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Polar Igninte 2 db
Pro und Contra
  • sehr gute Trainingsaufzeichnung
  • hohe Genauigkeit bei der Pulsmessung
  • Trainingsvorschläge mit Fitspark
  • Tempomessung beim Laufen manchmal ungenau
  • Display reagiert teilweise verzögert und unpräzise
  • Akkulaufzeit könnte besser sein
  • 3.5

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Mit der Ignite 2 kombiniert Polar eine schlicht aussehende Sportuhr mit umfangreichen Trainingsfunktionen und Fitnesstracking. TechStage testet die Sportuhr.

Polar hat mit der Ignite 2 einen Nachfolger für die günstige Allround-Sportuhr Polar Ignite ins Programm aufgenommen, die mit schlichtem Design und einem umfangreichen Angebot an dedizierten Sport-Funktionen punkten will. Wir haben uns die Uhr genauer angeschaut und klären in unserem Test, wo die Ignite 2 ein Upgrade gegenüber dem Vorgängermodell ist.

Wir testen die Polar Ignite 2 im Rahmen unserer Themenwelt Sportuhren. Dabei muss die Sportuhr zeigen, ob sie gegen Konkurrenten wie die Amazfit T-Rex Pro (Testbericht), die Garmin Venu Sq (Testbericht) oder die Fitbit Versa 3 (Testbericht) mithalten kann. Weitere Alternativen zeigen wir in der Bestenliste: Top-10 der Sportuhren und der Bestenliste: Top-10 der Fitness-Tracker.

Wer die Polar Ignite schon einmal gesehen hat oder die Uhr vielleicht selbst besitzt, dem fällt direkt auf: Beide Modelle gleichen sich äußerlich fast wie ein Ei dem anderen. Größe und Armband sind komplett gleichgeblieben. Lediglich die Lünette unterscheidet sich durch eine leichte Riffelung bei der Ignite 2. Die schlichte Eleganz haben beide Modelle ansonsten gemeinsam. Die Uhr wirkt dadurch für männliche Handgelenke ausreichend groß, für weibliche Handgelenke aber auch nicht zu klobig und eignet sich durchaus als modisches Accessoire.

Neben der Uhr selbst sind beim Lieferumfang ein Ladekabel und ein zusätzliches Silikonarmband für schmalere Handgelenke enthalten. Uns fiel allerdings die Gummischnalle negativ auf, die den Teil hinter der Schließe zusätzlich sichern soll. Weil die Schnalle über einen kleinen, innen liegenden Gummipfropfen in die Löcher des Armbands greift, fiel es uns im Test teilweise schwer, den Rest des Armbands durch die Schnalle zu führen. Das An- und Ablegen der Uhr wird dadurch mitunter zum Geduldsspiel.

Die Einrichtung der Uhr erfolgt wie bei Polar gewohnt auf drei Arten: Nutzer können die Uhr durch die Verbindung mit der Smartphone-App Polar Flow (für Android und iOS), über den PC oder über die Uhr selbst konfigurieren. Um alle Funktionen der Uhr nutzen zu können, ist eine Verknüpfung mit der App erforderlich, allerdings können wir diese auch zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Die Einrichtung funktioniert in allen drei Varianten absolut problemlos: Wir folgen einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm und können die Uhr nach ein paar Minuten nutzen. Eventuell spielt die App noch ein aktuelles Software-Update auf, das dauert dann aber etwas länger und kann bis zu 15 Minuten in Anspruch nehmen.

Bei der Bedienung der Polar Ignite 2 liegen Licht und Schatten nahe beieinander. Die Sportuhr übernimmt Stärken und Schwächen des Vorgängers. Wer bereits eine Polar-Uhr besitzt, findet sich bei der Bedienung schnell zurecht. Der grundlegende Aufbau der Menüs unterscheidet sich kaum von anderen Polar-Modellen. Es gibt eine Taste, mit der wir das Hauptmenü aufrufen und zurücknavigieren können. Alles andere funktioniert über das Touch-Display der Ignite 2 – und genau hier liegt das Problem.

Denn die Ignite 2 leidet genau wie die Ignite an der ungenauen Berührungserkennung. Das Aufwecken des Bildschirmes funktioniert nur (noch) über die Seitentaste am Gehäuse, ein Tippen auf das Display hat keinen Effekt. Wer sich mit der Touch-Steuerung durch die Menüs bewegt, merkt außerdem schnell, dass die Anzeige ungenau und langsam reagiert. Wischen wir in eine bestimmte Richtung, scrollt das Menü manchmal in eine andere. Außerdem dauert es eine Sekunde, bis die Uhr den Bildschirm wechselt. Das kann auf Dauer nerven.

Was zusätzlich stört: Die Polar Ignite 2 synchronisiert sich genauso wie das Vorgängermodell nicht automatisch mit der Polar-Flow-App. Wir müssen stattdessen die Synchronisierung manuell starten, indem wir die Taste am Gehäuse der Uhr gedrückt halten. Wer das vergisst, wundert sich über fehlende Tagesdaten in der App und ärgert sich wenig später über die Wartezeit, die für die Synchronisierung anfällt.

Wir haben die Polar Flow App bereits in anderen Tests von Polar-Uhren, etwa der Polar Vantage V2 (Testbericht) oder der Polar Grit X (Testbericht), vorgestellt, deshalb beschränken wir uns hier auf das Wesentliche: Die App sammelt alle Daten der Uhr und gibt sie auf dem Startbildschirm als Tortendiagramm wieder. Was auf den ersten Blick wie eine gute Idee wirkt, erweist sich beim zweiten Hinschauen leider als ziemlich unübersichtlich.

Wer sich aber einmal mit der Anzeige vertraut gemacht hat, findet recht schnell alle gewünschten Informationen wie Aktivitäten, Ruhephasen, Distanzen, Kalorien, sowie Schlafdauer- und -qualität. Die Informationsflut kann Nutzer unter Umständen erst einmal überfordern, liefert dafür aber mehr Details als die meisten anderen Konkurrenten am Markt.

Das Tracking körperlicher Aktivität gehört zu den Kernfunktionen der Ignite 2. Entsprechend umfangreich fällt das Feature auf dem Gerät auch aus. Wir können ein individuelles Aktivitätsziel festlegen, indem wir eine von verschiedenen Aktivitätsstufen auswählen. Die Uhr berechnet anhand des Aktivitätsziels und persönlicher Daten das Aktivitätsniveau und informiert darüber, in welchem Umfang wir unser Ziel am jeweiligen Tag bereits erreicht haben. Liegen wir hinter dem Ziel zurück, hilft uns die Ignite 2 mit konkreten Vorschlägen wie „30 Minuten spazieren gehen“ dabei, dem Ziel näherzukommen. Die Polar-Flow-App beinhaltet zusätzliche Gesundheitstipps.

Die Ignite 2 zeigt zurückgelegte Schritte nicht direkt auf dem Display an. Wer möchte, kann die entsprechenden Daten aber in der App abrufen und erhält detaillierte Informationen über Schritte, Wegstrecke, Aktivitätszeit und Kalorien. Wir erfahren hier außerdem die höchste und niedrigste Herzfrequenz am Tag, die Schlafdauer und die niedrigste Herzfrequenz im Schlaf auf einen Blick. Das gesamte Aktivitätstracking funktionierte in unserem Test sehr gut. Die Uhr zeichnete Schritte und zurückgelegte Wegstrecken zuverlässig auf, die Pulsmessung gab ebenfalls realistische Werte aus.

Die Aufzeichnung von Trainingseinheiten bildet neben dem Aktivitätstracking das zweite große Standbein der Polar Ignite 2. Mehr als 130 unterschiedliche Sportarten sind als Sportprofile im Speicher der Uhr enthalten, darunter neben Standards wie Laufen, Radfahren und Schwimmen in verschiedenen Variationen auch Krafttraining, Golf, Handball, Klettern oder Yoga. Damit wir den Überblick behalten können, legen wir in der Polar-Flow-App maximal 20 Sportarten fest, die wir auf der Uhr im Trainingsmenü angezeigt bekommen möchten. Dann wählen wir im Reiter Training starten die entsprechende Sportart aus und beginnen mit unserer jeweiligen Einheit.

Je nach Sportart misst die Uhr per GPS die zurückgelegte Strecke sowie über einen optischen Sensor unsere Herzfrequenz. Das funktionierte in unserem Test sehr gut. Die Pulsmessung hatte auch mit Kraftsport-Einheiten keine Probleme, wo der Puls gerne mal stark schwanken kann. Das GPS machte ebenfalls einen guten Job, allerdings hatte die Tempo-Anzeige während des Lauftrainings in ländlichen Gebieten und bei schlechtem Wetter teilweise mit Ungenauigkeiten zu kämpfen.

Wer nicht nach einem eigenen Trainingsplan trainiert, sich aber konkrete Anleitungen für Cardio- oder Krafttraining wünscht, kann auf die sogenannte Fitspark-Funktion zurückgreifen. Die Ignite 2 empfiehlt dabei basierend auf dem Erholungsstatus, dem Fitnessstand und den bereits absolvierten Sporteinheiten unterschiedliche Trainings. Drei Kategorien (Kraft, Cardio und Unterstützung) liefern Trainingsvorschläge mit unterschiedlicher Beanspruchung und Dauer. Haben wir uns für ein Training entschieden, müssen wir nach Betätigten der Starttaste noch manuell eine Trainingsaufzeichnung starten, damit die Uhr uns durch die einzelnen Trainingsphasen führt. Das wirkt bei der ersten Benutzung etwas umständlich, geht dann aber recht schnell in Fleisch und Blut über. Die Trainingsvorschläge wirken durchdacht und sinnvoll auf unseren Zustand angepasst: Nach zwei Tagen mit Lauf- und Kraftsport-Einheiten empfahl uns die Ignite 2 im Test etwa ein Mobilitätstraining.

Wer möchte, kann über das Display der Uhr einen dedizierten Test starten, um den aktuellen Fitnessstand zu messen. Dafür müssen wir uns für mehrere Minuten hinlegen und entspannen, während die Uhr unseren Ruhepuls misst. Anhand dessen bestimmt die Ignite 2 dann unser VO2-Max und gibt eine Bewertung unserer körperlichen Fitness aus. Wer die (gefühlt sehr langen) Minuten des Tests abwartet, bekommt hier einen hilfreichen Anhaltspunkt über den eigenen sportlichen Zustand. Der Test lässt sich beliebig oft wiederholen und das Ergebnis auf Wunsch in der App speichern.

Die Polar Ignite 2 besitzt außerdem weitere Trainingsfeatures, die Nutzer bereits von anderen Polar-Sportuhren kennen, darunter die Analyse der Energiequellen und die Möglichkeit, einem Lauftrainingsplan für konkrete Strecken zu folgen. Diese Features haben wir bereits in anderen Tests genauer beschrieben, etwa in unserem Artikel zur Polar Vantage V2. Da sich die genannten Funktionen bei der Polar Ignite 2 im Vergleich zur Vantage V2 nicht geändert haben, könnt ihr eine konkrete Analyse dieser Features dort nachlesen.

Selbstverständlich darf eine Funktion zur Schlafaufzeichnung bei einer Sportuhr wie der Polar Ignite 2 nicht fehlen. Das Schlaftracking erfolgt automatisch und misst die Dauer der einzelnen Schlafphasen sowie unsere Herzfrequenz beim Schlafen. Anhand dieser Daten bestimmt die Uhr den Schlafindex, der die Schlafmenge, die Schlafstabilität und die Regeneration durch den Schlaf auf einer Skala von 1 bis 100 bewertet. Je mehr Punkte wir in einer Kategorie erreichen, desto besser.

Wir können zusätzlich auch noch eintragen, wie wir unserem subjektiven Empfinden nach unsere Schlafqualität bewerten. Außerdem zeigt die Polar-Flow-App alle Daten gesammelt und im Vergleich zu den Daten der vorangegangenen Tage, Wochen und Monate an. Dadurch erfahren wir auf einen Blick konkrete Tendenzen unserer Schlafqualität und können Faktoren, die unseren Schlaf möglicherweise beeinträchtigen, einfacher identifizieren.

Die Smartwatch-Funktionen sind der einzige Bereich der Polar Ignite 2 abgesehen von der Akkulaufzeit, in der sich die Uhr von ihrem Vorgängermodell unterscheidet. So liefert die Ignite 2 insbesondere eine eigene Wetteranzeige sowie eine Musiksteuerung – beides fehlt bei der Ignite. Während die Wetterfunktion eher ein nettes, aber zu vernachlässigendes Gimmick darstellt, liefert die Musiksteuerung zumindest einen kleinen Mehrwert. Der Haken: Die Ignite 2 besitzt keinen eigenen Speicher für Musik, wir können also lediglich Musik über das Smartphone wiedergeben und dann über die Uhr bedienen. Warum Polar im Jahr 2019 bei der Ignite auf dieses Feature verzichtet hat, obwohl es bei der Konkurrenz schon damals längst zum Standard gehörte, bleibt rätselhaft.

Die Benachrichtigungsfunktion tut aber bei der Ignite 2 ansonsten genau das, was man von ihr erwartet: Wir können festlegen, von welchen Apps wir Benachrichtigungen erhalten wollen. Die Uhr zeigt uns dann beispielsweise eingehende Anrufe, E-Mails, Nachrichten und Termine an. Eine Antwortfunktion gibt es allerdings nicht.

Polar gibt die Akkulaufzeit der Ignite 2 mit bis zu 20 Stunden im Trainingsmodus (GPS und Pulsmessung am Handgelenk) sowie bis zu 5 Tagen im Uhrenmodus mit Pulsmessung an. Wir konnten diese Werte in unserem Test bestätigen: Bei einer Trainingseinheit pro Tag und GPS-Aufzeichnung alle zwei Tage hielt die Uhr bei aktivierter Pulsmessung gute vier Tage durch. Das ist ein akzeptabler Wert, liegt für eine Sportuhr dieser Preisklasse aber schon eher im unteren Mittelfeld. Hier hätte Polar ruhig ein wenig mehr Leistung spendieren können, auch wenn ein größerer Akku vermutlich schwierig mit dem dezenten Design der Uhr zu vereinbaren gewesen wäre. Immerhin hat Polar die Akkulaufzeit im Trainingsmodus gegenüber dem Vorgängermodell um drei Stunden erhöht.

Die Polar Ignite und die Polar Ignite 2 unterscheiden sich kaum voneinander. Größe, Gewicht und Funktionen sind weitgehend gleich geblieben. Die Polar Ignite 2 besitzt gegenüber dem Vorgängermodell lediglich folgende Änderungen:

  • eine leicht verbesserte Akkuleistung
  • eine Wetteranzeige
  • eine Musiksteuerung

Das ist auch schon alles. Ansonsten gibt es keine Unterschiede zwischen der Ignite und der Ignite 2, abgesehen vom Preis.

Polar verkauft die Ignite 2 für 229,90 Euro (UVP). Der Hersteller bietet außerdem Wechselarmbänder aus Silikon für 24,90 Euro (UVP) an, die ebenfalls mit der Polar Ignite und der Polar Unite kompatibel sind. Armbänder dieser Modelle lassen sich dementsprechend auch mit der Ignite 2 nutzen. Der Straßenpreis für die Ingite 2 fällt leicht günstiger aus als die UVP und beginnt je nach Modell bei rund 210 Euro.

Was bei der Polar Ignite gilt, trifft größtenteils auch weiterhin für die Polar Ignite 2 zu. Denn die Uhr übernimmt die Macken des Vorgängers, überzeugt aber an denselben Stellen und punktet mit ein paar kleinen Verbesserungen.

Dass Polar es nicht geschafft hat, die Bedienbarkeit des Touchscreens in den zwei Jahren zu verbessern, die zwischen den Erscheinungsterminen beider Uhren liegen, finden wir ärgerlich. Konkurrent Garmin hat schon vor Längerem gezeigt, wie es besser geht.

Trotzdem ist die Ignite 2 keine schlechte Sportuhr, im Gegenteil. Der hervorragende Pulssensor und die hohe Akkulaufzeit machen die Ignite zu einem exzellenten Modell für Nutzer, die viel Wert auf die Aufzeichnung ihres Trainings legen. Sie bekommen gewohnte Polar-Qualität.

Am Ende bleibt die Frage, für wen sich der Kauf der Polar Ignite 2 lohnt. Wer das Vorgängermodell bereits besitzt, braucht die neue Version definitiv nicht, dafür lohnen die Neuerungen die aufgerufene Summe von knapp 230 Euro (UVP) einfach nicht. Weil der Straßenpreis der Ignite außerdem je nach Modell um bis zu 60 Euro unter dem der Ignite 2 liegt, sollten auch Neukäufer gut überlegen, ob eine leicht verbesserte Akkulaufzeit, die Musiksteuerung und die Wetteranzeige diese Mehrkosten wert sind.

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