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Earfun Air Pro
Pro und Contra
  • gute Soundqualität
  • ordentliche ANC-Funktion
  • lange Akkulaufzeit
  • keine Lautstärkeregelung
  • unzuverlässige Touch-Steuerung
  • 4.5

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Die Earfun Air Pro punkten mit ANC-Funktion, langer Akkulaufzeit und einem Preis von unter 80 Euro. TechStage hat sie getestet und verrät, wo ihr Stärken und Schwächen liegen.

Dieser Einzeltest findet im Rahmen unserer Themenwelt True-Wireless-Kopfhörer (TWS) statt, in der wir beispielsweise die Modelle EPOS GTW 270 (Testbericht), die Bose Sport Earbuds (Testbericht) oder das High-End-Modell Momentum True Wireless 2 von Sennheiser (Testbericht) getestet haben. Nach dem günstigen 50-Euro Modell Tribit FlyBuds NC (Testbericht), muss nun der nächste Kopfhörer unter 100 Euro zeigen, was er kann.

Die Air Pro von Earfun kommen ordentlich verpackt, inklusive einer gut verständlichen Anleitung. Neben den Kopfhörern, Ladeschale und Anleitung gehören USB-C-Ladekabel und Silikon-Ohrpolster in drei Größen zum Lieferumfang.

Die beiden TWS-Kopfhörer sind ein Lichtblick für alle, die das rundliche Design vieler In-Ear-Kopfhörern nicht mehr sehen können. Ja, die Ohrstöpsel sind mit dem verhältnismäßig breiten Steg größer und auffälliger als beispielsweise die Tribit FlyBuds NC (Testbericht), aber uns gefällt der kantige Aufbau. Neben den beiden Ladekontakten sind noch mehrere Mikrofon-Öffnungen und ein optischer Sensor zu erkennen. Zur Bedienung setzt Earfun auf berührungsempfindliche Flächen an den Längsstegen der Kopfhörer. Das Gewicht der beiden Kopfhörer ist unauffällig und liegt bei jeweils 6,2 g. Verarbeitung und Haptik sind gut und geben keinen Anlass für Beschwerden.

Die Ladeschale ist mit den Abmessungen von 66 x 30,5 x 55 mm minimal sperriger als andere TWS-Aufbewahrungsboxen, passt mit einem Gewicht (ohne Kopfhörer) von 41,5 g trotzdem bequem in jede Hosentasche. Der Bedientaster zum Koppeln und zur Abfrage des Akkustandes sitzt im Inneren der Schale. Der USB-C-Anschluss ist auf der Rückseite untergebracht. Die Verarbeitung der Kunststoff-Box mit dem magnetischen Klappdeckel ist gut, allerdings zieht die Oberfläche Fingerabdrücke an und fühlt sich vergleichsweise billig an.

Zur Übertragung nutzen die Kopfhörer Bluetooth 5.0 und die Audio-Codecs SBC und AAC. Obwohl der annähernd latenzfreie Codec AptX fehlt, tritt bei der Nutzung kaum eine wahrnehmbare Verzögerung auf. So eignen sich die Kopfhörer auch zum Videos schauen und zum Zocken.

Nach dem Laden der Akkus starten wir den Soundcheck der 10-mm-Treiber und sind positiv überrascht. Wenn die Air Pro vernünftig im Ohr sitzen, überzeugen sie mit harmonischer Abstimmung, klaren Klängen und sattem Bass. Das gilt insbesondere für den normalen Modus, der außerordentlich fein abgestimmt ist.

Bei klassischer Musik, akustischen Songs, Gesang und Hörspielen schneiden die Air Pro überdurchschnittlich gut ab. Bei niedriger und mittlerer Lautstärke bieten die Kopfhörer hier ein ausgezeichnetes Ergebnis. Erst bei maximaler Lautstärke kommt es zu einem leichten Überhang des Mittelton-Bereichs. Wer allerdings Bass-Arien wie im Techno-Bunker erwartet, könnte enttäuscht sein. Die Tieftöner sind zwar satt und warm, allerdings drängen sie sich deutlich weniger in den Vordergrund, wie bei anderen Kopfhörern. Wer das ändern will, kann dies im Zweifel mit einer der kostenlosen Equalizer-Apps nachbessern. Wir sind so allerdings zufrieden und sehen hier höchstens bei hoher Lautstärke Bedarf.

Im ANC-Modus ist der Klang zwar nicht schlecht, er wirkt allerdings insgesamt minimal weniger harmonisch. Vor allem der Bass wirkt hier dominanter als im normalen Modus. Außengeräusche mildert die Funktion dafür spürbar ab. Von der Dunstabzugshaube, der Spülmaschine oder dem Motor des Linienbusses ist bei aktiver Geräuschunterdrückung kaum mehr etwas zu hören.

Im Ambient-Modus werden Außengeräusche über die Mikros an den Kopfhörern ans Ohr weitergeleitet, was in der Praxis tatsächlich gut funktioniert. Im Straßenverkehr oder beim Sport ist dies sinnvoll. Allerdings geht die Funktion spürbar zulasten der Soundqualität. Hier wirkt der Bass etwas kraftlos. Viel schlimmer ist aber das starke Hintergrundrauschen, welches im Ambient-Modus auftritt. Diese tritt zwar auch bei anderen ANC-Kopfhörern mit dieser Funktion auf, allerdings meist weniger massiv. Bei den günstigen Tribit FlyBuds NC (Testbericht) ist das Rauschen im, dort Transparenz-Mode genannten Modus, kaum wahrnehmbar.

Die Mikrofone machen ebenfalls einen guten Job. Unser Gegenüber hat uns während der Testanrufe immer gut verstanden und bestätigte uns eine klare und unverfälschte Stimmfarbe. Hintergrundgeräusche mildert das Mikrofon spürbar ab.

Die Air Pro sitzen bequem im Ohr, ohne dabei negativ aufzufallen. Im Gegenteil, nach einigen Minuten sind die Ohrstöpsel kaum mehr zu spüren. Der Sitz ist derart gut, dass die IPX5 zertifizierten Kopfhörer auch zum Sport geeignet sind.

Der Näherungssensor erkennt, wenn die Kopfhörer aus dem Ohr genommen werden und stoppt zuverlässig die Wiedergabe. Nach dem erneuten Einsetzen wird die Wiedergabe automatisch fortgesetzt. Das funktioniert gut, aber nicht immer zu 100 Prozent zuverlässig. Während des mehrtägigen Testzeitraums kam es dreimal dazu, dass die Wiedergabe stoppte, obwohl die Ohrstöpsel fest im Ohr saßen. Hier hilft ein kurzer Griff zum Kopfhörer und die Musik spielt weiter.

Jetzt kommen wir zum größten Manko der Air Pro, die Bedienung per berührungsempfindlicher Oberfläche. Diese erlaubt zum einen keine Lautstärkeregelung, zum anderen ist sie verhältnismäßig umständlich. Um Fehlbedienungen auszuschließen, reagieren die Kopfhörer nämlich nur auf lange Berührungen, Doppel- und Dreifach-Klicks. Das wäre noch nicht einmal schlimm, allerdings funktioniert die Touchfläche nicht immer zuverlässig und so müssen wir die Eingaben oft mehrmals ausführen, bevor die Kopfhörer darauf reagieren. Das sieht für Außenstehende seltsam aus und ist zudem echt nervig. Schade, denn eigentlich waren wir der Meinung, dass die Touchbedienung mittlerweile kein Nachteil gegenüber klassischen Tastern darstellt. Bei den in den letzten Monaten getesteten Kopfhörern hatte die Bedienung per Berührung immer ordentlich und zuverlässig funktioniert.

Eine App, mit der Klang oder Bedienung verändert werden können, ist nicht verfügbar.

Innerhalb einer Reichweite von etwa 10 Meter bieten die Air Pro eine stabile Verbindung. Der Gang ins Nebenzimmer ist somit problemlos möglich.

Die Akkulaufzeit der TWS-Kopfhörer gibt Earfun mit 7 Stunden bei aktiviertem ANC an. Ohne die Geräuschunterdrückung sollen bis zu 9 Stunden erreicht werden. In der Regel erreichen die Geräte diese Herstellerangaben nicht ganz, umso überraschter waren wir, dass die reale Laufzeit bei mittlerer Lautstärke und einem Mix der 3 Modi (Normal, Ambiente, ANC) tatsächlich bei knapp 8 Stunden liegt. In der Ladeschale können die Kopfhörer fast dreimal komplett nachgeladen werden, was einer Gesamtlaufzeit von über 30 Stunden entspricht. Ein ordentlicher Wert, der auch Heavy-Usern gefallen dürfte.

Die in schwarz-grau und weiß erhältlichen Earfun Air Pro kosten 65 bis 70 Euro. Damit gehören sie zum Testzeitpunkt zu den 15 günstigsten TWS-Kopfhörer mit ANC. Hinsichtlich der Leistung ist dieser Preis gerechtfertigt.

Die Earfun Air Pro überzeugen im Test mit hervorragendem Klang, einer überdurchschnittlichen Akkulaufzeit und einer gut funktionierenden aktiven Geräuschunterdrückung. Bei der Soundqualität kann das Modell die günstigeren Tribit FlyBuds NC (Testbericht) abhängen und muss sich auch vor den teuren Huawei Freebuds Pro (Testbericht), JBL Reflect Flow (Testbericht) und Bose Sport Earbuds (Testbericht) nicht verstecken.

Lediglich die fehlende Lautstärkekontrolle und die nicht immer zuverlässigen Touchfelder trüben das ansonsten sehr positive Gesamtbild.

Wer sich mit einem unauffälligem Design und einem minimal flacheren Klang leben kann, sollte sich alternativ die Tribit FlyBuds NC (Testbericht) ansehen.

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