verfügbar. Diese kann in der jetzt auch für Android verfügbaren AI-App unter dem Punkte Einstellungen aktiviert werden. In der Praxis funktioniert sie zuverlässig.

Eine IPX-Zertifizierung haben die Freebuds i4 nicht. Einen kurzen Spaziergang bei Nieselregen haben die Kopfhörer zwar überstanden, letztlich sind sie dafür nicht vorgesehen und primär für die Nutzung bei gutem Wetter und in Innenräumen konzipiert. Auch für schweißtreibende Sportarten gibt es geeignetere Modelle.

Das Pairing von Kopfhörern und Smartphone ist im Test problemlos. Die 10-mm-Treiber der Freebuds i4 sorgen insbesondere im normalen Modus für einen ordentlichen Sound, dem es allerdings stellenweise etwas an Tiefgang fehlt. Bei hoher Lautstärke kommt es zudem stellenweise zu einem, minimalem Klirren der Hochtöner. Im Vergleich zu den Freebuds Pro fehlt es insbesondere dem Tiefton-Bereich immer wieder an Durchsetzungsvermögen. Das soll nicht heißen, dass der Klang schlecht ist, insgesamt fehlt es uns aber gerade bei hoher Lautstärke der Druck. Dies fällt allerdings nur bei entsprechender Musik auf. Für klassische Musik, Rock, Pop, Filme und Podcasts sind die Freebuds i4 gut geeignet. Bei Hip-Hop oder Drum&Bass-Sessions sind die Freebuds Pro deutlich im Vorteil. 

Bei aktiver Geräuschunterdrückung wirkt der Klang zwar insgesamt ein Quäntchen metallischer, insgesamt bleibt der Sound aber ausreichend harmonisch und ordentlich abgestimmt. Dies gilt auch beim für den Straßenverkehr empfohlenen Transparenz-Modus, der die Außengeräusche direkt ans Ohr weiterleitet. Hier kommt es zwar zusätzlich zu einem leichten Hintergrundrauschen, im Vergleich zu beispielsweise den Earfun Air Pro (Testbericht) hält sich der Effekt aber in Grenzen.

Die ANC-Funktion der Freebuds i4 ist im Test zwar hörbar, allerdings ist der Effekt nur vergleichsweise schwach. Zwar schaffen es die i4 besonders Tiefe Frequenzen spürbar zu mildern, insgesamt dringt trotzdem noch ein großer Teil von den Hintergrundgeräuschen ans Ohr des Nutzers. In Bus oder Bahn und auch neben der Spülmaschine ist der akustische Isolations-Effekt deutlich weniger spürbar als bei den Freebuds Pro oder den kürzlich getesteten Earfun Free Pro (Testbericht). 

Was uns bei den Sound-Checks bei den Freebuds i4 besonders aufgefallen ist, ist wie sehr die Klangqualität vom korrekten Sitz der Ohrstöpsel abhängig ist. Zwar halten die Kopfhörer letztlich immer im Ohr, wenn sie allerdings nicht weit genug eingeschoben werden, geht dies extrem zulasten von Bass und Mittelton-Bereich. Wer die Ohrstöpsel zu weit ins Ohr drückt, hört hingegen jede Bewegung des eigenen Kiefers. Im Zweifel helfen hier Cloud-Foam-Aufsätze, um Klang und Sitz weiter zu verbessern. Die Aufnahme der Polster ist bei den Freebuds i4 ist übrigens oval statt rund geformt. Der Test mit Standard-Schaumstoff-Polstern (Ratgeber) hat trotzdem einwandfrei funktioniert.

Die integrierten Mikrofone und die Headset-Funktion machen grundsätzlich einen sehr guten Job. Hintergrundgeräusche filtern die Mikros der Freebuds i4 zwar nicht vollkommen heraus, dämpfen sie aber. Bei Telefonaten bestätigen unsere Gesprächspartner eine klare und weitestgehend unverfälschte Stimmwiedergabe und eine gute Klangqualität. Zumindest im Normalfall. Im Zusammenspiel von Smartphone, Smartwatch und den Köpfhörern konnten wir in einem Einzelfall nichts hören und waren auch nicht zu hören. Bei den nächsten Versuchen funktionierte die Kombination der Geräte fehlerfrei. 

Dank Bluetooth 5.2 kommt es trotz fehlender Niedrig-Latenz-Codecs zu keinen spürbaren Verzögerungen bei der Übertragung. Zum Zocken oder Filme und Serien schauen sind die Freebuds i4 somit auch ohne AptX geeignet.

Das Herausnehmen der 5,5 Gramm leichten Ohrstöpsel aus der Ladeschale ist wegen der Klavierlack-Oberfläche leider etwas fummelig. Mit trockenen Fingern brauchen wir teils mehrere Versuche, bis wir die Freebuds i4 richtig zu fassen bekommen. 

Ansonsten gibt es auch beim Tragekomfort wenig zu meckern. Die Freebuds i4 tragen sich unauffällig und bequem. Allerdings hatten wir klanglich, wie bereits beschrieben, Probleme, wenn die Kopfhörer zu wenig fest oder zu weit ins Ohr gesteckt wurden. Nur dann liefern sie aber ausreichenden Bass ab.

Die Bedienung mithilfe der berührungsempfindlichen Rückseite der Freebuds i4 funktioniert im Test zuverlässig und ohne Auffälligkeiten. Der Funktionsumfang ist dabei sehr übersichtlich. Der Nutzer kann die Musik Starten und Stoppen oder den Sound-Modus (Normal, ANC, Transparenz) ändern. Huawei verzichtet auf eine Lautstärkeregelung direkt an den Kopfhörern. Wer diese ändern will, muss so immer Smartphone oder MP3-Player bemühen – Schade. 

Bei der Reichweite bieten die i4 nicht mehr und nicht weniger als andere Modelle. Gut 10 Meter Distanz sind bei freier Sicht möglich, bevor es zu Signalaussetzern und dem Abbruch der Verbindung kommt. Gänge ins Nebenzimmer sind im Test kein Problem.

Die Akkulaufzeit der Freebuds i4 ist ordentlich und muss sich nicht verstecken. Die Herstellerangabe liegt bei zehn Stunden ohne ANC und bei siebeneinhalb Stunden mit aktiver Geräuschunterdrückung. Diese Werte dürften in der Praxis auch annähernd erreicht werden. Im Wechselbetrieb bei hoher Lautstärke haben die Freebuds i4 über acht Stunden durchgehalten. Per Ladeschale sind zusätzlich knapp zwei komplette Ladungen möglich. Die Gesamt-Akkulaufzeit liegt bei etwa 22 bis 24 Stunden. Die Schnell-Lade-Funktion der Ohrstöpsel ist äußerst praxistauglich. Nach nur knapp 10 Minuten in der Ladeschale, sind die Akkus der Freebuds i4 wieder zu mehr als einem Drittel gefüllt, was einer Wiedergabedauer von über zwei Stunden entspricht. 

Im Test hatten wir ein einmaliges und nicht weiter reproduzierbares Problem beim Laden. Nachdem einer der beiden Kopfhörer-Akkus komplett leer war, wollte dieser zunächst nicht mehr laden. Erst als wir den Akku des zweiten In-Ears komplett geleert hatten, ließen sich wieder beide Ohrstöpsel aufladen. 

Zum Testzeitpunkt sind die Freebuds i4 für knapp unter 70 Euro in den Farben Weiß, Schwarz und Rot erhältlich. 

Mit den Freebuds i4 bietet Huawei ein ordentliches True-Wireless-Headset der mittleren Preisklasse. Gut gefallen uns die ordentliche Verarbeitung, die zuverlässige Touch-Steuerung und die gute Akkulaufzeit inklusive Schnell-Lade-Funktion. 

Klanglich und ausstattungstechnisch sind die Kopfhörer zwar ganz ok, wirklich vom Hocker reißen sie uns aber nicht. Gleiches gilt für die aktive Geräuschunterdrückung, die zwar sehr dumpfe Geräusche ordentlich filtert, letztlich aber spürbar mehr von den Umgebungsgeräuschen ans Ohr lässt, als die ANC-Funktion der Freebuds Pro. Auch die fehlende Lautstärkeregelung, die nicht vorhandene IPX-Zertifizierung und der letztlich nur mittelmäßige Klang geben leichte Punktabzüge.

Kurzum, wer sich die Freebuds i4 zulegt, macht wenig falsch – allerdings sollte man nicht zu viel erwarten. Insbesondere beim Klang und der ANC-Funktion haben uns beispielsweise die Huawei Freebuds Pro (Testbericht) deutlich besser gefallen. Auch die ähnlich teuren Earfun Free Pro (Testbericht) und die günstigen Tribit Flybuds NC (Testbericht) schneiden insgesamt etwas besser ab. Weitere Einzeltests und Ratgeber gibt es in unserer Themenwelt True-Wireless-Kopfhörer. 

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