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Test: WLAN-Lautsprecher Sony SA-NS310 für AirPlay und DLNA

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Die meisten guten AirPlay-Lautsprecher kosten über 200 Euro. Okay, man kann sie kabellos per iPhone, iPad und von PCs mit iTunes mit Musik bespielen – aber gegenüber Bluetooth-Lautsprechern oder einfachen mit Kabel ist das ganz schön viel Aufpreis für das bisschen Komfortgewinn. Ein paar billigere Modelle gibt es, doch denen attestieren viele Nutzer einen schlechten Klang. Mit einer Ausnahme: der Sony SA-NS310 , zu haben zum Listenpreis von 150 Euro. Wer Glück hat, findet ihn ab und zu auch mal für rund 100 Euro in Sonderangeboten.

Die lediglich 14 Zentimeter hohe und 16 Zentimeter durchmessende Box kommt dann nicht nur mit einfachen AirTunes-Streams zurecht, sondern kann auch:

  • Musik per DLNA empfangen
  • Musik direkt per Kabel von MP3-Playern, Smartphones, Notebooks & Co. entgegennehmen
  • per LAN ins Heimnetz, falls das WLAN zu schwach ist
  • mehrere Sony-Lautsprecher synchron schalten ("Party Streaming" genannt)
  • direkt auf Sonys Musikdienst Music Unlimited zugreifen

Tatsächlich klingt der kleine NS310 passabel. Sie haut einen ordentlichen, je nach Untergrund schnell übertrieben wirkenden Bass raus, garniert mit klaren Mitten und Höhen. Je lauter, desto harmonischer wirkt das Gesamtbild: bei Nebenher-Berieselung etwas dröhnend, bei normaler Zimmerlautstärke ganz gut, bei höherer Lautstärke ordentlich.

Damit wummert sie besser als die üblichen Bluetooth-Boxen und die kompakten iPhone-Lautsprecher (ohne Funk) und natürlich viel besser als alle Tablets, Smartphones und Notebooks ab Werk. Leider kann man die Bass-Intensität nicht einstellen (beziehungsweise nur über die Equalizer-Funktionen des Zuspielers), sodass gute Aktivboxen mit separatem Subwoofer der 50-Euro-Klasse harmonischer klingen.

Einen echten Stereoeffekt habe ich nicht ausmachen können. Die maximale Lautstärke reicht für Partys, aber mangels echtem Druck nicht unbedingt zum Abzappeln.

Damit ersetzt der NS310 nicht die feine Musikanlage im Wohnzimmer, aber sie macht sich im Hobbyraum, zum Einschlafen, beim Kochen und im Kinder- oder Gästezimmer durchaus gut.

Die Stromaufnahme beim Abspielen hängt natürlich von der Lautstärke ab, bei (meiner) Zimmerlautstärke liegt sie so um fünf Watt. Mit zehn Watt ärgert man schon die Nachbarn.

Der NS310 kennt zwei Standby-Modi, die man per Schalter am Boden auswählt. Im WLAN-Standby braucht es etwa 4,5 Watt und wacht automatisch auf, wenn es per AirPlay oder DLNA angefunkt wird. Schaltet man es per Fernsteuerung oder Taster an der Box aus, braucht es 3 Watt, wacht aber weiterhin auf, wenn ein WLAN-Stream ankommt. In diesen Modus fällt der NS310 nach etwa einer Stunde ohne Musik von selbst, er ist also für die Abschätzung der Stromkosten wichtig: Etwa 6,50 Euro werden pro Jahr fällig. (Ein "24/7-Watt" kostet im Jahr etwa 2,20 Euro: 1 W × 24h × 365d = 8,76 kWh = 2,19 € bei kWh-Preis von 25 Cent. Billige Anbieter liegen darunter, Ökostrom drüber – beispielsweise 27,7 Cent bei Greenpeace, also fast 2,50 Euro pro Standby-Watt und Jahr.)

Ist im WLAN-Standby zusätzlich ein Gerät per Audiokabel angeschlossen, wacht der NS310 beim Zuspielen darüber nicht auf, sondern man muss ihn per Fernsteuerung oder Taste wecken und auf Audio-In umschalten.

Während des Spielens blinkt eine breite LED am Gerät weiß, im Standby leuchtet sie durchgehend blau. Die Beleuchtung lässt sich per Fernbedienung dimmen, doch fürs Schlafzimmer ist sie dann immer noch recht hell. Will man die Box nicht immer manuell ausschalten oder warten, bis das Licht nach einer Stunde ausgeht, schafft ein schwarzer Edding oder schwarzes Klebeband Abhilfe. Weil die LED am unteren Gehäuserand sitzt, leidet das Design nicht allzu sehr.

Android kann von sich aus weder AirPlay noch DLNA, und das ab Android 4.2 vorhandene Streaming-Protokoll Miracast beherrscht wiederum die Sony-Kiste nicht. Zum Ansteuern des NS310 sind also Apps nötig.

DLNA-Abspieler gibt es viele, unter denen mir BubbleUPnP besonders aufgefallen ist: Die App streamt nicht nur die auf dem Gerät vorhandene Musik und solche von DLNA-Servern im Heimnetz, sondern grast auch Cloud-Dienste ab: Google Music, Google Drive und Dropbox. Damit ist sie die einzig mir bekannte App, die Google Music an DLNA-Geräte streamen kann. Leider finde ich sie nicht besonders hübsch; sie zeigt beispielsweise die CD-Cover nicht in der Liste oder Einzelansicht an, sondern erst beim Abspielen der Musik.

AirPlay-Abspieler gibt es auch einige, doch viele können nur an das Apple TV senden. Diese Einschränkung kommt wohl daher, dass es sich nicht um einen offenen Standard handelt, sondern dass gecrackte Schlüssel im Spiel sind. Ein AirPlay-Zuspieler, der die Sony-Box (und auch meinen alten Apple Airport Express) anspricht, ist der Honey Player . Er schickt Musik nur vom Gerät an die Lautsprecher, nicht aber von LAN- oder Cloud-Diensten. Zusätzlich streamt er Internet-Radio. Die Optik hält, wie auch die von BubbleUPnP, nicht mit der von schönen Audioplayern wie PlayerPro mit, ist aber zweckdienlich.

Sony selbst bietet Network Audio Remote an, eine App zum Fernsteuern diverser Sony-Geräte. Sie spielt Internet-Radiostationen direkt auf der Box ab, doch viele der Dienste funktionieren nur zusammen mit einem Account bei Sonys Musikdienst Music Unlimited , der fünf oder zehn Euro im Monat kostet.

Unter iOS klappt das Abspielen einfacher: Ihr tippt auf der AirPlay-Icon und findet den Lautsprecher ebenso wie alle anderen Apple-TVs und AirPlay-Empfänger in der Liste. Auswählen, fertig. Jede App streamt dann, wobei Video-Apps nur den Ton an die Box weitergeben und das Bild am Gerät selbst darstellen.

Der SA-NS310 beherrscht 11b/g-WLAN im überfüllten 2,4-GHz-Band, nicht aber 11n und damit keine 5 GHz. (In einer ersten Textversion hieß es irrtümlich, die Box könne 11n im 2,4-GHz-Band.) Dennoch zeigte er eine gute Empfangsqualität und spielte in einer Ecke störungsfrei ab, in der viele Smartphones nur eine wackelige WLAN-Verbindung aufbauen. Eine LAN-Buchse zum Ansprechen ohne Funk ist vorhanden.

Das Einrichten klappte bei mir am einfachsten per App: NS Setup für Android oder iOS installiert, aufgerufen, das richtige WLAN ausgewählt und die Zugangsdaten eingetippt, fertig. Über LAN geht das wohl auch irgendwie, und auch per Rechner: Im Auslieferungszustand aktiviert die Box ein eigenes WLAN für den Setup-Prozess, in das man sich manuell einbucht. Auch über WPS (also per Knopf am Router) müsste es gehen, was wohl das einfachste wäre. Ausprobiert haben wir die weiteren Wege nicht – über die App hat es schließlich problemlos geklappt.

Der NS310 meldet sich im lokalen Netz mit einem eher unpraktischen Namen an. Wer damit leben kann, immer an ein "Sony-blabla" zu streamen, ist nun fertig. Will man den Namen ändern, wird's etwas technisch, denn man muss den Lautsprecher per Browser ansteuern. Auf seinen Namen reagiert der Lautsprecher hier nicht – so etwas wie fritz.box beim AVM-Router funktioniert hier nicht. Stattdessen muss man die IP-Adresse herausfinden, was am einfachsten mit dem Honey-Player gelingt, denn er zeigt im Lautsprecher-Menü auch die IPs der AirPlay-Geräte an.

Alternativ geht man ins Konfigurationsmenü des eigenen Routers, dort gibt es eine Liste der aktiven Geräte samt zugewiesener IP; einige Router ermöglichen ein Anwählen der Geräte direkt aus dieser Liste heraus. Zur Identifikation: Die gesuchte MAC-Adresse beginnt mit 3C:07:71 oder stammt aus einem anderen Sony-Bereich . Man landet dann in den Konfigurationseinstellungen der Sony-Box, wo man den Namen einfach ändern kann.

Der NS310 arbeitet übrigens – wie alle anderen AirPlay-Geräte – nicht mit jedem Repeater zusammen. Wenn der Abspieler über einen Repeater im Heimnetz hängt, finden ihn keine AirPlay-Geräte. So klappte es nicht mit dem TP-Link TL-WA850RE aus dem Repeater-Test in c't 4/13 , wohl aber mit dem AVM Fritz!WLAN Repeater 300E. Damit AirPlay funktioniert, muss der Repeater Multicast unterstützen. Falls das in den technischen Daten nicht aufgeführt ist, kann der Hinweis auf IPv6 helfen: Wenn ein Repeater IPv6 beherrscht, sollte er auch AirPlay können, denn IPv6 benötigt ebenfalls Multicast.

Ordentlicher Klang, guter WLAN-Empfang, vertretbare Standby-Kosten, AirPlay und DLNA, und das zu einem akzeptablen Preis – Sonys SA-NS310 ist eine willkommene musikalische Ergänzung im Heimnetz. Für die stilvolle Beschallung des Wohnzimmers reicht die Kiste natürlich weder akustisch noch optisch, aber als Küchen-, Schlafzimmer- oder Gästezimmerlautsprecher eignet sie sich prima. Man muss sie aber auch per Streaming ansteuern wollen, denn wer sie nur per Analogkabel nutzen möchte, findet günstigere Alternativen mit besserem Klang. Jetzt fehlen nur noch hübschere DLNA/AirPlay-Apps für Android.

Zwei weitere Boxen mit vermutlich weitgehend gleicher WLAN-Anbindung bietet Sony ebenfalls an : Der SA-NS410 hat vor allem größere Lautsprecher, sollte also besser klingen; der Listenpreis liegt bei 250, der Straßenpreis bei unter 200 Euro. Der SA-NS510 ist nochmals größer und hat einen eingebauten Akku – Listenpreis 350 Euro, bei Händlern derzeit für 150 bis 200 Euro zu haben. Der auf einigen Bewertungsseiten beschriebene Bug aller drei Boxen, dass sie beim Aufwachen aus dem Standby mit maximaler Lautstärke lospoltern, trat bei unserem NS310 nicht auf.

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