Technics SC C30 DB
Pro und Contra
  • Guter Klang
  • Durchdachte App
  • Einmessfunktion nur für Apple
  • Kein aptX
  • 4.5

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Technics will mit dem SC-C30 Musikliebhaber für Multiroom und Streaming gewinnen. Dazu kommt der Lautsprecher mit Einmessfunktion und App, die den Sound noch besser machen sollen.

Ein solides und dennoch kompaktes High-End-Multiroom-Gerät wurde im Mai 2019 von Technics auf der letzten noch vor Corona stattgefundenen High-End-Messe in München vorgestellt: der SC-C30. Er sollte die Ottawa-Serie von All-in-One-Minianlagen um ein besonders kompaktes Modell ergänzen, das dennoch hohe Qualität bietet.

TechStage testet den SC-C30 im Rahmen der Themenwelten Multiroom und Multiroom-Lautsprecher. Dort sind bereits Tests zu anderen Geräten wie dem Sonos Move (Testbericht), dem Harman Kardon Citation One Mk II (Testbericht) oder dem Ikea Symfonisk (Testbericht) erschienen.

Das Design ist für einen Lautsprecher ungewöhnlich und erinnert eher an einen – allerdings nur zweidimensionalen – Baseball mit Kühlrippen. Hinzu kommen ein großes schwarzes Auge, der Einschalter und Programmquellenwähler. Er kam dem Tester sehr bekannt vor, nicht von HAL aus Kubricks „2001“, doch von anderen Elektronikgeräten. Richtig, Samsung-Fernseher hatten auch schon so einen großen, schwarzen Knopf mit Umrandung. In diesem glomm dann auch noch das böse rote Auge von HAL.

Das gibt es bei Technics nicht, vielmehr ein kleines OLED-Display, um die Betriebszustände anzuzeigen, und auch wenn das schwarze Auge ein Mikrofon enthält, kann man mit dem Lautsprecher nicht wie mit HAL sprechen: Es ist nur zum Einmessen auf die Raumakustik gedacht. Der Lautsprecher kann zwar auch in eine Google-Home-Gruppe integriert werden, ist aber kein „Lauschsprecher“. Mit 315 x 190 x 191 mm und 4,5 kg wäre er als reiner „Smartspeaker“ auch zu groß – er enthält ein komplettes Stereo-Lautsprechersystem aus je zwei 1,6-cm-Hoch- und 6,5-cm-Tieftönern sowie einem zusätzlichen 12-cm-Subwoofer.

Die Stereo-Lautsprecher haben je 15 W, der Subwoofer nominell 30 bis 170 W. Er ist als hochwertige Minianlage oder kompaktere Version des Bose Waveradio aufzufassen, hat deshalb zwar weder Tuner für terrestrisches Radio noch Abspielmöglichkeiten für CD & Co wie andere Geräte der Ottawa-Serie, doch Eingänge für Analog-Audio, Digital (SPDIF optisch), USB und Netzwerk. Letzteres kabelgebunden und per WLAN mit 2,4 und 5 GHz sowie Bluetooth. Über WLAN sind dann neben einer eigenen Internetradio-Funktion auch Spotify, Tidal, Deezer & Co. abrufbar.

Viele Wege führen beim SC-C30 zum guten Klang. Für die Wiedergabe von über Steckerverbindungen zugeführten Signalen entfällt jede Installation, hier gilt wortwörtlich „Plug & Play“. Ansonsten kann neben der Nutzung als Bluetooth-Lautsprecher auch über WLAN mit Google Home oder der eigenen Technics App gestreamt werden. Dann sind nicht nur diverse Streaming-Dienste verfügbar, die Technics Audio App kann Musik zudem aus dem eigenen Netzwerk wiedergeben. Etwa von PC, Tablet, NAS oder Smartphone. Dies geschieht ohne Qualitätsverlust und ohne die Chromecast-typischen Probleme wie spontanes Trennen der Verbindung.

Des Weiteren erlaubt die Technics Audio App das exakte Einmessen des Frequenzgangs und der Raumakustik, wie sonst nur bei teuren AV-Receivern üblich. Ärgerlich allerdings für Android-User: Diese Funktion steht nur auf Apple-Geräten zur Verfügung, weil die Mikrofone der Android-Vielfalt von Geräten zu sehr variieren, um für Messzwecke geeignet zu sein. Auch kann der Lautsprecher vom Stereo- zum Mono-Lautsprecher für nur einen Kanal umprogrammiert werden und es kann eingestellt werden, ob es sich um einen Lautsprecher mit weißem oder schwarzem Gehäuse handelt. Der Lautsprecher wechselt dabei selbstverständlich nicht die Gehäusefarbe, nur seine Darstellung in der App. Im Zweifelsfall ärgert man sich also höchstes im Nachhinein, dass einem die jeweils andere Farbe doch besser gefallen hätte…

Alternativ lässt sich der SC-C30 über Google Home einbinden. Sprachbedienung hat er selbst nicht integriert, diese steht aber bei Bedarf über ein Android-Smartphone oder Tablet zur Verfügung. Auch hier können mehrere Lautsprecher in Multiroom-Konfigurationen in unterschiedlichen Gruppen und auch als Paar für Stereo-Wiedergabe eingerichtet werden. Für Apple-User steht Airplay zur Verfügung.

Bei Bluetooth bietet der Technics SC-C30 leider kein apt-X, hohe Tonqualität gibt es leider nur für Apple-Nutzer. Dies will Technics mit der eigenen „Re-Master“-Technologie ausgleichen, die komprimierte Signale wieder restaurieren soll. Tatsächlich ist der Klang über Bluetooth akzeptabel und er ist insgesamt am besten unter den zuletzt getesteten Geräten. An sich besteht beim SC-C30 aber kein Grund, Bluetooth zu benutzen, außer vielleicht zur Wiedergabe von Musik eines Besuchers: Als Freisprechanlage zum Telefonieren ist der Lautsprecher nicht wirklich sinnvoll, da das eingebaute Mikrofon fehlt. Und für die Musikwiedergabe gibt es hier mit der Technics Audio App sowie den integrierten Funktionen bessere Alternativen.

Technics-spezifisch sind weitere Technologien wie JENO (Jitter Elimination and Noise-Shaping Optimisation), das die Signallaufzeiten der digital arbeitenden Elektronik optimieren soll, und LAPC (Load Adaptive Phase Calibration), das die Unterschiede der Lautsprechersysteme im Gehäuse korrigieren soll, enthalten. Es entsteht ein Klang, der alles von Bass bis Höhen klar wiedergibt, ohne durch Resonanzen zu nerven. Eine grobe Voreinstellung – frei, nah an einer Wand, in einer Ecke - vermeidet dabei das sonst oft zu findende dröhnende Klangbild, wenn Lautsprecher mit Bassreflexsystemen in Ecken aufgestellt werden müssen.

Mit knapp 600 Euro Listenpreis liegt der Technics SC-C30 eindeutig im High-End-Segment – das ist aber auch so gewollt. Dafür bekommt man hier bereits ein Stereo-System, mit zwei einfacheren Mono-Lautsprechern wäre man auch nicht so viel günstiger dran. Für denjenigen, der auf höchste Wiedergabequalität Wert legt und Multiroom-Systeme nicht nur als Hintergrundberieselung nutzen wollen, ist es ein interessantes Gerät jenseits einfacher Brüllwürfel und Boomboxen.

Alle Funktionen stehen allerdings nur auf Apple-Smartphones oder -Tablets zur Verfügung, Android-Nutzer müssen auf die Einmess-Funktion und passende Bluetooth-HiRes-Codecs verzichten. Empfehlenswert ist das Gerät trotzdem.

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