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Test: Need for Speed Hot Pursuit Remastered für die Switch
Pro und Contra
  • Spielerische Aufteilung zwischen Raser und Polizist sorgt für gute Abwechslung
  • Hilfsmittel wie Nagelbänder und Helikopter verstärken spaßig-chaotischen Faktor
  • Design bietet eine einfache, jedoch starke Spielerfahrung
  • Für eine Remastered-Version wenig Veränderungen am Originalspiel und hoher Preis
  • Gummiband-K.I. kann je nach persönlicher Präferenz sehr frustrierend sein
Rating:
  • 4.0
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EA legt Need for Speed Hot Pursuit neu auf. TechStage testet die Remastered-Version für die Switch und sagt, für wen sich die knapp 40 Euro lohnen.

Bereits seit 1994 existiert Electronic Arts beliebte Autorennspiel-Reihe Need for Speed (NfS). Mit Titeln wie Need for Speed: Most Wanted oder auch Need for Speed: Underground werden bei vielen Spielern nostalgische Gefühle an Massenkarambolagen und stundenlangen Feintuning des Autos geweckt. Auch Need for Speed Hot Pursuit kam bei vielen Fans der Reihe gut an, sodass sich die Entwickler dazu entschieden haben, dem Klassiker einen Neuanstrich zu geben. Dabei machen Spieler nicht nur Kontakt mit dem Gesetz, sondern schließen sich ihm sogar an.

Der Test zur Remastered-Version von Need For Speed Hot Pursuit erscheint in unserer Themenwelt Switch-Spiele . Dort haben wir bereits Tests zu Ring Fit Adventure (Testbericht) , Luigi’s Mansion 3 (Testbericht) , Animal Crossing: New Horizons (Testbericht) oder Mario Kart Live (Testbericht) veröffentlicht.

Mit Need for Speed Hot Pursuit Remastered bringt Electronic Arts den zehn Jahre alten Titel zurück auf die Straße. Genauer gesagt auf die Straßen von Seacrest County, diese werden von einem andauernden Machtkampf zwischen illegalen Rennfahrern und der Polizei heimgesucht. Der Twist: Im Gegensatz zu anderen Rennspielen nehmen Spieler nicht nur die Position eines Rennfahrers ein, sondern können sich auch als Gesetzeshüter ausprobieren. Die Remastered-Version bietet verbesserte Schatten, Texturen sowie Reflektionen. Im Handheld-Modus zeigt sich das Spiel in 720p, im TV-Modus in 1080p. Mit 30 fps läuft das Spiel durchgehend flüssig. Dabei sind die Alterserscheinungen des zehn Jahre alten Titels erkennbar, jedoch absolut zufriedenstellend für die Nintendo Switch-Version. Neben einigen grafischen Verbesserungen enthält die Version ebenfalls alle zuvor veröffentlichten Erweiterungen und kostenlosen Updates, sowie einen überarbeiteten Foto-Modus.

Need for Speed Hot Pursuit Remastered ist ein eher simpel gestricktes Spiel. Der Karriere-Modus präsentiert wie bereits erwähnt die Möglichkeit, als Raser oder Polizist aufzusteigen. Mit jeder erfolgreich abgeschlossenen Event-Strecke steigt das eigene Kopfgeld-Level, das wiederum neue Wagen, Waffen und Ausrüstungen freigeschaltet. Während als Raser oft die Schnelligkeit des Wagens und der erste Platz im Vordergrund steht, müssen Polizisten jene Raser mithilfe von Ramm-Manövern und Waffen wie Nagelbändern, Straßensperren und sogar Helikoptern zur Strecke bringen. Ab und zu gilt es auch, ohne jegliche Schäden im Zeitlimit durch die Ziellinie zu fahren. Das gestaltet sich besonders schwierig, denn Need for Speed Hot Pursuit Remastered ist keine gepflegte Rennsimulation, sondern ein chaotischer Arcade-Racer.

Das bedeutet, dass professionelles Fahren mit mächtig viel Chaos und Action ersetzt wird. Beide Seiten arbeiten mit unfairen Mitteln, fahren rücksichtslos und nehmen sämtliche Schaden anderer Fahrer sowie des eigenen Autos in Kauf. Es werden Nagelbänder auf die Straße geworfen, Autos gecrasht und abgesperrte Abkürzungen genommen. Auch wenn die Polizisten als Gesetzeshüter für Ordnung auf der Straße sorgen sollen, sind vor allem diese oft der Kern des besagten Chaos. Mit Vollgas fahren die Autos des Seacrest County Police Departments auf die Autos der Raser, um diese zu stoppen. Als Polizei-Spieler macht genau das unheimlich viel Spaß, denn nachdem die “Lebensanzeige” des Raser-Autos dank Hilfsmitteln wie Straßensperren, EMPs oder Crashes auf null angekommen ist, endet die Verfolgungsjagd mit einer kleinen filmischen Sequenz, in der Spieler das Ergebnis ihrer Zerstörung noch einmal bewundern können.

Wenig zu bewundern hingegen gibt es, wenn sich Raser-Spieler in derselben Situation als gejagte wiederfinden, denn auch hier gibt es kein Erbarmen. Darum gilt es die Nitro-Reserve gut einzusetzen, in den Kurven zu driften und Vollgas zu geben.

Als illegaler Rennfahrer in Seacrest County dreht sich alles um Geschwindigkeit und schicke Autos. Wer nicht gerade während eines Rennens versucht, den ersten Platz zu ergattern, ohne von den Cops gerammt zu werden, der wird von Autoherstellern wie Porsche zu einer Spritztour mit dem neuesten Modell eingeladen – natürlich auf Zeit. Die Steuerung der Autos fühlt sich gut an, die insgesamt 71 freischaltbaren Raser-Autos besitzen jeweils ihren eigenen Charakter und sind zusätzlich in Kategorien wie Sport-, Hochleistungs- und Hyper-Wagen unterteilt.

Das viel diskutierte Thema der “Gummiband-K.I.” kommt während der Spielzeit als Raser auf. Dabei handelt es sich um eine gegnerische künstliche Intelligenz, die sich dem Fahrtempo des Spielers anpasst. Diese wird in so einigen Arcade-Racern verwendet, um bei Spielern für einen unterhaltsamen Leistungsdruck und Stress zu sorgen, bei dem die Gegner stets nur wenige Sekunden hinter dem Spieler liegen. Das sorgt dafür, dass trotz fehlerfreier Runden die Spieler auch auf den letzten Metern vom ersten Platz geworfen werden können, wenn die K.I. mit fast schon unmöglicher Geschwindigkeit vorbeizieht. Ob dies als gelungene Motivation dient und zum Chaosfaktor des Spiels beiträgt, oder eher ein frustrierendes Design der Entwickler ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Während des Tests empfanden wir die Gummiband-K.I. häufig als fast schon bestrafend. Es helfen jedoch zum Glück Waffen wie die bereits erwähnten Nagelbänder und EMPs, um die gegnerische Fahrer schnell ausschalten. Sobald ein Rennen von der Polizei unterbrochen wird, kann man zusätzlich mit dem sogenannten Jammer die Waffen der Polizei für kurze Zeit auszuschalten, um zu entkommen.

Müssten wir eine der beiden Seiten wählen, dann würden wir uns eher für die Seite des Gesetzes entscheiden. Die Straßensperren, Nagelbänder, EMPs sowie Helikopter-Einsätze sorgen in Verbindung mit den Ramm-Manövern für viel brisante Action und bieten genau die Unterhaltung, die man von einem Arcade-Racer erwartet.

Wer das Original nicht gespielt und über die Jahre die Entwicklung des Autorennspiel-Genres miterlebt hat, wird vielleicht ein wenig über die Simplizität von Need for Speed Hot Pursuit überrascht sein. Kein Tuning, keine offene Welt, keine alternativen Kamera-Perspektiven und: keine Geschichte. Stattdessen wirft der Karriere-Modus von Hot Pursuit seine Spieler in das kalte Wasser und lässt sie zwischen den beiden Rollen hin und herwechseln. Das war es eigentlich schon. Im Endeffekt besteht das gesamte Spiel aus einer Aneinanderreihung von Event-Strecken, die je nach Seite verschiedenste Herausforderungen für die Spieler bereitstellen.

Das ist keineswegs ein negativer Faktor, sondern wirkt vielmehr erfrischend in einem See voller Spiele, die sich damit brüsten, über 100 Spielstunden an Inhalten zur Verfügung zu stellen. Need for Speed Hot Pursuit ist ein Spiel für zwischendurch oder unterwegs und präsentiert sein Potenzial lediglich auf den Rennstrecken. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Stärke von Need for Speed Hot Pursuit liegt demnach in seiner Einfachheit und dem guten Design, das auch zehn Jahre nach Veröffentlichung des Originals für viel Spaß und abwechslungsreiche Unterhaltung sorgt. Für eine Remaster-Version sind die Unterschiede zum Original an einigen Stellen jedoch etwas karg. Die grafischen Verbesserungen sind vor allem auf der Nintendo Switch eher geringfügig erkennbar und auch spielerisch hat sich, bis auf die Ergänzung des Crossplay-Features, nichts verändert. Somit ist Electronic Arts Entscheidung, einen zehn Jahre alten Titel auf der Switch für 40 Euro zu veröffentlichen, eher grenzwertig.

Nichtsdestotrotz ist das Spiel jedem Arcade-Racer-Fan wärmstens zu empfehlen, denn diese werden im Laufe der insgesamt 78 Raser- und 63 Polizisten-Events ausgezeichnet unterhalten. Das neu vorgestellte Crossplay-Feature und seine Möglichkeit, zusammen mit PC-, PS4- und Xbox One-Spielern zu spielen, ist eine nette Ergänzung für die Remastered-Version. Wer hingegen einen Titel sucht, der mit aktuellen Rennspielen in Sachen Grafik und Umfang mithalten kann, sollte lieber die Finger von dem Spiel lassen.

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