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Test: Huawei P8 – High-End für wenig Geld

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P8 – so heißt das neueste und damit das beste Smartphone des chinesischen Herstellers Huawei Device. Das Telefon wurde im April 2015 auf einer Veranstaltung in London vorgestellt . Es ist der Nachfolger der zwei Oberklassen-Geräte Ascend P6 sowie Ascend P7 . Es ist ein High-End-Phone, so wie man's gewöhnlich von Samsung oder HTC kennt. Nur: Kann es mit dem Galaxy S6 oder One M9 von mithalten?

Das Huawei-Telefon kommt im Mai in den hiesigen Handel. Der Hersteller hat eine Version mit 16 GByte Speicher für 499€ angekündigt. Es gibt aber noch etwas mit 64 GByte. Optik und Technik sind nahezu identisch. Die Standardausführung kommt in den zwei Farben Mystic Champagne und Titanium Grey. Die sogenannte Premiumvariante wird in den zwei luxuriösen Farben Prestige Gold sowie Carbon Black gezeigt. In Deutschland wird zunächst nur das P8 mit 16 GByte erhältlich sein. Die UVP lautet 499 Euro – und da ist noch viel Luft nach unten.

Das P8 ist schlank; es nur 6,4 mm dünn und fühlt sich solide und kräftig gebaut an. Wir haben versucht, das Gestell leicht zu verbiegen. Zwecklos: das Chassis ist massiv und beständig. Das Unibody ist an den Rändern abgeschliffen. Laut Huawei dauert die Herstellung rund 810 Minuten. Erst dann bekommt man die phosphoreszierende Optik, die Härte und die präzise Verarbeitung hin. Ähnlich wie beim Galaxy S6, Galaxy S6 edge, iPhone 6 , iPhone 6 Plus sowie vielen anderen Geräten auch, dient der Rahmen des P8 als Antenne für unterschiedliche Funktechnologien, wie WLAN, Bluetooth oder Mobilfunk.

Das Material ist Aluminium, die Verarbeitung ist gut. Wie liegt das Gerät in den Händen? Weil das P8 sehr Block-artig aufgebaut ist, fast schon so wie eine Tafel Schokolade, ist die Ergonomie nicht besonders. Das Gefühl ist aber im Vergleich zu seinen Vorgängern besser geworden, da die Rändern abgerundet sind. Allgemein fehlt jedoch ein Halt: Das P8 rutscht leicht aus den Händen und auch die Rückseite bietet keinen Haft.

Das P8 ist nicht wasserfest, wie beispielsweise das Xperia Z3 von Sony Mobile . Das Gehäuse ist jedoch nano-coated. Dampf, Wasser- und Regentropfen machen dem Gerät nichts aus. Das Telefon hat eine Masse von 144 Gramm, dabei ist es 144,9 mm hoch und 72,1 mm breit. Trotz des 5,2 Zoll großen Bildschirms ist die Bedienung mit einer Hand gut möglich, da die Ränder um die Anzeige schmal gehalten wurden. Außerdem kann in der Software ein Modus aktiviert werden, der eine Einhandbedienung ermöglicht. Hierfür wischt man mit dem Finger über die virtuellen Tasten – von links nach rechts oder umgekehrt.

Das Display-Oberflächen-Verhältnis beim P8 beträgt – wie von Huawei selbst beworben nicht 78,3 Prozent, sondern lediglich 71,4 Prozent. Nichtdestotrotz ist das ein guter Wert. Er gibt Auskunft über die Flächen-mäßige Ausschöpfung der Anzeige auf der vorderen Seite

Wie anfangs erwähnt, wird es das P8 in zwei Speicherversionen geben, wobei Huawei zunächst nur die 16-GByte-Variante nach Deutschland holt. Bei unserem Gerät hatten wir ungefähr 8,42 GByte frei – für die meisten ist das sicherlich zu wenig. Deshalb kann der Speicher im Telefon um bis zu 200 GByte erweitert werden. Alles was man benötigt, ist eine microSDXC-Speicherkarte.

Der Akku im P8 hat eine Nennladung von 2680 mAh. Da das Gehäuse fest verschlossen ist, kann er vom Nutzer selbst nicht ausgetauscht werden. Bei einer gewöhnlichen Nutzung und mittlerer Display-Helligkeit schafft das P8 knapp 11 Stunden. Danach muss es wieder an die Steckdose. Mit dem mitgelieferten Netzladekabel dauert das Vollmachen des Akkus etwas mehr als drei Stunden. Eine Schnellladetechnik wie man sie von Oppo , Samsung, Motorola oder HTC kennt, gibt es bei Huawei leider nicht. Die Software bietet einige Energie-Features. Zum Beispiel gibt es einen sehr aggressiven Energiesparmodus, der viele Funktionen abschaltet und die Bereitschaftszeit um mehrere Stunden verlängert. Dann ist nur noch das Telefonieren und Versenden von Nachrichten möglich.

Das verbaute Display des P8 ist 5,2 in der Diagonale groß. Es ist ein IPS-LCD mit einer Auflösung von Full-High-Definition (= 1920 × 1080 Pixeln). Was die Qualität der Anzeige betrifft, so ist die Darstellung scharf, Farben korrekt und auch die Helligkeit ist gut genug für den Außeneinsatz. Der Schärfegrad, gemessen in Pixeldichte, liegt bei 424 ppi.

Die Kamera auf der vorderen Seite löst mit acht Megapixeln auf. Sie hat einen Ultraweitwinkel, sodass zum Beispiel mehrere Personen auf dem Bild passen können. Videos kann sie im Format 1080p aufzeichnen. Dazu gibt es einen Schönheitsmodus, der die Haut glättet, Augen vergrößert und vieles mehr.

Die Kamera auf der Rückseite des P8 ist das Highlight. Die Auflösung des RGBW-Sensors beträgt 13 Megapixel, dazu gibt es eine lichtstarke Blende von F/2. Hinter der Optik sitzt ein optischer Bildstabilisator mit einem Korrekturwinkel von 1,2 Grad. Dem System steht außerdem ein dedizierter Bildprozessor zur Verfügung, er ist zuständig für die Berechnung der Helligkeit, Farbsättigung, Farbton und vieles mehr.

An dieser Stelle muss man Huawei Device einen großen Lob aussprechen: Während Apple, HTC und Samsung es sich erlauben, dass die Kamera aus dem Gehäuse herausguckt, ist beim P8 alles schön flach gehalten. Dabei steckt hier ein OIS drin und das Telefon ist nur 6,4 mm dünn. Im Vergleich dazu: das iPhone 6 ist 6,9 mm dünn und die Kamera ragt einige Millimeter aus dem Gehäuse heraus – dabei ist da noch nicht einmal ein OIS eingebaut. Gleiches gilt auch für das One M9 von HTC. Schämt Euch etwas.

Die Hardware ist hochmodern. Wie ist die Qualität? Die Bilder sind insgesamt große Klasse. Tolle Farben, gute Kontraste und normales Verhalten bei Schwachlicht, wenn man die Automatik verwendet. Die Bilder sind – im Vergleich zu anderen Geräten – meistens ein Tick heller. Das liegt an dem vierten und zusätzlich eingebauten weißen Filter im Sensor. Was mir an der Kamera fehlt, ist ein wenig mehr Schärfe. Die Aufnahmen verwackeln nicht, da macht der Stabilisator einen sehr guten Job. Schaut man sich jedoch das Bild auf 100% an, so sind Konturen schwer zu finden.

Uns ist aufgefallen, dass das Telefon eine hervorragende Nahstellgrenze besitzt. Sie ermöglicht tolle Makroaufnahmen. Für Kein-Lichtszenarien stehen dem Anwender drei Optionen zur Verfügung – und in allen Disziplinen besiegt das P8 das Galaxy S6 von Samsung Electronics.

  1. es gibt eine Dual-LED mit zwei unterschiedlichen Farben. Sie regulieren automatisch den Weißabgleich im Dunkeln – beim Galaxy S6 ist es lediglich eine einfarbige LED.
  2. Das P8 kann seine Lichtempfindlichkeit auf ISO1600 umstellen, um prinzipiell hellere Aufnahmen zu bekommen – beim Galaxy S6 geht der Wert nur bis ISO800.
  3. das P8 ist in der Lage, Aufnahmen mit Langzeitbelichtung zu machen. Bei 2 oder 4 Sekunden kann der OIS noch einigermaßen(!) freihändig helfen, aber für alles darüber benötigt man ein Stativ.

Die Kamera kann wahlweise über die Software oder die physisch vorhandene Lautstärkenleisetaste schnell gestartet werden. Ein Bild wird dann innerhalb von rund 1 Sekunde gespeichert. Die Kamera-App ist simple gehalten. Hier sieht man sehr deutlich, dass Huawei sich nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich von Apple hat inspirieren lassen – das fällt einem durchgehend in der Software auf. Die Kamera-Applikation hat verschiedene Modi: Lichtmalerei für Autos, Graffiti, Wasser und Sternspuren. Es gibt einen dedizierten Beauty-Modus mit unterschiedlicher Intensität und es gibt Foto, Video sowie Zeitraffer. Alles ganz lustige Sachen, die vor allem auch etwas können.

Kamerabilder

Das P8 arbeitet mit Android 5 Lollipop. Während der Vorstellung in London, Großbritannien sagte man uns, dass ein Update auf Android 5.1 Lollipop in Planung sei. Wann genau die Aktualisierung verteilt wird, wurde nicht näher genannt. Auf dem Betriebssystem sitzt Huaweis eigene Oberfläche EMUI 3.1 drauf. Das User Interface hat kein Hauptmenü (App-Drawer) und verteilt deshalb alle installierten Apps auf den verschiedenen Startseiten (Homescreens). Das Können der Oberfläche ist umfangreich: sie lässt sich stark individualisieren und personalisieren. Huawei gibt von seiner Seite aus einige nützliche und nervige Sachen mit. Zum Beispiel eine Antiviren-App oder drei verschiedenen Möglichkeiten, wie man die Anzeige als Bild abspeichern kann. Eine Methode nennt sich Knuckle Sense. Der Anwender muss mit seinen Fingerknöcheln zweimal auf das Display schlagen, um ein Bildschirmfoto zu erhalten – das hat nicht immer funktioniert. Auf diese Spielereien hätte man verzichten können.

Inneren des P8 arbeitet ein Huawei-eigener Prozessor – nämlich der Kirin 930 von HiSilicon Technologies. Er hat acht Kerne und eine 64bit-Architektur. Der RAM hat eine Größe von 3 GByte. In das mobile Internet geht das Telefon über LTE mit bis 150 Mbits. Für den lokalen Zugang gibt es WLAN – allerdings kein neuer ac-Standard, sondern lediglich die Technologien aus der Steinzeit. Das persönliche Netz kann über Bluetooth 4.1 oder NFC verwendet werden.

Datenblatt

ModellHuawei P8 (GRA-UL10, Grace)
Straßenpreis375 Euro
BetriebssystemAndroid
Display5,20 Zoll / IPS-LCD
Auflösung1920 × 1080 Pixel / 424 ppi
Kamera13 Megapixel / k. A.
Blitz, VideoleuchteFoto-LED
Bildstabilisatoroptisch
Auflösung (Video)1920 × 1080
Frontkamera8 Megapixel
ProzessorHiSilicon Kirin 930: 4 x 2 GHz, 4 x 1.5 GHz / k. A. / 8 Kerne
Speicherkartenslotja / microSD bis 128 GByte
LTEja / 800, 1800, 2100, 2600
WLAN802.11 b/g/n
Bluetooth04. Jan
NFCja
GPS / Glonassja / nein
Radio / FM-Transmitterja / k. A.
Akku-Kapazität2680 mAh / k. A.
Standby / Gesprächszeit 2Gk. A. / k. A.
Standby / Gesprächszeit 3Gk. A. / k. A.
Abmessung72 × 145 × 7 mm
Gewicht148 Gramm

Ganz am Anfang haben wir uns gefragt, ob das Gerät auch mit den Platzhirschen Galaxy S6 und One M9 mithalten kann. Nun, in einigen Kategorien, wie zum Beispiel Kamera, ist das P8 weiter. Dann gibt es auch Sachen, wo das P8 schwächer ist – zum Beispiel die inkonsistente Software. Im Gesamtpaket ist es aber nicht stimmig. Gut gelungen: die Kamera, das Display, die Verarbeitung sowie das Design. Akku und Empfang und Klang waren normal, während die Software noch einige Fehler aufweist. Hier hoffen wir auf ein gutes Update vom Hersteller. Für 499€ ist das Telefon aber dennoch empfehlenswert. Es ist ein High-End-Gerät für wenig Geld…

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