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Suunto9Baro-db
Pro und Contra
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Hervorragendes GPS-Tracking
  • Zahlreiche Trainingsoptionen
  • Keine Musiksteuerung
  • 4.5

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Mit der Suunto 9 Baro will der Hersteller Sportler für sich gewinnen und Konkurrenten wie Garmin oder Polar Kunden das Wasser abgraben. TechStage testet die Sportuhr, die mit smarten Funktionen zum Training und GPS lockt.

Nachdem Suunto mit der Suunto 7 (Testbericht) den Versuch gestartet hat, Android Watch OS in eine Sportuhr zu packen, geht es bei der Suunto 9 Baro klassisch zu. Die Multisportuhr setzt auf ein eigenes Betriebssystem und soll vor allem Sportler ansprechen, die draußen und in den Bergen unterwegs sind. Neben einem Tracking von zahlreichen Sportarten kommt die Uhr mit GPS und einigen cleveren Funktionen, um den Akku zu sparen.

Die 9 Baro steht beim Design in der Tradition der Suunto-Uhren. Wie von anderen Modellen gewohnt fällt das Gehäuse der Uhr wuchtig und klobig aus, sodass es an schmaleren Handgelenken mitunter etwas überdimensioniert wirkt. Die Optik ist aber erfreulich schlicht, ohne großes Schnickschnack. Das Design mit drei Bedienknöpfe an der Seite zeichnet das Bild einer massigen, aber dennoch eleganten Sportuhr mit smarten Funktionen, vergleichbar etwa mit der Fenix 6 von Garmin.

Das Gehäuse der Suunto 9 Baro besteht bei allen Modellen aus glasfaserverstärktem Polyamid. Die Lünette gibt es je nach Variante aus Edelstahl oder Titanium, wobei Suunto das Edelstahl-Modell aktuell für rund 120 Euro günstiger verkauft. Das Displayglas besteht aus Saphierkristall. Gehäuse und Display machten bei ins im Test eine sehr gute Figur: Wir konnten trotz starker Beanspruchung der Uhr beim Sport und im Garten keinerlei Kratzer oder sonstige Beschädigungen feststellen. Suunto gibt an, dass die Uhr das Eintauchen in eine Wassertiefe von bis zu 100m übersteht. Die Suunto 9 Baro eignet sich damit zum Schwimmen und verfügt entsprechend dafür über ein eigenes Trainingsprofil.

Der Lieferumfang der Suunto 9 Baro besteht neben der Uhr inklusive des Armbands (in unserem Fall bei der Suunto 9 Baro Titanium mit Nylon-Textil) aus einem Ladeadapter mit USB-Anschluss sowie einem Wechselarmband und einer Bedienungsanleitung. Das Nylon-Armband machte im Test einen sehr wertigen und gut verarbeiteten Eindruck, der zum Gesamtbild der Uhr passt.

Die Einrichtung der Suunto 9 Baro funktioniert erwartungsgemäß mit wenigen Handgriffen und absolut problemlos. Wir wählen beim ersten Start der Uhr die Systemsprache sowie ein paar weitere Einstellungen und verbinden das Gerät dann per Pairing-Code über Bluetooth mit der Suunto-App.

Bei der App hat sich im Vergleich zu früheren Suunto-Smartwatches nicht viel verändert. Die Software zeigt wie gewohnt gesammelte Tracking-Daten auf einem Übersichtsbildschirm an und fasst zusammen, wie viele Stunden der Nutzer während der vergangenen Tage an Aktivitäten aufgezeichnet hat. Wer eine spezifische Trainingseinheit aufruft, bekommt Informationen zu Strecke, Tempo, Herzfrequenz, VO2-Max, Kalorien und prognostizierter Erholungsdauer mitgeteilt (dazu später mehr). Die Bedienung der App funktioniert absolut intuitiv und problemlos. Anders als bei der Suunto 7 (Testbericht) sind auch keine zusätzlichen Apps wie Google Fit mehr nötig, um Aktivitätsdaten abzurufen oder das Schlaftracking nutzen zu können.

Wie praktisch jede am Markt erhältliche Smartwatch besitzt die Suunto 9 Baro umfangreiche Tracking-Möglichkeiten für alltägliche Aktivitäten. Die Uhr misst Herzfrequenz, die zurückgelegten Schritte und die täglich verbrauchten Kalorien. Hier unterscheidet sich die Suunto 9 Baro nicht großartig von der Konkurrenz. Die Aufzeichnung der Schritte und der Herzfrequenz funktioniert im Alltag zuverlässig, wobei die Ergebnisse übersichtlich nach Tagen geordnet direkt auf der Uhr einsehbar sind. Wer möchte, kann außerdem spezifische Aktivitätsziele festlegen.

Suunto hat mit der Suunto 9 Baro eine waschechte Outdoor-Sportuhr abgeliefert, die bei der Trainingsplanung und -Aufzeichnung ihr volles Potential entfaltet. Die Uhr verfügt über mehr als 80 unterschiedliche Trainingsmodi, darunter diverse Lauf- und Radfahrvarianten, aber auch Kraft- und Zirkeltraining sowie verschiedene Wasser- und Wintersportarten. Auch Mannschaftsport wie Fußball oder Hockey sind dabei, aber auch Exoten wie Cheerleading, Jagen oder Bowling. Hier dürfte jeder Nutzer fündig werden. Alternativ bietet die Uhr außerdem eine allgemeine Trackingfunktion für Sportarten, zu denen es kein spezifisches Profil gibt.

Wir können über die App ein eigenes Trainingsziel festlegen, das von einer Stunde in 15-Minuten-Schritten einstellbar ist. Außerdem können wir die Uhr und Trackingdaten mit verschiedenen Partnerdiensten synchronisieren, darunter neben anderen Addidas, Strava und Komoot. Die Suunto-App bereitet alle Trainingsdaten übersichtlich in diversen Diagrammen auf und berechnet anhand der Belastungsart und Dauer die geschätzte Regenerationszeit. Die zugehörigen Angaben empfanden wir im Test als realistisch. Die App zeigt die aufgezeichneten Daten nach Runden geordnet an, sodass wir bei Bedarf sehr genau unsere Belastung und das eigene Training analysieren können.

Wer die Suunto 9 Baro vor allem für Lauf- und Radfahrtrainings nutzen möchte, bekommt eine spezielle Intervallfunktion. Die Uhr zeigt dann direkt auf dem Display das aktuelle Sprintintervall inklusive Strecke und Dauer an. Die App gibt anschließend die Daten der Intervalle noch einmal in einer separaten Übersicht aus. Nutzer, die am Wings for Life World Run teilnehmen wollen, können zusätzlich während des Lauftrainings das Catcher Car des WfLWR simulieren.

Das Tracking von Herzfrequenz und Laufstrecken funktionierte in unserem Test durchgehend problemlos. Wir haben die Suunto 9 Baro beim Lauft- und Radfahrtraining sowie während einer Crossfit-Trainingseinheit genutzt. Die Uhr lieferte durchweg solide Messwerte, auch wenn beim Tracking von HIIT-Trainings der Pulssensor manchmal nicht zügig genug auf die schnellen Wechsel der Herzfrequenz regierte. Nutzer, die die Uhr für Intervall- oder Krafttraining nutzen möchten, sollten also über den Kauf eines zusätzlichen Herzfrequenz-Brustsensors nachdenken, die Uhr kann die Daten auch von externen Pulsgurten abgreifen.

Neben den umfangreichen Trainingsoptionen bietet die Suunto 9 Baro diverse Navigationsfunktionen. Hier unterscheidet sich die Suunto 9 Baro von ihrem Schwestermodell, der Suunto 9. Denn die Suunto 9 Baro verfügt zusätzlich zur integrierten GPS-Funktion über ein eigenes Höhenbarometer, das neben der eigentlichen Höhenmessung auch Werte wie Luftdruck angibt und Unwetterwarnungen ausgibt.

Die Navigation der Suunto 9 Baro läuft direkt über das Display der Uhr. Nutzer können im Menü der Uhr die Navigationsfunktion anwählen und eine Wegfindung vom eigenen Standort oder eine Peilungsnavigation starten. Eine Kompassfunktion existiert ebenfalls. Die App erlaubt zudem das Festlegen spezifischer Routen oder Points of Interests, die wir dann über die Uhr aufrufen und als Navigationsziel nutzen können.

Der besondere Clou der Suunto 9 Baro bei der Navigation ist Suunto Fusedtrack: Damit die Akkulaufzeit der Uhr nicht zu stark unter dem Strombedarf der GPS-Funktion leidet, besitzt die Suunto 9 Baro mit Fusedtrack einen speziellen Algorithmus, der Navigationsdaten basierend auf einer Kombination aus GPS- und Bewegungssensor liefert. Außerdem bietet die Smartwatch verschiedene Batteriemodi für die Navigation sowie unterschiedliche Genauigkeitsraten, sodass wir die Wegfindung sehr detailliert unseren Bedürfnissen anpassen können. Das funktionierte im Test ebenfalls problemlos und die Steuerung der Einstellungen verlief einfach und intuitiv.

Die Suunto 9 Baro gestattet insgesamt eine vom Smartphone komplett unabhängige und auch offline verfügbare Navigation, die die Smartwatch ähnlich wie auch schon Vorgängermodelle zu einem zuverlässigen Begleiter beim Training oder Wandern im Gelände macht.

Weil es sich bei der Suunto 9 Baro streng genommen um eine Multisportuhr und nicht um eine Smartwatch handelt, sind die Funktionen jenseits der Trainingsaufzeichnung arg eingeschränkt. Eine Option zur Musiksteuerung gibt es gar nicht, ebenso wenig wie die Möglichkeit, Telefongespräche anzunehmen oder Nachrichten zu beantworten.

Die Uhr verfügt lediglich über eine Benachrichtigungsfunktion, bei der wir in der App festlegen können, welche Benachrichtigungen wir erhalten möchten. Die Suunto 9 Baro zeigt dann aber nur die Überschrift der Mitteilung an. Nachrichtentexte von Whatsapp oder E-Mail-Diensten können wir auf dem Display der Uhr beispielsweise nicht mehr lesen.

Mussten Besitzer der Suunto 7 noch eine separate App für das Schlaftracking installieren, hat die Suunto 9 Baro eine entsprechende Funktion direkt mit an Bord. Aktivieren wir die Aufzeichnung im Menü der Uhr, misst die Suunto 9 Baro automatisch unsere Schlafdauer sowie die Herzfrequenz. Eine Anzeige der einzelnen Schlafphasen gibt es nicht, stattdessen können wir ein Schlafziel (-Zeit) festlegen. Ein Algorithmus gibt nach dem Aufwachen an, wie gut unsere Schlafqualität war und in welchem Umfang der Schlaf der vergangenen Nacht unsere Energieressourcen wieder hergestellt hat.

Obwohl die Suunto 9 Baro ziemlich groß und klobig ausfällt, hat uns die Uhr beim Schlafen nicht gestört. Das kann aber je nach Einzelfall variieren und von der bevorzugten Schlafposition abhängen. Die Weckfunktion der Uhr funktionierte im Test problemlos: Wir können auswählen, ob der Alarm mit Vibration, Ton oder beidem kombiniert erfolgen soll. Beides ist eindringlich genug, um selbst tiefe Schläfer aufzuwecken. Leider erlauben die Einstellungen der Uhr lediglich die Konfiguration einer einzelnen Weck-Uhrzeit – hier wären etwas mehr Konfigurationsmöglichkeiten wünschenswert gewesen.

Suunto gibt die Akkulaufzeit der Suunto 9 Baro mit sieben bis 14 Tagen an, je nach Nutzung. Die Trainingsmodi mit GPS erlauben eine kontinuierliche Aufzeichnung von bis zu 170 Stunden. Die Suunto 9 Baro ist damit ein echtes Ausdauertalent in Sachen Energieeffizienz. Wir konnten die Angaben von Suunto zur Akkulaufzeit im Test übrigens bestätigen: Nach sieben Tagen mit mehreren Trainingseinheiten war der Akku noch zu 70 Prozent aufgeladen. Insgesamt hielt die Uhr trotz GPS-Tracking mehr als 12 Tage durch.

Suunto verkauft die Suunto 9 Baro in diversen Farben, darunter schwarz, weiß und graublau. Käufer haben im Online-Shop des Herstellers außerdem die Möglichkeit, ihr eigenes Modell der Uhr zu personalisieren. Dabei stehen diverse Anpassungsoptionen für das Gehäuse, die Bedienknöpfe, die Lünette und das Armband zu Verfügung.

Suunto bleibt sich mit der Suunto 9 Baro selbst treu und liefert eine in jeder Hinsicht waschechte Sportuhr ab. Damit richtet sich dieses Modell an eine spezielle Zielgruppe. Wer eine Eier legende Wollmilchsau sucht, die sowohl umfangreiches Sport-Tracking als auch Smartwatch-Funktionen mitbringt, ist bei der Suunto 9 Baro an der falschen Adresse.

Stattdessen bietet diese Uhr ein Rundum-sorglos-Paket für ambitionierte (Hobby-)Athleten, die ihre Outdoor-Aktivitäten möglichst genau und umfangreich aufzeichnen möchten. Die Vielzahl an Möglichkeiten und Optionen gepaart mit der hohen Akkulaufzeit rechtfertigen für diese Käufer auch den sehr hohen Preis von fast 600 Euro (UVP). Wer eine dedizierte Sportuhr sucht, die mit hervorragenden Tracking-Möglichkeiten, Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen und einer umfangreichen Navigation ausgestattet ist, wird mit der Suunto 9 Baro definitiv glücklich werden.

Der Test zur Suunto 9 Baro erscheint in unserer Themenwelt Sportuhren. Dort haben wir zahlreiche weitere Geräte getestet, etwa den Vorgänger Suunto 7 (Testbericht) oder starke Konkurrenten wie die Garmin Fenix 6 (Testbericht), die Polar Grit X (Testbericht), die Honor Magic Watch 2 (Testbericht), die Apple Watch 6 (Testbericht) sowie die Huawei Watch GT 2 Pro (Testbericht).

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