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Test: LG G Watch – der richtige Beginn der Smartwatches

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Smartwatches sind nichts Neues – das ist den meisten von Euch bekannt. Hersteller wie Samsung und LG Electronics hatten schon vor vielen Jahren erste Produkte gezeigt und später auf den Markt gebracht. Doch waren sie erfolgreich? Nein. Alle sind gescheitert. Woran es lag: Sie waren der Zeit voraus. Die Masse lernte gerade einmal das Smartphone und mobile Internet kennen – Wearables waren zu fortschrittlich. Hinzu kommt, dass sie schlecht umgesetzt wurden. Ihre Bauform war sperrig. Sie waren groß und schwer. Es ist selbstredend, dass der Stand der Technik zu der Zeit noch ein anderer war, als heute. Auch wichtig: Alle Uhren liefen damals noch eigenständig mit einer SIM-Karte. Man konnte mit ihnen telefonieren und Kurznachrichten schreiben. Es gab auch einen Zugang zum Internet, doch das Web war noch nicht soweit…

Jetzt, einige Jahre später steht die Infrastruktur. Innovative Internet- und Software-Unternehmen wie Google, Pebble Technology und bald auch Apple zeigen allen, wie hochmoderne Technologie sinnvoll und vor allem richtig in die Gesellschaft integriert wird. Es bricht ein neues Zeitalter in der Informationstechnologie an und als erstes trifft es die Dinge, die wir ständig bei uns haben (könnten). Zum Beispiel eine Armbanduhr.

Mit dem Betriebssystem Android Wear OS liefert Google der Industrie wieder einmal eine erfolgversprechende Grundlage. Google selbst hat keine eigene Smartwatch und ist auch nicht der erste Hersteller, der in diesem Markt groß und zeitgemäß eindringt. Sony Mobile Communications, Samsung Electronics und – wie bereits anfangs erwähnt – Pebble Technology haben bereits einen proprietären Anfang vor 2 Jahren gemacht. Doch Google möchte es besser machen und sein mächtiges Ökosystem teilhaben lassen.

Die Idee ist vermutlich schon etwas älter, aber seit März 2014 kennt man das speziell für Wearables gemachte System. Also fangen wir klein an und fragen uns: Was ist Android Wear?

In einem kleinen Satz beantwortet: „Android Wear sorgt dafür, dass sich Informationen mit Dir bewegen.“ Das ist wirklich sehr kurz. Es gibt auch eine Langversion, die Google präferiert. Sie lautet offiziell: „Android Wear erweitert die Android-Plattform zu einer neuen Generation von Geräten, die am Körper getragen werden. Das Erlebnis ist mit gelegentlichen Blicken wahrnehmbar und reduziert Ablenkungen, sodass man in der realen Welt mehr Präsenz zeigt.“

„Android Wear…

  • ist nützliche Information, die dann geliefert wird, wenn man sie braucht
  • gibt Antworten auf klare und allgemeine Fragen
  • bietet Tools, damit Fitnessziele erreicht werden
  • ist Dein Schlüssel zu einer Multiscreen-Welt.“

Im Grunde geht es darum, dass wir weniger auf unser Telefon gucken, und uns mehr mit unseren Freunden, Familien und Mitmenschen beschäftigen. Laut einer Statistik von Google überprüfen wir unser Smartphone rund 125 Mal am Tag. Wenn man die Zahl erst einmal vor den Augen hat, dann ist sie doch etwas zu hoch…

Aktuell gibt es zwei Smartwatches, die mit Android Wear laufen: LG G Watch und Gear Live von Samsung Electronics. Die Preise sind dieselben: 199 Euro im Google Play Store. Unterschiede gibt es nicht bei der Oberfläche, sondern eher bei dem Design und der Hardware. Die G Watch hat einen 400-mAh-Akku, während die Gear Live einen Herzfrequenzmessgerät für den Ruhepuls besitzt. Bei der G Watch sind es 1,65-Zoll mit IPS-LCD-Technologie und bei der Gear Live ist es ein klassisches Super AMOLED mit 1,63-Zoll. Die Auflösung ist bei Samsung etwas höher, als bei LG. Das hat zur Folge, dass der Schärfegrad bei der Gear Live etwas besser ist.

Darüber hinaus sind die Funktionen dieselben. In der Software unterscheiden sich beide Android-Wear-Uhren kaum bis gar nicht. Google möchte auch nicht, dass man eigene Oberflächen einsetzt. Wer am lizenzierten Programm teilnehmen möchte, der muss Android Wear so nehmen und einsetzen, wie es ist.

Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass die Punkte Aussehen, Hardware und Verarbeitung wichtige Kriterien bei der Auswahl sind. Im September kommt eine weitere Uhr hinzu. Die Moto 360 von Motorola Mobility . Das Besondere: Sie verfügt über ein rundes Display und eine extrem hochwertige Verarbeitung.

Android Wear OS ist kein allein lauffähiges Betriebssystem; es benötigt eine stets aufrecht gehaltene Verbindung zu einem Smartphone. Diese funktioniert mittels Bluetooth Smart und wird verwaltet von der benötigten App „Android Wear“ . Ihr könnt jedes Android-Gerät nehmen, das mindestens OS 4.3 Jelly Bean drauf hat. Eventuell kommt bald auch das iPhone hinzu…

Auf der vorderen Seite der LG G Watch wurde ein kratzfestes Glas verbaut. Darunter sitzen zwei Elemente aus Edelstahl, die von einer thermoplastischem Polyurethanschicht abgedeckt werden. Die verwendeten Materialien sind alle hypoallergen; sie lösen keine Allergien aus. Außerdem ist das Gehäuse IP67-zertifiziert, es ist somit staub- und wasserdicht. Das Armband ist an sich nicht schlecht. Es macht seine Aufgabe ganz gut. Wirklich Stil oder Hochwertigkeit strahlt es aber nicht aus, zum Glück verwendet LG Electronics hier den herkömmlichen Standard mit 22 Millimetern. Es ist also möglich, dass man etwas Eigenes verwenden und die G Watch optisch individualisieren kann.

Die Smartwatch hat einen 400-mAh-Akku, sie muss knapp eine Stunde aufgeladen werden, dann hält sie rund einen Arbeitstag – man kann die Helligkeit etwas herunterschrauben oder den Always-on-Modus deaktivieren, dann schafft man etwas mehr. Aber so Pi mal Daumen sind rund 12 bis 14 Stunden möglich. Das Aufladen funktioniert über eine kleine Ladeschafe mit microUSB-Anschluss. Diese verbindet sich mit der G Watch über fünf Federkontaktstifte und hält alles magnetisch fest.

Wie kann man eine Smartwatch steuern, die gar keine Tasten hat? Zwar lässt sich die Uhr in den Einstellungen neu starten und ausschalten, aber nicht wieder einschalten. Das klappt nur über die am Netz angeschlossene Ladeschale.

Es gibt drei verschiedene Ansichten auf der G Watch. Die Erste ist: „Dimmed Mode“ – das ist der sogenannte Always-On-Screen, der Informationen abgedunkelt und in Schwarz-Weiß anzeigt. Die meiste Zeit wird man diese Darstellung sehen.

Berührt man nun das Display einmal oder macht eine aufrechte Bewegung mit dem Arm, dann erreicht man den „On-Standby“-Screen. Ab hier kann eine Android-Wear-Smartwatch mit dem Schlüsselwort „Okay Google“ bedient werden. Sei es eine Frage, ein Navigations-, SMS- sowie E-Mail-Befehl oder die Ausführung einer App – all das klappt mit der Sprache hervorragend. Welche Befehle noch möglich sind, erfahrt man, wenn man die Anzeige nach oben schiebt.

Der dritte und umfangreichste Screen ist „In Use“. Informationen werden als Karten dargestellt, so wie man sie von Google Now kennt. Die Navigation funktioniert über Wischgesten. Hoch und runter zwischen den einzelnen Elementen und links und rechts für Einstellungen, Aktionen und mehr Inhalt. Das Entfernen einer Karte ist auch möglich. Hierfür muss die letzte Anzeige nach rechts geschoben werden. Das System ist simple.

In den Einstellungen kann man die Helligkeit anpassen, den ab Werk eingestellten Always-On-Modus deaktivieren, das Zifferblatt auswählen und mehr. Um keine Vibrationsbenachrichtigung mehr zu erhalten, muss man die Anzeige einmal nach unten ziehen.

Noch einmal: Smartwatches sind nicht neu. Google hat jedoch ein Betriebssystem geschaffen, das sehr viel Potential hat. Aktuell kann man mit der G Watch nicht allzu viel machen. Sie dient als Erweiterung für Google Now. Ein paar coole Features sind, dass man eine Navigation starten oder die Musik des Smartphones ansteuern kann. In Sachen Fitness gibt es ebenfalls noch nichts Vernünftiges: Das System selbst zählt die gegangenen Schritte. Durch neue Applikationen wie Runtastic App sieht man seine Route, Zeit und einiges mehr.

Das System ist erst gestern geboren und steckt noch nicht einmal in den Kinderschuhen. Neue Apps kommen wöchentlich raus. Jetzt muss man schauen, ob die Apps wirklich neu und innovativ sind, sodass sie einen Nutzen und damit Mehrwert bieten, oder ob sie einfach nur auf eine kleinere Anzeige laufen. In Sachen Akku muss eine Revolution her: Niemand will noch ein weiteres Gerät haben, das tagtäglich an die Steckdose muss. Und wenn man das Aufladen einmal vergisst, dann hat man den darauf folgenden Tag eine tote Uhr am Arm, die noch nicht einmal dir Uhrzeit anzeigt. Hier hätte Google wenigstens eine Fall-Back-Lösung integrieren können.

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