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Test: LG G3 – erstklassiges Smartphone mit Quad-HD

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Mit dem G3 ist LG ein großer Wurf gelungen. Das QHD-Auflösung sorgt für das schärfste Smartphone-Display aller Zeiten, dazu gibt es technische Spielereien wie den toll klingenden Laser-Autofokus, eine ansprechende Software und ein attraktives Design. Außerdem stimmt der Preis. Wir haben das G3 getestet.

Das Display des G3 wird von LG Electronics besonders stark beworben. Warum ist das so? Weil das Telefon eines der ersten seiner Art ist, das auf seinem Datenblatt mit der Angabe Quad High Definition wirbt. Das ist viermal so viel wie normales High Definition. Sprechen wir in Zahlen, dann sind es 2560 × 1440 Pixel. Auf der 5,5 Zoll großen Flüssigkristall-Fläche finden, übertrieben gesagt, 4 Millionen Pixel (3.686.400) ihren Platz. Das Resultat einer so hohen Auflösung auf einem kleinen Raum ist die Schärfe der Darstellung – gemessen in der Pixeldichte (Pixel pro Zoll alias ppi). Das LG G3 kommt auf 538 Pixel pro Zoll. Damit wird der bisherige Rekordhalter, das HTC One (M7) mit 468 ppi, überholt. Sehr schön – aber was ist der eigentliche Nutzen? Im Großen und Ganzen erhält der Betrachter eine äußerst feine Qualität. Das war's. Die Frage, ob man so etwas unbedingt braucht, ist eine andere. Einen Unterschied zu einem herkömmlichen 1080p-Display findet man nur dann, wenn man ihn sucht. Wir haben eine Gegenüberstellung mit dem fair vergleichbaren Find 7a von Oppo gemacht. Was soll man sagen? Ein Unterschied ist da, aber er ist so gering, dass er unbedeutend ist.

Ich persönlich denke, dass wir noch nicht an der Grenze sind, was die Display-Auflösungen betrifft. Es wird noch weiter gehen, auch wenn es dauern wird. Ich kann nicht von morgen sprechen, aber aktuell ist der zunehmende Nutzen, wie er damals bei der Einführung von 720p und 1080p war, nicht spürbar . Dass man aber für sein Geld stets das Neueste und Beste haben möchte, kann ich absolut nachvollziehen. Jemand, dem 500 Euro zur Verfügung stehen und der sich zwischen einem QHD- und 1080p-Smartphone entscheiden muss, wird natürlich das Gerät mit der QHD-Darstellung nehmen, wenn keine andere Präferenzen vorliegen. Rational gesehen spielt die eigentliche Entscheidung aber keine Rolle: 1 Paar Schuh ist essentiell. 2 Paare noch besser. 3 Paare sind großartig. Aber wie relevant ist die Steigerung von 49 auf 50? Hier greift das Phänomen von Hermann Heinrich Gossen

ModellLG G3 (D855)
Straßenpreis336 Euro
BetriebssystemAndroid
Display5,50 Zoll / IPS-LCD
Auflösung2560 × 1440 Pixel / 576 ppi
Kamera13 Megapixel / BSI-CMOS
Blitz, VideoleuchteFoto-LED
Bildstabilisatoroptisch
Auflösung (Video)3840 × 2160
Frontkamera2,1 Megapixel
ProzessorQualcomm Snapdragon 801 MSM8974AC / 2,46 GHz / 4 Kerne
Speicherkartenslotk. A. / microSDXC bis 128 GByte
LTEja / 800, 1800, 2600
WLAN802.11a/b/g/n und ac
Bluetooth4
NFCja
GPS / Glonassja / ja
Radio / FM-Transmitterja / k. A.
Akku-Kapazität3000 mAh / k. A.
Standby / Gesprächszeit 2Gk. A. / k. A.
Standby / Gesprächszeit 3Gk. A. / k. A.
Abmessung75 × 146 × 10 mm
Gewicht155 Gramm

Ein Flaggschiff-Telefon sollte im Jahr 2014 ausgezeichnete Fotos machen können. Die hierfür benötige Hardware besitzt das LG G3: hohe Auflösung, optische Stabilisierung, schneller Fokus und eine gute Videoleuchte für Momente, in denen es darauf ankommt.

Auf der Rückseite sitzt ein 1/3,06 Zoll großer Bildsensor – das ist übrigens Standard – mit einer Auflösung von 13 Megapixeln. Videos werden im Format 4K Ultra High Definition mit einer maximalen Bildwechselfrequenz von 120 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Die Qualität ist bei Tageslicht exzellent: Farben werden realitätsnah eingefangen, das Bild ist fein und zufriedenstellend. Sobald aber der Sonnenuntergang beginnt, kommen die etwas anspruchsvolleren Situationen. Was man benötigt, ist ein etwas größerer Bildsensor mit größeren Pixeln. Die Kantenlänge eines Pixels auf dem Halbleiterstück beträgt 1,2 Mikrometer. Im Vergleich dazu fängt das HTC One (M8) mit seinen 2 Mikrometer mehr Licht ein, als das G3. Wenig Licht ist also ein Problem für das G3. Gut, dass es einen optischen Bildstabilisator hat. Damit ist eine etwas längere Belichtung problemlos möglich – Verwacklungen werden so ausgeliehen. Für eine schnelle Fokussierung von nahen Gegenständen sorgt ein Laser-Fokus. Die Lichtverstärkung durch eine stimulierte Emission von Strahlung ist nicht sichtbar – aber sie funktioniert gut. Ein Motiv wird innerhalb von 0,276 Sekunden scharf gestellt. Das klappte in unserem Test hervorragend. Wenn das Motiv allerdings weiter weg ist, bleibt auch der Kamera des G3 „nur noch” der althergebrachte Kontrast-Autofokus.

Die Kamera auf der vorderen Seite löst 2 Megapixeln auf. Eine Selfie-Kamera ist das nicht unbedingt, hierfür fehlen Weitwinkel und eine höhere Auflösung. Trotzdem gelingen aber anständige Bilder. Außerdem können Aufnahmen mit einer Handgeste und einem Timer aufgezeichnet werden.

Im G3 hat LG wie beim Vorgänger, dem G2 , einen großen Akku verbaut. Die Nennladung beträgt 3000 mAh. Wie bei fast allen (Super)-High-End-Smartphones kommt man mit dem G3 auch gut einen Tag aus. In den meisten Fällen, wenn man das Spielen nach den ersten Tagen bis Wochen hinter sich gebracht hat, schafft man dann auch 1,5 oder sogar 2 Tage. Insgesamt nicht besser, aber auch nicht schlechter, als bei einem One (M8) , One (E8) , Galaxy S5 oder Xperia Z2 . Aufladen lässt sich das Telefon über das mitgelieferte microUSB-Kabel oder drahtlos über einen nach dem Qi-Standard arbeitenden Charger. In unserem Test dauerte die kabelgebundene Vollladung rund 1:55 Stunden und kabellos mit etwa 3:08 Stunden spürbar länger.

Das G3 kommt in zwei unterschiedlichen Varianten: eine mit 2 GByte Arbeitspeicher sowie 16 GByte Speicher; die andere hat 3 GByte RAM sowie 32 GByte internen Speicher. In unserem Test hatten wir die kleinere Ausführung im Einsatz. Trotz intensivem Einsatz fortgeschrittenen Anwendung hatten wir nicht das Gefühl, dass wir schlecht ausgestattet wären, was die Leistung betrifft. Wer mit 16 oder 32 GByte nichts anfangen kann, der hat die Möglichkeit, den Speicher um 128 GByte zu erweitern: Ein microSDXC-Kartenslot befindet sich unter der abnehmbaren Rückseite. Noch einmal zurück zu den Varianten: Die unverbindlichen Preisempfehlungen unterscheiden sich minimal. Das Große soll laut LG für 599 Euro über die Ladentheke gehen; für 50 Euro weniger bekommt man die kleinere Variante. Schaut man sich aber diverse Onlineshops an, so wird das G3 aktuell mit 16 GByte für 399 Euro verschleudert. Eine G Watch mit Android Wear OS gibt es in vielen Fällen sogar gratis mit dazu.

Mit dem G3 hat LG Electronics gezeigt, dass es ein Ohr für den Westen hat. Warum das? Seit Jahren sehen wir LG-Telefone mit einer bunten und komplett unübersichtlichen Oberfläche, die weder zeitgemäß, noch einfach zu bedienen ist. Das Bonbon-Bunt mag vielleicht in China, Südkorea oder Japan gut ankommen – doch hier in Deutschland oder in den USA war man weniger begeistert. Erste gestalterische Änderungen waren bereits im G Flex zu sehen, doch die wirklich radikalen Dinger findet man im G3 vor: dezente Optik, flache Hierarchien in den Elementen und systematische Gliederung der Funktionen. Das Design ist minimal, die Bedienun intuitiv.

Mit der neuen Oberfläche, die auf Googles Android OS 4.4 KitKat basiert und auf den Namen Optimus UI hört, bringt LG auch einen Assistenten mit. Dieser beobachtet Euren Umgang mit dem Smartphone und versucht Arbeitsschritte zu optimieren oder das System schneller zu machen. Beispielsweise schlägt es vor, Apps zu deinstallieren, die Ihr schon lange nicht mehr benutzt habt. Und wer eine bestimmte Rufnummer öfters eintippt, wird von LG Smart Notice gefragt, ob man die Nummer nicht lieber in das Adressbuch speichern möchte.

Was mir sehr an LGs neuer Oberfläche gefallen hat – dies gilt zumindest für in Deutschland frei verkäufliche Geräte – ist die werbefreie Umgebung. Gemeint sind damit aufdringliche, ab Werk installierte Apps, die wir im Leben niemals nutzen werden. Hieran sollten sich einige andere Hersteller orientieren. Was ich an der Oberfläche unschön fand, waren die unterschiedlich proportionierten App-Beschriftungen im Hauptmenü. Hier sollte LG nachbessern.

Das LG G3 ist ein erstklassiges Smartphone. Es hat viele Features, die sich sehen lassen können. Was uns gefallen hat, war das Gesamtpaket des Displays: sehr scharf, kräftige Farben und hohe Helligkeit. Auch die Mobilfunkeigenschaften wie Empfang und Gesprächsqualität sind hervorragend. Wo wir Verbesserungsbedarf sehen, – und das ist wirklich nur oberflächlich gemeint – ist der Akku. Weil das G2 aus dem vergangenen Jahr so gut stark gepunktet hat, war unsere Erwartungshaltung etwas höher als 1,5 Tage. Die Kamera macht einen sehr guten Job: Am Ende des Tages bekommt man sehenswerte Ergebnisse. Das LG G3 empfehlen wir jedem, der auf der Suche nach einem leistungsstarken Smartphone ist. Interessierte sollten sich jedoch das Telefon einmal persönlich anschauen und ein Gefühl für die Größe entwickeln.

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