Transcend Drivepro 620 im Test: Dashcam-Duo für vorne und hinten

Transcend DrivePro 620
Pro und Contra
  • Micro-SD-Karte liegt bei
  • einfache Einrichtung und Bedienung
  • fairer Preis 
  • Bildschärfe könnte höher ausfallen
  • Loop-Modus mit Einschränkungen
  • Stromverbindung zur Rückfahrkamera kann zu Kabelsalat führen 
  • 4.0

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Die Transcend Drivepro 620 deckt als Dual-Dashcam für Front- und Heckscheibe beide Fahrtrichtungen ab. Wie gut der preiswerte Doppelpack ist, zeigt der Test.

Bei der Transcend Drivepro 620 handelt es sich im Prinzip um ein Set bestehend aus den beiden Dashcams Drivepro 250 und Drivepro 10. Diese filmen jeweils das Geschehen vor und hinter dem Fahrzeug. Im Gegensatz zu einer einzelnen Dashcam behalten Autofahrer so die Übersicht in beide Richtungen, was speziell zur Klärung der Schuldfrage bei einem Auffahrunfall sehr hilfreich sein kann. Anders als etwa die Garmin Dash Cam Tandem (Testbericht) ist das System Drivepro 620 nicht dafür gedacht, den Innenraum zu filmen.

Der Einsatz einer Dashcam (Themenwelt) in Deutschland ist umstritten. Verboten sind sie zwar nicht, aber der Einsatz wirft Fragen in Bezug auf den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte von Verkehrsteilnehmern auf. Aufnahmen können vor Gericht zulässig sein, selbst wenn bei der Verwendung der Datenschutz verletzt wurde. Die juristischen Vorgaben sind teils recht schwammig. Zusammenfassend kann man sagen, dass das permanente Filmen ohne Anlass in jedem Fall nicht zulässig ist in Deutschland. Mehr zu dem Thema erklären wir im Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro.

Es kommen in der Regel technische Hilfsmittel zum Greifen wie eine Loop-Funktion. Diese überschreibt immer wieder den gleichen Video-Clip. Bei einem starken Bremsmanöver registriert die Dashcam die Verzögerung und speichert die Aufnahme dann zusätzlich in einem geschützten Speicherbereich. Hier empfiehlt es sich, nicht gebrauchte Clips regelmäßig von Hand zu löschen – unter keinen Umständen sollte man diese Aufnahmen in sozialen Netzwerken verbreiten, sofern Personen oder Kennzeichen zu erkennen sind.

An der Frontscheibe kommt die größere Transcend Drivepro 250 zum Einsatz. Sie nutzt ein LCD mit einer Größe von 7 x 6,3 x 3,5 cm und wiegt knapp 80 g. Damit ist sie nahezu baugleich mit der Transcend Drivepro 230Q Data Privacy (Testbericht). Größentechnisch liegt die nahezu quadratische Dashcam zwischen der kompakten Garmin Dash Cam 67W (Testbericht) und der größeren und breiteren Nextbase 622GW (Testbericht). Im Sichtfeld des Fahrers ist sie schon auffällig, ohne aber groß zu stören.

Für die Befestigung an der Windschutzscheibe dient eine Saugnapfhalterung, die zum Lieferumfang gehört. Das erleichtert die Montage, hält allerdings nicht ganz so fest, wie eine Lösung zum Ankleben an der Scheibe. Hier empfiehlt sich für einen besseren Halt, die Stelle an der Frontscheibe vorher gründlich zu säubern und trockenzuwischen. Der Saugnapf kann leicht wieder entfernt werden. Eine Halterung zum Ankleben ist als Zubehör bei Transcend erhältlich.

Die Verarbeitung des Gehäuses aus Kunststoff ist gut. Unterhalb des Displays befinden sich vier Tasten. Links unter dem Fach für eine Micro-SD-Karte ist eine rote Taste, um Aufnahmen im Notfall manuell im geschützten Speicherbereich abzulegen. Über ein Kabel für den 12-Volt-Anschluss erfolgt die Stromversorgung.

Die Rückfahrkamera Transcend Drivepro 10 ist für den Einsatz an der Heckscheibe gedacht, funktioniert theoretisch aber auch als separate Dashcam. Die längliche Autokamera verzichtet auf ein Display und ist dadurch deutlich kompakter: Die Abmessungen betragen 3,6 x 5,8 x 2,3 cm, das Gewicht liegt bei 40 g. Damit erinnert sie an die Garmin Dash Cam Mini 2 (Testbericht), die ebenfalls ohne Bildschirm auskommt.

Zur Befestigung kommt kein Saugnapf, sondern ein Haltearm zum Ankleben zum Einsatz. Auch hier sollte man vorher die entsprechende Stelle säubern. Diese hält dann bombenfest, kann aber nicht so einfach entfernt werden. Immerhin ist es möglich, die Kamera mit wenigen Handgriffen vom Haltearm abzunehmen, der dann an der Scheibe verbleibt. Die Energieversorgung erfolgt ebenfalls per Kabel.

Neben den beiden Kameras gehören jeweils zwei Stromkabel mit USB-A-Anschluss zum Lieferumfang. Ein Adapter mit zwei Slots für den 12-Volt-Anschluss im Kfz liegt ebenfalls bei. Das längere Kabel misst 8 Meter und ist für die Verbindung der Dashcam an der Heckscheibe vorgesehen, für die Autokamera vorne reicht das kürzere Kabel mit 4 Metern. Damit die beiden Kabel nicht störend herumhängen, bietet es sich an, diese entlang der Verkleidung an der Scheibe entlangzuführen. Sonst droht ein Kabelsalat. Transcend legt zudem pro Kamera jeweils eine Micro-SD-Karte mit 32 GByte Speicherkapazität bei.

Die Transcend Drivepro 250 nutzt ein LCD mit 2,4 Zoll. Ein Mikrofon zum Aufzeichnen der Innengeräusche ist ebenfalls mit an Bord. Für die Standortbestimmung dient ein Empfänger für GPS und Glonass. Die kleinere Drivepro 10 kommt ohne GPS aus. Die Kopplung mit der zweiten Kamera wie auch dem Handy erfolgt über ein lokales WLAN über Wifi-5.

Eine Loop-Funktion zum wiederholten Überschreiben einer einzelnen Datei bietet die Transcend Drivepro 620 nicht. Es ist lediglich möglich, dass die älteste Aufnahme per Endlosschleife überschrieben wird, sobald die Micro-SD-Karte voll ist. Das ist datenschutzrechtlich nicht ganz unproblematisch, da so im Laufe eines Tages eine Vielzahl an Videos auf der Speicherkarte laden, die man gegebenenfalls selbst löschen sollte, wenn diese nicht mehr gebraucht werden. Deutlich besser aufgestellt ist hier die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy (Testbericht). Diese erstellt immer maximal zwei Clips gleichzeitig, die abwechselnd überschrieben werden. Ab Werk haben die Videos standardmäßig eine Länge von 1 Minute, es steht zudem eine Länge von 3 und 5 Minuten zur Auswahl.

Ein Beschleunigungssensor in der Dashcam erkennt starke Bremsmanöver. In diesem Fall sichern beide Dashcams die Aufnahmen in einem separaten, geschützten Speicherbereich, damit die Endlosschleife diese nicht überschreiben kann. Zudem gibt es eine Zeitrafferfunktion bei der Frontkamera.

Eine Verbindung mit einem Laptop zum Kopieren der Bild- und Video-Dateien ist über das Kabel ebenfalls möglich. Die Anschlüsse unterstützten hierfür USB 2.0. Eine entsprechende Software unter dem Namen Drivepro Toolbox steht bei Transcend kostenlos zum Download bereit. Die Kommunikation mit dem Smartphone erfolgt über WLAN und die App Drivepro. Beide Kameras verfügen über einen Lithium-Polymer-Akku. Dieser springt ein, wenn bei einem Unfall die Stromversorgung abreißt, damit die Dashcam die Aufnahme sichern kann. Für den dauerhaften Betrieb ist der Akku nicht vorgesehen.

Die Einrichtung ist sehr komfortabel – das finden wir lobenswert. Nach der Montage und dem Einstecken der Stromkabel dreht man den Schlüssel um. Jetzt fragt die vordere Kamera automatisch, ob sie sich mit der hinteren Dashcam koppeln soll. Bestätigt man dies, sind beide Dashcams verbunden. Ab jetzt filmen beide Kameras, sobald man losfährt.

Zur Kommunikation mit dem Smartphone braucht es die App Drivepro. Nach der Installation wählt man Transcend Drivepro 620 aus und verbindet das Handy dann mit den Kameras. Die App teilt dem Nutzer das Passwort für die lokale WLAN-Verbindung mit. Das funktioniert sehr einfach und reibungslos. Hier kann man direkt übers Smartphone die Clips ansehen, aufs Handy herunterladen oder löschen. Es gibt zudem die Möglichkeit, ein Live-Bild beider Kameras auf dem Smartphone anzuzeigen.

An der vorderen Autokamera befinden sich vier Knöpfe. Der äußere Schalter links dient als Power-Button und Zurück-Taste. Der zweite Knopf fungiert als Pfeiltaste für nach oben sowie zum Durchsuchen von Videos und Abspielen oder Pausieren von Aufnahmen. Die dritte Taste öffnet die Einstellungen oder funktioniert als Pfeiltaste für nach unten. Der äußerste Schalter rechts löst einen Schnappschuss aus oder ist zum Bestätigen von Eingaben gedacht.

In den Einstellungen können Nutzer die Uhrzeit und Zeitzone festlegen, die Empfindlichkeit des G-Sensors anpassen, die Auflösung von 1080p auf 720p herunterschrauben, die Belichtungswerte anpassen oder den Videostempel mit Uhrzeit und GPS-Daten ein- und ausblenden.

Die vordere Dashcam Drivepro 250 bringt einige Sonderfunktionen mit. So gibt es einen Parkmodus, der bei Erschütterungen automatisch die Aufnahme startet. So können Übeltäter identifiziert werden, die das eigene Auto beim Parken anrempeln. Auch im Fall von Vandalismus ist diese Funktion nützlich. Allerdings ist hier die rechtliche Lage nicht genau geklärt. Angesichts dessen verzichtet Transcend etwa bei der Drivepro 230Q Data Privacy (Testbericht) auf diese Funktion. Hier ist möglicherweise je nach Automodell eine permanente Stromverbindung mit der Autoelektronik vonnöten. Einige Fahrzeuge stellen nach einigen Minuten die komplette Stromversorgung ab. Ein entsprechendes Kabel gibt es bei Transcend als Zubehör.

Die Autokamera zeigt zudem die aktuelle Geschwindigkeit auf dem Bildschirm als Head-up-Display an. Ein Müdigkeitswarnung erinnert den Fahrer daran, nach einem bestimmten Zeitraum eine Pause einzulegen. Ferner gibt es eine Scheinwerfer-Erinnerung, wenn es dunkel wird, ein Auffahrwarnsystem sowie einen Spurhalteassistenten. Eine optionale Geschwindigkeitswarnung ertönt beim Überschreiten eines zuvor festgelegten Tempos.

Bei der Frontkamera Drivepro 250 kommt ein CMOS-Sensor von Sony zum Einsatz. Beide Dashcams filmen im MP4-Format (H.264) in Full HD mit 1080p bei maximal 60 fps (Frames pro Sekunde) und nutzen dabei Wide Dynamic Range (WDR), um helle und dunkle Bereiche bei Aufnahmen auszugleichen. Der Blickwinkel beträgt 140 Grad, was ausreichend zur Abdeckung des Geschehens ist. Als empfohlener Mindestwert gilt hier 130 Grad.

Die Bildqualität der Aufnahmen ist solide und ausreichend, um ein mögliches Unfallgeschehen nachzuvollziehen. Die Bildschärfe könnte allerdings etwas höher ausfallen. Das erschwert etwa das Ablesen von Kennzeichen aus größerer Entfernung. Aufnahmen bei Nacht sind ausreichend gut zu erkennen.

Das Bundle Transcend Drivepro 620 kostet 157 Euro. Die einzelnen Kameras Drivepro 250 ab 78 Euro sowie Drivepro 10 für 70 Euro sind zudem einzeln erhältlich und nutzbar – dann fehlt allerdings der Adapter, um beide Kameras mit dem 12-Volt-Steckplatz zu verbinden. Das ist ein fairer Preis angesichts der Ausstattung. Produkte von Garmin oder Nextbase liegen im dreistelligen Bereich.

Das Doppelpack Transcend Drivepro 620 bietet ein Rundumpaket zum fairen Preis, um sowohl den Bereich vor als auch hinter dem Auto im Blick zu behalten. Theoretisch können Anwender die Kameras auch einzeln nutzen. Montage, Kopplung und Einrichtung funktionieren spielend leicht. Die Aufnahmen sind ausreichend gut, um zur Klärung der Schuldfrage beizutragen. Die Videos könnten allerdings etwas schärfer ausfallen, was das Ablesen von Kennzeichen erschwert. Nicht ganz ideal ist die Praxis, bei der die Kamera erst dann Videos überschreibt, wenn die Micro-SD-Karte voll ist. Hier wäre eine Option wünschenswert, die immer die gleiche Datei mit einem aktuellen Video überschreibt.

Wer Bedenken wegen des Datenschutzes hat, kann einen Blick auf die Transcend Drivepro 230Q Data Privacy (Testbericht) werfen, die speziell für die Gegebenheiten in Deutschland angepasst wurde. Eine kompaktere Alternative ist die Garmin Dash Cam 67W (Testbericht). Wer Aufnahmen in 4K und Alexa im Auto möchte, kann über die Nextbase 622GW (Testbericht) nachdenken. Und wer auch im Ausland eine Autokamera nutzen möchte, sollte sich vorab im Ratgeber Dashcam im Urlaub: Rechtlich absichern und hohe Strafen bis 10.000 Euro vermeiden informieren.

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