TP-Link EAP110 Outdoor im Test: Günstiger WLAN-Verstärker für den Garten

TP-Link EAP110 Outdoor N300
Pro und Contra
  • PoE
  • wechselbare Antennen
  • gute Reichweite bei 2,4 GHz
  • robustes Outdoor-Gehäuse, IP65
  • kein 5 GHz
  • kein Wifi-6
  • 4.5

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Wer Rasenmähroboter, Kameras und Co im Garten mit dem WLAN verbinden möchte, der braucht einen wetterfesten WLAN-Access-Point für draußen. Wir testen den günstigen EAP110 Outdoor AP von TP-Link.

Der TP-Link EAP110 Outdoor N300 kostet keine 50 Euro. Seine langen Antennen versprechen hohe Reichweite, Strom bekommt er via PoE. Sein IP65-Gehäuse kann Wind und Wetter trotzen.

Und weil er passabel aussieht, kann man ihn auch als Indoor-AP nutzen. Etwa hinter einer AVM Fritzbox, oder einem Telekom Speedport. Allerdings funkt er nur WiFi-4 alias 11b/g/n bis 300 Mbps auf 2,4 GHz. 5GHz kann er nicht.

Mit diesen technischen Daten ist er perfekt für unsere Themenwelt der WLAN-Repeater. Ähnlich wie der Aruba Instant On AP17 (Testbericht) eignet er sich wunderbar, um das WLAN aus dem Haus im Garten zu erweitern.

Der WLAN-AP ist in Summe, also mit Antennen, 40 cm lang, aber nur 4,5 cm breit. Beide Antennen lassen sich kippen. Bei 45 Grad rasten sie zum ersten Mal ein. Beide Rund-Strahl-Antennen lassen sich sehr leicht abschrauben. So kann man sie bei Bedarf durch andere Antennen mit einer stärkeren Richtwirkung ersetzen.

Unten am EAP110 lässt sich die wasserabweisende Schutzkappe über dem LAN-Port mit dem Daumen wegschieben. Der Deckel ist mit einer Kunststofflasche angebunden, damit er im Freien nicht so leicht verloren geht. Rechts neben dem PoE-LAN-Port sitzt ein echter Reset-Taster in Hardware-Ausführung: Gut so! Falls man den Werks-Reset nicht per Software durchführen will.

Der Outdoor-Funker lässt sich nur per LAN-Kabel mit PoE-Strom versorgen, was im Business-Umfeld normal ist, aber auch im privaten Heim sehr praktisch sein kann. Gottlob liegt ein PoE-Adapter gleich im Lieferumfang.

Die Bodenplatte des PoE-Adapters lässt sich abnehmen und an die Wand schrauben. Danach kann man das PoE-Netzteil wieder in dieses Mounting Bracket einhängen. Eine mitgelieferte Halteplatte (rechts vorne im Bild) dient der Wand-und-Decken-Montage. Zudem werden zwei stabile Kabelbinder (links vorne) für die Mastmontage mitgeliefert. Auch Schrauben und Dübel für die Wand-Montage von AP und Netzteil werden mitgeliefert. Auf der Rückseite besteht das Mounting Bracket nur aus Kunststoff. Reicht aber völlig, für den 148 Gramm leichten WLAN-AP. Diebstahlsicher ist diese Montage allerdings nicht.

Trotz der zwei kräftigen High Gain Antennen wiegt der ganze Outdoor-AP in Summe nur 148 Gramm.

Für große WLAN-Rollouts bietet TP-Link Hardware-, Software- und Cloud-Controller an. Wir wollen hier aber nur einen einzigen Outdoor-Funker hinter einer einzigen Fritzbox testen. Und dafür reicht die lokale Konfiguration über einen Browser.

Die folgenden Screenshots zeigen ein paar Highlights aus der lokalen Einrichtung des TP-Link EAP110:

Bevor wir seine Indoor-Eignung testen, nehmen wir Stichproben unter freiem Himmel. Denn der EAP110 verspricht hauptsächlich eine Long Range Coverage, also eine hohe WLAN-Reichweite.

Nun wollen wir die WLAN-Leistung des Outdoor-Funkers in unserem gewohnten Indoor-Umfeld testen. Zu diesem Zwecke hängen wir den TP-Link EAP110 per LAN-Kabel (via PoE-Adapter) an einen beliebigen LAN-Port einer Fritzbox 6660 Cable.

Als schnelle Daten-Zuspieler hängt an der Fritzbox:

  • ein 1.000 MBit/s schneller Kabel-Internet-Anschluss von Vodafone.
  • eine 10.000 MBit/s schnelle NAS-Speicher-Station von Synology.

Die Frage ist jetzt: Wie schnell kann der TP-Link EAP110 das Internet aus dem Vodafone-Kabel und die Dateien aus dem NAS-Speicher letztendlich an diverse Rechner, Laptops und Handys im Rest der Wohnung weiterfunken? Es geht also nicht um die maximale Outdoor-Reichweite bei freier Sicht, sondern um die Funk-Reichweite über fünf zunehmend schwierige Zimmer.

Genauer gesagt um das Rate-over-Range-Verhalten des EAP110 im Indoor-Bereich. Wir machen den Messrundgang mit einem Wifi-6-Laptop, der mit einem Intel AX200 Funkmodul bestückt ist. Im 5 GHz Band messen wir nicht, weil der TP-Link EAP110 dieses Band gar nicht bedient. Wir messen also nur im mäßig verschmutzten 2,4 GHz Band unserer gewohnten Testumgebung.

Beim Download großer Dateien (von der NAS bis zum Laptop) lagen die WLAN-Peaks in Raum 1 und 2 knapp unterhalb von 100 Megabit. Mehr würde der 100-Megabit-LAN-Port des TP-Link EAP110 auch gar nicht durchlassen.

In Zimmer 3 und 4 schwankte der DL-Speed zwischen 20 und 70 MBit/s. Im Zimmer 5 lagen die Schwankungen bei circa 5 bis 15 MBit/s. Auf dem Rückweg von Zimmer 5 bis Zimmer 1 ging der Speed zwischen Laptop und Outdoor-AP wieder relativ schnell auf knapp 100 Megabit hoch. Das System blieb also nicht in den unteren Gängen kleben.

Beim Upload (UL) großer Dateien (vom Laptop bis zur NAS) lagen die meisten WLAN-Peaks in Raum 1 und 2 ebenfalls knapp unterhalb von 100 Megabit. Mehr würde der 100-Megabit-LAN-Port des TP-Link EAP110 auch in dieser Richtung gar nicht durchlassen.

Der Speed-Einbruch in den entfernteren Räumen 3 bis 5 war noch drastischer als zuvor in der Download-Richtung. Der Nettodurchsatz ging mehrmals komplett auf 0 MBit/s herunter, hat sich dann aber immer wieder schnell auf Werte zwischen circa 4 und 40 MBit/s erholt.

Beim Rückweg von Zimmer 5 bis Zimmer 1 hat der Speed nicht ganz so schnell hoch geschaltet wie zuvor in der Download-Messung. Im Gegensatz zu den relativ schönen Outdoor-Messungen schneidet der TP-Link EAP110 bei unseren Indoor-Messungen also nicht so gut ab.

Manche Anwendungen, wie Youtube, Netflix, Mailen und Surfen, sind relativ immun gegen Speed-Schwankungen und sogar gegen kurze Komplett-Einbrüche. Dafür kann man den EAP110 in allen 5 Räumen halbwegs ordentlich verwenden. Für zeitkritische Anwendungen jedoch, wie Internet-Telefonie, Videokonferenzen und schnelles Online-Gaming ist der EAP110 zumindest in den entfernteren Räumen nicht so gut geeignet.

Die letzte Messtour über fünf Räume machen wir mit einem guten Wifi-6-Handy. Im Gegensatz zum Wifi-6-Laptop kann das keine 160 MHz Kanäle, sondern nur 80 MHz breite Kanäle im 5 GHz Band bedienen.

Entsprechend funkt das Handy keine 2400, sondern nur 1200 MBit/s. Netto kommt bei WLAN, grob gesagt, die Hälfte vom Brutto raus: Das wären, mit diesem Handy, dann also circa 600 MBit/s.

Tatsächlich zeigen die beiden Kurven links im Bild Netto-Werte bis circa 80 MBit/s im 2,4 GHz Band. Natürlich nur in den Räumen 1 und 2. Beim Rückweg von Raum 5 zu Raum 1 (also in der zweiten Kurve von links) steigt der Durchsatz zwar wieder gut an, aber die grüne Latenz-Kurve sieht übel aus. An den abgerissenen Linien lag die Latenz teils oberhalb von 250 Millisekunden.

Die Kurven wurden mit einer AVM FRITZ!App WLAN auf dem Wifi-6-Handy aufgezeichnet. Diese App gibt es kostenlos für Smartphones mit Google und mit Apple Handy Betriebssystemen.

Im Standby, also WLAN angeschaltet, und ein Laptop über 2,4 GHz verbunden, hat der EAP110 knapp 1,4 Watt aus der 230-Volt-Dose gezogen. Das klingt sehr sparsam.

Bei intensiven Downloads großer Dateien von der NAS auf den Wifi-6-Laptop konnten wir den EAP110 auf knapp 2,8 Watt hochtreiben.

Der TP-Link EAP110 Outdoor N300 funkt WiFi-4 11b/g/n bis 300 MBit/s auf 2,4 GHz. 5GHz kann er nicht. Seine langen Antennen versprechen hohe Reichweite. Sein 100-Megabit-LAN-Port versteht PoE Power-over-Ethernet. Das IP65 zertifizierte Gehäuse kann Wind und Wetter trotzen. Und weil er hübsch ist, kann man ihn auch als Indoor-AP nutzen. Etwa hinter einer AVM Fritzbox, oder hinter einem Telekom Speedport.

Im Outdoor-Einsatz war seine Reichweite bei freier Sicht zwischen EAP110 und WiFi-6-Handy recht ordentlich: bei 470 Metern kamen im Schnitt noch 10 MBit/s Netto-Durchsatz. Allerdings mit hohen Latenzen.

Beim Indoor-Einsatz kamen im gleichen Raum #1 und im Nachbar-Zimmer #2 fast 100 MBit/s Netto-Durchsatz. In den entfernteren Räumen 3 bis 5 ging der Durchsatz aber schnell nach unten.

Beim Testschluss lag der Straßenpreis knapp unter 50 Euro. Für einen Outdoor-AP mit Profi-Features finden wir das günstig. Als Indoor-AP kann man ihn ebenfalls in die engere Wahl nehmen. Vor allem, wenn PoE erwünscht ist, und der Netto-Speed unterhalb von 100 Megabit ausreicht.

Der Test erscheint im Rahmen unserer Themenwelt WLAN. Dort haben wir bereits anderer Outdoor APs wie den Aruba Instant On AP17 (Testbericht) getestet. Noch mehr stellen wir im Ratgeber WLAN: Schnelles Internet im Garten mit Outdoor-Repeater, Mesh und Co vor.

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