Staubfrei atmen: Luftreiniger Xiaomi Smart Air Purifier 4 im Test

Xiaomi Smart Purifier 4
Pro und Contra
  • Gute Reinigungsleistung
  • Negative Ionen
  • App mit vielen Konfigurations- und Automatisierungsmöglichkeiten
  • Leiser Betrieb
  • Keine Unterstützung von IFTTT
  • Automatisierung auf Geräte im Xiaomi-Kosmos begrenzt
  • 4.0

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Luftreiniger wie der Xiaomi Smart Air Purifier 4 sollen die Luft nicht nur von Feinstaub befreien, sondern auch unangenehme Gerüche und andere Schadstoffe beseitigen. Wie gut das in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.

Xiaomi hat Anfang des Jahres drei neue Luftreiniger vorgestellt. Der Hersteller hat gegenüber der Vorgänger-Serie den Filter verbessert und stattet den Smart Air Purifier 4 und den Smart Air Purifier 4 Pro zusätzlich mit einem Luftionisator aus. Letzterer kann Millionen von negativen Sauerstoffionen freisetzen, wodurch die Luftreinigung von etwa Staub oder Tierhaaren noch effizienter erfolgt. Der Smart Air Purifier 4 Lite bietet diese Funktion nicht.

Schon die bisherige Serie 3 konnte in Tests überzeugen und ging in Form des Xiaomi Air Purifier Pro H als Testsieger bei der Stiftung Warentest mit der Gesamtnote 2,3 (gut) hervor. Auch bei der Bekämpfung von Aerosolen überzeugte das Modell zusammen mit dem ehemaligen Testsieger Philips 2000i AC2889/10. Weitere Details zur Funktionsweise von Luftreinigern und zur Gefährlichkeit von Luftschadstoffen bietet der Beitrag Gerüche und Feinstaub beseitigen: Luftreiniger für Wohn- und Schlafzimmer.

Auf den ersten Blick sehen die neuen Luftreiniger der Serie 4 wie die Vorgängermodelle aus. Am grundsätzlichen, schnörkellosen Design hat sich also nichts wesentlich geändert. Aber in zwei entscheidenden Punkten unterscheidet sich die 4er-Serie von den Vorgängern. Das obere Lüftungsgitter lässt sich bei den neuen Modellen einfach entfernen, sodass man den Innenbereich bei Bedarf leicht reinigen kann. Beim Vorgängermodell war das laut Handbuch gar nicht vorgesehen. Experimentierfreudige Anwender haben dafür fast das komplette Gerät zerlegt, um den Innenbereich hinter dem Lüftungsgitter reinigen zu können.

Auch beim Abnehmen der hinteren Abdeckung, die man vor der Inbetriebnahme öffnen muss, um den Filter von seiner Plastikverpackung zu befreien, stellt man eine Veränderung zum Vorgängermodell fest. Sie ist nun magnetisch, sodass man die Rückwand einfach abnehmen kann, ohne dafür einen mechanischen Arretiermechanismus wie beim Vorgängermodell betätigen zu müssen. Außerdem ist die Filterabdeckung jetzt luftdurchlässig, sodass der Smart Air Purifier 4 von allen Seiten die Luft gleichmäßig ansaugen kann. Damit dürfte auch der Filter wesentlich effizienter genutzt werden als dies noch beim Vorgängermodell der Fall war.

Xiaomi empfiehlt, den Luftreiniger etwa 20 Zentimeter entfernt von einer Wand respektive Möbelstück aufzustellen. Das sollte mit dem etwa 1,45 Meter langen Anschlusskabel in der Regel kein Problem sein. Grundsätzlich lässt sich der Smart Air Purifier 4 über den Touchscreen an der Front bedienen. Hier kann zwischen den verschiedenen Modi wechseln und das Gerät ein- und ausschalten. Beim Einschalten wird der Status des Filters in Prozent angezeigt. Zudem informiert das Display über den aktuellen PM2.5-Wert (Feinstaub), Temperatur, Luftfeuchtigkeit und WLAN-Verbindungsstatus. Des Weiteren signalisiert das Display noch den aktuellen Betriebsmodus und ob die Luftionisierung aktiv ist.

Je nach Feinstaubanteil in der Luft leuchtet ein LED-Streifen im Display in unterschiedlichen Farben. Von 0 bis 20 μg/m³ Feinstaubpartikel der Klasse PM2.5 ist alles im grünen Bereich. Gelb leuchtet der Streifen, wenn die Feinstaubwerte zwischen 21 und 35 μg/m³ liegen und orange leuchtet es zwischen 36 und 55 μg/m³. Liegen die Werte darüber, leuchtet der LED-Streifen in Rot.

Interessanterweise hat das Vorgängermodell die Luftqualität noch etwas laxer eingestuft. Grün leuchtet das kreisrunde Symbol zur Luftqualität zwischen 0 und 75 μg/m³, gelb zwischen 76 und 150 μg/m³ und rot bei mehr als 150 μg/m³. Der aktuelle Grenzwert in der EU liegt für Feinstaub der Klasse PM2.5 bei 25 μg/m³, während die Weltgesundheitsbehörde WHO im September 2021 eine neue Leitlinie zur Luftreinhaltung verabschiedet hat und darin einen Grenzwert von 5 µg/m³ empfiehlt.

In Verbindung mit der Xiaomi-Home-App können Anwender den Xiaomi Purifier 4 mit über ihr WLAN mit dem Internet verbinden und noch deutlich effizienter steuern. Das gilt zum Beispiel für den manuellen Modus, der sich per Slider in der App einstellen lässt. Außerdem kann man die Funktion Negative Ionen ein- und ausschalten. Mit der App können Anwender auch Automatisierungen umsetzen und zum Beispiel Betriebsmodi selbst bestimmte Grenzwerte zu koppeln. Anders als beim Philips 2000i AC2889/10 bietet Xiaomi allerdings keine Unterstützung von IFTTT, sodass die Koppelung an Luftmesswerte von etwa dem Air-Q nicht ohne Weiteres möglich ist. Leider funktioniert die Anbindung an ein Multiprotokoll-Gateway wie Homey Pro auch nicht, der dieses Manko prinzipiell ausgleichen könnte.

Der im Inneren liegende Filter besteht aus drei Komponenten. Damit reinigt er die Luft zu 99,97 Prozent von Partikeln mit einer minimalen Größe von 0,3 μm. Der Aktivkohlefilter entfernt gängige schädliche Gase wie Haustiergerüche, Kochdünste, VOC und Formaldehyd. Dazu setzt der Luftreiniger negative Ionen frei, um die Luft frisch zu halten.

Letztere sorgen in der Tat dafür, dass man beim Einatmen der vom Smart Air Purifier 4 gereinigten Luft an frische Waldluft erinnert wird. Tatsächlich ist unter anderen genau das die Wirkung von negativen Ionen, die etwa im Wald und bei Wasserfällen in besonders hohen Konzentrationen auftreten. Während an Wasserfällen bis zu 80.000 Ionen pro cm³ Luft enthalten sind, sind es in der Stadt nur bis zu 750 und in geschlossenen Räumen nur zwischen 0 und 250. Andererseits kann bei der Freisetzung von negativen Ionen auch Ozon entstehen, das in höheren Konzentrationen auch gesundheitsschädlich ist. Im Test mit dem Xiaomi Air Purifier 4 ist das aber nicht der Fall. Messungen mit dem leistungsfähigen Luftqualitätssensor Air-Q ergeben keinen Anstieg von Ozon durch die Luftionisation des Smart Air Purifier 4.

Was die Reinigungsleistung angeht, überzeugt der Xiaomi Smart Air Purifier 4 im Alltag. Im Schlafzimmer reinigt er die Luft effektiv: Gerüche menschlicher Ausdünstungen wurden vom später zu Bett gehenden Bewohner nicht wahrgenommen. Im kleinen Büro sorgt das Gerät für ein angenehmes Arbeitsklima, sodass trotz längerer Nutzung ohne Lüftung nicht der Eindruck von verbrauchter Luft entstand. Und auch im Wohnzimmer mit offener Küche waren Gerüche vom Kochen schneller aus der Luft als ohne Luftreiniger, was auch vom Luftqualitätsmesser Air-Q bestätigt wird. Interessant in diesem Zusammenhang: Das Zubereiten von Bratwürsten in einer Heißluftfriteuse ließ den PM2.5-Wert von etwa von 5 auf 600 hochschnellen - etwa vergleichbar mit dem Qualm einer Zigarette.

Natürlich ersetzen Luftreiniger nicht das Lüften. Die Belastung der Luft mit CO2 kann auch ein Luftreiniger nicht ändern. Überraschend in diesem Zusammenhang war allerdings die Beobachtung, dass der Xiaomi Smart Air Purifier 4 an bestimmten Tagen eine Verschlechterung der Feinstaubkonzentration durch die Luftzufuhr von außen registrierte. Die Messung konnten mit dem Luftqualitätsmesser Air-Q bestätigt werden. An diesen Tagen war die Feinstaubbelastung in München durch Saharastaub besonders hoch. Nachdem die Balkontür geschlossen wurde, sank der PM2.5-Wert innerhalb weniger Minuten auf die zuvor gemessenen Werte.

Das Betriebsgeräusch des Smart Air Purifiers 4 liegt laut Datenblatt zwischen 32,1 und 63 Dezibel. Im Automatikmodus steuert das Gerät den Lüfter auf Basis der vom PM2.5-Sensor gemessenen Werte. Sofern die Werte im grünen Bereich liegen, bleibt das Lüftergeräusch sehr leise, sodass der Smart Air Purifier 4 auch im Schlafzimmer genutzt werden kann. Hierfür gibt es auch einen Schlafmodus, der den Lüfter bei konstant niedriger Drehzahl hält. Neben Automatik- und Schlafmodus ist auch ein manueller Betrieb möglich, in dem Nutzer die Lüfterdrehzahl über einen Slider regulieren können. Zudem gibt es drei vordefinierte Modi. Leider lässt sich nicht feststellen, wie hoch die Lüfterdrehzahl bei den verschiedenen Optionen liegt. Aber die Leistungsaufnahme in den einzelnen Betriebsarten haben wir gemessen: In Stufe 1 liegt sie bei 6 Watt, in Stufe 2 bei 9 und in Stufe 3 bei 12 Watt. Der manuelle Modus mit maximaler Lüfterleistung verschlingt 27 Watt, was nahe an der im Datenblatt spezifizierten maximalen Leistungsaufnahme von 30 Watt liegt. Im Schlafmodus beträgt die Leistungsaufnahme 3 Watt. Mehr benötigt der Automatikmodus auch nicht, wenn die Feinstaubwerte im grünen Bereich von 0 bis 20 μg/m³ liegen.

Die Preise für die 4er-Serie der Xiaomi Smart Air Purifier beginnen bei aktuell 149 Euro für den Smart Air Purifier 4 Lite, der Luft allerdings nicht ionisieren kann. Wer darauf Wert legt, greift zum Smart Air Purifier 4, der ab etwa 179 Euro erhältlich ist oder zum Pro-Modell für etwa 250 Euro.

Zusätzliche Kosten müssen Anwender für den Tausch des Filters einplanen. Diese kosten je nach Modell zwischen 50 und 70 Euro. Laut Xiaomi hält ein Filter bis zu 12 Monate. Im Vergleich zum Vorgängermodell scheinen die Filter in den neuen Geräten tatsächlich länger zu halten. Obwohl beide Geräte seit etwa drei Wochen im Einsatz sind, zeigt der Air Purifier 3H noch eine Restlaufzeit von 133 Tagen an (90 Prozent), während der Filter im Smart Air Purifier 4 noch eine Restlaufzeit von 280 Tagen signalisiert (97 Prozent).

Insgesamt bietet die 4er-Serie von Xiaomi Smart Air Purifier mehr Leistung als die Vorgängervarianten. Neben einer geringeren maximalen Leistungsaufnahme von etwa 30 Watt, – das Vorgängermodell Mi Air Purifier 3H hat mit bis zu 39 Watt deutlich mehr Energie benötigt –, hat Xiaomi die Wirkleistung der Geräte gegenüber den 3er-Modellen stark verbessert. Die Filterfläche hat sich von 2 auf 2,4 m2 vergrößert, der Aktivkohlefilter ist mit 550 Gramm fast doppelt so stark wie beim Vorgängermodell und die Leistung Gerüche und VOCs wie Formaldehyd zu beseitigen hat sich von 60 auf 150 m³ fast verdreifacht. Zudem bieten die beiden Top-Modelle die Möglichkeit, Luft mit negativen Ionen anzureichern, was man schon nach kurzer Betriebszeit beim Einatmen spürt: Waldluft im Wohnzimmer ist sicher nicht zu hoch gegriffen, wenn man die reinigende Wirkung des Xiaomi Smart Air Purifier 4 beschreibt.

Leider sind die Koppelungsmöglichkeiten des Xiaomi Purifiers 4 im Smart Home mit Geräten wie Luftbefeuchtern oder Luftqualitätsmessgeräten auf das Xiaomi-Universum begrenzt. Geräte von Drittherstellern können wegen fehlendem IFTTT-Support derzeit nicht eingebunden werden. Das kann der Philips 2000i AC2889/10 besser.

Weitere Informationen zum Thema bieten unsere Beiträge Gerüche und Feinstaub beseitigen: Luftreiniger für Wohn- und Schlafzimmer und Bessere Luft: Smarte Raumluft-Sensoren für CO2, Radon, Ozon, Feinstaub & Co. Und in unserem Themenschwerpunkt Smart Home finden sich weitere nützlich Artikel.

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